Wieder zu Hause 

Eine schöne Wochen liegt hinter uns. Freie Tage zum Entspannen. Familienzeit. Zeit mit Freunden. Urlaub. 

Nun sind wir wieder zu Hause. Ein Gefühl. Ankommen. Kurze Momente von Wehmut und Traurigkeit beim kleinen Mann werden durch die Nachbarskinder verscheucht. Vertrautes beruhigt. Schnelles Einschlafen beim Septembermädchen, anders als die letzten Tage. Abendliche Ruhe. Ich freue mich wieder auf das eigene Bett. Spätestens hier bin ich wirklich zu Hause. Doch ich merkte es bereits beim Fahren. Ein Gefühl. Eines was ich bisher nur hatte, wenn wir auf einer bestimmten Straße zu meinem Elternhaus heimfuhren. Bereits bei den familiären Urlauben und auch jetzt noch überkommt mich an einer bestimmten Stelle ein “zu Hause”-Gefühl. Als wir heute wieder nach Hause fuhren war es auch da. Merkwürdig vertraut und doch neu. Es macht mich glücklich. Wieder zu Hause. 

Waldoase

Eine angenehme Kühle empfängt mich. Ich lausche den Geräuschen. Vögel zwitschern, die Kuhglocken bimmeln, ein Flugzeug, eine Familie kommt vorbei. Dann wieder natürliche Stille. Eine Oase. Die ersten richtigen Sommertage erleben wir. Ich mag mich vor Wärme kaum bewegen. Ein kleines Menschlein vor dem Bauch. Auch sie leidet unter der Wärme. Muss sich noch dran gewöhnen. Die kühle Waldluft streicht sanft über die Haut. Die Luft ist frisch. Ein kurzer Moment Sein.   
  

Und täglich grüßt die Waschmaschine 

Es gibt Wochen, da wird hier recht wenig gewaschen. Und dann gibt es Wochen, da kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ich irgendwann mal weniger als einmal am Tag Wäsche  waschen müsste. So eine Woche haben wir gerade. Jeden Tag gab und gibt es eine Wäscheladung. Angefangen hat die Woche mit weißer Wäsche. Dann kamen Hosen und Windeln. Gefolgt von einer längst notwendigen bunten Wäsche. Zum Abschluss der Woche wird noch die Bettwäsche dran kommen und wer hätte das gedacht Windeln. Diese vielleicht auch zwei Mal. Das kommt ganz auf das Septembermädchen an. Da ist man schon beschäftigt. Denn es ist ja nicht nur das Waschen. Das besteht, Gott sei Dank, nur noch aus: Waschmaschine auf, Wäsche und Waschmittel rein, Waschmaschine zu und an. Die eigentliche Arbeit kommt erst noch. Aufhängen und legen. Ja, wir besitzen auch einen Trockner. Aber Wäsche aufhängen macht mir noch Spaß. Besonders bei schönem Wetter draußen. Der Duft der Wäsche danach, himmlisch. Aber Wäsche legen, puh. Dabei fällt dann auch auf, wer da die Wäscheberge produziert. An dieser Stelle kommen hier zwei kleine Menschen ganz groß raus. Na gut mein Stapel ist meist auch nicht klein, aber ich hab die zwei Racker auch den halben Tag oder mehr auf und an mir. Da kommen kleine klebrige Finger oder gleich ein ganzes Feedback der Mahlzeit. Irgendwo ist immer ein mittelgroßer Fleck. Als Hausmama könnte ich mich natürlich gehen lassen. Ist ja auch nicht so schlimm, wenn auf das eh schon voll gekleckerte Oberteil noch paar Flecken dazu kommen. Aber mal ehrlich, ich möchte wenigstens ab und zu für einen kurzen Moment nicht nur ordentlich sondern auch sauber angezogen sein. Und sei es nur für den Moment vom Anziehen im Schlafzimmer bis zum Frühstücken in der Küche. Gut, dass Schlafzimmer und Küche nicht neben einander liegen, sonst wäre der Moment noch kürzer. Und darum grüßt täglich die Waschmaschine. 

Abendliche (Un)Ruhe

Von einem Zimmer ins Andere. Hin und her zwischen den Betten. Der kleine Mann wartet. Wartet auf den Papa. Kann deshalb nicht einschlafen. Es ist egal, wie oft ich ihm schon gesagt habe, dass Papa heute spät kommt. Dass er schon schlafen darf. Dass er nicht warten braucht. Er wartet. 
Das Septembermädchen ist währenddessen stillend eingeschlafen. Ich bringe sie in ihr Bett. Wie jeden Abend braucht sie meine Nähe noch ein bisschen. Lässt mich nicht gehen. Ich hoffe, dass auch dem kleinen Mann die Augen zufallen. Irgendwann ununterbrochenes “Mama! Mama! Mama! Mama! Mama! Mama! Mama!” Ich löse das Septembermädchen von mir. Husche so schnell wie möglich in das Kinderzimmer zurück. Wenigstens ein Kind schläft. 
Einmal aufs Klo und zurück. Vielleicht schläft der kleine Mann jetzt. Spät genug ist es ja. Nein. Ich vergaß: Er wartet. Inzwischen ist die Tagesschau längst vorbei. Ich summe noch einmal das Schlaflied und höre draußen Schritte. Dann Schlüssel und ganz leise und vorsichtig die Tür klappern. Der kleine Mann hat es auch gehört. Traut sich nicht etwas zu sagen. Als der Kopf vom Papa in der Tür entdeckt wird, springt er auf. Mit breitem Grinsen gibt es eine Umarmung. “Papa bommt!” Nach gemeinsamem Schlaflied singen wird der Papa aus dem Zimmer geschickt. Er soll zum Septembermädchen gehen. Zu mir sagt der kleine Mann dann, dass Papa nicht singen soll. Nur ich darf das heute. Welche Ehre. Nun klappen ihm doch die Augen zu.
Gerade will ich mich langsam aus dem Zimmer schleichen, ein Aufschrei. Nicht vom kleinen Mann. Aus dem Schlafzimmer kommt dieser. Ins nächste Bett. Oder wieder zurück. Das Septembermädchen zahnt. Schnell die Globuli geschnappt und beruhigt. Noch ein bisschen bei ihr liegen. Wieder langsam aus dem Zimmer schleichen. 
Jetzt kann der Feierabend endlich beginnen. Kurz erzählen wir noch das Wichtigste vom Tag. Ein Abriss in zehn Minuten. Der Herzensmann sehnt sich nach Bewegung, ich mich nach Sofa. Die Babyjacke für das noch ungeborene Baby einer Freundin soll weiter wachsen. Nebenher ein bisschen Fernsehgeduddel. Kaum nehme ich die Nadeln zur Hand höre ich das Septembermädchen wieder. Also noch einmal beruhigen. Inzwischen fallen auch mir fast die Augen zu. 

Gute Nacht. 

“Bazirn dehn Mama?!”

Nach einem Besuchswochenende einfach mal die Seele baumeln lassen. Pure Glückseligkeit mit den Kindern. 

 

Obstbaumblütenduft

   

Laufradflitzer und schlafendes Septembermädchen

   

Ins Gras gefahren

  

Knoblauchduftwolke

  

Kletterei

  

Die ganze Reihe lang.

  

Kleine Stärkung aus dem Bioladen

  

Kurzer Spielplatzstop

 

Familienhobby

Ein Hobby zu haben ist eine tolle Sache. Es bietet Ausgleich vom Alltag, Zeit für sich und man kann einfach mal auftanken. Der Kopf wird wieder frei. Anspannung kann sich lösen, da der Stress für kleine Momente vergessen wird. Nur der Moment zählt. So ist es zu mindest bei mir. Ich kann bei meinem Hobby sehr gut abschalten. 

Mit Familie und besonders kleinen Kindern ist das mit den Hobbys so eine Sache. Nicht nur Vereinbarkeitsprobleme mit Familie und Beruf werden junge Familien feststellen, sondern auch die Vereinbarkeit von Hobby und Familie ist manchmal ein Problem. Hobbys die nur allein durchgeführt werden können und den ganzen Tag an Zeit brauchen sind nicht wirklich familienfreundlich. Doch alles aufgeben möchte man auch nicht. Wir haben jetzt ein Hobby wieder entdeckt. Also ein neues altes Hobby. Ein Familienhobby. 

Klettern. 

Es scheint auf den ersten Blick nicht gleich das familienfreundlichste Hobby zu sein. Denn nur für eine Stunde lohnt es nicht irgendwo hin zufahren. Die wenigsten haben Kletterfelsen im Garten oder eine Kletterhalle in der Nachbarschaft. Und doch hat es sich in den letzten Wochen als ein tolles Hobby heraus gestellt. Denn es haben alle etwas davon. So waren wir inzwischen das dritte Mal. Langsam kehrt der Mut und die Technik zurück. Ich habe mir heute schon mehr getraut als in den Zeiten als wir regelmäßig klettern gingen. 

In der Halle kann der kleine Mann auch nicht wirklich verloren gehen. Er kann ein bisschen an der Kinderwand (wie er es selber nennt) klettern, auf der Strickleiter schaukeln und guckt sich ansonsten gerne alles an. Zu entdecken und zu sehen gibt es mehr als genug. Bei schönem Wetter gibt es noch einen Spielplatz zum Austoben. Langeweile kommt da keine auf. Hinzu kommt, dass wir nicht alleine als Familie gehen. Denn trotz der vielen “Attraktionen” für den kleinen Mann muss einer ein Auge auf ihn haben. Zu schnell macht er mal eine Dummheit oder rennt unter Kletternden durch. So treffen wir uns mit Freunden oder gehen mit Besuch. Noch ein toller Nebeneffekt: Soziale Kontakte auch für uns. 

Und wir können endlich wieder klettern. Unsere Grenzen testen, ausreizen und erweitern. Die kleinen Siege auskosten. Etwas für den Körper tun. Und auch für den Geist. Denn klettern ist Kopfsache. Ja man klettert besser mit ein paar Muskeln hier und da. Aber viel kommt vom Kopf. Konzentration, Vertrauen und Ruhe bewahren. Und dann merkt man, dass für einen kurzen Moment nur diese eine Route wichtig war. Nur die nächste Bewegung. Der nächste Griff. Der nächste Tritt. Die Geräusche drum herum werden weniger. Die Muskeln spannen sich. Wieder ein Stück weiter oben. Stück für Stück. Geschafft. Für diesen kurzen Moment war alles andere egal. Kinder, Studium und was noch alles ist. Egal. Nur ich. 

Die Glückshormone überfluten einen, hat man die Route geschafft. Glückselig kommt man wieder nach unten. Balsam für die Seele. Dann strahlt man die Kinder an. Glücklich. 

Alle. 

Unser Wochenende…

… War voll. Voll mit Frühling. Voll mit Basteln. Voll mit Familie. Voll mit Pläne schmieden. Voll mit Gemütlichkeit. Voll mit Besuchen. 

Samstag

begann das Wochenende mit einem Brötchenfrühstück. Während dessen wurde geplant. Den Essenseinkauf hatte ich schon am Freitag erledigt. So blieb mehr Zeit zum Werkeln. Doch bevor es losging mit basteln mussten wir erst mal in den Baumarkt. Und davor noch schnell im Wohnwagen aus messen. Der kleine Mann war schon ganz aufgeregt. Er liebt den Baumarkt und erzählte auf dem Weg was er machen möchte. Auto fahren und Schrauben halten. Auto fahren durfte er. Denn es gibt im Baumarkt so tolle ungelenke Einkaufswagen mit Auto vorne dran. Da setzt er sich rein und schnallt sich selber an. Dann muss nur noch wie wild am Lenkrad gedreht werden und die Tour kann beginnen. Ab in die Holzabteilung. Pappelsperrholz, Leisten in verschiedenen Ausführungen, kurz beim den PVC-Fußbodenbelägen vorbei schauen und spontan einen auswählen. Dann in die Gartenabteilung ein bisschen Rasenpflege muss vorm Sommer noch sein. Der Herzensmann stiefelt während dessen eine Etage nach oben und sucht kleine Metallplättchen und Unterlegscheiben. Zwischendrin treffen wir noch Freunde und unterhalten uns über Wohnwagen. Der Freundesmann hat auch schon einen renoviert und gibt uns noch einen guten Tipp. Nachdem wir alles haben ab zur Kasse und dann ins Auto. Dort die Festselltung, die Sperrholzatten passen gerade nicht in den Kofferraum. Mit zwei Kindern auf der Rückbank ist die Belademöglichkeit begrenzt. Besonders bei Sperrgut. Doch wir schaffen es und es geht ab nach Hause. Erstmal Mittagessen und Mittagschlaf für alle. Als das Septembermädchen mich dann endlich wieder freigibt und alleine weiter schläft starte ich zum ersten Mal dieses Jahr mit Rasen mähen. Noch schnell die Messer schleifen. Bzw. schleifen lassen. Der Nachbar hilft schnell mit der Flex aus. Inzwischen sind auch die Männer wach. Während ich über die Wiese sause, das Septembermädchen schläft, gehen die Männer einen Kaffee trinken. Zu unserer Vermieterin. Einer Dame die auf die neunzig zugeht und sich sehr über die Kinder und Besuch freut. Auch wenn wir im selben Haus wohnen sehen wir uns selten. Sie kommt nicht mehr viel raus und wir springen immer überall rum. Dann geht es endlich in den Wohnwagen. Wir fangen an alles raus zunehmen. Der Herzensmann kümmert sich um die ehemals nasse Ecke. Ich schraube und versuche mich am Wandklebefolie abziehen. Mit dem Föhn geht das super. Der kleine Mann hilft fleißig mit und schraubt mit dem Akku-Schrauber. Gerne auch in der Luft oder Löcher in verschiedene Oberflächen. Oder er springt auf dem Bett herum. Und ratzfatz ist es auch schon Abend. Schnell einen Brotteller gemacht und die Kinder ins Bett gebracht. Wir lassen den Abend auf dem Sofa ausklingen. Und dann wurde es ganz schön spät. Wir schauten uns das neue Programm von Sascha Grammel an und anschließend noch den Hundertjährigen. Ja der der aus dem Fenster stieg. 

Sonntag

Gibt es wieder ein gemütliches Frühstück. Diesmal kommen noch perfekte Frühstückseier dazu. Danach geht es wieder in den Wohnwagen. Zumindest der Herzensmann darf gleich werkeln. Das Septembermädchen macht direkt den Vormittagsschlaf und der kleine Mann möchte Laufrad fahren. Also gehen wir zum Edekaparkplatz. Da kann er Sonntags ungestört üben und es ist nicht so weit. Nach ein zwei Runden über den Parkplatz geht es wieder zurück. Jetzt darf ich auch wieder werkeln. Weiter geht’s mit Klebefolie abziehen. Irgendwann wird es dem kleinen Mann zu laut und langweilig. Wir lassen den Herzensmann also allein zurück und gehen in den Garten. Es wird geschaukelt und gehüpft. Dann wird gekocht, gegessen und Mittagsschlaf gemacht. Die Nachmittagspläne werden mehrmals hin und her gedreht. Am Ende bleiben wir zu Hause und ich schraub noch ein bisschen was aus dem Wohnwagen raus. Bis wir dann zum Geburtstag eines Freundes fahren. Die zwei Kleinen machen alles gut mit. Dann fallen sie ins Bett. So wie wir.

Kurz vor acht

“Ich würde gern mal wieder Ausschlafen und dann Spaß haben. Statt dessen versuche ich ohne Schlaf Spaß zu haben.” Ich.

Es ist kurz vor acht. Beinah hätte ich jemanden angerufen. Aber es ist kurz vor acht. An einem Samstag. Gut das ich nochmal auf die Uhr gesehen habe. So zeitig ruf ich am Wochenende nirgendwo an. Lieber würde ich um die Zeit schlafen. Oder langsam aufwachen. Nach einer entspannten Nacht ausgeruht in einen neuen Tag starten. Der neue Tag begann um sechs. Unausgeruht. Die Nacht war, wie alle Nächte, durchwachsen. Und ich hab nach einer Stunde Gequietsche vom Septembermädchen Ohrensausen. Irgendwann zwischen sechs und sieben kommt auch der kleine Mann. Er fragt ob er Bagger gucken kann. Im Minuten Abstand. Die Bagger schlafen noch. Unsere Antwort. Ja am Wochenende werden die Baggervideos auf Youtube angesehen. Für eine Viertelstunde länger im Bett liegen macht man doch so einiges. Der Frage “Bagga wach?” kann der Herzensmann dann nichts mehr entgegensetzen. Das Septembermädchen quietscht und beschwert sich. Sie möchte auch mit gucken. Ich versuche sie abzulenken. Mit ihr zu spielen. Vergeblich. Am liebsten würde ich den Kopf unters Kissen stecken und weiter schlafen. Die Augen sind eh auf Halbmast. Irgendwann die erlösende Frage vom kleinen Mann. Er möchte Frühstück. In der Zwischenzeit hat auch das Septembermädchen wieder etwas zu essen bekommen und schläft darüber ein. Ruhe. Kurz vor acht. Später wollen wir klettern gehen. Ich muss aufpassen. Nicht das ich einschlafe und aus der Wand falle. Wird schon. Wie die letzten Tage auch. Wie heißt es nicht so schön “Das Muntersein kommt mit dem Wachsein” oder so ähnlich.

Doppelte Osterhasenparade

Eigentlich wollte ich still und heimlich in der Mittagspause backen. Doch erst lies das Septembermädchen mich nicht gehen und dann wachte der kleine Mann natürlich gerade in dem Moment auf, als ich die ersten Hasen aufs Blech legte. Also doch mit ihm backen. Von Weihanchten wusste ich noch, was dass für eine Sauerei war und hatte eigentlich nicht so viel Lust dadrauf. Doch ich wurde eines besseren belehrt. Dies mal klappte das geinsame backen schon viel besser. Und ih hab richtig Lust noch mal mit ihm Teig aus zurollen und aus zustechen. Es war die reinste Freude ihm dabei zu zusehen. “Mama Osterhase macht!” Schallte es durch die ganze Wohnung. Und dann ein schelmisches “Mag ich kleines Teig?” Und dann wurde sich schnell ein kleines oder eher größeres Stückchen Teig stibitzt und ab in den Mind damit. Deswegen war nach zwei Blechen dann auch Schluss. Der restliche Teig wartet bis zum nächsten Sturmregentag im Kühlschrank. Oder bis die zwei Bleche weg sind. Die ersten beiden Hasen mussten ja auch schon dran glauben. Wäre es nach dem kleinen Mann gegangen, dann wären es selbstverständlich noch mehr.