Ausblick

Seit gestern haben wir einen neuen Ausblick aus der Küchentüre. Endlich haben wir den Hühnerstall-Umzug geschafft und gemacht. Letzten Sommer kam irgendwann unsere Nachbarin zu uns, sie könne dem Geruch nicht mehr ertragen und ob worden Stall nicht in einer anderen Ecke des Gartens aufstellen können. Puh. In dem Moment war ich ganz schön bedient. Der Stall ist sehr schwer und war an der vorigen Stelle quasi eingepasst. Nun ja, wenn wir die Hühner behalten wollten müssten wir irgendeinen Weg finden. Und so haben wir relativ spontan, mit großartiger Unterstützung unserer Hausmitbewohner den Stall am Samstag umgezogen. Ein paar Sachen hatte ich schon vorbereitet, aber den Großteil haben wir gestern gemacht. Es stehen auch noch einige Feinarbeiten am Zaun aus. Doch die Hühner bleiben schon mal drinnen. Das ist die Hauptsache.

Und ich freue mich inzwischen richtig über den neuen Platz der Hühner. Denn aus der Küchentüre kann ich sie nun gut beobachten. Das macht ziemlich viel her, wie ich finde. Und es spart Arbeit bzw Weg. Wenn ich abends zu machen möchte, brauch ich nur schauen, ob sie schon alle drin sind.

Die Arbeit hat sich also gelohnt! Nun hoffe ich nur, dass es keine weiteren „Beschwerden“ gibt.

Aus der Winterruhe aufgewacht

Ein neues Strickprojekte musste neulich am Abend her. Schnell sollte es gehen und vielleicht auch noch ein bisschen Reste aufbrauchen. So habe ich mich ein bisschen durch mein Heft geblättert, aus dem ich auch mein letztes endlich vollendetes Projekt gestrickt hatte. Die Handschuhe haben mich irgendwie an gelacht. Und die passenden Reste hatte ich auch. Und ganz ehrlich. Handschuhe braucht man doch irgendwie immer. Zumindest ich. Die Spitzen der Blumen schauen nun schon deutlich heraus. Mir macht es sehr viel Freude jeden Tag zu schauen, wie es so aussieht auf meinem Fensterbrett. Am Morgen beim Frühstück oder am Nachmittag bei einer Teepause nehme ich mir immer einen kleinen Augenblick nur für den Frühling im Haus. Heute Nachmittag waren die Kinder und ich noch eine kleine Runde spazieren. Ein bisschen frische Luft und überschüssige Energie loswerden. Erst halb sechs waren wir zu Hause und es war noch gar nicht richtig Dunkel! So eine schöne Entdeckung. Die letzte Umräumaktion in unserer Wohnung hat so viel gebracht. Alles ist stimmiger und gemütlicher geworden. Viele Dinge haben ihren Platz gefunden. Nun geht es in eine weitere oder die letzte(?) Etappe. Schlaf- und Arbeitszimmer werden getauscht, Farbe an die Wand und gemütlich machen. Ich freu mich schon sehr und es kribbelt mir in den Fingern. Auch wenn es ein ganz schöner Aufwand ist. Ich habe auch noch keine Idee, wohin mit dem Zeug aus dem einen Zimmer, bevor es in das neu gestrichene andere Zimmer kommt. Und ein Schrank soll weichen. Er wurde auch schon ordentlich durch sortiert. Aber es muss auch noch ein Wandschrank sortiert werden. Was braucht es und was nicht? Nun ja, da wird wohl noch einiges an Arbeit auf uns zu kommen. Aber das fertige neue kuschelige Schlafzimmer sehe ich schon vor mir. Und das Arbeitszimmer erst. Ja, es lohnt sich immer so eine Umräumaktion zu starten.

Und manchmal ist so ein Neujahr dafür ja ganz gut geeignet. Na ja Neujahr ist ja schon lange nicht mehr. Sind wir doch schon mittendrin in der 2. Januarhälfte. Doch nach meiner langen krankheitsbedingten Winterruhe fühlt es sich so an. Aber vielleicht streckt auch nur der Bär schon mal die Nase aus seiner Höhle. Wahrscheinlich ist ihm auch der Schneeglöckchenduft in die Nase gestiegen.

Licht und Schatten

Die Morgensonne spiegelt sich in den Fenstern der gegenüber liegenden Berufsschule. Wenn ich mich weit genug aus dem Fenster lehne, sehe ich einen rosa Himmel. Ich freue mich über jedes Licht. Die Tage sind oft genug trüb. Besonders da ich immer noch hustend und erschöpft auf dem Sofa liege, als anders wo. Doch langsam, ganz langsam geht es aufwärts. Das Blutbild zeigt, dass eigentlich alles in Ordnung ist. So braucht es nur Zeit. Doch das fällt mir schwer. Auch am Nachmittag schafft es die Sonne durch die Wolken. Ich sitze auf dem Sofa und werde plötzlich geblendet. So entstehen die Schattenspiele an der Wand. Jedes Mal anders. Immer wieder schön. Ich genieße diese kleinen Momente und sauge sie tief in mich ein. Am Abend gehe ich die Hühner einsperren und die Hasen versorgen. Der Mond strahlt hell und klar. Kalt wird die Nacht. Doch auch er spendet Energie. Kurz bewundere ich ihn. Am Montag soll es ja noch ein Vollmondspektakel geben. Wir sind schon gespannt, ob wir es sehen können. Ein bisschen Frühlingslicht hole ich nun schon in die Wohnung. Die Töpfe aus dem Schuppen stehen nun etwas hübsch gemacht auf dem Fensterbrett am Esstisch. Noch sieht man nur das Heu. Eigentlich wollte ich es mit Moos dekorieren, doch die Hühner erweisen sich als weltbeste Vertikutierer. So ist vom Moos kaum noch etwas übrig in unserem Garten. Die Kinder haben natürlich gleich gefragt, was das nun sei. Wenn man genau hin sieht, kann man die ersten grünen Spitzen entdecken. Ich bin gespannt wie lange es dauern wird und welche Frühlingsblüher sich dort zeigen. Bei zwei Töpfen bin ich mir sicher. Doch der Eine darf uns überraschen.

Fragmente

Inzwischen ist der Schnee schon von vorvorgestern. Am Samstag hat der Regen ihn weg gewaschen. Das Bild mag ich trotzdem sehr. Das Schneeherz. Am Donnerstagmorgen konnte ich es bestaunen, als ich das Septembermädchen in den Kindergarten brachte. Der Dezemberjunge blieb den Vormittag zu Hause. Wir hatten einen Termin an einer der möglichen Schulen. Am Nachmittag war auch er noch im Kindergarten. So konnte ich noch etwas ausruhen und die Kinder hatten Spaß beim Schlittenfahren.

Auch das Bild ist von Donnerstag. Unser Besuchshund war zum zweiten Mal bei uns. Es tut so gut. Gemeinsam lagen wir eigentlich nur rum. Doch mir hat es sehr gut getan in meiner Husterei nicht alleine rum zu liegen.

Gestern war ich dann auch mal wieder draußen. In Millimeterschritten bewege ich mich Richtung Gesundheit. Aus dem Schuppen habe ich die drei aufbewahrten Töpfe mit Frühlingsblumenzwiebeln geholt. Die Spitzen sind schon zu sehen! Ich möchte sie wieder etwas schön gestalten und auf das Fensterbrett in der Küche stellen. Noch stehen da die Adventskerzengläser. Bei den aktuellen Temperaturen kann ich sie noch im Garten lassen. Sie haben sich sehr über den Regen gefreut. Und ich konnte feststellen, dass es nicht die einzigen Blumen sind die sich schon auf den Frühling vorbereiten.

Im Blumenbeet die Krokusse. An der Hauswand habe ich auch die Schneeglöckchen entdeckt. Und ein vorwitziger Winterling leuchtet schon gelb. Na, ob das im Januar schon die richtige Zeit ist? Egal. Es macht gute Laune.

4. Advent – Ankommen in der Stille

Es ist 9:15 Uhr. Ich liege im Bett. Der Hals kratzt immer noch und ich fühle mich erschöpft. Die Kinder sind schon seit gut einer Stunde aufgestanden. Sie spielen und spielen und spielen. Gemeinsam. Sie verreisen und haben ihre Rucksäcke gepackt. Ab und zu kann man Gesprächsfetzen verstehen. Es ist alles friedlich. Kein Streit. Kein hör auf. Kein lass das. Anders als in den letzten Tagen. Wenn beide aus dem Kindergarten wieder zu Hause waren, ging es oft hoch her. Beide sind erschöpft, brauchen ihre Zeit und knallen aneinander. Mit meiner Erkältung, die mich nun seit zwei Wochen aus der Bahn wirft, hatte ich nicht immer die Kraft die Streitereien auszuhalten. Besonders mit dem Dezemberjungen bin ich aneinander geraten. Dabei konnte er einfach nicht mehr. Die Aufregung vor seinem Geburtstag und dann auch noch Weihnachten, Weihnachtsfeier im Kindergarten mit Theaterstück und die Aufregung vor dem Krippenspiel. Das alles und der ganz normale Alltag, sind einfach zu viel.

So geht es mir auch. Und ich bin froh, dass wir nun zwei gemeinsame ruhige Wochen haben. Zwei Wochen in denen ich wieder auftanken kann. Hoffentlich wieder gesund werde. Im Moment fühlt es sich an, als würde ein großer Stein auf meiner Brust liegen.

Und doch liege ich dankbar im Bett. Höre die Kinder spielen. Höre den Herzensmann Frühstück bereiten. Erinnere mich an die kleinen Momente der letzten Tage. An den kurzen Spaziergang um den Block gestern Abend. Nach dem Abendbrot hatten die Kinder noch zu viel Energie vom Lego-Bau-Nachmittag. Also raus mit allen. Oder das Lucia singen auf dem Weihnachtsmarkt. Jedes Jahr ist es ein magischer Moment, wenn so viele Mädchen mit Kerzen durch die Straße ziehen bis in die Kirche und singen. Es sind Momente des Seins und Genießens. Ohne Druck. Und so kommen auch die nächsten Tage. Einfach im hier und jetzt. Und ich spüre, dass die Kraft langsam zurück kommt. Schritt für Schritt. Der Stein ist schon nicht mehr ganz so groß.

So wird es heute ein ruhiger Tag. Ankommen in unserer Familienzeit.

Nur eine Frage?!

Ein kleiner Moment. Vielleicht auch nur ein klitzekleiner. Aber einer, bei dem ich staune und dankbar bin. Darum möchte ich ihn teilen und festhalten, denn gerade diese kleinen Momente verlieren wir so schnell im Alltagsgewühl. Dabei sind sie es die uns Dankbar machen und Glück bedeuten. 

Am Anfang steht allerdings eine Morgen mit Bauchschmerzen und dem Gefühl gleich, ganz gleich, ganz schnell aufs Klo rennen zu müssen. Ihr versteht sicher was ich meine. Eine Rückfütterung quasi, wobei da nur das Gefühl war. So lag ich im Bett und fragte mich, wie ich nun mit diesem Bauchschmerz und diesem Gefühl das Mittagessen bereiten sollte. Denn ich hatte mich in der Ferienkochliste für diesen Tag eingetragen. 

Nach dem ich noch etwas länger im Bett liegen geblieben bin und auch eine Tasse Fencheltee getrunken hatte, ging es nicht wirklich besser. So rief ich eine Freundin an, die für mich kochte und auch beide Kinder ins Kinderhaus brachte. Dem Vormittag verbrachte ich komplett im Bett. Immerhin konnte ich die Kinder nach dem Mittag abholen. 

Am nächsten Tag ging es erstaunlicherweise schon wieder viel besser. Wir saßen am Frühstückstisch. Jeder aß sein gewünschtes Frühstück. Während ich so vor mich hin mein Haferbrei aß und an den bevorstehenden Erntetag dachte, fragte mich plötzlich das Septembermädchen: „Und wie geht es deinem Bauch, Mama?“

Ich war kurz überrascht. So viel Anteilnahme und Empathie steckte in dieser kleinen Frage. Das sie daran noch dachte! Ich dankte ihr, dass sie mich gefragt hat und erklärte, dass er schon wieder viel besser sei. Eine kleine Frage. Und doch geht mir dieser Moment immer wieder durch den Kopf. Mit Dankbarkeit im Herzen und einem Lächeln auf den Lippen, denn das zaubert mir dieser kleine Moment. Ein Moment voller Liebe und Achtsamkeit. 

Vereinbarkeit – mit Kindern zur Arbeit

Seit April bin ich Arbeitnehmerin. Working Mum auf Neudeutsch. Wobei ich ja finde, dass eine Mutter immer arbeitet. Aber das tut hier nichts zur Sache. Vor einem Monat zur Erntezeit musste ich den ganzen Tag arbeiten. Die Betriebe für unseren Versuch sind in ganz Baden-Württemberg. An diesem Tag ging es in den Main-Tauber-Kreis. Wir rechneten hin und her und es stand fest. Ich werde nicht rechtzeitig vor Kindergartenende am Nachmittag zu Hause sein. Auch der Herzensmann war unterwegs und konnte nicht die Kinder abholen. Also nahm ich sie mit. Auf dem ersten Betrieb war alles ganz spannend. Der Dezemberjunge durfte sogar Mähdrescher fahren und hatte es, im Gegensatz zu uns, angenehm kühl und gar nicht staubig. Das Dezembermädchen versteckte sich bei mir im Schatten des Wiegewagens. Ab und an half sie mir beim Getreidefeuchte messen. Gegen Mittag bauten wir alles wieder ab und fuhren zum nächsten Landwirt. Inzwischen war das Septembermädchen schon etwas erschöpft. Aus dem Auto wollte sie nicht mehr raus. Total unökologisch lassen wir die Klimaanlage an und beide ruhen sich drinnen etwas aus. Draußen ist es einfach richtig heiß und staubig und laut. Kurz bevor wir alle Varianten gewogen und gemessen haben, kommen sie doch wieder raus. Sie entdecken den Wiegewagen als Spielplatz und packen uns noch ein paar Körner für die Hühner ein. Zum Abschluss gibt es auch noch ein Eis. Als Belohnung, denn es hat wirklich gut geklappt.  

    
 

Dies und Das

Der letzt Post hier ist schon lange her. Immer wieder habe ich mir vor genommen etwas zu schreiben. Dann kam meist das Leben dazwischen. Damit bin ich gerade sehr beschäftigt. Überall wird man gebraucht, meist mehr als gegeben werden kann. Da braucht es den besonderen Blick auf die schönen Dinge. Die kleinen Momente, die Kraft geben und zeigen, dass alles seinen liebevollen Weg geht. 

  Daran erinnert mich immer diese kleine Bastelei. Das Septembermädchen bringt jeden Tag aus dem Wald unzählige große und kleine Stöcke mit. Erst war ich genervt. Jeden Tag auf dem Fahrrad einen Kinderrucksack voll mit „unnützen“ Stöcken zu transportieren, die mir im Zweifel auch noch in den Rücken picksen. Doch gestern hatte ich dann den Einfall daraus zu basteln. Schwups ein paar Löcher gebohrt und Perlen besorgt. Und nun bin ich dankbar. Dankbar, dass das Septembermädchen mir diese vielen wunderschönen Stöcke mitgebracht hat. 

  Eine kleine Bastelei ist auch diese Tasche. Ein rosa Einhorn Mädchentraum für eine Kindergartenfreundin. Diese feiert ihren Pferde Einhorn Geburtstag, da ist diese Geschenkverpackung genau das Richtige. Hoffe ich zumindest. Der Dezemberjunge hätte selber auch gern etwas mehr rosa Einhornglitzer und wünscht sich einen Rock. So wird hier die Nähmaschine bald wieder rattern. 

  Das was mir am meisten tägliche Dankbarkeit beschert sind unsere inzwischen fünf Hühner. Uns allen bereiten die kleinen und größeren Aufgaben viel Freude. Besonders das morgendliche aus dem Stall lassen und natürlich die Eier aus dem Stall zu holen. Das Septembermädchen hat auch eine gute und weiche Ablagemöglichkeit auf ihrer Höhe gefunden. Nur beim hinsetzen müssen wir immer zwei mal hinschauen.   Und dann ist da „mein“ Garten. Dieses Jahr bekommt er die volle Aufmerksamkeit. So wachsen dieses Jahr Kulturen, die ich vorher noch nicht angepflanzt habe. Kürbis, Gurke und Mais zum Beispiel. An Stellen, die ich noch vor ein bis zwei Jahren nicht nutzen konnte, war ich doch von Vermieterseite auf meine Flächen begrenzt. Seit dem Wechsel ist unser Vermieter nun eher froh um alles was er nicht machen muss, was auc nicht immer schön ist, denn auf einmal hatten wir keine Mülltonne mehr. Aber darum soll es heute gar nicht gehen, sondern um die schönen Dinge. Und so ist auch der Regen heute für mich ein großes Geschenk. Der Garten mit all seinen  Pflanzen freut sich sehr. 

Vom großen Glück ein Stück

Gerade mal einen halben Tag sind unsere Hühner nun bei uns. Am Abend haben wir ihnen Gute Nacht gesagt. Der Dezemberjunge und ich. Da standen wir also im Schneegestöber vor dem Hühnerstall und schauten durch den kleinen Hühnereingang hinein. Wir beobachteten wie sie sich fröhlich über ihr Futter her machten. Wie sie pickten und gurrten. Ab und zu blickten sie uns an. Sie wunderten sich wahrscheinlich was das soll. Warum guckt da jemand rein. Und wer sind die überhaupt. Doch während es Schnee regnete und ein Wind es nicht so kuschelig machte, stieg in mir eine warme Welle der Zufriedenheit auf. Ja, es ist simple. Hühner, genauer, vier Hühner machen mich glücklich. Ganz ehrlich, wenn es nicht gerade um die null Grad und Schnee draußen wären, hätte ich mir einen Hpcker geholt und dort den Nachmittag verbracht. Sicher war es ganz gut, dass ich das nicht gemacht habe. Zumindest für meinen Gesundheitszustand.

Gemeinsam, mit den Kindern, haben wir sie getauft. Ohne Sekt, Wassertauchen oder andere Schweinerein. Einfach so. Sie haben Namen, was sie gleich noch vertrauter und sympathischer macht. Sie heißen Stoffi-Moffi und Stina-Fina, wie bei Pettersson und Findus, außerdem Henriette Bimmelbahn und Mathilde. Wie wir das erkennen können wer wer ist? Ganz einfach: Sie sehen alle anders aus. Eins ist Schwarz-weiß gesperbert, ein anderes Braun, wieder eins ist weiß mit einem schwarzen Federkranz am Hals, das vierte sieht dem dritten sehr ähnlich hat aber hellbraune Federn auf dem Rücken. Doch auch der Charakter der vier Damen zeigt Unterschiede. Diese dürfen wir in nächster Zeit noch genauer kennen lernen. 

 Und dann ist da ja noch die Sache mit den Eiern. „Mama, wann legen die jetzt ein Ei?“, fragte mich der Dezemberjunge, als wir so im Schnee standen und unseren Hühnern im Stall zusahen. Tja, wenn ich das wüsste. „Und wo kommt das Ei raus?“ Dass wusste ich, da wo sie auch kackern, was wir auch schon beobachten durften. Diese Antwort gab dem Dezemberjuge sehr zu denken. Die nächste Frage folgte und macht das sehr deutlich. „Mama, wie basteln die das Ei eigentlich zusammen?“ Das schauen wir uns drinnen an. Gut, dass ich meine Unterlagen aus dem Studium noch da hab, war ja doch ganz sinnvoll. Und so sitzen der Dezemberjunge und ich beim Abendbrot und schauen uns an, wie ein Ei entsteht. Wir lernen, dass zuerst das Eidotter im Eierstock gebildet wird. Im Eileiter kommt aus Drüsen das Eiklar dazu, wenn dann das Ei nach 24 h die Eienge passiert hat und in den Eihalter kommt, wird dort noch die Schale dran gemacht und dann. Tja, dann geht es dem Huhn wie uns Menschen, es sucht sich ein stilles Örtchen. 
Dass alles haben wir gelernt, weil wir einen halben Tag Hühner haben. Ich glaube, wir lernen noch sehr viel mehr. Am meisten aber, dass ganz einfache Dinge unglaublich glücklich machen. 

Ich würde Euch gerne schon ein Foto zeigen, wenn ich es denn hochladen könnte. Ich hoffe, ich finde bald des Rätsels Lösung. 

Kindergarten Klappe die 2.? – Oder warum übergeben übergriffig ist

Vor den Faschingsferien ging es los. Wenn ich die Kinder ins Kinderhaus bringe, ist das nicht immer so schön. Das Septembermädchen schreit und klammert sich an mich. Oder sie ist unendlich traurig und möchte nicht, dass ich gehe. Sieht sie mich, weil ich zwischen durch noch mal da bin wegen einem Termin, bricht sie zusammen. Ohne mich geht nicht. Also nehme ich sie wieder mit nach Hause. Ein schreiendes Kind dort zu lassen mache ich nicht. Besonders dann nicht, wenn sie klar formuliert, dass sie bei mir sein möchte. 

Sie ging bis dahin gerne in das Kinderhaus. Sie kennt sich aus. Sie hat Freunde gefunden. Sie fühlte sich wohl. So war zumindest mein Eindruck und ich bin nun ratlos. Ich weiß nicht, was der Auslöser ist. Ich weiß nicht, warum nun gerade der Wechsel kommt. Zu Hause spielt sie. Sie ist sehr kooperativ. Es gibt ein paar kleine fast unscheinbare Veränderungen. Sie möchte nun wieder mit mir aufs Klo gehen. Okay, das ist etwas nervig, denn eigentlich kann sie sich die Hose selber runter ziehen. Aber gut. Je nach Situation komme ich mit, oder ich erkläre ihr, dass es nicht geht, weil ich zum Beispiel gerade koche. Dann ist dies für sie meistens auch okay. Eine andere Situation, die wir so vorher nicht hatten, ist Folgende: Sie ruft mich und ich antworte nicht prompt sondern etwas später. Also innerhalb von drei bis fünf Minuten. Was eigentlich in Ordnung war bis dato. Sie fängt dann sehr stark an zu weinen, ist traurig oder lässt den Kopf betrübt auf die Brust sinken. So finde ich sie dann. Sie fühlt sich alleine, nein allein gelassen. Während der Spielphasen, fragt sie auch regelmäßig, wo ich bin. Für mich eigentlich klar, sie braucht wieder mehr Sicherheit. 

Die gebe ich ihr gerne. So ist für mich eines der wichtigsten Dinge in dieser Situation, auf das Septembermädchen hören. Das klingt nun ganz logisch und als das Selbstverständlichste der Welt. Ist es jedoch nicht. Und auch ich musste das für mich noch mal klar machen. Die schwierigen Situationen sind ja nicht die kleinen Momente zu Hause. In denen sind wir im Gespräch. Das Septembermädchen und ich und können so gestärkt aus diesen Situationen gehen. Ganz anders die Momente im Kinderhaus. Dort bin ich nicht mehr mit dem Septembermädchen alleine. Dort spüre ich nun ‚Erwartungen‘ und meine ganz eigenen inneren Glaubenssätze. So habe ich die letzte Woche versucht, das Septembermädchen zu überreden da zu bleiben. Den Vorschlag der Erzieherin, das ich ihr das Kind (welches sich an mich klammert und weint) nun übergeben soll, habe ich ein Mal sehr widerstrebend angenommen. Beim Abholen habe ich direkt erklärt, dass ich das so nicht wieder machen werde. Ja, diese Situationen sind sehr unschön. War eine etwas zustimmende Reaktion. Doch für mich steckt da mehr als nur unschön dahinter. 

Denn was passiert eigentlich mit ‚dem Kind‘? Es wird übergeben. Richtig. Ein junger Mensch wird zum Objekt gemacht. Ich kann nur etwas übergeben. Einen Menschen nicht. Ein Mensch übergibt sich im Zweifel selber. Das ist auch eine eher unschöne Situation. Der Mensch wird also zum Objekt, verliert dadurch so ziemlich alles. Hin zu kommt, das der junge Mensch sich äußert und seine persönlichen Bedürfnisse kundtut. Diese werden übergangen und beim jungen Menschen kommt an, es ist egal was du möchtest, ich mach was mir passt. Jeder der das so liest, möchte sicher nicht tauschen. Wer möchte schon gerne ein Übergabeobjekt sein. Doch es kommt noch mehr oben drauf. Die Person, der ich am meisten vertraue  (meistens bringen sehr vertraute Personen die jungen Menschen in den Kindergarten) nimmt mich nicht ernst. In einem Moment, in dem es mir wirklich nicht gut geht. Kann ich so einer Person weiterhin vertrauen? Puh. Alles in allem eine schwierige Situation. Und ein Vorschlag, der meiner Meinung nach, nicht wirklich hilft, auch wenn er häufig praktiziert wird. 

Wie es weiter geht? Mal sehen. Für mich ist klar, so das es für mich und vor allem für das Septembermädchen passt.