Es Herbstet

Kurz nach 7:00 Uhr stehe ich auf. Nebel liegt über unserer Wiese und hängt zwischen den Häusern. Kalt fühlt es sich an. Nachts kommt das Septembermädchen mit kalten Beinen zu mir unter die Decke. Gemeinsam halten wir uns warm und ich überlege, ob ich ihr eine dickere Decke beziehen sollte. Nach der Tierversorgungsrunde mache ich mich an den Nachtisch für das Kinderhaus. Schnell noch einen Kuchen in den Ofen schieben. Kartoffelkuchen wird es werden. Von gestern sind noch genügend Kartoffeln da. Außerdem schmeckt Kartoffelkuchen nach Kindheit und Herbst.

Seit der Heimfahrt am Samstag hat das Septembermädchen auch einen Husten, der schon nach Herbst und Winterkälte klingt. Also wird das Wollhemd rausgekramt, die Strumpfhosen kommen an die Beine. Hauptsache warm. Es fühlt sich nach Herbst an. Das erste eigene Apfelmus ist schon weggefuttert. Weitere Äpfel liegen auf der Wiese. Ich mache mir meinen Schwarztee und Haferbrei zum Frühstück. Dabei sind wir noch mitten im August. Mittendrin in den Sommerferien.

Doch irgendwie passt das Wetter ganz gut zu meiner Stimmung und zu dem was ich so mache. Denn mir ist mehr nach einkuscheln und zu Hause sein, als nach Sommerlichen Aktivitäten und viel unterwegs sein. Abends bringe ich die Kinder zeitiger ins Bett und es fühlt sich für alle richtig an. Danach gibt es für mich eine Sofazeit mit Pulloverstricken nur für mich. Ich hoffe, dass ich ihn noch diesen Herbst-Winter anziehen kann. Da gibt es aber vorher noch einiges zu stricken.

Inzwischen zieht ein leckerer Duft durch unsere Küche. Der Kuchen ist fast fertig. Fehlt nur noch Zucker und Zimt oben drauf. So fühlt sich ein Herbstmorgen an. Draußen kalt und nebelig und in der Wohnung gute warme Backdüfte.

Im Zentrum

Ich wache auf. Es ist dunkel um mich. Ich höre, wie Regentropfen auf das Zelt tropfen. Wie die letzten Nächte also auch. Doch es hört sich stärker an. Der Nieselregen der letzten beiden Nächte war leichter, sanfter. Diesmal sind es schwerere Tropfen. Ich drehe mich um und versuche wieder einzuschlafen. Doch der Herzensmann ist nun auch wach. Er steht auf und fragt, ob noch jemand aufs Klo muss. Ich müsste, aber ich will nicht auf stehen. Nicht bei dem Regen. Auch mit dem Septembermädchen sollte ich aufs Klo gehen. Besonders wenn es jetzt noch regnet und das Wasser ringsum einen herum läuft. Aber ich wecke sie nicht. Hoffe, dass der Schlafsack trocken bleibt.

Also versuche ich erneut wieder einzuschlafen. Doch bevor ich weg nicke mischt sich ein neues Geräusch in das Pladdern des Regens. Es rumpumpelt und kracht. Ich frage mich, ob und wann ich schon mal ein Gewitter im Zelt erlebt habe. Wahrscheinlich irgendwann mal mit meinen Eltern. Aber erinnern kann ich mich daran nicht. Inzwischen sehe ich immer wieder das Zelt hell erleuchtet. Es zuckt gespenstisch über den Himmel. Die Perspektive aus dem Zelt trägt so einiges dazu bei. Doch noch kommen die Donner danach in ausreichendem Abstand. Das Krachen wird über unseren Köpfen hin und her geworfen. Es hallt von den Wolken wieder und wieder. Inzwischen überlappen sich die einzelnen Donnerschläge. Ich habe das Gefühl als kracht es genau um uns herum. Wie sicher bin ich eigentlich in einem Zelt? Sollten wir mit den Kindern ins Auto huschen? Doch dann sind wir nass und beide wach. Letzteres lässt bei dem Krach auch nicht mehr lange auf sich warten. Das Septembermädchen klammert sich an mich. Umschlingt meinen Arm und hält sich gleichzeitig die Ohren zu. Der Lärm ist inzwischen unglaublich. Der Regen prasselt aufs Zelt. Die Donnerschläge hallen über unseren Köpfen. Ich höre leises Gemurmel vom Herzensmann. Eigentlich liegt er direkt neben mir. Seine Worte kann ich nicht verstehen. Er versucht den Dezemberjungen zu beruhigen. Auch ich spreche mit dem Septembermädchen. Summe leise vor mich hin. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich damit eher mich beruhige oder das Septembermädchen. Wahrscheinlich beides. Dann mischt sich ein neues Geräusch in die Kulisse. Es klingt wie die Sirene aus meinen Kindheitstagen. Immer Mittwochs um drei. Dann wurden die Sirenen in der Stadt getestet. Irgendwann wurden sie abgebaut und durch irgendetwas Neues ersetzt. Dann war es still Mittwochs um drei. Als wir das letzte Mal meine Großmutti besuchten hörte ich sie wieder. Auf dem Land werden die Sirenen noch getestet. Doch nun mitten im Gewitter die Sirene zu hören war nichts was uns Sicherheit gab. Der Herzensmann dreht sich zu mir. Hörst du das auch? Ist das eine Sirene?, fragt er. Ich höre die Frage hinter der Frage. Den Zweifel. Doch bevor wir weiter darüber nach denken wird die Sirene wieder leiser. Am nächsten Morgen erfahren wir, dass der Blitz vermutlich in ein Haus in Prerow eingeschlagen hat.

Nun zieht das Gewitter langsam weiter. Das Septembermädchen schläft dicht an mich gekuschelt ein. Dass das Gewitter noch ein mal zurückkommt verschläft sie dann. Und ich liege im Zelt und denke darüber nach, dass es ja eigentlich auch Gewittern muss. Zu meinem Geburtstag gewittert es schließlich (fast) immer.

Gartenlust

Es ist Ende April. Über all spriest und grünt und blüht es. So natürlich auch in unserem Garten. Gerade versuche ich jeden Tag ein bisschen im Garten zu werkeln, aber auch ihn zu genießen. Und so habe ich heute vom Markt ein paar Jungpflanzen mit gebracht. Direkt eingepflanzt stehen sie nun in schöner Reihe in unserem neuen Hochbeet. Salat und Kohlrabi und Brokkoli neben den ausgesäten Erbsen. Doch das sind nicht die einzigen Erbsen dieses Jahr. Schon eine Woche eher habe ich diese Erbsen im Blumenkasten ausgesät. Ich freue mich jeden Tag an dem jungen wachsendem Grün. Und da hier alle gerne Erbsen essen und einfach noch Samen da waren, ich weich sie immer vorher über Nacht ein, dann geht die Keimung etwas schneller. Haben auch unter der Pflaume vom Septembermädchen noch ein paar Platz gefunden. Ich bin gespannt, ob das eine gute Idee war und wie die wachsen werden. Do nicht nur Gemüse wächst in unserem Garten. Auch die Erdbeeren blühen und die Johannisbeeren sind schon sichtbar. Das Septembermädchen hat sie auch schon entdeckt und rief es ganz freudig dem Dezemberjungen zu. Als er fragte ob die den schön rot seien, kam die trockene Antwort: Ne grün.Und vielleicht ziehen auch bald noch viele tausend Haustiere im unserem Garten ein. Das Häuschen steht schon bereit. Die Genehmigung ist inzwischen vom Vermieter auch da und nun kann ich auf Schwarmfang gehen. Bald werden hier fleißige Bienen fliegen.Damit sie dann auch etwas zu essen finden habe ich so einiges an Blumen ausgesät und angepflanzt. Die Ringelblumen direkt an der Terrasse werden sicher herrlich leuchten. Mit ein paar Zwiebeln dazwischen habe ich gleich noch etwas mehr in der Küche. Das war ein kleiner Ausschnitt aus meiner aktuellen Gartenlust und auch Vorfreude. Denn wenn das dann erst reif ist zum Ernten und Naschen und Genießen. Deswegen freue ich mich besonders über die kühleren Regentage. So kommt alles noch mehr in Schwung.

Ausblick

Seit gestern haben wir einen neuen Ausblick aus der Küchentüre. Endlich haben wir den Hühnerstall-Umzug geschafft und gemacht. Letzten Sommer kam irgendwann unsere Nachbarin zu uns, sie könne dem Geruch nicht mehr ertragen und ob worden Stall nicht in einer anderen Ecke des Gartens aufstellen können. Puh. In dem Moment war ich ganz schön bedient. Der Stall ist sehr schwer und war an der vorigen Stelle quasi eingepasst. Nun ja, wenn wir die Hühner behalten wollten müssten wir irgendeinen Weg finden. Und so haben wir relativ spontan, mit großartiger Unterstützung unserer Hausmitbewohner den Stall am Samstag umgezogen. Ein paar Sachen hatte ich schon vorbereitet, aber den Großteil haben wir gestern gemacht. Es stehen auch noch einige Feinarbeiten am Zaun aus. Doch die Hühner bleiben schon mal drinnen. Das ist die Hauptsache.

Und ich freue mich inzwischen richtig über den neuen Platz der Hühner. Denn aus der Küchentüre kann ich sie nun gut beobachten. Das macht ziemlich viel her, wie ich finde. Und es spart Arbeit bzw Weg. Wenn ich abends zu machen möchte, brauch ich nur schauen, ob sie schon alle drin sind.

Die Arbeit hat sich also gelohnt! Nun hoffe ich nur, dass es keine weiteren „Beschwerden“ gibt.

Aus der Winterruhe aufgewacht

Ein neues Strickprojekte musste neulich am Abend her. Schnell sollte es gehen und vielleicht auch noch ein bisschen Reste aufbrauchen. So habe ich mich ein bisschen durch mein Heft geblättert, aus dem ich auch mein letztes endlich vollendetes Projekt gestrickt hatte. Die Handschuhe haben mich irgendwie an gelacht. Und die passenden Reste hatte ich auch. Und ganz ehrlich. Handschuhe braucht man doch irgendwie immer. Zumindest ich. Die Spitzen der Blumen schauen nun schon deutlich heraus. Mir macht es sehr viel Freude jeden Tag zu schauen, wie es so aussieht auf meinem Fensterbrett. Am Morgen beim Frühstück oder am Nachmittag bei einer Teepause nehme ich mir immer einen kleinen Augenblick nur für den Frühling im Haus. Heute Nachmittag waren die Kinder und ich noch eine kleine Runde spazieren. Ein bisschen frische Luft und überschüssige Energie loswerden. Erst halb sechs waren wir zu Hause und es war noch gar nicht richtig Dunkel! So eine schöne Entdeckung. Die letzte Umräumaktion in unserer Wohnung hat so viel gebracht. Alles ist stimmiger und gemütlicher geworden. Viele Dinge haben ihren Platz gefunden. Nun geht es in eine weitere oder die letzte(?) Etappe. Schlaf- und Arbeitszimmer werden getauscht, Farbe an die Wand und gemütlich machen. Ich freu mich schon sehr und es kribbelt mir in den Fingern. Auch wenn es ein ganz schöner Aufwand ist. Ich habe auch noch keine Idee, wohin mit dem Zeug aus dem einen Zimmer, bevor es in das neu gestrichene andere Zimmer kommt. Und ein Schrank soll weichen. Er wurde auch schon ordentlich durch sortiert. Aber es muss auch noch ein Wandschrank sortiert werden. Was braucht es und was nicht? Nun ja, da wird wohl noch einiges an Arbeit auf uns zu kommen. Aber das fertige neue kuschelige Schlafzimmer sehe ich schon vor mir. Und das Arbeitszimmer erst. Ja, es lohnt sich immer so eine Umräumaktion zu starten.

Und manchmal ist so ein Neujahr dafür ja ganz gut geeignet. Na ja Neujahr ist ja schon lange nicht mehr. Sind wir doch schon mittendrin in der 2. Januarhälfte. Doch nach meiner langen krankheitsbedingten Winterruhe fühlt es sich so an. Aber vielleicht streckt auch nur der Bär schon mal die Nase aus seiner Höhle. Wahrscheinlich ist ihm auch der Schneeglöckchenduft in die Nase gestiegen.

Licht und Schatten

Die Morgensonne spiegelt sich in den Fenstern der gegenüber liegenden Berufsschule. Wenn ich mich weit genug aus dem Fenster lehne, sehe ich einen rosa Himmel. Ich freue mich über jedes Licht. Die Tage sind oft genug trüb. Besonders da ich immer noch hustend und erschöpft auf dem Sofa liege, als anders wo. Doch langsam, ganz langsam geht es aufwärts. Das Blutbild zeigt, dass eigentlich alles in Ordnung ist. So braucht es nur Zeit. Doch das fällt mir schwer. Auch am Nachmittag schafft es die Sonne durch die Wolken. Ich sitze auf dem Sofa und werde plötzlich geblendet. So entstehen die Schattenspiele an der Wand. Jedes Mal anders. Immer wieder schön. Ich genieße diese kleinen Momente und sauge sie tief in mich ein. Am Abend gehe ich die Hühner einsperren und die Hasen versorgen. Der Mond strahlt hell und klar. Kalt wird die Nacht. Doch auch er spendet Energie. Kurz bewundere ich ihn. Am Montag soll es ja noch ein Vollmondspektakel geben. Wir sind schon gespannt, ob wir es sehen können. Ein bisschen Frühlingslicht hole ich nun schon in die Wohnung. Die Töpfe aus dem Schuppen stehen nun etwas hübsch gemacht auf dem Fensterbrett am Esstisch. Noch sieht man nur das Heu. Eigentlich wollte ich es mit Moos dekorieren, doch die Hühner erweisen sich als weltbeste Vertikutierer. So ist vom Moos kaum noch etwas übrig in unserem Garten. Die Kinder haben natürlich gleich gefragt, was das nun sei. Wenn man genau hin sieht, kann man die ersten grünen Spitzen entdecken. Ich bin gespannt wie lange es dauern wird und welche Frühlingsblüher sich dort zeigen. Bei zwei Töpfen bin ich mir sicher. Doch der Eine darf uns überraschen.

Fragmente

Inzwischen ist der Schnee schon von vorvorgestern. Am Samstag hat der Regen ihn weg gewaschen. Das Bild mag ich trotzdem sehr. Das Schneeherz. Am Donnerstagmorgen konnte ich es bestaunen, als ich das Septembermädchen in den Kindergarten brachte. Der Dezemberjunge blieb den Vormittag zu Hause. Wir hatten einen Termin an einer der möglichen Schulen. Am Nachmittag war auch er noch im Kindergarten. So konnte ich noch etwas ausruhen und die Kinder hatten Spaß beim Schlittenfahren.

Auch das Bild ist von Donnerstag. Unser Besuchshund war zum zweiten Mal bei uns. Es tut so gut. Gemeinsam lagen wir eigentlich nur rum. Doch mir hat es sehr gut getan in meiner Husterei nicht alleine rum zu liegen.

Gestern war ich dann auch mal wieder draußen. In Millimeterschritten bewege ich mich Richtung Gesundheit. Aus dem Schuppen habe ich die drei aufbewahrten Töpfe mit Frühlingsblumenzwiebeln geholt. Die Spitzen sind schon zu sehen! Ich möchte sie wieder etwas schön gestalten und auf das Fensterbrett in der Küche stellen. Noch stehen da die Adventskerzengläser. Bei den aktuellen Temperaturen kann ich sie noch im Garten lassen. Sie haben sich sehr über den Regen gefreut. Und ich konnte feststellen, dass es nicht die einzigen Blumen sind die sich schon auf den Frühling vorbereiten.

Im Blumenbeet die Krokusse. An der Hauswand habe ich auch die Schneeglöckchen entdeckt. Und ein vorwitziger Winterling leuchtet schon gelb. Na, ob das im Januar schon die richtige Zeit ist? Egal. Es macht gute Laune.

4. Advent – Ankommen in der Stille

Es ist 9:15 Uhr. Ich liege im Bett. Der Hals kratzt immer noch und ich fühle mich erschöpft. Die Kinder sind schon seit gut einer Stunde aufgestanden. Sie spielen und spielen und spielen. Gemeinsam. Sie verreisen und haben ihre Rucksäcke gepackt. Ab und zu kann man Gesprächsfetzen verstehen. Es ist alles friedlich. Kein Streit. Kein hör auf. Kein lass das. Anders als in den letzten Tagen. Wenn beide aus dem Kindergarten wieder zu Hause waren, ging es oft hoch her. Beide sind erschöpft, brauchen ihre Zeit und knallen aneinander. Mit meiner Erkältung, die mich nun seit zwei Wochen aus der Bahn wirft, hatte ich nicht immer die Kraft die Streitereien auszuhalten. Besonders mit dem Dezemberjungen bin ich aneinander geraten. Dabei konnte er einfach nicht mehr. Die Aufregung vor seinem Geburtstag und dann auch noch Weihnachten, Weihnachtsfeier im Kindergarten mit Theaterstück und die Aufregung vor dem Krippenspiel. Das alles und der ganz normale Alltag, sind einfach zu viel.

So geht es mir auch. Und ich bin froh, dass wir nun zwei gemeinsame ruhige Wochen haben. Zwei Wochen in denen ich wieder auftanken kann. Hoffentlich wieder gesund werde. Im Moment fühlt es sich an, als würde ein großer Stein auf meiner Brust liegen.

Und doch liege ich dankbar im Bett. Höre die Kinder spielen. Höre den Herzensmann Frühstück bereiten. Erinnere mich an die kleinen Momente der letzten Tage. An den kurzen Spaziergang um den Block gestern Abend. Nach dem Abendbrot hatten die Kinder noch zu viel Energie vom Lego-Bau-Nachmittag. Also raus mit allen. Oder das Lucia singen auf dem Weihnachtsmarkt. Jedes Jahr ist es ein magischer Moment, wenn so viele Mädchen mit Kerzen durch die Straße ziehen bis in die Kirche und singen. Es sind Momente des Seins und Genießens. Ohne Druck. Und so kommen auch die nächsten Tage. Einfach im hier und jetzt. Und ich spüre, dass die Kraft langsam zurück kommt. Schritt für Schritt. Der Stein ist schon nicht mehr ganz so groß.

So wird es heute ein ruhiger Tag. Ankommen in unserer Familienzeit.

Nur eine Frage?!

Ein kleiner Moment. Vielleicht auch nur ein klitzekleiner. Aber einer, bei dem ich staune und dankbar bin. Darum möchte ich ihn teilen und festhalten, denn gerade diese kleinen Momente verlieren wir so schnell im Alltagsgewühl. Dabei sind sie es die uns Dankbar machen und Glück bedeuten. 

Am Anfang steht allerdings eine Morgen mit Bauchschmerzen und dem Gefühl gleich, ganz gleich, ganz schnell aufs Klo rennen zu müssen. Ihr versteht sicher was ich meine. Eine Rückfütterung quasi, wobei da nur das Gefühl war. So lag ich im Bett und fragte mich, wie ich nun mit diesem Bauchschmerz und diesem Gefühl das Mittagessen bereiten sollte. Denn ich hatte mich in der Ferienkochliste für diesen Tag eingetragen. 

Nach dem ich noch etwas länger im Bett liegen geblieben bin und auch eine Tasse Fencheltee getrunken hatte, ging es nicht wirklich besser. So rief ich eine Freundin an, die für mich kochte und auch beide Kinder ins Kinderhaus brachte. Dem Vormittag verbrachte ich komplett im Bett. Immerhin konnte ich die Kinder nach dem Mittag abholen. 

Am nächsten Tag ging es erstaunlicherweise schon wieder viel besser. Wir saßen am Frühstückstisch. Jeder aß sein gewünschtes Frühstück. Während ich so vor mich hin mein Haferbrei aß und an den bevorstehenden Erntetag dachte, fragte mich plötzlich das Septembermädchen: „Und wie geht es deinem Bauch, Mama?“

Ich war kurz überrascht. So viel Anteilnahme und Empathie steckte in dieser kleinen Frage. Das sie daran noch dachte! Ich dankte ihr, dass sie mich gefragt hat und erklärte, dass er schon wieder viel besser sei. Eine kleine Frage. Und doch geht mir dieser Moment immer wieder durch den Kopf. Mit Dankbarkeit im Herzen und einem Lächeln auf den Lippen, denn das zaubert mir dieser kleine Moment. Ein Moment voller Liebe und Achtsamkeit. 

Vereinbarkeit – mit Kindern zur Arbeit

Seit April bin ich Arbeitnehmerin. Working Mum auf Neudeutsch. Wobei ich ja finde, dass eine Mutter immer arbeitet. Aber das tut hier nichts zur Sache. Vor einem Monat zur Erntezeit musste ich den ganzen Tag arbeiten. Die Betriebe für unseren Versuch sind in ganz Baden-Württemberg. An diesem Tag ging es in den Main-Tauber-Kreis. Wir rechneten hin und her und es stand fest. Ich werde nicht rechtzeitig vor Kindergartenende am Nachmittag zu Hause sein. Auch der Herzensmann war unterwegs und konnte nicht die Kinder abholen. Also nahm ich sie mit. Auf dem ersten Betrieb war alles ganz spannend. Der Dezemberjunge durfte sogar Mähdrescher fahren und hatte es, im Gegensatz zu uns, angenehm kühl und gar nicht staubig. Das Dezembermädchen versteckte sich bei mir im Schatten des Wiegewagens. Ab und an half sie mir beim Getreidefeuchte messen. Gegen Mittag bauten wir alles wieder ab und fuhren zum nächsten Landwirt. Inzwischen war das Septembermädchen schon etwas erschöpft. Aus dem Auto wollte sie nicht mehr raus. Total unökologisch lassen wir die Klimaanlage an und beide ruhen sich drinnen etwas aus. Draußen ist es einfach richtig heiß und staubig und laut. Kurz bevor wir alle Varianten gewogen und gemessen haben, kommen sie doch wieder raus. Sie entdecken den Wiegewagen als Spielplatz und packen uns noch ein paar Körner für die Hühner ein. Zum Abschluss gibt es auch noch ein Eis. Als Belohnung, denn es hat wirklich gut geklappt.