Ein Rock für eine Prinzessin

Es ist Fasching. Auch im Kinderhaus wird gefeiert. Der erste Fasching für das Septembermädchen. Ich habe mir nicht groß Gedanken darüber gemacht. Bis letzte Woche. Der Dezemberjunge war sehr klar. Er geht als Feuerwehrmann. Das ist einfach, dachte ich. Arbeitshose, rote Jacke und ein Helm, noch eine Wasserspritzflasche in die Hand, fertig!  

 Auf meine Frage, als was sie sich verkleiden möchte, antwortet das Septembermädchen: als Prinzessin! Mein erster Gedanke war, oh Mann! Voll in die Klischeekiste gegriffen, Feuerwehrmann und Prinzessin. Aber gut, sie entscheidet. Eine Krone haben wir, ein schönes Kleid auch. Alles gut also. Aber reicht das wirklich? Prinzessinnen haben doch lange Röcke oder Kleider an. Unser Kleid ist eher ein kurzes. Also ran an die Nähmaschine. Und so ist an den letzten beiden Abenden ein schönes Prinzessinnen-Röckchen entstanden.     
   
   
 
  

Die Hausarbeit und die Kinder

Heute hat Ruth von „der Kompass“ (ehemals unerzogen Leben) auf Facebook gefragt, ob unsere Kinder im Haushalt mithelfen. Mich hat die Frage ein bisschen beschäftigt und ich möchte meine Antwort heute hier fest halten und mit euch teilen. 

Vorne weg möchte ich hier noch mal festhalten, der Dezemberjunge ist 5 und das Septembermädchen 3 Jahre alt. Sie können also schon eine Menge, sind aber noch so klein, dass es keine Pläne oder ähnliches gibt, wie es oft bei Schulkindern gemacht wird. Auch ich kann mich an solche Pläne erinnern. Wir haben in meiner Familie so einige Systeme ausprobiert. Ob ich solche Pläne selber einsetzen werde? Ich weiß es nicht. Das wird die Zeit zeigen. 

Doch wie sieht es nun bei uns aus? Mache ich alles alleine? Nein! Denn die Beiden können schon sehr viel. Aber es ist keine regelmäßige Pflicht á la „du musst jede Woche den Müll rausbringen“. Das wäre ja Quatsch. Um Euch ein Bild zu geben und es für mich festzuhalten, möchte ich ein paar Situationen beschreiben, die mir in den Kopf kamen, als ich die Frage gehört habe. 

Gestern Abend: Das Septembermädchen ist schon bereit ins Bett zu gehen. Der Dezemberjunge ist noch mit mir im Bad. Einen kurzen Moment später kommt sie wieder und spricht den Dezemberjunge an. „Du musst unser Bett noch ordentlich machen, sonst mach ich das.“ Der Dezemberjunge hatte im Laufe des Nachmittags eine Hölle im Bett gebaut. Da wir nur dieses eine Bett haben, ist für alle klar, abends muss es wieder ordentlich sein. So dass alle darin schlafen können. Nun ziehen Beide, mit einer klaren Aufgabe, wieder los. Denn der Dezemberjunge möchte die Hölle selber abbauen. Als ich dann etwas später dazu komme, toben die Zwei fröhlich übers Bett. Mmh. Tief durchatmen. Ich schnappe mir Decken, die ins Kinderzimmer gehören und gebe sie dem Dezemberjunge. Er bringt sie dahin. Das Septembermädchen bekommt Kissen aus dem Wohnzimmer. Ich lege die Bettdecken und Kissen wieder richtig hin. Fertig! Schnell unter die Decke kuscheln. Die gute Nachtgeschichte wartet. 

Anfang der Woche habe ich den Weihnachtsbaum rausgestellt. Bei diesem Manöver, den Baum aus der Terrassentür raus zu bugsieren, fallen immer einige Nadeln ab. Ich hole Besen und Schaufel und siehe da, ich habe Gesellschaft bekommen. Das Septembermädhen hat ihr Spiel unterbrochen und steht nun da. „Was machst du?“, ist eigentlich immer die erste Frage. Ich antworte dann immer! Und zwar ganz exakt das was ich mache. In dem Moment also „ich kehre die Tannenbaumnadeln auf.“ „Ich will das machen“, ist die Antwort von ihr. Also gebe ich ihr die Schaufel und den Besen und gehe in die Küche. Zwischen durch trifft auch der Dezemberjunge im Wohnzimmer ein. Er schaut erstmal zu. Irgendwann ruft mir das Septembermädchen zu, dass sie keine Lust mehr hat. Ich sage, dass das okay ist und ich dann weiter mache. Da meldet sich der Dezemberjunge zu Wort. Er macht das. Also Werkel ich in der Küche weiter vor mich hin. Da kommt der Dezemberjunge mit Schaufel und Besen. Er sei jetzt fertig. Schüttet dem Müll weg und räumt Besen und Schaufel in den Schrank. Als ich fertig bin und ins Wohnzimmer gehe ist wirklich alles weg gekehrt. Keine Nadel oder andere Krümmel sind noch da. Ich freue mich und bedanke mich beim Dezemberjungen. 

Meistens ist es ja so. Die Zwei Spielen und spielen. Kaum fange ich dann an zu kochen für das Abendbrot, stehen da zwei ausgehungerte Menschen in der Küche, die schon seit Tagen, ach Wochen, nichts zu essen hatten. Und so huschen sie mir dann um die Beine. Vielleicht fällt ja was runter, oder eine kleine Hand stibitzt sich was. Und dann kommt die Ansage „Ich will mit machen!“ Wenn dann noch genug zu schneiden ist, kein Problem. Beide setzen sich an den Tisch, bekommen Brettchen und Messer, und los geht’s! Oder es gibt etwas zum umrühren. Doof ist, wenn einfach nur gewartet werden muss, bis das Essen fertig ist. Ab und an ist die Spülmaschine dann gerade bereit zum ausräumen. So kam auch vor kurzem von mir die Idee, räumt doch die Spülmaschine aus. Und da fingen die Beiden an. Und als das Essen fertig war, war auch die Spülmaschine ausgeräumt. 

Tischdecken machen wir gerne gemeinsam. Zum Einen weil es mehr Spaß macht und zum Anderen stehen die Teller bei uns zu weit oben. Aber ab und zu ruf ich auch, „wer hilft mir mit Tischdecken?“ Keiner. Auch okay. Und jedes Kind hätte auch gerne immer sein Lieblingsbesteck. Also sollen sie es sich selber raus suchen. Da konnte ich dann auch diesen Satz hören, „wir machen aber nur unser Besteck. Du musst deins selber raus holen.“ Äh, Danke. Ich fühlte mich etwas vor den Kopf gestoßen und so sagte ich das auch. Aber es hatte keine Auswirkungen. Ich hab mir dann mein Besteck selber rausgesucht. 

Und manchmal fangen die Beiden mit ihrer neuen Seife an, das Bad zu putzen. Die Seife wird schön nass gemacht und mit ihr oder einem Lappen über sämtliche Oberflächen drüber gewischt. Sie putzen das Bad. Und das dürfen sie auch. Dass das so nicht meinen Vorstellungen von putzen und Sauberkeit entspricht, ist meine Sache. Da sie nicht das Klo geputzt haben ist alles gut. 

Und so gibt es viele kleine Momente und Geschichten in denen Beide super „helfen“. Genauso gibt es die Geschichten in denen sie mit Absicht irgendetwas durch die Gegend oder Müll einfach runter schmeißen, in denen ich alles alleine mache. Viele Sachen machen sie selber und das gerne. Weil sie können, weil sie wollen und sie dürfen (nicht im Sinne von erlauben sondern Lassen). Es gibt nur manchmal in sehr speziellen Fällen ein Nein, das geht jetzt nicht. Immer mit Begründung und dann ist es auch okay. Und so ist es im Moment ein Gemeinsames tun und ich wünsche mir, dass das so bleibt. 

Unser Wochenende 6./7. Januar 2018

Der Samstag beginnt ruhig. Bis auf eine kleine Enttäuschung seitens der Kinder. Die Kronen liegen nicht auf dem Frühstückstisch! Ich hatte am Nachmittag zuvor von einigen Drei Königsbräuchen gelesen und diese der Familie erzählt.    
Zum Glück haben wir alles da und so steht den Kronen nichts im Wege. Beide Kinder bekommen eine und spielen immer wieder über den Tag verteilt damit. 

 Auch einen Drei Königskuchen soll es geben. Leider haben wir keinen Blätterteig in Haus und hier ist Feiertag. Also wage ich mich an dieses schnelle Blätterteigrezept. 

   Am Nachmittag geht es noch mal raus. Wir brauchen noch etwas Hasenfutter und Bewegung und Frische Luft. 
 Danach gibt es Kuchen und alle fragen sich wo die Mandel ist. Heute wird sie nicht gefunden. Ist da wirklich eine drin?

   Dann machen wir zum letzten Mal die Kerzen am Weihnahhtsbaum und an der Pyramide an. Auch ein Räuchermännchen darf sein Pfeifchen paffen. Morgen soll ab geschmückt werden. 
Am Sonntag Morgen darf ich lange im Bett bleiben. Kurz vor Mittg stehe ich auf. Wir wollen wenigstens einen Ausflug in den Ferien machen (dank Erkältungs-Staffellauf waren wir fast ausschließlich zu Hause). Ich schaue nach was es gibt und entdecke eine Kinderführung im Schloss in Bad Urach. Die Führung ist ausgebucht, so machen wir uns ohne Führung auf einen Streifzug durch das Schloss. 

 Die Prunkschlittensammlung gefällt den Kindern besonders. Und wir Erwachsenen sind etwas irritiert über die Bräuche und Lebensgewohnheiten der Adligen früher. 

   Ein schön gemachtes Rätsel für die Kinder macht die Tour durchs Shhloss abwechslungsreich. Der Dezemberjunge hat viel Spaß dabei die Fragen mit uns zu beantworten. 
 Danach drehen wir noch eine Runde durch Bad Urach. So viele schöne Fachwerkhäuser gibt es hier zu bestaunen und schicke Gullideckel. 

Wieder zu Hause gibt es den Rest vom Kuchen. Noch ist die Mandel nicht gefunden. Ich werde tatsächlich beschuldigt, keine hinein getan zu haben. Doch ich habe ein Beweisfoto. 

   Und zum Glück kann ich sie wenig später in meinem Kuchenstück finden. Meine Ehre ist gerettet und wir alle hatten viel Spaß. 
 Danach wird gespielt und abgeschmückt. Ziemlich spät gehen die Kinder ins Bett. Gut das sie am Montag noch mal frei haben. 

Euch Wünsche ich eine gute Januarwoche. Und bei Susanne kann man sich durch weitere Wochenenden lesen. 

Zum Jahreswechsel

Ruhige Tage liegen hinter uns. Ein Weihnachten mit wenig Terminen. Nur kanns, keine muss unbedingt. Es gab auch keinen Besuch. Und so plätschert hier jeder Tag dahin. Wir schlafen lang, frühstücken gemütlich, meist sind die Kinder bis Mittag im Schlafanzug, es wird viel Lego gebaut, wir Großen räumen noch etwas auf und zwischendurch wird auch etwas geputzt. Aber ansonsten passiert nicht viel und so ist es genau richtig. Denn ein bisschen erkältet waren am Anfang die Kinder, dann ich und nun auch der Herzensmann. So tut die Ruhe und das „nach unseren Bedürfnissen leben“ sehr gut. Und so ist auch heute der Jahreswechsel ruhig. Am Vormittag habe ich hier noch etwas geputzt und das Arbeitszimmer wurde noch ordentlich, da gestern noch ein Regal abgeholt wurde. Nach dem Mittag und etwas Lego bauen sind wir raus gegangen. An der Fischtreppe konnten wir das milde sonnige Wetter genießen. Erst um fünf gab es Kaffee trinken. Und so wurde es später, denn nun musste erstmal ausgiebig Lego gebaut werden. Irgendwann begann das Septembermädchen kund zu tun, dass sie nun müde sei und ins Bett möchte. Also fing ich an Abendbrot zu bereiten. Es wurde nach acht und das Septembermädchen aß nur noch etwas Salat. Sie war zu müde. Hinzukommt, dass sie die ganze Zeit schon die Knaller sehr deutlich wahr nimmt und sie in Angst und Schrecken versetzen. Egal wo es knallt und ob es am helllichten Tag ist. Sie hat Angst. 

Mit dem Dezemberjunge mache ich nach dem Essen noch Wunderkerzen an. Fasziniert schaut er dieser beim Brennen zu. Er ist begeistert von dem Raketen und Knallern. So steht er noch eine Weile am Fenster und schaut den ersten Raketen zu. Er strahlt als er dann ins Bett kommt. Zwanzig nach neun schlafen Beide. Deutlich später als sonst. Das war dem Dezemberjunge auch sehr wichtig. 

Ich habe wieder die Kerzen draußen an gemacht. Mein Rauhnachtritual. Dieses Jahr begehe ich sie zum zweiten Mal sehr bewusst. Ich bin gespannt, wie sich dass auf das neue Jahr aus wirkt. Auf jeden Fall gehe ich mit diesen besonderen Tagen sehr achtsam um. Diese Achtsamkeit tut mir sehr gut. Heute werden wir nicht mehr viel Machen. Morgen heißen wir dann das neue Jahr Willkommen. Wir werden kleine Walnusskerzenboote fahren lassen, ihnen unsere Wünsche und unseren Segen mit geben. Für das erste Frühstück werde ich nun noch Glücksbrötchen backen. Sie werden hoffentlich wie Schweinchen aus sehen. Und so starten wir ganz geruhsam in das neue Jahr. Ich bin gespannt, was sich verändern wird. 

Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch (O-Ton der Kinder „Warum sagen das jetzt alle Leute“) und ein gesegnetes neues Jahr. 

Noch zwei Mal schlafen 

Heute Morgen konnte ich eine kleine Unterhaltung der Kinder hören. Sie öffneten gerade ihren Adventskalender. Da sie einen gemeinsamen haben, wechseln sie sich mit Öffnen ab. Heute war der Dezemberjunge wieder dran. Während er das Säckchen abmachte, erklärte er dem Septembermädchen „Morgen bist du noch mal dran und dann ich und dann ist Weihnachten!“ Und plötzlich ist er da. Der Tag auf den sie nun so lange gewartet haben. Am Anfang waren da ja noch so viele Säckchen und es würde noch viel zu lange dauern bis endlich Weihnachten ist.  

Ein Glück war in den letzten Tagen so viel los, dass alles nun ganz schnell ging. Schließlich brauchen wir auch einen Weihnachtsbaum. Den haben wir heute im Halbdunkeln gesägt. Dank Regen mit richtig viel Matschepampe. Wie letztes Jahr auch haben wir wieder die Schafe angeschaut und Punsch getrunken. Ein Erlebnis. Für alle. 

Zwischendurch gab es bei uns dann auch etwas weniger weihnachtliches, aber fast genauso festliches. Der Dezemberjunge wurde 5 Jahre alt. Vor lauter Aufregung konnte er schon kaum schlafen. Den Tag haben wir gemeinsam verbracht. Nach gemütlichem Geburtstagskuchenfrühstück und Geschenke bestaunen, sind wir nach Stuttgart in die Mitmach Ausstellung über die Ritter gefahren. Das hat sich unser Dezemberjunge schon lange gewünscht. Und es hat sich sehr gelohnt. Nicht nur die Kinder hatten viel Spaß.  

Und gestern ging es mit Geburtstag im Kinderhaus weiter und am Abend dann wieder der Umschwung auf Weihnachten mit der Kinderhaus Weihnachtsfeier. Langeweile gibt es da eigentlich nicht. Wir sind auf jeden Fall froh nun Ferien zu haben. Den Husten und Schnupfen weiter ziehen zulassen und noch zwei mal zu schlafen. 

Denn dann ist der Weihnachtsabend da. 

Unser Wochenende 25./26. November

Am Samstag backe ich direkt einen leckeren Birnenkuchen, denn ich schon seit zwei Tagen backen wollte. Zum Frühstück probieren wir natürlich gleich.  
Nach dem regnerischen Einkaufen gibt es eine gemütliche Vorleserunde. Endlich Weihnachtsgeschichten. 

  Das Septembermädchen braucht mal wieder einen Mittagsschlaf. Eigentlich macht sie keinen mehr, doch sie ist sehr erschöpft und schläft beim zuhören ein.   Am Nachmittag bekommen wir noch Besuch. Gemeinsam gehen wir uns die Entstehung eines Sandmandalas von buddhistischen Mönchen anschauen und anschließend äthiopisch Essen. 

  Der Sonntag beginnt gemütlich, auch wenn die Kinder schon sehr zeitig wach sind.   Es wird viel gespielt. Mit den Piratenbooten im Flur oder allen Holzfiguren und was sich sonst noch finden lässt in der Küche. 
 Ich bereite während dessen den ersten Weihnachtsschmuck vor. Ich bastel wieder einen kleinen Adventskranz. 

   Da noch Sand und Moos fehlt und die Kinder so langsam frische Luftmangelerscheinungen zeigen, gehen Wirkung zum Spielplatz. 
 Nach dem Mittagessen können wir uns alle noch so richtig austoben. Wir fahren bouldern. Da es spät wird und die Kindet müde sind, essen wir vor Ort Pizza. Kaum im Auto schläft das Septembermädchen. Der Dezemberjunge hält bis zu Hause durch und schläft dann auch ganz schnell. Und wir Eltern versinken auf dem Sofa und gehen viel zu spät ins Bett. 

Ich wünsche Euch allen eine schöne Woche. Bei uns wird es spannend denn das Septembermädchen hat ab Morgen Eingewöhnung im Kinderhaus. Und wie immer gibt es bei Geborgen Wachsen ganz viele weitere Familienwochenenden zum stöbern. 

Knetspaß mit selbstgemachter Knete

Kneten! Kneten machen alle Kinder gern. Bislang gab es das bei uns nicht. Warum? Ich mag gekaufte Knete nicht besonders. Genauso wenig mag ich es, wenn überall fest getrocknete Knetreste dran sind. Zum Glück konnten unsere Kinder ihre Knetleidenschaft im Kinderhaus ausleben. Das Septembermädchen sitzt direkt bei der Knete, wenn wir den Dezemberjunge abholen. Und so habe ich mir in letzter Zeit immer wieder mal überlegt, doch Knete zu besorgen. Doch dazu gekommen ist es nie. Das ist auch gut so. Manche Sachen lassen sich nämlich genauso schnell selber machen. So auch bei der Knete. Rezepte gibt es viele im Internet. Ich habe eins von unserer Erzieherin bekommen, sie kam nämlich heute mit einem Riesenberg selbst gemachter Knete ins Kinderhaus. Und so haben wir heute ratzfatz Knete selber gemacht.  

 Man braucht fünf Zutaten, die meisten hat man sowieso im Haus. Je nach dem kann man aber gerne auf die günstigere Alternative zurück greifen. 

Zutaten für Knete: 

  • 600 g Mehl
  • 300 g Salz
  • 750 ml kochendes Wasser 
  • 3 EL Zitronensäure
  • 4-5 EL Speiseöl
  • Lebensmittelfarbe (optional)

Aus dieser Menge wird eine ziemlich große Menge Knete, man kann also auch gut nur die Hälfte von allen Sachen nehmen. Ich hatte nur Olivenöl da, es geht jedes andere Öl genauso gut. Das schöne ist, nach dem verrühren der Zutaten mit dem Handrührgerät, kann man direkt los kneten und bekommt warme Hände. Das ist jetzt im Herbst und Winter schon toll.   Bei uns gibt es nun eine große Schüssel rosa Knete. Das Septwmbermädchen hat gleich losgelegt. Zum Aufbewahren sollte die Knete luftdicht verschlossen werden und falls sie etwas austrocknet, einfach ein bisschen Wasser drüber, verkneten und weiter geht’s. Wenn es irgendwann reicht, kann sie ganz leicht entsorgt werden.  

 

An manchen Tagen ist man als Mutter einfach stolz. Besonders dann, wenn ein Entwicklungsschritt sich zeigt, der bei Gleichaltrigen schon lange vollbracht wurde. Auch wenn ich da sehr entspannt bin und beiden Kindern ihre Zeit gebe und lasse ist da Erleichterung da, wenn es soweit ist. Ich richte meinen Blick im Alltag auf das, was sie können, auf ihre Besonderheiten und das was sie zeigen. So sind wir alle entspannt. Nur manchmal schleicht sich da diese Stimme in meinem Kopf ein. Die Stimme, die sagt; „das Mädchen malt Kopffüssler schon so lange, der Dezemberjunge sollte das auch schon längst können“ oder „ich muss ihnen viel mehr Bastel- und Malangebote machen, sonst lernen die das nie“. Tatsächlich Male und Bastel ich nicht so gerne mit meinen Kindern. Ich mache das alleine auch nicht so oft. Dafür lese ich stundenlang Bücher vor, kitzeln wir uns durch oder singen und singen und singen oder sind draußen unterwegs bei Wind und Wetter. Und es zeigt sich immer wieder, dass das genau richtig ist. Kinder suchen sich das was sie brauchen. Bei uns gibt es Buntstifte, Papier und Scheren zur freien Verfügung. Also können unsere Kinder jeder Zeit auf diese Art kreativ werden. Und dann, wenn man es am wenigsten erwartet und eigentlich ganz was anderes im Kopf hat, präsentieren sie ihre neuen Errungenschaften. 

So war es heute. Eigentlich wollte ich schon weiter gehen. Wir waren in einem Laden. Ich habe das Packet abgegeben und die Kinder flitzten in die Spielecke. Neben Schaukelpferden, gibt es Bücher zum Anschauen und Malsachen. Ich bin bereits fertig und möchte eigentlich schon weiter gehen. Der Dezemberjunge möchte noch malen. Also gut. Und schwups malt der Dezemberjunge vor sich hin. Dann ruft er begeistert: „Ich hab ein Gesicht gemalt!“ Als ich auf sein Bild schaue sehe ich diesen kleinen Mensch. Kopf. Beine. Fuß. Und das herrlichste strahlende Lächeln. 

Danke, lieber Dezemberjunge! 

Leben im Jahreslauf: Einkehr und Ruhe

Der November beginnt und die Natur macht Winterpause. Die Bäume sind nach den letzten Stürmen kahl. Die Zugvögel sind schon lange weiter geflogen. Und mit den ersten kalten Temperaturen scheint es mir immer, als würden sich Pflanzen und Tiere noch einmal extra ducken und zurück ziehen. Irgendwie ist alles ruhiger. 

Auch ich bin nun im Herbst und Winter gemütlicher, langsamer und sehne mich nach mehr Ruhe. Mit dem Dezemberjunge und dem Septembermädchen im Haus ist das nicht immer einfach. Doch auch mit Kindern kann man diese besondere Zeit am Ende jeden Jahres genießen und gestalten, so dass jedes Bedürfniss beachtet wird. 

Das Wichtigste, so finde ich immer, ist dabei im Alltag bewusst zu sein. Die kleinen und großen Momente bewusst zu erleben. Diese Präsenz die Kinder automatisch haben und hoffentlich lange beibehalten, können wir wieder lernen. Im Herbst und Winter gelingt mir das immer besonders gut. Denn es gibt viele Dinge die gerade dazu einladen. Ein Herbstspaziergang, zum Beispiel. Blätter rascheln, Herbstluft und der Wind weht um die Nase, dabei kann ich super zu mir kommen, den Alltagsstress von den Schultern rutschen lassen und mich mit den Kindern treiben lassen. Doch nicht nur draußen funktioniert das gut, auch in der Wohnung gibt es nun Dinge die uns besonders Freude machen. Der Dezemberjunge hört gerne Geschichten und so kuscheln wir uns an und lesen ein schönes Buch vor. Die letzten waren „Nils Holgerson“ und „Hörbe und sein Freund Zwottel“, Geschichten die ich schon als Kind gerne gelesen habe. Wichtel, Hutzelmänner und Zwerge passen auch wunderbar in den Herbst. 

Gemütlich und ruhig ist es bei uns auch am Nachmittagstisch. Gemeinsam trinken wir Tee. Kuchen backen macht Spaß, wärmt auf besondere Weise Wohnung und Herz und schmeckt allen einfach gut. Dazu noch eine Kerze auf dem Tisch. Vom Küchentisch können wir die Vögel im Futterhäuschen und in den Büschen beobachten. So sind wir verbunden. Heute sagte das Septembermädchen, „die Vögel freuen sich jetzt. Weil du das Vogelhaus wieder angeschraubt hast, Papa.“ „Ja und du hast ihnen Futter reingelegt.“  

 Am Abend habe ich heute wieder im Kürbisgeist die Kerze angezündet und ein paar weitere Kerzen aufgestellt. Die Kinder finden es gemütlich und ich weiß um die besonderen Nächte die nun kommen. So werden mein Bedürfnis nach natürlichen Ritualen rund um das Jahr ganz gemütliche Begleiter der Kindheit. So fühlt es sich für alle gut an.