Zur Zeit

Auf dem Rad nach Hause

… fahren wir wieder täglich Rad. Inzwischen auch das Septembermädchen mit viel Freude und mehr und mehr Sicherheit. Seit Montag darf sie wieder in den Kindergarten. Zumindest diese Woche und dann jede Zweite. Und so fahren wir wieder hin und her mit dem Rad. Ich genieße diese kurzen Radstrecken mit einem oder manchmal auch zwei Kindern sehr.

Steinpuzzle

… liegt ein schönes volles Besuchswochenende hinter uns. Die Schlafreserven sind nach dem Zelten auf unserem Lebensort wieder auf gefüllt und wir haben ein großes Projekt geschafft und freuen uns daran. Gemeinsam wurde unsere vorbereitete Terrassenidee umgesetzt. Ratzfatz am Anfang und dann mit etwas Durchhaltevermögen bei schlechtem Wetter fertig gestellt.

Kirschohrringe

… werden die ersten Kirschen reif. Und so wurde auf der langen Leiter in den Baum gestiegen und die ersten roten Kirschen gepflückt. Nur ein kleines Döschen voll. Denn ein bisschen Sonne brauchen sie dann doch noch. Aber die ersten Kirschen vom eigenen Baum sind etwas sehr besonderes. Und ein schöner Nachmittagsvertreib.

Hoch hinaus.
Küken auf Entdeckungstour

… leben nun nur noch zwei Küken bei uns. Dafür entwickeln sich diese ganz prächtig und entdecken auch wozu so Flügel gut sind. Ich muss wohl mal ein Netz drüber machen. Ansonsten haben wir dann flügge Küken im Wohnzimmer. Ob ich das so gut finde…

Blätter, Blätter, Blätter

Gestern Abend, nach der Gute Nacht Geschichte wollte das Septembermädchen noch ihr Waldburgen vorgelesen haben. Da es wirklich schon spät war, hab ich es auf den nächsten Tag verschoben. Doch als ich sie heute daran erinnerte, hatte sie keine Lust dazu. Überhaupt war heute Morgen bei den Kindern wenig Lust vorhanden, außer zum rumstänkern. Da der Herzensmann im Homeoffice durch aus etwas Ruhe und Konzentration benötigen kann und ich Morgens zwischen 8 und 9 auf fröhliches rumschreien auch keine Lust hatte, musste ganz schnell eine Idee her. Und die fand ich in unserem Garten. Der Dezemberjunge suchte schon mal ein Rätselheft raus, während ich ein paar Blätter pflückte. Dazu Papier und Wachsstifte und los ging es am Tisch mit abpausen. Und schwups saßen beide Kinder neben mir, ganz zufrieden und rubbelten ihre Blätter ab. Dann schnitt jeder noch seine Blätter aus. Meine Idee war, eine bunte Girlande daraus zu machen.

Bunte gebastelte Blätter

Während wir so vor uns hin bastelten, kam dem Dezemberjunge noch eine Idee. In einer Folge Löwenzahn wurden Blätter mit Schokolade bestrichen und es entstanden leckere Schokoladen-Blätter. Darauf hatte er dann ganz viel Lust. Und so wurde unsere Bastelküche zu einer Schokoladenküche. Schokolade Schmelze ich am liebsten mit der Restwärme im Backofen nach dem Backen. Und da ich gerne ein neues Muffinrezept ausprobieren wollte, ging es dann richtig los. Also wurde schnell Teig gerührt. Der Dezemberjunge bereitete schon mal die Schokolade vor. Dann wurden die Blätter auf dem Backblech mit Backpapier ausgebreitet und nun hieß es warten, bis die Muffins fertig gebacken waren. Zwischendurch konnten die gebastelten Blätter auf gefädelt werden und fanden ihren Platz in unserer Küche.

Eine leichte Frühlingsgirlande

Und dann war es endlich soweit. Die Schokolade war fertig geschmolzen und konnte mit viel Fingerspitzengefühl auf die Blätter gestrichen werden. Mit Pinsel und kleinem Löffel ging das ganz gut. Ganz kleine Blätter tauchte ich einfach hinein. Die sollten dann die Muffins verzieren. Und dann hieß es schon wieder warten. Flüssige Schokolade muss ja dann auch wieder auskühlen und fest werden.

Schokoladen-Blätter für die Muffins

Doch draußen ist es heute kalt und so half uns das Wetter beim Kühlen. Dann konnten die Kinder ihre Blätter ablösen und krümelten ihre Schokolade direkt in den Mund. Ich entblätterte auch meine kleinen Blätter und verzierte die Minimuffins. Das war ein leckerer Nachmittagsschmaus.

Leckere Muffins mit Schokoblättern

Rückblick oder warum wir ein Waldorfschulkind haben

Im Moment wird viel auf die Schule und auf die Bildungsidee unseres Landes geschimpft. Verständlich. Hat doch die Bildungsidee schon einige Jahre auf dem Buckel und auswendig lernen ist nun auch keine Bildung, aber gut. Das kann man diskutieren und sollte auch getan werden. Bitte mit sinnvollen (!) Lösungen. Warum ich jetzt einen Blogpost zu Schule schreibe, hat einen anderen Grund. Denn es ist für die Leser, die hier schon länger mitlesen eigentlich nichts ganz Neues, dass ich mich mit freilernen und unschooling beschäftige und die Idee gut finde. Wie kommt es dann, dass der Dezemberjunge in die Waldorfschule geht.

Vor anderthalb Jahren rückte der 6. Geburtstag des Dezemberjungen näher und näher. Im Kindergarten war er inzwischen ein Vorschulkind und freute sich darauf bald ein Schulkind zu werden. Für uns Eltern war klar, dass wir uns keine der staatlichen Schulen hier vorstellen konnten. Also schauten wir uns die Alternativen in der Umgebung an. Da waren die örtliche Waldorfschule und eine Freie Grundschule einige Dörfer weiter. An beiden Schulen meldeten wir den Dezemberjunge an um die Schulen kennen zulernen und auch dem Dezemberjunge die Möglichkeit zu geben, die Schulen kennen zu lernen. Irgendwann Anfang 2019 hatten wir dann an beiden Schulen die notwendigen Termine durchlaufen und die Entscheidung stand an. Für uns Eltern wäre die Entscheidung sehr schwer gewesen. Vom Konzept und der Art und Weise, wie wir die Beziehung zwischen Lernbegleiter und Lernenden erleben konnten, hat uns die freie Schule besser gefallen. Doch die Aussicht auf einen langen Schulweg mit Bus. War für uns nicht von Anfang an begeisternd. Hinzu kam die Frage, wie der Schulweg und die Elternmitarbeit in unseren Alltag passten. Ebenso ist das Einzugsgebiet der Schule sehr groß. Freunde treffen, Geburtstagseinladungen usw. wären mit viel Autofahrerei verbunden. Gedanken, die sich Eltern eben so machen. Auch bei der Waldorfschule haben wir solche Gedanken gehabt. Erwachsenengedanken. Doch nicht nur wir sollten und wollten eine Entscheidung treffen. Denn nicht wir würden jeden Tag unsere Zeit dort verbringen, sondern der Dezemberjunge. Und so haben wir ihn gefragt, auf welche der beiden Schulen er gehen möchte.

Ja, der Dezemberjunge dürfte aus zwei Schulen selber entscheiden auf welche er geht. Sicher gibt es den ein oder anderen, der nun sagt, diese Entscheidung kann ein inzwischen siebenjähriger Junge nicht treffen. Sie ist viel zu weitreichend und so weiter. Nun ja, kann sein. Oder auch nicht. Wir Eltern haben eine Auswahl getroffen, die wir zu unserem Lebens- und Erziehungsstil passend gefunden haben. Und aus dieser Auswahl konnte der Dezemberjunge seine Auswahl treffen. Und die kam klar und deutlich und so sicher, dass ich wusste, diese Entscheidung ist für ihn richtig. Denn der Dezemberjunge antwortete mir auf die Frage, auf welche Schule er gehen möchte, nach kurzem überlegen. Ich weiß schon auf welche Schule ich gehen möchte, sagte er völlig überzeugt. „Wir fahren dann immer mit dem Fahrrad hin. Ich vorne weg und du hinterher. Ja, ich möchte auf die Waldorfschule gehen. Da kenn ich nämlich auch schon Kinder und mir gefällt der Schulhof so gut und der Kletterturm. Und ich möchte auf eine Schule gehen, die Tiere hat.“ So begründet und mit einer Selbstverständlichkeit war die Entscheidung gefallen. Ein Glück bekamen wir dann auch noch die Zusage von der Schule. Und so wurde der Dezemberjunge im September 2019 an der Waldorfschule eingeschult.

Und nun haben wir bereits ein halbes Jahr Schule hinter uns und aktuell auch einige Wochen der „ich weiß nicht genau Corona Schule“. Nach wie vor bin ich mit unserer bzw der Entscheidung des Dezemberjungen sehr zufrieden. Und auch der Dezemberjunge fühlt sich an der Waldorfschule wohl, das wichtigste für mich. Doch etwas anderes fällt mir immer wieder auf. In Gesprächen mit Freunden und Bekannten, wenn es um die Schulentscheidung geht und der Dezemberjunge mit hört, kommt von ihm immer ein selbstbewusstes „ich hab mir die Waldorfschule ausgesucht“ oder „weil ich auf die Waldorfschule gehen wollte“. Und das zeigt mir, dass es für ihn einen Riesen Unterschied macht. Denn wir alle wissen, es ist etwas anderes ob ich mich für etwas entscheide oder ob ich die Entscheidung vor gesetzt bekomme. Und natürlich war das erste halbe Jahr eine Eingewöhnungsphase. Es gab gute und nicht ganz so gute Tage. Doch auch da haben wir einen guten Modus gefunden. Und wenn es mal gar nicht gut lief, könnten wir einen Pausentag einlegen. Ohne Probleme und mit ausdrücklicher Genehmigung der Klassenlehrerin.

Wie es aussieht wen irgendwann die Schule wieder aufmacht, wird sich dann zeigen. Ob der Dezemberjunge in 8, 10 oder 12 Jahren immer noch auf die Waldorfschule geht, weiß ich nicht. Jetzt ist es für uns genau richtig. Ja auch in dieser komischen Zeit. Denn letzte Woche bekamen wir eine wunderbare Mail von der Klassenlehrerin. Die ich hier ausschnittsweise reinkopiere.

„Wie geht es Ihnen und Ihren Kindern? So viel Zeit, vielleicht Sorgen, so wenig Kontakte und Begegnungen- Aber immer hin schönstes Wetter! Ich hatte gehofft, dass wir bald wieder zu einem gewohnten Alltag zurückkehren können- aber im Moment sieht es meines Erachtens für uns „Erstklässler“ noch nicht danach aus. Darum wende ich mich jetzt an Sie und würde Sie bitten, sofern Sie sich darauf einlassen wollen, mir ein wenig von Ihrem Kind zu berichten

– wie geht es, was fehlt, was braucht ihr Kind, was brauchen Sie als Eltern; was läuft gut, wo ist Freude… All das natürlich mit Blick auf die Entwicklung des Kindes und die Schule. Brauchen Sie (als Eltern) mehr Schulaufgaben zur Gestatung des Tagesablaufs? Braucht Ihr Kind schulisches Futter oder ist es mit sich selbst zufrieden?

Ich brauche an dieser Stelle nämlich ihre Unterstützung- und zwar möglichst individuell. Diese Zeit ist sehr besonders- und dies sollten wir uns deutlich machen. Ich möchte diese Zeit nicht dazu missbrauchen, Sie zu Lehrern ihrer Kinder zu machen sondern würde mir wünschen, dass viel Schönes entstehen kann. Aber auch Schulaugaufgaben können etwas Schönes sein… Doch hier soll sich niemand überfordert fühlen- nicht die Kinder und nicht die Eltern“

Und so bekommen wir jede Woche Ideen und halten den Kontakt. Aber es gibt keine Pflicht, keinen Druck. Und so kommen wir sehr entspannt durch die letzten Wochen. Und auch in dieser komischen Zeit merke ich, dass es dem Dezemberjunge an der Schule gefällt. Denn er vermisst sie.

Gründonnerstag und ein Rezept für Brennnesselbrötchen

Heute ist Gründonnerstag und es gibt die alte Tradition der neun Kräutersuppe. Eine Suppe gekocht mit neun frischen Kräutern aus der Natur, die nun kurz vorm explodieren steht. Bei uns blühen nun die Kirschen und die Birnen. Auch die Apfelbäume stehen kurz vor der Blüte und die Täler rings rum haben wieder einen weißen Schleier über gezogen. Wenn ihr mich fragt, die schönste Jahreszeit. Aber zurück zu den Kräutern. Denn bei uns gab es auch einiges Grünes zu essen. Schon am Vormittag bin ich mit dem Septembermädchen losgefahren. Wir wollten Pferdemist bei einer Freundin holen. Mit vollen Wannen sind wir dann zu unserem Lebensort gefahren um sie im vorbereiteten Erdbeerbeet wieder zu entleeren. Danach habe ich auf unserer Wiese frische Brennnesseln, Bärlauch Blätter und Knospen und Giersch gesammelt. Mit all den guten Pflanzen wollte ich ein Essen bereiten.

Bärlauch hoch 2, Giersch und Brennnessel – frische power aus der Natur

Nein, ein Essen ist nicht richtig, mehrere verschiedene Gerichte wurden daraus. Zum Mittag gab es Brennnessel-Möhren-Quiche mit einem Salat aus Giersch, Bärlauch, Stangensellerie, Koriander und Gurke. Lecker! Dass unser Septembermädchen beim Salat kräftig zu gelangt hat, hat mich aber doch überrascht. Der Quiche hat wie immer allen geschmeckt. Und diesmal ist auch noch etwas übrig geblieben, so können wir nochmal davon essen.

Brennnessel-Möhren-Quiche mit Wildkräutersalat.

Und für das Abendbrot habe ich mal wieder unsere heiß geliebten Brennnessel-Brötchen gebacken. Nach den fragen die Kinder auch regelmäßig. Sind ja auch wirklich lecker. Und damit ihr auch mal welche backen könnt. Hier das Rezept, denn es ist wirklich einfach!

Ihr braucht:

  • 380 g Mehl
  • Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 3 EL Olivenöl
  • 200 ml Buttermilch
  • Brennnesselblätter gehackt ca. 1 große Müslischale voll
Brennnesselbrötchen – einfach lecker!

Zuerst knetet ihr einen schönen Hefeteig mit allen Zutaten bis auf die Brennnesselblätter. Die Buttermilch solltet ihr leicht erwärmen. Wenn der Teig so richtig schön geschmeidig ist, noch die Brennnesseln dazu geben und unterkneten. Dann kommt der Teig abgedeckt an einen geschützten warmen Ort, wo er mindestens 45 Minuten ruhen darf. Bei mir geht er immer länger, funktioniert auch. Dann formt ihr aus dem Teig Brötchen, bei mir werden es meistens so 10 je nach Größe. Diese legt ihr zu einem Kranz auf dem Backblech (mit Backpapier) und lasst sie noch mal 15 Minuten ruhen. Dann den Ofen auf 200° C vorheizen und die Brötchen für 18 Minuten backen. Auskühlen lassen und genießen. Aber auf passen, die sind echt schnell weg gefuttert.

Und so haben wir am Gründonnerstag ziemlich viel leckeres Grün gegessen, wenn auch keine Suppe. Für mich war es so genau richtig. Und vielleicht probiere ich das nächste Mal eine “richtige” Neun-Kräuter-Suppe aus.

Samstag 28. März 2020

Ich wache auf und wunder mich. Es ist hell und still. Sehr still! Wer Kinder hat weiß, dass da meistens was im Busch ist, oder wie in dem Fall im Kinderzimmer. Gemeinsam sitzen sie über dem IPad. Ich habe damit ein Problem. Nicht wegen dem IPad und Medien und so, sondern weil sie es sic von meinem Schreibtisch genommen haben. Mein Schreibtisch. Mein Bereich. Da geht es nur mit Fragen hin. Naja, wir üben noch.

Dann ziehe ich mich schnell an, denn der Blick auf die Uhr zeigt 8:00. Ich möchte schnell zum Wochenmarkt. Wir brauchen unsere wöchentliche Grossration Obst und Gemüse und ich möchte zeitig durch sein, damit nicht zu viele Leute da sind. Es klappt gut und alle Marktbesucher sind sehr diszipliniert und halten Abstand, nehmen Rücksicht. Ich treffe eine Freundin, wir plaudern kurz. Auf dem Markt bekomme ich alles. Ein kurzer Stop am Reformhaus. Wir brauchen dringend Spülmaschinentabs und die, die wir immer nehmen sind schon länger beim Edeka ausverkauft. Auf dem Heimweg fahre ich noch beim Bäcker vorbei. Einem richtigen Bäcker, der noch hinten in seiner Backstube backt. Da nur vier Personen im Laden sein dürfen, warte ich mit anderen Kunden mit Abstand kurz auf dem Fußweg. Es geht trotzdem schnell und die Verkäuferinnen freuen sich über jeden freundlichen Kunden und das wir zu ihnen kommen.

Voll bepackt, alles drin!

Voll bepackt komme ich wieder zu Hause an. Dann wird erstmal gefrühstückt. Mit Brötchen und Rührei. Lecker! Der Tagesplan steht auch schon fest. Wir fahren zu unserem neuen Lebensort die Sonne genießen und ein bisschen werkeln. Als Mittag wollen wir eine Suppe über dem Feuer kochen. So bereite ich schon das Gemüse vor und wir nehmen es klein geschnitten in einer Dose mit. Da beim letzten Mal kochen überm Feuer unser Rost sich unter der Hitze durch gebogen hat, beschließt der Herzensmann, dass eine Feuerstelle mit Dreibein her muss. Dafür und für unser Klohaus benötigen wir noch ein paar Kleinigkeiten aus dem Baumarkt. Auf dem Weg machen wir einen Stopp. Der Herzensmann geht hinein. Ich warte mit den Kindern im Auto.

Die Feuerstelle wird aus gemessen.

Am Lebensort angekommen, legen wir auch gleich los. Erstmal die Steine hin legen und den äußeren Radius markieren. Dann muss alles eine Ziegelstein Tiefe ausgehoben werden und dann die Steine reingelegt werden. Klingt simpel, dauert aber eine Weile. Die Zwischenräume können mit Kies oder anderem losen Material aufgefüllt werden. Wir verwenden was Vorort vorhanden ist. Darum gibt es noch eine kleine Ziegel Zertrümmerung. Kaputte Dachziegel haben wir nämlich genügend.

Dachziegel zerschlagen macht allen Spaß.

Währenddessen kümmer ich mich noch ein bisschen um mein Gewächshaus. Aus alten Brettern habe ich die Beetumrandung gebaut. Nun wird es mit Häckseln, Hasen- und Hühnermist und Komposterde aufgefüllt. Außerdem Säge ich noch ein bisschen Baumschnitt klein. Bis jetzt eine Never-Ending-Story. Es liegt auch noch einiges rum, aber bis im nächsten Winter wieder geschnitten wird, habe ich es sicher geschafft.

Für Grabe-Faule: mein Gewächshaus-Beet

Und dann ist es endlich so weit. Die Feuerstelle kann eingeweiht werden. Der Dreibein ist fertig und wir können endlich Suppe kochen. Ganz ehrlich, es wurde auch Zeit, 15:00 ist doch etwas spät fürs Mittag. Darum sind wir alle hungrig und es bleibt kein Tropfen Suppe übrig. An der Feuerstelle möchte der Herzensmann beim nächsten Mal noch bisschen optisch designen. Aber funktionieren tut sie gut.

Kochen über der neuen Feuerstelle.

Und dann kruschteln wir noch ein bisschen rum. Werkeln hier und da. Und schwups ist der Tag wieder rum. Eine wichtige Aufgabe steht noch auf dem Programm. Wir müssen noch die Tiere der Waldorfschule des Dezemberjungen versorgen. Das erledigen wir auf dem Rückweg. Zuhause gehen die Kinder in die Badewanne und wir bereiten Abendbrot zu. Und dann geht es sicher schnell ins Bett, nach so viel frischer Luft. Hoffe ich wenigstens.

Alle führen ein Tier, nur ich darf Fotos machen.

Bis auf weiteres – bleiben Sie bitte daheim

Wir sind zu Hause. Alle vier. Wie auch die meisten anderen Familien in und um Deutschland. Inzwischen ist es der vierte Tag und Routine gibt es bei uns nur so ein bisschen. Natürlich muss der Herzensmann arbeiten und arbeitet 100% im Home Office. Ich habe mit den Kindern einen groben Tagesablauf strukturiert und versuche diesen aufrecht zu halten. Heißt nach dem Frühstück gibt es erstmal “Zu Hause Schule” zumindest für den Dezemberjunge. Noch haben wir keine genauen Aufgaben oder so von der Klassenlehrerin bekommen. Doch ich denke mir das eine oder andere aus. So lesen wir Geschichten und malen Bilder. Wir gestalten jeden Tag ein Blatt als Tagebuch. Auf der Rückseite schreiben wir am Abend oder am nächsten Tag was alles so erlebt wurde. Eigentlich ist im Moment die Rechenepoche in der Schule, doch Buchstaben fällen uns im Moment leichter. So haben wir das Alphabet mit Holzbuchstaben sortiert und ich habe noch Ausmalbilder aus dem www gefunden zum Ausdrucken. Das Septembermädchen sitzt meist dabei und malt Bilder aus.

Schule, Arbeit und Frühstück.

Heute sah unser Arbeitsplatz so aus. Denn ich muss ja auch noch ein paar Tage bis 31. März arbeiten. So bearbeite ich E-Mails und anderen Bürokram, während der Dezemberjunge arbeitet. Irgendwann klingelt es. Das Hausmitbewohnermädchen klingelt. So verschwindet das Septembermädchen in den Garten. Und schwups fällt es dem Dezemberjunge schwerer seine Aufgaben zu machen. Klar. Er möchte auch raus. So bekommt er noch eine Aufgabe und dann zischt er raus in den Garten. Für mich ist es dann auch genug. Seit Montagabend habe ich eine Erkältung.

Das Tagebuch von Dienstag und Mittwoch.

Krank mit beiden Kindern zu Hause ist auch nochmal eine Herausforderung. Ich unterstütze meinen Körper so gut es geht beim gesund werden. Gesundes frisches Essen, heiße Bäder am Abend und anschließendes Schwitzen, so wie viel Sonne und frische Luft im Garten, natürlich auch die ein oder andere Medizin aus unserem Repertoire. Aber besonders freut mich immer wieder unser Garten. Der Frühling kommt und lockt mit aller Kraft nach draußen. Die ersten Pflanzen sind gesät und ich bin froh, dass ich Salbei, Thymian und andere wohltuende Kräuter einfach am Haus wachsen habe.

Tomaten, Salat und Kohlrabi sind schon kräftig durchgestartet.

Tja, und wie es weiter geht, werden wir sehen. Ich werde hier wieder regelmäßiger schreiben, über das was wir so den lieben langen Tag machen. Als Einblick, Anregung oder einfach zum Ablenken.

Wochen Ende – Ferien Anfang

Die Ferien fangen eigentlich schon am Freitag 11:15 Uhr an. Dann hole ich den Dezemberjunge von der Schule ab. Als Königssohn, denn die Schule hat Fasching gefeiert. So ist auch noch das Klassenzimmer wie ein Schlosssaal geschmückt. Ich helfe noch beim Aufräumen. Die Kinder auch. Der Nachmittag gestaltet sich ruhig. Wir sind draußen im Garten, denn es ist so schön frühlingshaft. Die Tiere werden versorgt und unser Besuchshund tobt auch durch den Garten. Irgendwie sind wir alle recht müde von der Woche und gehen zeitig schlafen.

Das ist auch gut. Am Samstag geht es wieder früh raus. Erst mit Hund zum Bäcker, dann frühstücken und dann klingelt es schon an der Türe. Die befreundete Tochter steht vor der Tür. Wir schnappen unsere sieben Sachen und fahren zu unserem Lebensort. Dort wartet bereits unser Freund mit noch mehr Kindern und großem LKW. Ein Baum muss weichen. Das geht mit dem Gerät ganz schnell. 12 Minuten dauert es nur. Wahnsinn. Danach picknicken wir noch gemeinsam auf der Wiese.

Wir bleiben noch, während Freund samt Kindern wieder fährt. Wir bauen am Klohaus weiter, sägen Holz klein und bereiten noch ein Beet vor. Und schwups ist der Vormittag rum. Zum Mittag fahren wir nach Hause. Einkaufen müssen wir auch noch. Und unserm Besuchshund tut eine ausruh-Pause auch gut. Sie tobte viel mit der Nachbarshündin über die Wiese.

Am Nachmittag fahren wir dann wieder raus. Mit Zwischenstopp beim Baumarkt. Nun ist fast alles für das Klohaus vorhanden. Während der Herzensmann baut und die Kinder spielen, drehe ich eine Runde mit Hund. Ich entdecke einen neuen schönen Waldspaziergangsweg und den ersten großen Bärlauch. Davon nehme ich gleich ein paar Blätter mit für den Abendbrotsalat. Erst als es Dunkel wird fahren wir wieder nach Hause. Alle ganz erschöpft und müde von so viel frischer Luft und Sonnenschein.

Schnell sind die Kinder eingeschlafen und der Herzensmann und ich machen es uns auf dem Sofa gemütlich. Wir schauen einen Film über Coldplay an. Beeindruckend. Nachts steht dann der Dezemberjunge vor dem Bett. Er klagt über Bauchschmerzen. Mal wieder. Ich gehe zu ihm, versuche herauszufinden wie ich ihm helfen kann. Da muss er sich auch schon übergeben. Als alles draußen ist Dusche ich ihn und mich. Der Herzensmann macht den Flur sauber. Dann sortieren wir die Schlafplätze neu. Die Kinder sind schneller eingeschlafen als wir Eltern. So ist der Sonntag Morgen dann ein müder und später. Ich gehe die Morgenrunde mit Besuchshund. Sie war ausnahmsweise vier Tage bei uns mit Übernachtung. Beim Spazierengehen fällt mir siedend heiß ein, dass ich meinen Tierversorgungsdienst an der Schule am Abend vorher komplett vergessen habe. Ich fühle mich richtig schlecht. Also rufe ich schnell die zuständige Lehrerin an, die auch die Klassenlehrerin vom Dezemberjunge ist. Sie ist total entspannt. Die Tiere sind prinzipiell gut versorgt und fallen nicht vom Fleisch. Aber es ist gut das ich Bescheid gegeben habe. Ein schlechtes Gewissen habe ich trotzdem noch ein bisschen. Verlässlichkeit ist mir wichtig. Besonders wenn es um Tiere geht.

Der Sonntagvormittag vertrödelt sich dann so. Die Kinder sind beide lange im Schlafanzug. Gegen Mittag sehen wir die Sendung mit der Maus und der Herzensmann fährt mit Hund raus, um noch ein paar Kleinigkeiten fertig zu schrauben. Im Laufe des Tages mache ich das Foto von unserer Amaryllis. Ein ganzes Fenster hoch, nun geht die Knospe langsam auf. Das Septembermädchen entschwindet zu ihrer Freundin die im Haus wohnt. Ich mach Wäsche und beginne im Kinderzimmer Ordnung zu machen. Der Dezemberjunge möchte nicht allein sein und ich fühl mich in dem Chaos nicht wohl. Dann kommt der Herzensmann wieder und der Besitzer unseres Besuchshundes klingelt. Nur der Hund will nicht gehen… immer das selbe. Und dann ist auch der Nachmittag vorbei getrödelt. Der Dezemberjunge hängt in den Seilen. Das Septembermädchen dreht nach dem Abendessen noch mal auf. Und nun schlafen beide und ich setz mich aufs Sofa. Morgen sind Ferien. Mal sehen was wir anstellen und wie es allen Beteiligten so geht. Ich freu mich auf eine Woche ausschlafen. Urlaub hab ich auch.

„So ein schönes Silvester hatte noch nie jemand.“

Silvester. Für viele eine große Party. Ich lass es gerne an mir vorüber ziehen und genieße dann eher den Neujahrstag mit seiner Ruhe. Doch mit Kindern sieht das manchmal anders aus. Besonders der Dezemberjunge freut sich schon die letzten Tage auf Silvester. Möchte die Silvesterböller sehen und eine Party machen. Außerdem stellt er nun fest, dass morgen der erste Tag vom neuen Jahr ist. Aufregend!

Gestern musste ich noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Dabei dachte ich über unser Silvesterabendessen nach und beschloss spontan, das wir grillen. Also Mais und vegane Grillwürstchen eingekauft und noch ein bisschen Geflügel. Dass haben sich die Kinder vor ein paar Tagen gewünscht. Und dann habe ich mit noch eine kleine Überraschung überlegt. So habe ich gestern Abend noch Knallbonbons gebastelt. Diese lagen heute Abend auf den Tellern. Nach dem Essen war es dann soweit. Der Tisch wurde abgeräumt, die Gläser zurück geschoben und bei drei haben wir es knallen gelassen.

Heraus purzelten essbares Konfetti („Quatsch Mama, das sind doch smarties.“), Kaubonbons und Luftschlangen. Das war ein Spaß! Sofort wurde mit den Luftschlangen geschmückt. Die Kinder riefen „Party!“ und der Herzensmann machte „laute“ Musik an. Und schwups hüpften und tanzten wir, besonders die Kinder, durch die Küche. Das war eine Freude und das Septembermädchen fand, beim sich-mit-Luftschlangen-schmücken, „So ein schönes Silvester wie wir hatte noch niemand.“

Als alle genug getanzt haben, sind wir raus in den Garten gegangen. Silvesterböller gucken und Wunderkerzen an machen. Dabei könnten wir auch den Dezemberjunge mit Wunderkerzen und Holzwolle experimentieren lassen. Das gab ein schönes kleines Eimerfeuer. Und dann hieß es für die Kinder ab ins Bett. Aber nur weil wir versprochen haben beide Mitternacht zu wecken. Hoffentlich sind wir dann noch wach. Es sind ja immer noch zwei Stunden. So wünsche ich allen einen guten Rutsch und ein gesundes glückliches und zufriedenes Jahr 2020.

Ohne Plastik – einkaufen mit und im „Glas&Beutel“

Das wir Stück für Stück versuchen weniger Plastik zu verbrauchen ist ja kein Geheimnis mehr. Ob Seife am Stück zum Duschen, Zahnbürsten aus Bambus, Milch und Jogurt im Glas und Obst und Gemüse vom Markt im mitgebrachten Beutel, dass ist bei uns inzwischen ganz selbstverständlich. So haben wir weniger Müll. Der gelbe Sack wird bei uns, aber trotzdem noch voll genug. Alle zwei Wochen müssen wir einen nicht ganz vollen Sack an die Müllmänner abgeben. Weniger als so manch andere 4-köpfige Familie, aber uns immer noch zu viel. Was ist dann da aber noch drin? Verpackungen von Nudeln, Müsli, Linsen, Reis usw. Doch wie sollen die nun eingespart werden?

Seit Donnerstag ist das nun auch bei uns ganz einfach möglich. In Nürtingen gibt es nun einen unverpackt-Laden, den „Glas&Beutel“. Heute, am Samstag war große Eröffnungsfeier und ganz schön was los. Draußen gab es Getränke und Essen, natürlich auch Reden und ein Glücksrad. Wer Glück hatte bekam ein Glas. Wir bekamen eins, denn alle guten Dinge waren bei uns heute vier, und dann war da die Frage, was kommt da rein? Also rein in den Laden und umschauen. Dazu waren wir ja gekommen, denn bis auf den Couscous, waren unsere Vorräte eigentlich ganz gut gefüllt. Im Laden war ganz schön viel los. Wir waren nicht die einzigen, die mal gucken wollten. Als erstes entdecken wir den Tach mit den wunderschönen Glasflaschen. Auch der Herzensmann liebt seine. Ich nutze da lieber eine etwas robustere aus Edelstahl. Dann haben wir unsere Gläser gewogen und das Gewicht drauf geschrieben. Wir wollen ja nur die Füllung bezahlen. Und dann sind wir auf die Pirsch gegangen. Was gibt es so alles für unsere leeren Gläser. Ziemlich viel! Couscous wurde schnell gefunden und gefüllt. In ein weiteres Glas kam Sojageschnetzeltes und das gewonnene Glas haben wir mit Bruchschokolade gefüllt. Die Kaffeesorte wird vom Herzensmann auch probiert, hoffentlich schmeckt er und für das Müsli haben wir dann zu den Papiertüten gegriffen. Doch auch Puddingpulver, Gewürze und Öl kann man kaufen. Oder Seife, Waschmittel und Zahnpastatabletten. Vollständig ist das Sortiment noch nicht. Aber ich war erstaunt, wie viel schon vorhanden ist. Nun ist es an uns, unsere Gewohnheiten umzustellen und neu zu justieren. Beim Einräumen des Einkaufs habe ich dann gleich noch unseren Schrank etwas aufgeräumt. So sieht das ziemlich übersichtlich aus. Ein Vorteil haben wir auch gleich noch bemerkt. Wir brauchen gar keine Einkaufsliste mehr. Steht ja auf dem Deckel. Also leere Gläser in den Korb und füllen gehen. Und am Ende hat der Einkauf uns allen viel mehr Spaß gemacht, als sonst. Und wenn es zu langweilig wird, kann in der Spielecke abgehangen werden.

Unsere Feier zur Herbst Tag-und-Nacht-Gleiche

Irgendwann im Laufe des Jahres habe ich beschlossen, die besonderen Tage im Jahreslauf mehr zu berücksichtigen und zu feiern. So möchte ich, für mich und die Kinder, den Kreislauf der Natur erlebbarer machen. Der Wunsch nach mehr Naturverbundenheit fand für mich in dieser Idee Ausdruck. Und so haben wir heute anlässlich zur Herbst Tag-und-Nacht-Gleiche ein kleines Festessen gemacht. Zwar ist die Herbst Tag-und-Nacht-Gleiche erst am Montag, aber heute hatten wir einfach ein bisschen mehr Zeit. Mit den Kindern habe ich schon im Laufe des Tages und am Tag vorher darüber gesprochen, das Tag und Nacht an diesem Tag genau gleich lang sind. Am Vormittag haben wir aus geernteten Maiskolben kleine Maismännchen gebastelt. Diese hat das Septembermädchen dann als Tischschmuck mit hingelegt.

Am Nachmittag haben wir leckeren Herbstkuchen gegessen. Es gab Nuss-Apfelkuchen vom Blech. Mit Äpfeln aus dem eigenen Garten. Lecker!

Und am Abend haben wir ein Feuer gemacht. Darin wurden vorgekochte Kartoffeln gegart. Außerdem gab es frisch gekochten Mais, zum abknabbern am Kolben. Und dazu ein leckeren Kräuterquark. Fertig war unser ganz wunderbares Herbst-Festessen.

Und so wurde aus einem ganz normalen Septembernachmittag ein kleiner Festtag. Nur für uns vier. Eingebettet im Naturjahreskreis.