Müde bin ich, geh zur Ruh‘

An den meisten Abenden bringe ich die Kinder allein zu Bett. Lange war das für mich mit die anstrengendste Zeit des Tages. Müde Kinder, ganz unterschiedliche Bedürfnisse, zwei Schlafzimmer und besonders eine müde Mama. Keine so gute Kombination für ein entspanntes ins Bett gehen. Lange war es so, dass mindestens ein Kind irgendwann brüllte, ich zwischen den Zimmern hin und her lief, der kleine Mann regelmäßig wieder aufstand, bis irgendwann alle schliefen und ich gänzlich erledigt war. 

Im Urlaub gab es dann Geschlechtertrennung beim ins Bett bringen. Eine tolle Sache. Jeder bekam was er brauchte, so lange Kind es brauchte und meist auch ohne Unterbrechungen. Aus dieser Situation heraus, musste ich dann „plötzlich“ die Kinder wieder allein ins Bett bringen. Ich bin ehrlich, ich war schon etwas ratlos und beim bloßen Gedanken daran gestresst. Doch es half alles nichts, wir mussten das schaffen und so hieß es: „Alles auf Anfgang.“ Und das war gut. 

Inzwischen gehen beide Kinder mit Ruhe und wenig Gemecker ins Bett. Beim Waschen muss ich den ein oder anderen Ausreiser mal wieder einfangen, aber meist klappt selbst Zähne putzen gerade ohne Geschrei. Sind beide Kinder in den Schlafanzügen, wird im großen Bett eine Geschichte vorgelesen. Das Septembermädchen darf während dessen den Tag beim Milchnachtisch verarbeiten. Dann geht der kleine Mann schon mal ins Bett. Wir machen es bei ihm gemütlich und er kann sich noch ein paar Bücher anschauen. Das Septembermädchen darf als erste einschlafen. Ist sie im Traumland, kann ich mich entspannt zum kleinen Mann ins Bett kuscheln, noch ein bisschen erzählen und Gutenachtlied singen. Recht schnell ist er meistens auch eingeschlafen und ich habe so schon oft vor um acht „Feierabend“. 

In diesem Sinne: „Gute Nacht!“

Abendliche (Un)Ruhe

Von einem Zimmer ins Andere. Hin und her zwischen den Betten. Der kleine Mann wartet. Wartet auf den Papa. Kann deshalb nicht einschlafen. Es ist egal, wie oft ich ihm schon gesagt habe, dass Papa heute spät kommt. Dass er schon schlafen darf. Dass er nicht warten braucht. Er wartet. 
Das Septembermädchen ist währenddessen stillend eingeschlafen. Ich bringe sie in ihr Bett. Wie jeden Abend braucht sie meine Nähe noch ein bisschen. Lässt mich nicht gehen. Ich hoffe, dass auch dem kleinen Mann die Augen zufallen. Irgendwann ununterbrochenes „Mama! Mama! Mama! Mama! Mama! Mama! Mama!“ Ich löse das Septembermädchen von mir. Husche so schnell wie möglich in das Kinderzimmer zurück. Wenigstens ein Kind schläft. 
Einmal aufs Klo und zurück. Vielleicht schläft der kleine Mann jetzt. Spät genug ist es ja. Nein. Ich vergaß: Er wartet. Inzwischen ist die Tagesschau längst vorbei. Ich summe noch einmal das Schlaflied und höre draußen Schritte. Dann Schlüssel und ganz leise und vorsichtig die Tür klappern. Der kleine Mann hat es auch gehört. Traut sich nicht etwas zu sagen. Als der Kopf vom Papa in der Tür entdeckt wird, springt er auf. Mit breitem Grinsen gibt es eine Umarmung. „Papa bommt!“ Nach gemeinsamem Schlaflied singen wird der Papa aus dem Zimmer geschickt. Er soll zum Septembermädchen gehen. Zu mir sagt der kleine Mann dann, dass Papa nicht singen soll. Nur ich darf das heute. Welche Ehre. Nun klappen ihm doch die Augen zu.
Gerade will ich mich langsam aus dem Zimmer schleichen, ein Aufschrei. Nicht vom kleinen Mann. Aus dem Schlafzimmer kommt dieser. Ins nächste Bett. Oder wieder zurück. Das Septembermädchen zahnt. Schnell die Globuli geschnappt und beruhigt. Noch ein bisschen bei ihr liegen. Wieder langsam aus dem Zimmer schleichen. 
Jetzt kann der Feierabend endlich beginnen. Kurz erzählen wir noch das Wichtigste vom Tag. Ein Abriss in zehn Minuten. Der Herzensmann sehnt sich nach Bewegung, ich mich nach Sofa. Die Babyjacke für das noch ungeborene Baby einer Freundin soll weiter wachsen. Nebenher ein bisschen Fernsehgeduddel. Kaum nehme ich die Nadeln zur Hand höre ich das Septembermädchen wieder. Also noch einmal beruhigen. Inzwischen fallen auch mir fast die Augen zu. 

Gute Nacht. 

Warum immer ich?

Wahrscheinlich jede Mutter kennt das. Ein anstrengender Tag liegt hinter einem. Nichts aufregendes. Einfach nur viel los. Selber ist man nicht so fit. Ein bisschen müde. Der Mittagsschlaf fiel aus, weil die Kinder sich abwechseln und nicht gleichzeitig schlafen. Keine richtige Pause. Haben wir so einen Tag, dann freue ich mich auf die Bettgehzeit. Noch einmal kurz durchhalten und dann. Manchmal geht es dann ganz schnell. An den Tagen, wenn die Kinder genauso müde sind. An andern Tagen nicht. Dann dauert es gefühlte Ewigkeiten bis endlich, endlich Ruhe einkehrt. Ja und dann gibt es noch die Tage, an denen der Papa rechtzeitig nach Hause kommt. Dann freue ich mich, denn ich muss nur ein Kind ins Bett bringen. Kann ganz in Ruhe den Tag mit dem Septembermädchen ausklingen lassen. Zur Ruhe kommen und habe recht bald Feierabend. Soweit die Theorie.

In der Praxis sah es heute so aus. Das Septembermädchen schlief. Wie immer sehr schnell und zur gewohnten Zeit. Der Herzensmann war beim kleinen Mann. Als der kleine Mann zum Gute-Nacht-Geschichte Hören ins Bett ging versprach ich ihm vorbei zu kommen, wenn das Septembermädchen schläft. Denn da war der Herzensmann noch nicht zu Hause. Ich bin also zum kleinen Mann gegangen. Gemeinsam ging es dann noch einmal aufs Klo. Es folgten Gute-Nacht-Lied, einschlafen mit Hand halten, trinken, hinlegen, aufstehen, aufs Klo, „Papa ausgehn“, Hand halten, trinken, Klo, hinlegen und irgendwann dann doch einschlafen. Ja, da saß ich also ziemlich lange neben dem Bett. Papa musste ja raus gehen. Auf Anweisung. Die Freude über den dann doch irgendwann endlich begonnenen Feierabend währte nur kurz. Das Septembermädchen (was inzwischen schon 1 1/2 Stunden schlief) wachte auf und weinte. Hunger? Nein! Klo? Nein! Rülpser? Ja, zumindest kurz. Dann ging es weiter mit beschweren. Der Herzensmann ging zu erst. Doch irgendwann musste ich ran. Die Intensität wurde ein bisschen weicher als sie bei mir auf dem Arm war. Es wurde vor sich hin beschwert. Es gab Pausen und dann ging es noch mal los. Alles ganz schön schlimm. Ja so ein Babytag ist anstrengend. So viel wird gesehen, erlebt, erfahren, erkundet, ausprobiert, gelernt und was weiß ich nicht alles. Da kann man sich schon mal beschweren.

Aber warum muss ich die sein, die sich das alles an hören darf. Warum muss ich die sein, die die Unruhe auffängt und zur Ruhe bringt.

Es ist die Vertrautheit. Die Gewohnheit. Das Gefühl geborgen zu sein (bei Papas ist man auch geborgen aber anders). Bei Mama eben. Manchmal muss es Mama sein. Wenn der Tag mies war oder anstrengend. Wenn er aufregend war und viel los. Bei Mama lehnt man sich schon von Klein auf an. Es ist die längste und eine der innigsten Beziehungen die Kind hat. Also muss es Mama sein. Eigentlich klar. Und auch sehr sehr schön. Wenn es nicht manchmal so anstrengend wäre.

Und so steh ich da mit meinem schluchzenden Mädchen auf dem Arm. Die Pausen werden länger. Irgendwann kommt der erste Seufzer. Dann noch einer, so richtig tief. Ich staune wie tief und erleichtert so ein kleiner Körper seufzen kann. In diesem Moment bin ich einfach nur dankbar. Dankbar für diese zwei wunderbaren kleinen Menschen, auch wenn es manchmal anstrengend ist.

Schlaf, Kindlein, Schlaf

Ja, die Sache mit dem Schlaf. Das Thema bei Eltern. Hier, hier und da wurde mal wieder was drüber geschrieben. Familienbett: ja oder nein. Da sind Alle geteilte Meinung. Eltern, Blogger, Wissenschaft. Warum ich mal wieder über Schlafen schreibe? Weil der Knoten geplatzt ist. Ich wieder Abende für mich habe.

Das Fazit vorne weg: Kinder sind anders.

Der kleine Mann schlief gerne und lange bei uns. Mit der Schwangerschaft gewöhnten wir ihn langsam an sein Bett in seinem Zimmer. Das klappte ganz gut. Am Anfang kam er dann in der Nacht irgendwann zu uns. Später hielt ich seine Hand, damit er nachts wieder in seinem Bett einschläft. Langsame Gewöhnung. Jetzt schläft er gut die ganze Nacht in seinem Bett. Meist ohne nächtliche Unterbrechungen. Seit das Septembermädchen bei uns ist kommt jeden Abend die Ansage „Mama Bett!“ Denn er möchte auch was das Septembermädchen darf. Bei uns schlafen. Aber einmal dran gewöhnt nicht mehr bei uns zuschlafen bleibt das auch so. Ich kann mich noch gut an die letzten Male erinnern, als er bei uns geschlafen hat. Dann muss er kuscheln und kuscheln und kuscheln. Dabei komme ich nicht zur Ruhe. Nur zum Einschlafen da braucht er uns. Alle bisherigen Versuche des Alleine-Einschlafens führten ins Nichts bzw. zum genauen Gegenteil. Das alles nur noch länger dauerte und wir ständig rein mussten um ihn wieder runter zufahren. Er puscht sich dann schön selber hoch mit diesem und jenem Geplapper und indem er nach uns Ruft. So sitzt einer von uns jeden Abend neben ihm bis er eingeschlafen ist. Ich find das okay.

Mit dem Septembermädchen dachten wir es ähnlich zuhalten. Also Familienbett so lange sie gestillt wird und dann irgendwann ins Kinderzimmer. Denn so ist es am praktischsten. Ich bin einfach faul. Ich mag nicht nachts aufstehen um zu Stillen. Außerdem schlaf ich Nachts einfach weiter. So versuchten wir es. Doch das Einschlafen zog sich bei ihr jedes mal ewig hin. Ich war nur noch Abends mit ihr im Bett. Meistens kurz vom Herzensmann abgewechselt zum Bettfertig machen. Nachts schlief sie sehr unruhig, wollte viel trinken und schlief dann tagsüber ewig. Ich war müde und frustriert. Denn ich wusste, dass sie lange ohne trinken schlafen kann von ihren Vormittagsschläfen, die sich langsam in die Länge zogen bis in den frühen Nachmittag rein. Natürlich hat man Abends und Nachts viel Hunger, wenn man den halben Tag nichts isst. Aber es musste irgendwie anders werden. So folgte dann ein Versuch. Kein Vormittagsschlaf im Kinderwagen sondern im Bett oder auf dem Sofa. Da wacht sie dann eher auf. Und, das vielleicht Verrückteste an dem Versuch, Abends zum Einschlafen geht es in den Kinderwagen besser die Kinderwagenschale, die bei uns im Schlafzimmer steht.
Ergebnis? Das Septembermädchen schläft alleine ein und von ca. 20:00 bis 2:00 durch. Hat dann Hunger und schläft noch bei uns im Bett weiter bis 6:00 oder auch 7:00. Hundert Punkte, also. Sie braucht diese Enge im Kinderwagen, das Eingekuschelt sein. Soll sie haben. Nur zu gern. Denn ich liebe meine „freien“ Abende. Und habe meine Lektion gelernt: Jedes Kind ist anders!

Jeden Abend

Es gibt so Momente, da bin ich einfach nur glücklich, dankbar und zutiefst berührt. Einen gibt es jeden Abend. Nur wenige Sekunden. Ein tiefes Ausatmen. Die Augen sind zu. Man weiß, jetzt, jetzt ist das Kind eingeschlafen.
Voll Vertrauen. Endlich konnte es den aufregenden Tag loslassen. Viel Erlebtes muss verarbeitet werden.
Ein entspannter Atemzug. So tief. Mitten hinein in mein Herz. Voll mit Liebe, Glück und Dankbarkeit.