Blick ins Werk

Während auf der Baustelle alles Vorbereitet wird, alle Anschlüsse und Rohre verlegt werden und die Bodenplatte nachgemessen wird, ob auch alles stimmt wie es geplant war, wird auch im Werk fleißig gearbeitet. Es fühlt sich ein bisschen so an, wie in einer Wichtelwerkstatt, denn viel bekommen wir von unserem Hausbau gar nicht mit. Da werden fleißig Balken geleimt und Wände zusammen gebaut. Da wird isoliert und gestrichen und wir sehen fast nichts davon. Denn am Ende kommt der Kran und der Laster mit den fertigen Wänden und schwuppdiwupp steht in doch sehr kurzer Zeit ein Haus. Dort wo vor einem Jahr der Abriss begann, über den Sommer alles wieder grüner wurde, steht nächste Woche ein Haus. Verrückt! Und immer noch sehr unreal und schwer zu fassen. Doch heute haben wir einen kleinen Blick durch das Schlüsselloch geschickt bekommen. Die Erdgeschosswände konnten wir uns so schon mal ansehen. Da fühlt es sich nicht mehr ganz so unreal an und am Freitag kommt schon das Gerüst.

Bauwoche 2:

Die Bauwoche zwei begann mit einem kleinen Freudentanz auf unserer Seite. Die Bodenplatten-Firma rief an und berichtete uns, dass die Stützwände auf die richtige Größe gefertigt wurden und sie am Dienstag und Mittwoch nach Plan Vorort sind. Juchhu! Es ging endlich los und nach soo viel weg, kam am Dienstag das erstmal etwas für unser Haus hin. Die Fundamente für die Stützwand wurden am Dienstag gegossen. Die Stützwand flog am Mittwoch ein. Fünf große Betonwände wurden mal eben aufgestellt.

Work in progress…

Dann hieß es wieder warten. Die Wände wurden mit Beton ausgefüllt. Bestellt war der auf 12. Wir waren alle da. Haben draußen gekocht und die Kinder haben im Garten Hausaufgaben gemacht. Wer nicht kam? Der Beton und die Betonpumpe. Gegen halb drei fuhr die Betonpumpe dann endlich auf die Baustelle. Der Beton kam dann auch und es konnte weiter gehen. Nur fertig wurde die Kolonne vor Ort dann nicht. Der Frostschutz sollte noch dran, doch das passiert eben an einem anderen Tag.

Strassenansicht…

Und dann ging es wieder lustig weiter. Der Erdbauer darf nun wieder füllen. Das was Zuviel weg kam muss nun mehr wieder rein. Mehr Arbeit und mehr Material muss nun hin und her transportiert und verdichtet werden. Das die Mehrarbeit nicht in seine geplante Zeit passt und der „einzige“ Baggerfahrer in den Herbstferien Urlaub hat, fiel unserem Erdbauer auch erst Mitte der Woche auf. So gab es wieder viel hin und her, Gespräche hier und da und am Ende kommt die Bodenplatte zehn Tage später. Das klingt erstmal gar nicht so viel, wenn da nicht der Hausliefertermin wäre, denn wir nicht verändern wollen… Doch so wie es der Plan nun will, kann alles gut durch laufen. Darum Daumen drücken! Dann kommt auch bald die nächste Bauwoche 😉

Bauwoche 1: Hoch und Tief

Am Montag war es so weit. Unser Erdarbeiter rückte an. Die ersten Arbeiten hießen Loch für die Zisterne ausheben und für Bodenplatte und Frostschürze alles vorbereiten. Am Montag Nachmittag hatten wir bereits ein großes Loch zwischen Gewölbekeller und Hühnergehege. Also bauen wir zur Baustellensicherung noch schnell einen Zaun. So können wir aus Gewohnheit nicht mehr direkt über die Baustelle (in ein Loch stürzen) und beim Gewölbekeller raus kommen, wie wir uns das die letzten neun Monate angewöhnt haben. Sicher ist sicher. Ohne Leiter kommt man aus dem Loch nicht mehr raus.

Am Dienstag wurde noch mehr Erde abgefahren und wir begannen uns zu wundern. Muss wirklich so viel Erde noch weg? In unserer Vorstellung nicht. Die Höhe der Bodenplatte hatten die Vermesser an der Gewölbekellerwand markiert. Für uns kam das zu niedrig vor. Stimmt das wirklich alles und wie bekommen wir das jetzt raus? Gut, dass es zeitig dunkel wird und wir in dem Besitz eines Laserlevels sind. Kurz entschlossen fuhr der Herzensmann Dienstag Abend noch mal raus, stellte das Level auf und sah, was wir eigentlich nicht sehen wollten, aber doch irgendwie geahnt hatten. Unsere Haustür würde sich nicht ebenerdig öffnen lassen. Wir hätten fast einen Meter Erde vor der Tür, oder müssten mal eben noch das Gelände komplett umgestalten. Wie kann das sein? Warum ist das Haus viel zu niedrig und vor allem was jetzt? Die Unsicherheit, ob der Bau so weiter gehen kann wie geplant, wie das mit der Höhe nun wird und ob wir da so schnell und spontan noch irgendwas ändern können, ist Dienstagabend nicht so einfach aus zu halten. Nach der Freude, dass es endlich (!) los geht, tut die Ernüchterung weh. Willkommen In der Realität des Bauens. Geht eigentlich irgendwas mal nach Plan?

Mittwoch Morgen melden sich alle. Der Herzensmann hatte direkt am Abend eine Mail an die Personen geschickt, die es wissen müssen. Die Bodenplattenfirma zeigte sich Lösungsorientiert, erklärte was das für sie in welchem Szenario bedeutet usw. Wenig später kam von ihnen noch der erlösende Anruf, die Fertigteile sind noch nicht produziert, sie benötigen bis 15:00 des gleichen Tages die Info, welche Höhe es sein wird. Immerhin wurden keine Teile produziert, die dann für die Tonne sind. Und für den Bauplan könnte es keine Verzögerung geben.

Der Architekt meldet sich auch. Schließlich hat er die Pläne mit den Höhen gezeichnet. Und wiegelt erstmal ab. Wir wollen doch ebenerdig zum Garten raus gehen. Der Garten hat doch das Niveau und überhaupt wollten wir doch den Weg noch gestalten und verändern. Äh, Nein! Der bestehende Weg am Haus vorbei auf die Wiesen soll genau so bleiben. Die Möglichkeit mit einem fahrbaren Untersatz dahinter fahren zu können wollten wir nie verändern. Und welches Niveau ist eigentlich unser Garten? Der hat kein einheitliches Niveau. Auf der linken Seite,wo auch der Hühnerstall und die Scheune steht, ist die Höhe eine andere als auf der rechten Seite, wo unser Hauseingang sein wird. Wo wollen wir den rein und raus gehen. Durch die Wand? Oder doch lieber durch die geplante Eingangstür? Dank eines guten Vermessungsplans konnten wir dem Architekt irgendwann klar machen, dass die höhere Höhe durchaus sinnvoll ist. Nun kommt die Bodenplatte 65 cm höher. Das ist keine Kleinigkeit. Neben der leichteren Austrittsmöglichkeit aus der Haustüre, laufen wir nun auch weniger Gefahr, bei einer kommenden Regenperiode, im Wohnzimmer schwimmen zu können. Wobei, so ein Indoorpool hat ja auch was, oder?

Gestern ging es dann weiter mit den Erdarbeiten. Nun muss viel Schotter unten rein, denn es war eben doch zu viel Erde, die da weg gefahren wurde. Danke Herr Arschitekt. Wir haben das Schnurgerüst aufgebaut und heute Nachmittag kommt das Vermessungsteam für die exakte Ausmessung der Wandpositionen und so. Und wie es dann weiter geht, werde ich berichten.