Oma?

Letzte Woche war der kleine Mann mit der Tagesmutter und ihrer Tochter bei der Oma. Für den kleinen Mann war das ein sehr faszinierender Ausflug. Er merkt instinktiv, dass die Oma etwas besonderes ist. Da sind manche Sachen anders. Und die Tagesmuttertochter durfte dann bei der Oma bleiben. Alleine. So war die Oma der Freundin den ganzen Tag ein Thema. Er war schwer beeindruckt. 

Und ich war froh, dass noch nicht die Frage der Fragen kam. Nämlich die, nach der Oma. Opapa und Omama sind da, leider weit weg und daher nur selten da. Opa ist auch da und wird hier auch nicht so oft gesehen. Aber wo ist die Oma? 

Als ich merkte, dass ich diese Erleichterung über die nicht gestellte Frage spürte, fragte ich mich, wie ich denn reagieren würde. Die Wahrheit wäre die Antwort. Das war gleich klar. Und ich merkte auch, dass ich sie vermisse ohne sie zu kennen. Für uns als Familie, für die Kinder, für den Herzensmann und auch für mich. Eine leere Stelle.  

Kommunikationsblüten: Die Wahrheit

Wir sind bei den Pferden. Der kleine Mann stiefelt durch den Stall und hört das Gespräch zwischen einem Mädchen und ihrem Papa. 
Mädchen: „Stroh“
Papa: „Ja, das ist Stroh für die Pferde.“
Der kleine Mann: „Ne, Heu is des“
Wo er recht hat,…

***

Der kleine Mann hat einen Kapuzenpulli mit Bauchtasche an.
Der kleine Mann: „Schau mal! Eine Tasche!“
Ich: „Ja, was ist da drin?“
Der kleine Mann: „Nix“

***

Beim Wohnwagen Ausbauen hilft der kleine Mann immer fleissig. Während ich im Baumarkt noch ein paar Winkel besorgt habe haben die Männer weiter gewerkelt.
Papa: „Wir haben noch bissl was rausgeschraubt.“
Ich: „Was habt ihr raus geschraubt?“
Der kleine Mann: „Schrauben!“

***

Das Septembermädchen ist wach geworden. Der kleine Mann kommt selbstverständlich mit gucken und begrüßt seine Schwester.
„Hallo Grinsebacke!“

Zu klein

In den letzten Tagen stelle ich immer wieder fest, dass hier so einiges zu klein ist bzw. geworden ist. Nicht beim kleinen Mann. Er hat sein Wachstumsschub eingestellt und wächst nun wieder langsamer. Wir konnten bei ihm ein Wachstum von vier Zentimetern in gut zwei Monaten feststellen. Anstrengend. Für alle. Auch das Septembermädchen wächst. Daran muss ich mich noch gewöhnen. Schließlich ist sie die Kleine. Ist sie auch noch und wird es auch bleiben.  Aber auch die Kleinen werden groß. Und so wächst sie in die nächste Kleidergröße hinein. Aus dünnen Mützen hinaus und es musste mal ganz dringend eine neue her. Für den Frühlingswind der hier im Garten ab und an ganz schön bläst. Und so entstand in einer Mittagspause, als ausnahmsweise beide Kinder gleichzeitig schliefen, ein kleines gestreiftes Mützchen. Passend zur Augenfarbe. Die je nach Licht alle Blautöne zeigen kann.  

Grasverkostung

Unser Wochenende…

… War voll. Voll mit Frühling. Voll mit Basteln. Voll mit Familie. Voll mit Pläne schmieden. Voll mit Gemütlichkeit. Voll mit Besuchen. 

Samstag

begann das Wochenende mit einem Brötchenfrühstück. Während dessen wurde geplant. Den Essenseinkauf hatte ich schon am Freitag erledigt. So blieb mehr Zeit zum Werkeln. Doch bevor es losging mit basteln mussten wir erst mal in den Baumarkt. Und davor noch schnell im Wohnwagen aus messen. Der kleine Mann war schon ganz aufgeregt. Er liebt den Baumarkt und erzählte auf dem Weg was er machen möchte. Auto fahren und Schrauben halten. Auto fahren durfte er. Denn es gibt im Baumarkt so tolle ungelenke Einkaufswagen mit Auto vorne dran. Da setzt er sich rein und schnallt sich selber an. Dann muss nur noch wie wild am Lenkrad gedreht werden und die Tour kann beginnen. Ab in die Holzabteilung. Pappelsperrholz, Leisten in verschiedenen Ausführungen, kurz beim den PVC-Fußbodenbelägen vorbei schauen und spontan einen auswählen. Dann in die Gartenabteilung ein bisschen Rasenpflege muss vorm Sommer noch sein. Der Herzensmann stiefelt während dessen eine Etage nach oben und sucht kleine Metallplättchen und Unterlegscheiben. Zwischendrin treffen wir noch Freunde und unterhalten uns über Wohnwagen. Der Freundesmann hat auch schon einen renoviert und gibt uns noch einen guten Tipp. Nachdem wir alles haben ab zur Kasse und dann ins Auto. Dort die Festselltung, die Sperrholzatten passen gerade nicht in den Kofferraum. Mit zwei Kindern auf der Rückbank ist die Belademöglichkeit begrenzt. Besonders bei Sperrgut. Doch wir schaffen es und es geht ab nach Hause. Erstmal Mittagessen und Mittagschlaf für alle. Als das Septembermädchen mich dann endlich wieder freigibt und alleine weiter schläft starte ich zum ersten Mal dieses Jahr mit Rasen mähen. Noch schnell die Messer schleifen. Bzw. schleifen lassen. Der Nachbar hilft schnell mit der Flex aus. Inzwischen sind auch die Männer wach. Während ich über die Wiese sause, das Septembermädchen schläft, gehen die Männer einen Kaffee trinken. Zu unserer Vermieterin. Einer Dame die auf die neunzig zugeht und sich sehr über die Kinder und Besuch freut. Auch wenn wir im selben Haus wohnen sehen wir uns selten. Sie kommt nicht mehr viel raus und wir springen immer überall rum. Dann geht es endlich in den Wohnwagen. Wir fangen an alles raus zunehmen. Der Herzensmann kümmert sich um die ehemals nasse Ecke. Ich schraube und versuche mich am Wandklebefolie abziehen. Mit dem Föhn geht das super. Der kleine Mann hilft fleißig mit und schraubt mit dem Akku-Schrauber. Gerne auch in der Luft oder Löcher in verschiedene Oberflächen. Oder er springt auf dem Bett herum. Und ratzfatz ist es auch schon Abend. Schnell einen Brotteller gemacht und die Kinder ins Bett gebracht. Wir lassen den Abend auf dem Sofa ausklingen. Und dann wurde es ganz schön spät. Wir schauten uns das neue Programm von Sascha Grammel an und anschließend noch den Hundertjährigen. Ja der der aus dem Fenster stieg. 

Sonntag

Gibt es wieder ein gemütliches Frühstück. Diesmal kommen noch perfekte Frühstückseier dazu. Danach geht es wieder in den Wohnwagen. Zumindest der Herzensmann darf gleich werkeln. Das Septembermädchen macht direkt den Vormittagsschlaf und der kleine Mann möchte Laufrad fahren. Also gehen wir zum Edekaparkplatz. Da kann er Sonntags ungestört üben und es ist nicht so weit. Nach ein zwei Runden über den Parkplatz geht es wieder zurück. Jetzt darf ich auch wieder werkeln. Weiter geht’s mit Klebefolie abziehen. Irgendwann wird es dem kleinen Mann zu laut und langweilig. Wir lassen den Herzensmann also allein zurück und gehen in den Garten. Es wird geschaukelt und gehüpft. Dann wird gekocht, gegessen und Mittagsschlaf gemacht. Die Nachmittagspläne werden mehrmals hin und her gedreht. Am Ende bleiben wir zu Hause und ich schraub noch ein bisschen was aus dem Wohnwagen raus. Bis wir dann zum Geburtstag eines Freundes fahren. Die zwei Kleinen machen alles gut mit. Dann fallen sie ins Bett. So wie wir.

7 Tage – 7 Bilder

Sieben Bilder aus der vergangenen Woche zum Erinnern. Die Idee kommt von Frische Brise.

Unser großes Osterei vor der Tür

Gartenpause

  

Ein neues Lieblingsspiel – inzwischen hat der kleine Mann mehr Traktoren als so mancher Bauer

  

Mittagspause

  

Unser Kennzeichen am Wohnwagen

Hoch hinaus

„Bin ich oben!“

Kurz vor acht

„Ich würde gern mal wieder Ausschlafen und dann Spaß haben. Statt dessen versuche ich ohne Schlaf Spaß zu haben.“ Ich.

Es ist kurz vor acht. Beinah hätte ich jemanden angerufen. Aber es ist kurz vor acht. An einem Samstag. Gut das ich nochmal auf die Uhr gesehen habe. So zeitig ruf ich am Wochenende nirgendwo an. Lieber würde ich um die Zeit schlafen. Oder langsam aufwachen. Nach einer entspannten Nacht ausgeruht in einen neuen Tag starten. Der neue Tag begann um sechs. Unausgeruht. Die Nacht war, wie alle Nächte, durchwachsen. Und ich hab nach einer Stunde Gequietsche vom Septembermädchen Ohrensausen. Irgendwann zwischen sechs und sieben kommt auch der kleine Mann. Er fragt ob er Bagger gucken kann. Im Minuten Abstand. Die Bagger schlafen noch. Unsere Antwort. Ja am Wochenende werden die Baggervideos auf Youtube angesehen. Für eine Viertelstunde länger im Bett liegen macht man doch so einiges. Der Frage „Bagga wach?“ kann der Herzensmann dann nichts mehr entgegensetzen. Das Septembermädchen quietscht und beschwert sich. Sie möchte auch mit gucken. Ich versuche sie abzulenken. Mit ihr zu spielen. Vergeblich. Am liebsten würde ich den Kopf unters Kissen stecken und weiter schlafen. Die Augen sind eh auf Halbmast. Irgendwann die erlösende Frage vom kleinen Mann. Er möchte Frühstück. In der Zwischenzeit hat auch das Septembermädchen wieder etwas zu essen bekommen und schläft darüber ein. Ruhe. Kurz vor acht. Später wollen wir klettern gehen. Ich muss aufpassen. Nicht das ich einschlafe und aus der Wand falle. Wird schon. Wie die letzten Tage auch. Wie heißt es nicht so schön „Das Muntersein kommt mit dem Wachsein“ oder so ähnlich.

Käthe Kruse 

Bewegt. Hat mich der Film. Bereits am Samstag kam er bei ARD. Heute schaffte ich es ihn an zuschauen. Nur durch Zufall las ich am Samstagmorgen eine Kritik auf Spiegel online und nahm den Film auf (Danke Sky mit Archiv Funktion). Bis dahin ahnte ich nicht, das hinter den schönen Puppen und Kuscheltieren, die mit den Kindern auch in unseren Haushalt Einzug gehalten haben, eine so mutige Frau und Lebensgeschichte steht. 

Sie beginnt als Schauspielerin. Wird unverheiratet schwanger. Der Mann, Max Kruse, bekennt sich zu ihr und dem Kind. Sie heiraten nicht. Für den Bildhauer beginnt eine schwere Zeit. Die Berliner Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhundert billigt das Zusammenleben nicht. Er verliert Aufträge, kann seine Kunst nicht mehr verkaufen. Es kommt wie es kommen musste: Er schickt Frau und inzwischen zwei Kinder weg. Für Käthe Kruse ist es schwer aber es entpuppt sich als Glück. Sie macht eine Puppe für die Tochter. Auf einem Markt wird sie entdeckt. Es entstehen erste Aufträge und ein kleiner Marktstand. Das Leben geht noch weitere verschlungene Wege. Doch die Puppenproduktion nimmt immer mehr Raum in ihrem Leben ein. Wird die Familie ernähren. Am Ende des Films ein Rechtstreit. Der erste Urheberrechtsstreit in der Spielwarenindustrie. Käthe Kruse gewinnt. 

Immer wieder wird im Film auf die Situation der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts hingewiesen. Beiläufig. Und doch präsent. Eine Frau musste verheiratet sein. Alleinerziehende kaum denkbar. Ein gesellschaftliches Stigma. Wahlrecht. Fehlanzeige. Um den Prozess führen zu dürfen musste der Mann damals seine Genehmigung geben. Das sind nur wenige der vielen Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind. 

So bewundere ich den Mut dieser Frau. Diese Kraft und Eigensinnigkeit. Möchte mir etwas mit nehmen in meinen Alltag. Auch ich möchte Geld verdienen. Möchte eine Sache haben, die meins ist. Die ich aufgebaut habe und für die ich alles machen würde. Ich bin gespannt was das bei mir sein wird. Puppen sicher nicht. Die gibt es ja schon. 

Dieser Post erscheint in der Reihe zu Karriere und Frau. Da für mich Käthe Kruse nicht nur für damalige Zeiten eine Karriere hingelegt hat. Sie war erfolgreiche Unternehmerin und hat ihren Beruf als Berufung gesehen.