Und wie geht’s dir so?

Diese Frage höre ich regelmäßig. Nicht zur Eröffnung des Gespräches, sondern mittendrin, wenn die Sprache darauf kommt, dass ich jetzt zu Hause bin. Seit ich mein Studium beendet habe, genieße ich die Zeit zu Hause. 

Am Anfang musste ich ankommen. Es dauerte eine ganze Weile, all das zu verarbeiten, was die letzten Jahre so los war. Geholfen hat mir dabei etwas Craniosacral-Therapie und eine ganz wunderbare Kunsttherapeutin. Nun weiß ich wieder, wo ich stehe und kann meine Leistung wertschätzen. Ja, das hat eine Weile gedauert. Denn wenn man in der Situation drin steckt, macht man einfach, ganz selbstverständlich. Irgendwann stand dann die Frage im Raum: Wie geht es weiter? Arbeiten oder zu Hause bleiben? Das Wichtigste war für mich, dass wir glücklich sind. Gleichzeitig war klar, dass der Herzensmann auf Arbeit sehr eingespannt sein wird. Und so habe ich mich entschieden zu Hause zu sein. 

Und ich finde es toll. Wir können unsere Tage so gestalten, wie wir es wollen. Der kleine Mann geht zwar meist in den Kindergarten und auch das Septembermädchen geht noch drei mal die Woche zur Tagesmutter, aber wir können recht entspannt unser Ding machen. Das genieße ich sehr. Am schönsten sind die Tage, an denen beide zu Hause sind. Gemeinsam gehen wir dann allen Erledigungen nach, die so anstehen. Ob Besorgungen in der Stadt oder der Haushalt, wir machen es gemeinsam. Auch einkaufen machen wir sehr gerne zu dritt. Der kleine Mann schiebt einen Wagen und kann schon diverse Dinge alleine einpacken. Er weiß, wo vieles steht und ist eine echte Hilfe. Man könnte jetzt sagen, gut an Tagen, an denen alle gut drauf sind ist das kein Problem. Aber auch heute war es ein schöner Tag. Und heute waren wir nicht unbedingt gut drauf. Der kleine Mann hat gestern gespuckt und hat eine ordentliche Erkältung. Ich habe die zweite Nacht in Folge schlecht geschlafen, ohne Einfluss der Kinder und bin heute Morgen mit verklemmter Schulter und dickem Kopf in den Tag gestartet. Und das Septembermädchen hat nun auch die Nase voll, viel zu kurz Mittagsschlaf gemacht und hat dann ziemlich lange gebrüllt. Klingt nicht unbedingt nach dem super Tag, noch dazu ist der Herzensmann die halbe Woche außer Haus. Und trotzdem konnte ich den Tag mit den Kindern geniessen. Wir haben Bücher gelesen, auf dem Sofa und im Bett gekuschelt, die Kinder haben gespielt, wir haben Wäsche gemacht und ich hab mich um meine Gesundheit gekümmert (um die der Kinder auch, aber Kopfdampfbad und Nasenspülung finden die nicht so toll). Alles in allem ein guter Tag. Tiefenentspannt, so wie die anderen auch und so wie auch meine Antwort auf die Frage lautet. Gut, tiefenentspannt. 

Und das es nicht nur mir so geht, könnt ihr hier und hier lesen. 

Wieder zu Hause 

Eine schöne Wochen liegt hinter uns. Freie Tage zum Entspannen. Familienzeit. Zeit mit Freunden. Urlaub. 

Nun sind wir wieder zu Hause. Ein Gefühl. Ankommen. Kurze Momente von Wehmut und Traurigkeit beim kleinen Mann werden durch die Nachbarskinder verscheucht. Vertrautes beruhigt. Schnelles Einschlafen beim Septembermädchen, anders als die letzten Tage. Abendliche Ruhe. Ich freue mich wieder auf das eigene Bett. Spätestens hier bin ich wirklich zu Hause. Doch ich merkte es bereits beim Fahren. Ein Gefühl. Eines was ich bisher nur hatte, wenn wir auf einer bestimmten Straße zu meinem Elternhaus heimfuhren. Bereits bei den familiären Urlauben und auch jetzt noch überkommt mich an einer bestimmten Stelle ein „zu Hause“-Gefühl. Als wir heute wieder nach Hause fuhren war es auch da. Merkwürdig vertraut und doch neu. Es macht mich glücklich. Wieder zu Hause. 

Zu Hause ist..

… da, wo meine zwei Männer sind.

… da, wo ich bekannte Gesichter auf der Straße sehen kann.

… da, wo gute Freunde in der Nähe sind.

… da, wo ich im Garten ein bisschen werkeln kann.

… da, wo ich mich gemütlich eingerichtet habe.

… da, wo ich einfach die Beine hochlegen und nichts tun kann.

… da, wo immer was zu tun ist.

… da, wo ich weiß, was hinter der nächsten Ecke ist.

… da, wo mich die Menschen in meinen Lieblingsgeschäften oder auf dem Markt kennen und Zeit haben kurz zu plaudern.

… da, wo ich eine Beschäftigung habe, die mich ausfüllt.

… da, wo der kleine Mann Spielkameraden hat.

… da, wo wir glücklich sind.

… da, wo nette Nachbarn über den Gartenzaun Grüßen.

Hier!

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