Matschepatsch und Steine

Letzten Mittwoch lag noch Schnee. Am Mittwoch bin ich mit den Kindern noch mal die Spazierwege am Lebensort runter gesaust. Schnell war es den Berg runter. Am Donnerstag war davon nichts mehr zu sehen. Der Schnee war weg. Dafür ist seitdem der Matsch da. Denn es gab eigentlich nur Regentage. Und auf der Baustelle gibt es seit dem Wochenende noch mehr Matsch. Der Bagger hat nun die letzten Reste des Hauses weggemacht. Keine Grube und keine Miste sind mehr in der Erde versteckt. Dafür Lehmmatschepampe. Des einen Freud ist des anderen Leid. Die Kinder finden es Klasse mit den Gummistiefeln im Matsch zu waten, in den Pfützen sich einzusauen. Nicht nur einmal habe ich darüber nach gedacht, wie gut es ist, dass sie sich einfach so richtig einsauen können. Ich glaube irgendwas nehmen sie da schon mit. Mindestens Lebensfreude. Doch für uns ist der Matsch nicht unbedingt hilfreich, denn wir sammeln Steine. Um genau zu sein bergeweise Steine. Eine Schubkarre nach der anderen und da fängt dann unser Leid manchmal an. Die Schubkarre fährt vor lauter Matsch nicht mehr. Bretter haben Abhilfe geschaffen und so rollt die Schubkarre wieder und es werden noch mehr Steine. Denn das alte Haus war an vielen Stellen aus Natursteinen gebaut. Großen und Kleinen. Und wir haben Ideen und Platz und so tragen wir Stein für Stein. Wobei wir uns bei manchen Steinen doch auch über die Hilfe des Baggers freuen. In so einer Baggerschaufel sieht ja so ein Stein viel kleiner und leichter aus.

Ein Steinhaufen von insgesamt drein
Der Stein sieht im Vergleich zum Bagger winzig aus, ist aber echt groß und schwer…

Winter Wunderland

Wieder hat es geschneit. Diesmal auch bis in unsere Kleinstadt am Neckar. Direkt nach dem Aufstehen (nach um 9:00 Uhr) gehe ich raus Schnee schippen. Am Vormittag machen wir einen gemütlichen und ruhigen Tag. Das Septembermädchen flitzt mit den Hausbewohnern in den Garten. Ein Schneemann wird gebaut. Ich gehe in Gartenschuhen zum Schuppen und Pflanze eine Zimmerpflanze um, die sich vermehrt hat. Nun haben wir eine mehr. Danach wird gelesen und gespielt. Nach einem späten Mittag, schauen die Kinder die Sendung mit der Maus. Ich beginne mir in einem Kalender die Aussaattermine in Zeiträumen zu notieren. So habe ich es mal auf einen Blick und verpasse nichts. Außerdem schmeiße ich dann meinen Gartenplan vielleicht nicht, wie sonst, ständig durch einander. Dann fahren wir noch raus. Es ist zwar schon fast Vier, aber frische Luft tut gut. Außerdem ist es auf unserem Lebensort sicher noch mehr Winter wunderlicher als hier in der “Stadt”. Davon könnt Ihr euch auf den Bildern selber überzeugen. Hach, so macht Winter Spaß. Der Herzensmann meint, solch einen Winter können wir nun gerne die nächsten Jahre immer haben. Ich bezweifle es, aber schön wäre es wirklich. Dann brauchen wir irgendwann nicht mehr ins Auto steigen. Doch im Moment liegt auch unsere Baustelle unter einer dicken Schneedecke verdeckt. Ob da morgen die Bauarbeiter überhaupt kommen?

Viertel sechs meldet der Herzensmann dann die letzte Rodelpartie an. Wir sausen alle auf Schlitten und Porutschern ein letztes Mal für heute die Wanderwege hinab. Herrlich und so schnell, mit und ohne Schanze, so wie jeder mag. Erst Dreiviertel sechs sitzen wir im Auto. So lange ist es nun schon hell!

Und Morgen bin ich mit den Kindern wieder da. Dann heißt es wieder “Bahn frei!”

Noch ganz unberührt unsere Wiese und ein Teil des Gartens

Draußen

Gestern war tollstes Sonnenwetter und wir sind am Nachmittag los gezogen. Mit Punsch und Restegebäck von Weihnachten im Gepäck gab es einen unerwartet glatten Aufstieg auf den Jusi. Runter ging es zwischendurch recht schnell auf dem Hosenboden. Aber nur so lange der Po nicht zu kalt wurde. Bilder gibt es nur von oben. Denn das fühlte sich an wie im Skiurlaub oder so. Und beim Abstieg mussten wir dann doch etwas besser aufpassen. Für mich sind es gute Laune Fotos und davon kann es im Moment nicht genug geben.

Schnee Stunden

Seit gestern ist es weiß. Zumindest an unserem Lebensort, denn der liegt gute 150 Höhenmeter höher als unser Wohnort. Auch hier hat sich der Schnee hin verirrt, aber der ist fast schon wieder weg geschmolzen. Tagsüber ist es einfach zu warm. Doch draußen können wir es in vollen Zügen genießen. Gemeinsam mit einer befreundeten Familie werden Kugeln um Kugeln gerollt. Ein Schneemann entsteht. Dann wollen die Kinder ein Iglu. Also wird noch weiter gebaut. Am zweiten Tag wird es fertig. Die Kinder sind glücklich und toben rum. Wir Erwachsenen halten Abstand, bauen und werkeln ein paar Kleinigkeiten zurecht, hacken Holz oder suchen noch ein paar Natursteine aus dem Schutthaufen unseres Abrisses heraus. Für spätere Projekte. Die Hühner stehen daneben und wissen nicht so recht was tun. Sobald der Bagger arbeitet sind sie eh alle drinnen. Doch auch mit dem Schnee können sie sich nicht so richtig anfreunden.

Und zwischendurch seilen der Herzensmann und ich uns ab. Ziehen alleine los mit dem Schlitten. Nur eine kleine Strecke müssen wir gehen. Über die nächste Querstraße, am Tümpel vorbei und den Wiesenweg hoch. Dann heißt es umdrehen, auf den Schlitten und los. Eine lange und schöne Abfahrt. Nur wir zwei. Und dann gleich noch mal.

In der Zeitlosigkeit des Schnees

Um uns herum ist weiß. Wir haben Schlitten und Porutscher und viel Spaß. Und das Zeitgefühl ist verloren. Keine Ahnung ob wir eine Stunde, eine Halbe oder zwei hier draußen sind. Am Ende spielt es auch keine Rolle. Denn es zählt nur der Schnee und das Wintergefühl. Bereits gestern sind wir hier gewesen und hatten unseren Spaß. Die Kinder hatten so viel Spass, dass wir heute direkt wieder kommen mussten. Kein Problem, denn auch ich habe die Schlittenabfahrten und das Porutschen sehr genossen. Leicht, sorg- und zeitlos fühle ich mich dabei. Das ist in diesen Tagen und Zeiten eine willkommene Abwechslung.

Rodeln unterhalb der Teck

Und so rodeln und rutschen wir den Berg hinab und stapfen wieder rauf. Es werden Schneeengel gemacht und Schnee probiert. Klar das muss sein. Nur nicht den Gelben, aber die Regel kennen die Kinder. Und so tauchen wir ein im Winterwonderland. Zumindest kurz für ein paar Stunden am Nachmittag. Dann setzen wir uns wieder in Auto und fahren nach Hause. Dort ist keine Spur von Schnee und Winterwonderland. Ab und zu sieht man ein Auto mit Schnee auf dem Dach durch das Städtchen fahren. Dann ist klar, woher es kommt. Die Alb ist hoch genug mit ihren gut 700 m. Doch unten im Tal sieht man nichts vom Schnee. Selbst bei unserm Lebensort ist es zu niedrig. Bis dahin hat auch der Schnee es noch nicht geschafft. Aber wir hoffen und bis dahin fahren wir einfach noch ein paar Meter höher und genießen den Winter.

Winterausflug zum Filsursprung

Schon am Sonntag haben wir diesen Ausflug gemacht. Doch da ich immer wieder diese Woche daran dachte und die Bilder angeschaut habe, möchte ich ihn mit euch teilen.

Am Sonntag war die Schneepracht von Donnerstag und Freitag schon wieder verschwunden. Es waren fast 10°C und es fühlte sich, dank der Sonne, richtig frühlingshaft an. Wir wollten nach der langen häuslichen Zeit mal wieder einen Ausflug machen. Erst könnten wir uns nicht so richtig einigen. Doch dann waren alle einverstanden. So fuhren wir nach dem Mittag Richtung Wiesensteig zum Filsursprung. Im Sommer war ich dort schon mal mit den Kindern. Aufgrund der Trockenheit war nicht so viel Wasser da. So war ich neugierig ob jetzt mehr Wasser aus der Quelle kommen würde.

Schon auf der Hinfahrt merkten wir, dass ein paar Höhenmeter weiter oben durchaus noch Schnee zu finden war. So waren wir ganz gespannt, wieviel Schnee wohl noch da war. Am Parkplatz freuten wir uns, dass unser Schlitten schon den ganzen Winter über immer im Kofferraum ist. Gebraucht haben wir ihn bis dahin noch nicht. Doch jetzt konnte er zum Einsatz kommen. Denn es lag noch richtig viel Schnee. So viel, dass wir teilweise richtig eingesunken sind. Die Kinder fanden es natürlich super. Der ein oder andere Schneeball wurde geworden und auch die Hänge an der Seite getestet. So richtig gut ging das abfahren nicht, aber Spaß hatten wir trotzdem.

Am Ursprung der Fils gibt es ein kleines Häuschen zum Rasten. Das war unser Ziel. Am Vormittag hatte ich Muffins gebacken, die konnten an der frischen Luft verspeist werden und schmeckten natürlich ganz hervorragend. Und ich hatte kurz entschlossen noch die kleine Tüte mit Walnuss-Schiffchen eingepackt. Das Wasser an der Quelle fließt erstmal in ein kleines Becken. Dort haben wir dann auch ein paar der Schiffchen schwimmen gelassen.

Auf dem Rückweg wurde dann vor allem das Septembermädchen müde. Die Schneedecke auf dem Schotterweg war nicht dick genug zum Schlitten ziehen und drauf sitzen. So mussten beide Kinder laufen. Gar nicht so leicht. Denn ich war auch noch nicht kräftig genug, das Septembermädchen zu tragen. Doch am Ende erreichten wir alle das Auto und erinnern uns nun immer gern an diesen Winterausflug.

Winterfreuden

Gestern Morgen ziehe ich das Rollo hoch und denke: hoppla, da ist es ja weiß draußen. Die Kinder sind total aus dem Häuschen. Der Dezemberjunge ist wieder ganz schnell mit dem Frühstück fertig und zieht sich an. Draußen wird dann schon mal Schnee geschippt. Wir machen uns mit dem Fahrradhänger als Kinderwagen auf den Weg zum Kinderhaus. Unterwegs ist er dann ziemlich weiß. Tagsüber schneit es auch immer wieder leicht weiter. Dank der Temperaturen unter null bleibt es auch liegen.

Im Kindergarten haben alle Kinder besonders viel Spaß. Mit den Kinderschneeschaufeln wird der Schnee in die Luft geworfen. Da fliegen dann lauter Kometen rum. Mit der Sonne sieht das richtig schön aus. Wir machen noch einen Spaziergang in den nahegelegenen Park. Da er am Berghang liegt sind noch andere Kinder unterwegs. Doch es gibt auch noch freie Stellen für unberührte Septembermädchen Schneeengel.

Auch bei uns im Garten wird fleißig gespielt. Es wird eine Bahn auf der Wiese geschoben. Das ist nun die neue Laufradrennstrecke.

So langsam gewöhnen sich auch unsere Hühner an den Schnee. Doch es dauert eine ganze Weile, bis die fünf aus ihrem Häuschen kommen, wenn draußen alles weiß ist. Angelockt von ein paar Leckerein aus der Küche ist es dann doch okay. Aber den Großteil der Zeit verbringen sie nun unter dem Stall. Dort liegt kein Schnee.

Eiseskälte

Kalt ist es. Wunderschön kalt. Und irgendwie fühlt sich auch alles andere etwas erstarrt an. Der Dezemberjunge hatte von Freitag bis Sonntag Fieber. Nun hängt er noch etwas schlapp mit verstopfter Nase in der Wohnung rum. Das Septembermädchen bleibt auch einfach zu Hause. Ich habe keine Lust auf Theater und Fahrrad fahren und so. 

Unser Hühnerstall kommt auch nicht voran. Eingefroren auch er. Ich warte auf wärmere Temperaturen. Bevor es weiter geht muss die eine Seite gestrichen werden, damit wir den Stall an seine endgültige Position stellen können. Sonst wird er wahrscheinlich zu schwer. Dabei hatte ich gehofft am kommenden Samstag zu einem Kleintiermarkt zu fahren. Vielleicht machen wir das trotzdem? Mal sehen. 

Jetzt packen wir uns erstmal alle warm ein und stecken die Nase raus. Die Kinder hauen sich zwischen durch die Köpfe ein. Lagerkoller. Vielleicht hilft ein bisschen frische Luft.  

 

Leben im Jahreslauf: Einkehr und Ruhe

Der November beginnt und die Natur macht Winterpause. Die Bäume sind nach den letzten Stürmen kahl. Die Zugvögel sind schon lange weiter geflogen. Und mit den ersten kalten Temperaturen scheint es mir immer, als würden sich Pflanzen und Tiere noch einmal extra ducken und zurück ziehen. Irgendwie ist alles ruhiger. 

Auch ich bin nun im Herbst und Winter gemütlicher, langsamer und sehne mich nach mehr Ruhe. Mit dem Dezemberjunge und dem Septembermädchen im Haus ist das nicht immer einfach. Doch auch mit Kindern kann man diese besondere Zeit am Ende jeden Jahres genießen und gestalten, so dass jedes Bedürfniss beachtet wird. 

Das Wichtigste, so finde ich immer, ist dabei im Alltag bewusst zu sein. Die kleinen und großen Momente bewusst zu erleben. Diese Präsenz die Kinder automatisch haben und hoffentlich lange beibehalten, können wir wieder lernen. Im Herbst und Winter gelingt mir das immer besonders gut. Denn es gibt viele Dinge die gerade dazu einladen. Ein Herbstspaziergang, zum Beispiel. Blätter rascheln, Herbstluft und der Wind weht um die Nase, dabei kann ich super zu mir kommen, den Alltagsstress von den Schultern rutschen lassen und mich mit den Kindern treiben lassen. Doch nicht nur draußen funktioniert das gut, auch in der Wohnung gibt es nun Dinge die uns besonders Freude machen. Der Dezemberjunge hört gerne Geschichten und so kuscheln wir uns an und lesen ein schönes Buch vor. Die letzten waren „Nils Holgerson“ und „Hörbe und sein Freund Zwottel“, Geschichten die ich schon als Kind gerne gelesen habe. Wichtel, Hutzelmänner und Zwerge passen auch wunderbar in den Herbst. 

Gemütlich und ruhig ist es bei uns auch am Nachmittagstisch. Gemeinsam trinken wir Tee. Kuchen backen macht Spaß, wärmt auf besondere Weise Wohnung und Herz und schmeckt allen einfach gut. Dazu noch eine Kerze auf dem Tisch. Vom Küchentisch können wir die Vögel im Futterhäuschen und in den Büschen beobachten. So sind wir verbunden. Heute sagte das Septembermädchen, „die Vögel freuen sich jetzt. Weil du das Vogelhaus wieder angeschraubt hast, Papa.“ „Ja und du hast ihnen Futter reingelegt.“  

 Am Abend habe ich heute wieder im Kürbisgeist die Kerze angezündet und ein paar weitere Kerzen aufgestellt. Die Kinder finden es gemütlich und ich weiß um die besonderen Nächte die nun kommen. So werden mein Bedürfnis nach natürlichen Ritualen rund um das Jahr ganz gemütliche Begleiter der Kindheit. So fühlt es sich für alle gut an.