An manchen Tagen ist man als Mutter einfach stolz. Besonders dann, wenn ein Entwicklungsschritt sich zeigt, der bei Gleichaltrigen schon lange vollbracht wurde. Auch wenn ich da sehr entspannt bin und beiden Kindern ihre Zeit gebe und lasse ist da Erleichterung da, wenn es soweit ist. Ich richte meinen Blick im Alltag auf das, was sie können, auf ihre Besonderheiten und das was sie zeigen. So sind wir alle entspannt. Nur manchmal schleicht sich da diese Stimme in meinem Kopf ein. Die Stimme, die sagt; „das Mädchen malt Kopffüssler schon so lange, der Dezemberjunge sollte das auch schon längst können“ oder „ich muss ihnen viel mehr Bastel- und Malangebote machen, sonst lernen die das nie“. Tatsächlich Male und Bastel ich nicht so gerne mit meinen Kindern. Ich mache das alleine auch nicht so oft. Dafür lese ich stundenlang Bücher vor, kitzeln wir uns durch oder singen und singen und singen oder sind draußen unterwegs bei Wind und Wetter. Und es zeigt sich immer wieder, dass das genau richtig ist. Kinder suchen sich das was sie brauchen. Bei uns gibt es Buntstifte, Papier und Scheren zur freien Verfügung. Also können unsere Kinder jeder Zeit auf diese Art kreativ werden. Und dann, wenn man es am wenigsten erwartet und eigentlich ganz was anderes im Kopf hat, präsentieren sie ihre neuen Errungenschaften. 

So war es heute. Eigentlich wollte ich schon weiter gehen. Wir waren in einem Laden. Ich habe das Packet abgegeben und die Kinder flitzten in die Spielecke. Neben Schaukelpferden, gibt es Bücher zum Anschauen und Malsachen. Ich bin bereits fertig und möchte eigentlich schon weiter gehen. Der Dezemberjunge möchte noch malen. Also gut. Und schwups malt der Dezemberjunge vor sich hin. Dann ruft er begeistert: „Ich hab ein Gesicht gemalt!“ Als ich auf sein Bild schaue sehe ich diesen kleinen Mensch. Kopf. Beine. Fuß. Und das herrlichste strahlende Lächeln. 

Danke, lieber Dezemberjunge! 

Einfach so – rechnen, schreiben, lesen?

„Mama?, was ist zwei und zwei?“, fragt der Dezemberjunge und schaut sich seine Hände an. An beiden hat er zwei Finger ausgestreckt. Ich sage nichts. Ich konzentriere mich aufs Auto fahren und antworte dabei immer etwas langsamer. So beantwortet er seine Frage selber „Vier.“ 

„Und drei und drei?-Mama?“ „Schau es dir an“, antworte ich. Denn seine Hände zeigen wieder jeweils drei Finger. Und so kommt die Antwort ganz schnell von ihm. 

Es ist nicht das erste Mal, das er mit den Finger rechnet. Nicht immer verwendet er „und“ also plus. Wir haben auch schon die 2er-Reihe bis fünf gehabt. Der Dezemberjunge fragte von sich aus „Was ist zwei mal zwei?“ Nachdem er sich die Frage beantwortet hatte ging es weiter mit zwei mal drei, zwei mal vier und zwei mal fünf. Dann waren alle Finger aufgebraucht. So geht es oft beim Auto fahren, oder im Fahrradanhänger. Er zählt und entdeckt die Welt der Zahlen. Hausnummern zum Beispiel, sind wunderbar um Zehner zu lernen. Eine zwei und eine drei heißt 23. Das bereitet noch viel Kopfzerbrechen. Denn die zwei steht doch zu erst. 

  
„Mama eine Drei!!!“, ruft der Dezemberjunge und strahlt mich an. Im Sand hat er eine drei geschrieben. Es folgen noch weitere und er ist stolz, dass eines seiner selbstgemalten Zeichen eine Drei ist. 

Es passiert einfach so. Im Auto, beim Spazieren gehen, hier und dort, immer und überall und wir beobachten, begleiten und staunen. Denn viel ist es nicht was wir tun und doch eine Menge. Wir hören zu. Wir beantworten Fragen. Wir zeigen ihnen unsere Welt und sind an ihrer Welt interessiert. Es ist ein Geben und Nehmen. Keine Einbahnstraße. Lernen kann wechselseitig sein, in Beziehung und mit Vertrauen. 

Vertrauen in die jungen Menschen die wir begleiten. Vertrauen in mich. Vertrauen in uns. Wenn mir vertraut wird, entsteht ein Bewusstsein. Ich kann! Ich darf! So wie es für mich passt. Ich vertraue darauf, dass wir Menschen alles lernen können, was wir brauchen. Ohne Schule als Institution. Dieses Vertrauen spiegelt der Dezemberjunge, wenn er mir im Gespräch sagt: „Ich lerne ja auch Schnitzen ohne Schule. Und Französisch lerne ich gerade auch. Und Rechnen.“ Ja, das und noch viel mehr. Denn da sind unendlich viele Fragen. Und wir suchen nach unendlich vielen Antworten. 

Ohne Worte dafür mit einem Lächeln

Seit einer Woche sind wir nun schon in Frankreich bei meiner Schwester. Die meisten Tage verbringen wir auf dem Hof. Wir sammeln Brombeeren, machen kleine Wanderungen oder bereiten diverse Leckereien zu. Gestern Nachmittag haben wir einen kleinen Ausflug gemacht. Im Tal gibt es einen großen See, mit Naturschwimmbad, verschiedenen Spielplätzen und anderen kostenpflichtigen Beschäftigungsmöglichkeiten. Und es gibt einen öffentlichen Strand. Diesen haben wir angesteuert. Wir wollten nur ein bisschen mit den Füßen die Wassertemperatur testen. Denn Sand zum bauen nutzen und ausruhen. 

Wir sind erst ein paar Minuten da. Der Dezemberjunge zieht die Hose aus und stiefelt schon mal los. Als ich mit dem Septembermädchen hinter her komme, hat er schon etwas interessantes gefunden. Ein älteres Mädchen und ihr Bruder haben im flachen Wasser fleißig gebaut. Nur ein paar Augenblicke schaut der Dezemberjunge zu. Nimmt dann eine Hand voll nassen Sand und reicht ihn dem Mädchen. Sie lächelt, nimmt ihn entgegen und baut damit weiter. So bauen sie dann eine Weile gemeinsam. Auch das Septembermädchen fängt an. Ein Eimer und Schaufel liegen rum. Sie bäckt erstmal Geburtstagskuchen. Bei dem älteren Jungen liegt noch ein Eimer und eine weitere Schaufel. Der Dezemberjunge nimmt sie. Ich sehe an den Gesichtszügen des Jungen, dass er nicht so begeistert ist. Doch als der Dezemberjunge mit einem Eimer voll mit nassem Sand zurück kommt und ihm diesen ohne Worte dafür mit einem Lächeln reicht, nimmt er ihn, baut seinen Turm weiter und reicht ihn wieder zurück.  

So verbringen wir einen sehr entspannten Nachmittag. Und ich bin dankbar diese Begegnung erleben zu dürfen. Ohne Worte geht oft sehr viel, in Beziehung gehen mit anderen Menschen auf jeden Fall. 

„Mama geh weg!!!!“

Ich liege mit den Kindern im Bett. Der Dezemberjunge ist schon eingeschlafen. Ganz erschöpft und müde von den letzten Tagen. Das Septembermädchen hampelt noch rum, macht laut und muss noch irgendwelche dringende Sachen erledigen, u.a. ihre Pupe aus dem Bett schmeißen. Ich bitte sie etwas leise zu sein, da der Dezemberjunge nun schläft. Sonst reagiert sie dann ganz kooperativ und weiß, dass ich nun ganz für sie da sein kann, heute ist es irgendwie anders. Sie fängt an zu schreien und zu bocken, wie ein kleines Pferd. Kein Scherz, sie legt sich wirklich hin, vergräbt ihr Gesicht zwischen den Armen und lässt die Beine in die Luft fliegen. Ich weiß nicht so genau, was da los ist und, da ich nicht an die rankomme, signalisiere ich ihr, das ich warte bis sie so weit ist. 

Da fängt sie an zu treten. Ihre Füße treffen meinen Rücken und meine Beine. Sie schreit: „Geh weg Mama! Geh weg!“ Ich schaue sie an, frage, ob ich raus gehen soll. 

„Ja!“ 

„Geh weg!“ 

„Dann möchtest du alleine einschlafen? Oder dich an mich ankuscheln?“, frage ich sie noch ein Mal. „Ankuscheln“, kommt als vernuschelte Antwort. Und schon kuschelt sie sich an mich an. Von Wut, Ärger und wilden kleinen Pferden keine Spur. Nun darf ich noch den Teddy richtig einhuscheln und dann ist sie ganz ruhig. 

Ein kurzes Schauspiel, wenige Minuten nur. Es hätten aber auch viel mehr werden können. Ganz anders wäre die Situation verlaufen, wenn ich direkt hinausgegangen wäre. Doch ich war in diesem Moment offen, habe mich mit ihr verbunden und nicht nur die Worte gehört. Ich habe ihre Gefühle sein gelassen und sie aufgenommen, wie ein Blitzableiter. Sie gingen durch mich durch, konnten bei mir jedoch nichts kaputt machen. 

Nicht immer meinen Kinder genau das was sie sagen. Aber meistens heißt es, schau mich an, nimm mich wahr und dann bitte in den Arm. 

„Wenn ich erwachsen bin, will ich auch Imker werden“

Es summt und brummt um uns herum. Emsig fliegen Bienen hin und her. Wir warten gespannt auf das was jetzt passieren wird. So richtig wissen wir noch nicht was passiert und ob es funktioniert. Vor uns ein weißes Tuch, dahinter eine Beute, die neue Wohnung für die Bienen. Wenn alles klappt ziehen sie gleich dort ein und wir können einem Bienenumzug zusehen. Noch sind die Bienen in einer Kiste. Dort hinein wurden sie geschüttelt, nachdem der Schwarm ausgezogen und vorübergehend im Apfelbaum gelandet ist.  

 Nun werden die Bienen auf das Tuch geschüttet. Sie müssen selber als Schwarm in ihre neue Wohnung einziehen. Es summt und brummt noch mehr. Dem Septembermädchen wird das zu viel, sie geht lieber wieder nach unten. Die Bienen stehen auf dem Carport-Dach. Der Dezemberjunge ist ganz fasziniert. Ganz ruhig steht er am Rand, geschützt von einem Kinder-Imkerhut. Nach wenigen Minuten krabbeln die ersten Bienen hinein, schnell spricht es sich im Schwarm herum und es entsteht ein richtiger Bienenstrom. Nach zwanzig Minuten sind die meisten Bienen eingezogen.  

 

Das ist nur eine der vielen Begegnungen mit Bienen und ihren Lebensgewohnheiten, die wir diese Woche mit erleben dürfen. Auch eine Kontrolle der Bienenvölker ist dabei. Wir erleben wie ein Volk aufgelöst werden muss. Die Vorbereitungen zur Honigernte und auch die Ernte selbst können wir erleben. Danach geht es klebrig weiter. Der Honig muss ja auch noch aus den Waben raus. Der Dezemberjunge schaut sich alles ganz genau an. Kann nicht genug bekommen, weder von Bienen noch von Honig. Auch ein Bienenstich an der Hand, der dann die nächsten Tage sehr dick wird, lässt ihn an seiner Entscheidung nicht rütteln. Wenn er mal erwachsen ist, will er auch Imker werden.  

Gewissenhaft werden die Meissner Stadtbienen kontrolliert

  

Auf dem Carport-Dach zwischen Schnittlauch und Parkhaus – die Bienenstöcke

  

Im Kloster Heilig Kreuz – Meissner Stadtbienen Imker bei der Arbeit

   

Bilderstrecke

Es ist schon eine Weile her. Doch es passt zum letzten Beitrag in der Frei-Schwimmer Kategorie. Nur ein paar Bilder heute. 

„oh da liegt was, das hol ich mir mal“

 

„so machen das die grossen immer. warum nehmen die das in Mund? „

  

„und los“

  

„egal, den einen schmeiss ich schon mal weg“

  

„was die damit immer wollen, so ist besser“

 

Bei dir

Es ist halb zehn abends. Du hast schon eine Weile geschlafen. Vom Husten wirst du unruhig. Du weinst und kannst dich nicht beruhigen. Du stehst im Bett, drückst dich durch, weist uns zurück. Inzwischen kennen wir solche Situationen. Da sein. Warten. Zuhören. Ganz in diesem Moment. Ganz bei dir. 

Leise Summe ich eine Melodie. Für mich. Für dich. Du nimmst meine Hand, ziehst mich mit. Auf meinen Arm. „In die Trage!“ Dann sind es nur noch du und ich. Wir. Die Welt da draußen ist egal. Du schmiegst dich an mich. Dein Kopf klemmt unter meinem Kinn. Deine Beine reichen mir längst bis zu den Knien. In diesem Moment werden wir wieder Eins. Für einen Moment bist du wieder mein kleines Baby. So zart. So bedürftig. So geborgen. 

Ein kurzer Moment. Du tankst voll auf. Dann willst du wieder in dein Bett. 

Du weißt, du darfst immer wieder mein Baby werden, egal wie groß du schon bist. Und ich sauge sie ein, diese kleinen Momente. Kostbar sind sie nun. 

„Mama ich will auch Schwimmflügel“

In den Osterferien war ich zum ersten Mal alleine mit beiden Kindern im Schwimmbad. Nach dem ich mit dem Septembermädchen alleine war, das Schwimmbad und alles kennen gelernt hatte und es so entspannt war, konnte ich mir auch vorstellen mit beiden Kindern schwimmen zu gehen. Hin zu kommt natürlich, dass beide Kinder nun etwas größer sind als während der letzten Freibadsaison. In der habe ich Anfragen auf gemeinsame Freibadbesuche immer abgelehnt. Mir war es einfach zu viel. Viele Menschen, viele Eindrücke für mich und die Kinder und dann auf zwei Kleinkinder aufpassen. Lieber habe ich unser Planschbecken raus geholt und mich gemütlich daneben gesetzt. So konnte ich meine Reserven eher auftanken, als gänzlich leer gesaugt und überlastet aus dem Freibad zu kommen. 

Natürlich war das Hallenbad in den Ferien nicht ganz leer wie bei unserem letzten Besuch. Aber trotzdem so, dass ich entspannt genug war. Und so wurde es auch ein schönes Erlebnis. Als erstes bin ich mit beiden Kindern zum Nichtschwimmerbecken an die Treppe gegangen. So standen wir dann da. Ich im 80 cm tiefen Wasser  und die Kinder auf ihrer ausgewählten Treppenstufe. Vorsichtig tastete sich der Dezemberjunge bis zur untersten Stufe. Dann war es ihm doch eher ungemütlich und er wollte lieber ins Kinderbecken. Als das Septembermädchen das hörte, hatte sie auch keine Lust mehr an der Treppe zu sein. Also gingen wir zum Kinderbecken. Dort trafen wir dann zufällig einen Kindergartenfreund des Dezemberjungen und so spielten beide erstmal Blauwal, später Pirat und allerlei andere Spiele. Sie sprangen durch das Wasser legten sich hin und hatten ihre wahre Freude. Auch das Septembermädchen fühlte sich wieder pudelwohl. Diesmal angelte sie sich verschiedenste Spielzeuge der anderen Kinder und probierte nach Herzenslust aus. Immer wieder „schwammen“ Babys in Schwimmreifen mit Sitzvorichtung vorbei (Kennt Ihr die? Diese Dinger hab ich selber noch nie gesehen und musste innerlich mehrmals meine Hand an den Kopfschlagen, wobei ich das nicht wegen der Eltern, sondern wegen der Industrie/Wirtschaft mache, die mit solchen Produkten Ängste unterstützen und mal ehrlich, wie sieht den so ein Ding mit Kind drin aus. Die Kinder sind darin nur noch Puppen. Na Danke!). Neugierig wie Kinder sind Fragen natürlich beide was das ist. Auch der Kindergartenfreund hat Schwimmflügel an und so kommt irgendwann die Frage nach dem Warum? 

Warum haben die anderen Kinder Schwimmflügel?

Erstmal konnte ich die Frage mit, „weil die Mamas/Papas das möchten“, befriedigend beantworten. Doch das Thema war noch nicht vom Tisch. Kurz bevor wir gehen wollten, kam der Dezemberjunge ganz stolz mit einem Paar Schwimmflügel am Arm vorbei geschwommen (im 30 cm tiefen Wasser). Er hatte sie sich von einem Jungen ausgeliehen, der sie gerade nicht brauchte. So lies ich ihn ein paar Runden damit ziehen. Dann gab er sie wieder ab, denn es war Zeit für uns nach Hause zu gehen. 

Das Thema Schwimmflügel wird uns, trotz unserer elterlichen Klarheit, weiter beschäftigen. Wir müssen klare Antworten für unsere Kinder und Mitmenschen finden. Die unterschiedlichen Charaktere der Kinder (oder das Alter) erfordern, dass wir uns ganz darauf einlassen und schauen, wie es auch dem Kind damit geht. Wir sind immer umgeben von Schwimmhilfen, wenn wir schwimmen gehen. Selbst wenn im Schwimmbad selber keine Spielsachen Angeboten werden. Das wir ganz alleine im Schwimmbad sind wird eher selten vorkommen. Doch wie gehe ich damit um? An diesem Tag war ein Ausprobieren dran. Wie fühlt sich das an? Drückt es am Arm? Kann ich mich damit noch so bewegen wie ich das möchte? Es kommt, wie so oft, immer auf die Situation an. Eine richtige Antwort auf die Frage des Dezemberjungen ‚Warum ich nicht?‘, werde ich nun suchen, so dass es für ihn auch ersichtlich wird. 

Wie erklärt ihr es Euren Kindern? Und wie geht ihr damit um, wenn sie die Schwimmhilfen ausprobieren wollen?

Frei-Schwimmer

Seit dem wunderbaren und inspirierenden Kinder in Bewegung Kongress kommen immer wieder Fragen zum freien Schwimmen lernen auf. Viele Eltern haben für sich beschlossen diesen Weg zu gehen und probieren nun diese Möglichkeit im Rahmen des Familienschwimmens aus. Auch ich werde nun regelmäßig mit beiden oder mit einem Kind schwimmen gehen. Um meine Erlebnisse und Erfahrungen mit anderen Eltern, also Euch, teilen zu können habe ich nun einen neue Kategorie ins Leben gerufen. Frei-Schwimmer. Hier könnt Ihr Berichte von Schwimmbad Besuchen lesen. Wie ging es mir als „unfrei-Schwimmer“, welche Fragen und Bedenken kommen auf. Aber vor allem wie erlebe ich die Kinder, welche Wege gehen sie und was ändert sich bei mir durch diese Erfahrungen. Ich freue mich sehr, wenn Ihr eure Erfahrungen und Erlebnisse in den Kommentaren hinterlasst und teilt. So können wir uns austauschen, Mut machen und den Weg ebnen für weitere Frei-Schwimmer. Hier habe ich bereits von meinem ersten Besuch mit dem Septembermädchen berichtet. 

Dankbarkeit durch kleine Rituale

„Wo wart ihr?“, fragt der Dezemberjunge unsere Nachbarin. „Ostergeschenke besorgen.“, antwortet sie. „Für uns?“, fragt der Dezemberjunge zurück. 

Kinder lernen sehr schnell, wo und wann sie etwas geschenkt bekommen. Ob es die Scheibe Wurst, der Traubenzucker oder ein Stück Laugengebäck ist, Kinder merken es sich und fordern es beim nächsten Mal wieder ein. Auch zu den Festen im Jahreslauf gibt es Geschenke. Ob groß oder klein ist ganz egal. Seit Tagen hören wir: „Der Osterhase bringt auch Schokolade!“ Ganz selbstverständlich und mit einer großen Gewissheit kommt es aus dem Kindermund. 

Ja, der Osterhase bringt auch Schokolade. Warum wir Ostern feiern und warum der Osterhase, Eier und Schokolade bringt ist für viele nicht klar. Das es eine Vermischung von verschiedenen Festen ist. Das wir, als christlich geprägte Gesellschaft, die Auferstehung Jesu feiern. Der Sieg über den Tod. Was das mit Eiern und Hasen zu tun hat? Diese sind übernommen aus den Ritualen Frühlings- und Fruchtbarkeitsfesten, die vor der Christianisierung gefeiert wurden. Damals wurde aus Dankbarkeit für die Natur gefeiert. Das nach einem langen Winter die Natur wieder erwacht und sie die Menschen mit einer Fülle an Nahrungsmitteln beschenkt. 

Dankbarkeit. 

Ein großes Wort. Doch wie kann Dankbarkeit vorgelebt werden. Besonders an solch besonderen Tagen? Reicht ein kleines Wort? Aber an wenn richte ich mein „Danke“, wenn der Osterhase die Geschenke bringt und meistens nicht zu sehen ist? Wir haben dafür ein Osterhasenhäuschen gebaut und ihm Löwenzahn und Möhre als Dank und zur Stärkung hingelegt.  

    
 Beide Kinder konnten gut mithelfen, Material sammeln, Äste abschneiden und Blumen pflücken. Es ist eine gute Beschäftigung um das Warten ein bisschen zu verkürzen. Und Beide waren sich einig, dass sich der Osterhase darüber freuen wird und sich gut Stärken kann. Danke sagen, auf Osterhasenart.