Über Nacht

Am Abend am Feuer sitzen. Den Vollmond hinter den Bäumen auf der Albkante aufgehen sehen und am Morgen danach Botschaften am Feuer entdecken.

Eine Nacht im Zelt hinterlässt nicht nur Müdigkeit. Auch das Glück, an diesem Ort sein zu dürfen. Das Vogelkonzert am Morgen ist nicht nur Schlaf störend, sondern auch wunderschön. Die Stimmen klingen durch die Wiesen. Ein Vogel antwortet dem anderen. Zwischendurch ein großes Gezeter. Der Nachbarskater maunzt und läuft über die Wiese. Irgendwie schafft er es in unser Vorzelt.

Später folgt der Spaziergang zum Bäcker. Die Kinder möchten unbedingt Brötchen. Zur Stärkung gibt es ein Stück Hefezopf. Wir laufen durch morgendliche Wiesen, am Graben mit dem Mädesüß entlang, über den Spielplatz ins Dorf hinein. Auf dem Rückweg wird noch geschaukelt. Erst dann kann die Wiese hinunter geflitzt und gefrühstückt werden.

Garten Neustart

Vor gut einer Woche hatte ich meine „Die-Schnecken-haben-mir-alles-weg-gefressen“ Depression überwunden. Nebenbei auch fest gestellt, dass im Juni noch so viel ausgesät werden kann, oder eben nochmal. Und das deswegen noch gar nichts richtig verloren waren. Und so legte ich direkt los. Ich säte Mangold und Rote Beete nach, genauso wie die Buschbohnen. Stangenbohnen hatte ich mir schon vorher im Gewächshaus vorgezogen. Irgendwo hatte ich gelesen, dass das sinnvoll ist. Diese durften vor einer Woche auch schon raus und dazu gab es Schneckenkorn von Neudorf. Tja liebe Schnecken. Dies mal war ich gewappnet. Und heute hab ich mich sehr gefreut, dass ich die ersten Keimblätter entdeckt habe. Auch das Gewächshaus bereitet mir große Freude. Drei Gurken konnten wir letzte Woche schon ernten und die erste Tomate wird rot. Und es gibt noch so viel mehr worüber ich mich in unserem Garten so freue.

Und dann haben wir heute noch etwas besonderes entdeckt. Eine kurze Wartezeit im Auto kann ein ganz schön großes Glück sein. Besonders wenn, wie heute, die Wolken nur so über den Himmel rasen. Nicht nur wilde Tiere könnten wir sehen. Nein, auch Regenbogenwolken. Ein Dachfenster, ist da natürlich auch von Vorteil.

Eimerweise Wasser

Der Sommer ist da! Nach der letzten Regenphase ist nun das Hoch eingekehrt. Herrlich! Es ist ja nicht so, dass wir noch keine schönen Tage hatten, aber so wie im Sommer ist es eben erst jetzt. So mit früh schon in T-Shirt und kurzer Hose unterwegs sein können, Mittags im Schatten Siesta machen und auch abends ist es lange hell und auch noch warm. Ich liebe es. Und die Kinder? Die Fragen nach Freibad und anderem Wasserspass. Doch auf Freibad habe ich trotz Hygienemaßnahmen noch keine Lust und so habe ich unserm Pool ausgegraben. Naja, Pool ist wohl zu hoch gegriffen. Nehmen wir das gute alte Wort Planschbecken. Das trifft es wohl eher. Eigentlich hatte ich es auch größer in Erinnerung. Aber vielleicht sind auch die Kinder gewachsen. Wer weiß das schon? Nun ja. Spaß haben sie trotzdem mit Eimerweise Wasser.

Unterwegs zwischen Heimat und Zuhause

Wir sind zum Kaffee mit unserem Makler auf unserem Lebensort verabredet. Er hatte uns bei der Übergabe im Herbst einen Feigenbaum versprochen. Nun ist es soweit und wir bekommen einen wunderschönen Feigenbaum geschenkt. Nebenbei plaudern wir über dies und das. Er schaut sich interessiert um, was sich so alles getan hat. Der Garten interessiert ihn auch, werkelt er doch selber gern in seinem Garten und probiert dieses und jenes aus. Ja, wir verstehen uns gut mit „unserem“ Makler. Das Wetter ist allerdings nicht ganz so gemütlich und so verabschieden wir uns wieder. Mit dem Septembermädchen machen wir einen kurzen Spaziergang zum Tümpel. Dann ist es schon Zeit den Dezemberjungen beim Klassenkameraden abzuholen. Ich habe wenig Lust auf Auto fahren und müde erschöpfte Kinder. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich noch genügend Zeit habe um nach Hause zu wandern. Pünktlich zum Abendbrot sollte ich wieder da sein. Perfekt. Und so mach ich mich auf den Weg. Der Herzensmann braust mit dem Septembermädchen im Auto davon.

Zwischen Lebensort und aktuellem Zuhause liegen 10 km. Eine Strecke die der Herzensmann schon öfter gelaufen ist, also schnell, so jogging laufen. Kein wandern laufen oder gar spazieren gehen laufen. Laufen und Laufen ist ja nicht dasselbe. Nun ja, ich wandere heute. Die Wegführung auf dem Handy dabei. Denn im Wald gibt es verschiedene Wege und es wäre nicht das erste Mal, das ich mich dort verlaufe. Da nimmt man einmal den falschen Abzweig. Das geht ganz schnell und einfach, denn der Wald ist mit Hügeln und Tälern durchzogen. Da geht kein Weg in die Richtung in die man denken könnte. Und so werfe ich regelmäßig einen Blick auf meine Karte.

Immer wieder macht der Weg Biegungen und Wendungen und so sehe ich immer wieder neue Blicke auf unserem Lebensort unten am Fuße der Burg. Es macht mich glücklich hier Leben zu dürfen. Ein Geschenk. Der Weg führt am Waldrand entlang und durch den Wald. Dann komme ich wieder aus dem Wald heraus und bin mitten in den Weinbergen des Nachbardorfs. Was für ein Blick. Ich kann das ganze Tal überblicken und weiter bis nach Stuttgart zur Messe. Auch der Fernsehturm ist zu sehen. Ich stehe und staune. Doch nicht nur der Blick lässt mich staunen. Auch die kleinen historischen Schätze und liebevoll gepflegten „Stückle“, wie man hier sagt, zeigen die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat. Kleine restaurierte Weinbergshütten, überdachte Pressen mitten auf der Wiese zeugen von der Arbeit und dem Alltag der vergangen Generationen. Aber auch der Verbundenheit der Menschen mit der örtlichen Landschaft und Natur. Diese Verbundenheit bzw die Bestimmung des Alltags durch die Natur spüre ich auch, wenn wir Kirschen pflücken, der Zaun bei den Schafen abgebaut werden muss oder andere Aufgaben da sind, die jetzt gemacht werden müssen. Es fühlt sich anders an, als die Wäscheberge die warten oder eine EMail die geschrieben werden muss.

Dann tauche ich wieder ein in den Wald und komme auf vertrautere Wege. Hier bin ich schon öfter unterwegs gewesen, mit Kind oder Hund oder Pferd, je nach dem. Und das Gefühl verändert sich auch. Hier bin ich zu Hause. Doch es fühlt sich anders an. Es gibt eben doch einen Unterschied zwischen Zuhause und Heimat.

Ende der Besuchszeit

Am Montag war es so weit. Die Schule ging wieder los. Für uns alle hieß das zeitig aufstehen. Naja, zumindest drei von uns. Das Septembermädchen konnte ausschlafen, denn sie hatte keinen Kindergarten. Der ist ja momentan nur zweiwöchig. So wie die Schule auch. Doch nicht nur der Dezemberjunge durfte wieder in die Schule, auch die Schafe sollten ihre pädagogische Arbeit wieder aufnehmen. Und so wurden am Montag Nachmittag die Schafe eingeladen. Nun ist es wieder leer auf unserer Wiese.

Perfekt auf gerollt, beim Schafszaun durchaus eine kleine Wissenschaft

Da das Wetter nach dem Zaun abbauen nicht so toll war und wir aber noch ein bisschen Auslauf brauchten, drehten wir noch eine Runde. Vorbei am Teich und am Spielplatz. Irgendwann beim Wettschaukeln fing es dann wieder an zu regnen. Und während ich so wartete und nass wurde, wollte ich dann doch langsam wieder Richtung Auto gehen. Als ich die Kinder bat nun langsam aus zu schaukeln, da es nun doch doller regnet, meinte das Septembermädchen, auf der Schaukel unterm Baum, es nieselt dich nur. Jaja.

Und dann gibt es nach wie vor die all gegenwärtigen Schnecken. An ein paar Stellen gibt es nun Ferromol. Den Pflanzen tut es durch aus gut. Selbst die Dahlien strecken ihre Spitzen wieder aus der Erde und werden nicht direkt weg gefressen. Mal sehen.

Knoblauch grün schmeckt auch

Lebensort-Freuden

Die letzten Tage sind regnerisch, grau und kühl. Doch das ist uns egal. Nein, egal nicht. Wir freuen uns drüber. Die Natur braucht jeden Tropfen Wasser. Und wir brauchen die Pause. Schönes Wetter nötigt einen ja immer dazu irgendwas zu machen. Schlechtes Wetter ist da anders. Und trotzdem sind wir jeden Tag draußen. Das ist schön!

Meditation mit Schafen im Regen

Am Samstag fahre ich gleich nach dem Frühstück raus. Es regnet. Egal. Freitag Abend gab es hier einiges an Wind und ich wollte nach den Schafen schauen. Nicht das die wegfliegen, mit ihren großen Schlappohren. Wer weiß das schon. Und dann steh ich da, im Regen, mit Ast in der Hand und die Schafe knurpsen die Blätter ab. Meditation pur. Kann ich nur empfehlen. Besonders wenn die Kinder mit dem Herzensmann einkaufen gehen.

Gurkensonnen
Paprikavorfreude

Im Gewächshaus kündigt sich schon großes an. Dort ist der Regen auch egal. Gießen muss ich immer. Dafür habe ich auch die Schnecken hervorragend unter Kontrolle. Alles hat seine Vor und Nachteile. Die Kohlrabi und Salatreihen haben sich gelichtet auf den Beeten außen. Von den Bohnen ist auch nur wenig übrig. Und auch das Zwiebelgrün bleibt nicht verschont. Tja, die Entscheidung für lebende Schneckenvernichter aka Laufenten ist gefallen. Aber erst wenn wir Vorort wohnen, also nächstes Jahr.

Der Wind, der Wind, das himmlische Entastungskommando

Ja, die Schafe waren noch da. Der Wind nicht stark genug. Aber der Kirschbaum, der hat ein Ast abgeworfen. Gut, dass die Kettensäge im Auto immer mitfährt. Also holen wir den Ast gleich ganz runter und pflücken die reifen Kirschen. Der Wind hätte ja auch erst in einer Woche kommen können. Dann wären noch mehr Kirschen reif. Aber was soll’s. Schmecken lecker und sind eine andere Sorte als unser erster Kirschbaum. Welche? Keine Ahnung. Kirschkenner dürfen sich gerne melden. Wie heißen Pomologen eigentlich bei Kirschen? Cherrylogen? Kirschologen? Oder ganz anders?

Und dann hatten wir noch Kinderfreunde zu Besuch. Spontan zum gemeinsamen auslüften und ein bisschen Freizeit für die Eltern (zumindest drei von vier). Dann wird gemeinsam Schafe gestreichelt. In der großen Schaukel geschaukelt. Am ausgetrockneten Graben entlang zum Spielplatz um die Wette gerannt. Und so mancher Schatz entdeckt. Das Mädesüß beginnt zu blühen. Der Wiesenbocksbart streckt seine großen Pustekugeln in die Wiese und manchmal fragt man sich welcher Gummistiefel da wem gehört. Naja, so lange sie dann wieder angezogen sind…

Besucher auf der Wiese

Schafe zu Besuch auf unserer Wiese

Heute Vormittag war es soweit. Wir trafen uns mit der Klassenlehrerin des Dezemberjungen an der Schule. Dort luden wir Zaun, Zaungerät, Batterie und alles andere ein was wir so für die Schafe bräuchten. Und dann mussten noch die Schafe in den Anhänger. Aber das ging dank Lämmerkorn ganz schnell und einfach. Und als alle fünf drin waren, gab es ein Konzert. Ja, beschweren können sich die Fünf. Das ging auch am Ziel gleich weiter, denn der Zaun war zwar vorbereitet, aber noch nicht ganz fertig und so mussten die Schafe und die Lämmer noch ein bisschen im Anhänger ausharren. Puh. Nicht so leicht. Doch dann war es soweit und sie konnten ihr Feriendomizil begutachten. Fast ein Wellnessurlaub wird das werden. Zumindest was das Futterangebot anbelangt und viel mehr braucht ein Schaf ja gar nicht. Nun ja wir freuen uns und sind ganz neugierig, was wir mit den Schafen alles so erleben werden. Bis Mitte Juni werden Sie bei uns sein. Und dann geht die Schule ja wieder los. Da müssen Schulschafe auch wieder in die Schule gehen. Dann ist Schluss mit dem Lotterleben. Aber bis dahin, ja, bis dahin geht es ihnen so richtig gut.

Streicheleinheiten inklusive
Abtauchen ins hohe Gras

Die ersten Kirschtage

Am Freitag Nachmittag war es soweit. Der Herzensmann klettert in den Kirschbaum und sägt uns zwei Äste runter. So können wir ganz entspannt Kirschen ernten. Ja, Kirschen ernten ist so eine ganz gute Sache. Die Klassenlehrerin vom Dezemberjungen erzählte bei ihrem Besuch am Morgen, dass sie diese Methode am Anfang ganz schön drastisch fand. Doch die Bäume vertragen es gut. Wenn man dabei mit Augenmaß und „Genügsamkeit“ vor geht. Zusammen gekommen ist eine Menge. Ich schätze so sechs Kilo. Die Äste hängen voll mit leckeren schwarzen Süsskirschen. Viele wandern beim Pflücken in den Mund. Es gibt Kirschflecken auf T-Shirts und Kleidern und volle Körbe. Dabei bin ich dankbar. Dankbar für die Fülle der Natur. Reich beschenkt fahren wir nach Hause und geben weiter an die Nachbarn.

Volle Körbe mit den ersten Kirschen

Als wir anfingen mit Kirschenernten, bat ich den Dezemberjungen vom Scheunenboden einen Korb herunter zu holen. Er brachte den Großen im Vordergrund des Bildes. Ich hab im ersten Moment den Kopf geschüttelt. Über so einen großen Korb und gefragt, ob er nicht einen kleineren findet. Doch im Nachhinein ist der große Korb gar nicht mehr zu groß. Er meinte auch es gibt keine anderen. Das Septembermädchen fand dann den kleineren normal großen Korb im Hintergrund.

Kompott und Marmelade – Sommerfrüchte für später aufbewahren

Zum so weg naschen war die Menge an Kirschen natürlich zu viel. Meine Recherche brachte, dass Süsskirschen eigentlich nur zum Weg essen gut sind, aber man könnte auch noch Daft daraus machen und Likör. Beides nicht meine Favoriten. Meine Großmutter machte immer Kompott aus allen möglichen Sommerfrüchten. Eine meiner Erinnerungen ist, das wir Kinder am Wochenende fragten, ob wir Nachtisch essen. Meine Mutter sagte dann manchmal, schaut ob wir noch ein Glas Kompott im Schrank haben. Wenn ja, konnten wir Nachtisch essen. Wenn der Vorrat leer war, wurde beim nächsten Besuch bei meiner Großmutter das ein oder andere Glas eingepackt. Oft standen längst vergangene Jahreszahlen darauf. Und so machte ich Kompott mit Kernen und etwas Zimt und eine Nelke kamen mit in das Glas. So stehen die ersten vier Gläser im Schrank. Marmelade probierte ich auch. Ebenso mit etwas Zimt und gemahlener Nelke, außerdem der Daft von einer Zitrone und etwas geriebene Zitronenschale. Am Schluss wird natürlich probiert. Mit dem Finger am Topfrand. Lecker!

Kirschpfannkuchen zum Frühstück

Und dann war der Korb immer noch nicht sichtbar leerer geworden. Also backe ich noch einen Kuchen. Und ich finde ein leckeres Frühstücksrezept. Kirschpfannkuchen. Das tolle, die Kirschen müssen nicht entsteint werden. Das Essen ist so zwar etwas holperig, aber ohne die Kerne wären die leckeren Kirschpfannkuchen viel zu schnell im Mund verschwunden.

Zur Zeit

Auf dem Rad nach Hause

… fahren wir wieder täglich Rad. Inzwischen auch das Septembermädchen mit viel Freude und mehr und mehr Sicherheit. Seit Montag darf sie wieder in den Kindergarten. Zumindest diese Woche und dann jede Zweite. Und so fahren wir wieder hin und her mit dem Rad. Ich genieße diese kurzen Radstrecken mit einem oder manchmal auch zwei Kindern sehr.

Steinpuzzle

… liegt ein schönes volles Besuchswochenende hinter uns. Die Schlafreserven sind nach dem Zelten auf unserem Lebensort wieder auf gefüllt und wir haben ein großes Projekt geschafft und freuen uns daran. Gemeinsam wurde unsere vorbereitete Terrassenidee umgesetzt. Ratzfatz am Anfang und dann mit etwas Durchhaltevermögen bei schlechtem Wetter fertig gestellt.

Kirschohrringe

… werden die ersten Kirschen reif. Und so wurde auf der langen Leiter in den Baum gestiegen und die ersten roten Kirschen gepflückt. Nur ein kleines Döschen voll. Denn ein bisschen Sonne brauchen sie dann doch noch. Aber die ersten Kirschen vom eigenen Baum sind etwas sehr besonderes. Und ein schöner Nachmittagsvertreib.

Hoch hinaus.
Küken auf Entdeckungstour

… leben nun nur noch zwei Küken bei uns. Dafür entwickeln sich diese ganz prächtig und entdecken auch wozu so Flügel gut sind. Ich muss wohl mal ein Netz drüber machen. Ansonsten haben wir dann flügge Küken im Wohnzimmer. Ob ich das so gut finde…

Kükenparty im Wohnzimmer

Seit Dienstag nach Ostern haben wir eine brütende Henne gehabt. Eigentlich dauert eine Brut bei Hühnern 21 Tage und so wussten wir, dass es letzte Woche soweit gewesen sein müsste. Dienstag vor einer Woche waren wir ganz aufgeregt. Wir lauschten am Stall, ob wir schon ein Piepsen hören konnten. Ich hielt unserer Henne das Futter vor den Schnabel und sonst ließen wir sie in Ruhe. Doch es blieb still. Auch die nächsten Tage blieb es noch still. Doch die Hoffnung war noch nicht gestorben, denn ich hatte am Samstag nach Ostern noch weitere vier Eier drunter gelegt und vielleicht synchronisieren sich die Eier? Wir hatten ja keine Ahnung. Es war ja unsere erste Brut. Jeden Tag schauten wir rein, versorgten die Henne und lauschten. Meine Geduld wurde sehr geprüft. Und dann war plötzlich alles noch viel aufregender. Denn Freitag vor einer Woche kamen wir abends von unserem Lebensort wieder. Es war schon etwas spät und wir mussten noch Abendessen. Doch als erstes schaute ich bei unserer Henne nach. Sie saß wie immer auf dem Nest. Doch irgendwas war anders. Dann sah ich die kaputte Eierschale neben dem Nest liegen und wusste ein Küken ist geschlüpft. Was für eine Freude! Ich fütterte die Henne noch mal und dann sah ich es erst. Es lag ganz matt auf dem Stallboden in der Streu und piepste verzweifelt. Oh nein! Was mach ich nun. Es kam von selber nicht wieder in das Nest. Und ohne die wärmende Henne würde es erfrieren. Ich versuchte es unter unsere Henne zu schieben. Doch die Glucke verteidigte ihr Nest gut und pickte nach mir. Keine Chance, das war klar. So nahm ich das kleine Ding in meine Hände und schützte es. Dann ab in die Wohnung. Wie sollen wir es nun wärmen? Und das die ganze Nacht? Und wie warm braucht ein Küken es überhaupt? Fragen über Fragen schossen mir durch den Kopf.

Unser erstes Küken unter der Rotlichtlampe

Ja, darauf war ich nicht vorbereitet. Ich habe in die Natur vertraut und naiv gedacht, die Glucke brütet die Eier aus und versorgt dann ihre Küken ganz wunderbar. Doch so ist Natur nicht unbedingt. Nicht nur. Sicher ist Natur auch wunderschön und bisweilen auch romantisch. Aber eben nicht nur. Wie wir auch an den kommenden Tagen noch erleben werden. Doch zurück zu Freitag Abend mit unserem frisch geschlüpften Küken in der Küche. Ja denn da saß ich dann erstmal. Auf dem Küchenfussboden mit der Rotlichtlampe in der Hand. Das Küken in einem kleinen Schuhkarton. Langsam erholte es sich und mit der zunehmenden Wärme wurde es lebendiger und flatterte unbeholfen herum. Es lebte. Der Herzensmann kochte nebenbei Essen und wir wechselten uns ab, mit Lampe halten und Essen und die Kinder koordinieren und weitere Lösungen finden. Und wie der Zufall wollte hatten wir eine Woche vorher von Bekannten einen Brutautomat geschenkt bekommen. Diesen holten wir nun aus der Garage, schalteten ihn an und probierten aus wie wir Temperatur und Luftfeuchtigkeit einstellen können. Dann setzten wir das Küken hinein und brachten die Kinder ins Bett.

Während ich das gute Nacht Lied sang kam mir die Idee, das Küken doch noch mal unter die Glucke zuschieben. Ich wollte es probieren. Denn ich hatte ja noch die Hoffnung, dass aus den weiteren neun Eiern auch noch Küken schlüpfen. Und so probierte ich es an dem Freitagabend spät noch mal. Es war schon dunkel, die Glucke schlief bereits und das Küken schlüpfte ganz selbstverständlich unter ihren Bauch. Nun blieb also zu hoffen, dass sich unsere Glucke gut um das Küken kümmern würde und noch weitere Küken schlüpfen.

Ein Zettel den der Dezemberjunge lesen kann, damit die Kinder am nächsten Morgen keinen Schreck bekommen.

Machen wir einen kleinen Zeitsprung von Freitag Abend zu Sonntag früh. Inzwischen wussten wir das ein weiteres Küken geschlüpft sein muss. Wir haben noch mehr kaputte Eierschalen gesehen. Doch das Küken noch nicht. Am späten Vormittag wollte ich die Eierschalen entfernen und nach sehen. Da fand ich ein lebendiges und ein totes Küken. Warum wissen wir nicht. Als ich das tote Küken und die Eierschalen entfernen wollte pickte unsere Henne heftig nach unserem gesunden Küken. Das konnte ich nicht akzeptieren. Ich wollte das eine gerettete Küken lebend wissen. Ob aus den anderen acht Eiern noch etwas werden würde wussten wir nicht. So quartierte ich unser Küken im Wohnzimmer ein. Von einer Bekannten konnte ich Wärmeplatte und -Lampe ausleihen. Nun hatten wir also ein Küken im Wohnzimmer.

Goldie unser Küken im Wohnzimmer

Doch unser Küken blieb alleine. Aus den restlichen acht Eiern ist bis Dienstag Morgen kein Küken geschlüpft. Dann habe ich beschlossen mich auf die Suche nach Küken zu begeben. Denn ein Küken alleine geht für mich gar nicht. Doch es ist gar nicht so einfach drei Tage alte Küken zu finden. Doch ich hatte Glück und konnte sie am Mittwoch abholen. Und so haben wir zu unserem Küken noch zwei weitere gekauft. So wohnen in unserem Wohnzimmer nun drei Küken. Das ist ein Gepiepse…

Unsere drei Küken – Goldie, Nora und Krawallo