Tür für Tür

Tür für Tür nähern wir uns dem Weihnachtsfest. Durch den Adventskalender wird die Zeit, die wir haben erlebbar. Jeden Tag ein bisschen weniger. Bei uns wird nicht nur auf Weihnachten gewartet. Auch der Nikolaus wird herbei gesehnt und der Geburtstag des Dezemberjungen. So viel gibt es im Dezember zu erleben und ich bin irgendwie auch froh, dass es dieses Jahr ein bisschen weniger von außen gibt. Keine Termine für Weihnachtsfeiern oder Vorspiele. So gibt es mehr Freiraum. Raum zum Vorlesen und gemütlich machen. Raum, den ersten Matscheschnee zu begrüßen. Vielleicht auch Raum zum entspannten basteln nach Kinderwunsch.

Doch nicht nur der Adventskalender wird Tür für Tür kleiner. Wir haben dieses Jahr einen besonderen Adventskalender. Denn seit gestern, pünktlich zum ersten Dezember wird bei uns auf dem Lebensort das alte Bauernhaus abgerissen. Erst flogen die Türen zum Fenster raus. Nun fehlt schon das Dach. Auch hier wird etwas weniger und weniger. Tag für Tag. Dafür entsteht auch hier Raum. Frei-Raum für ein neues kleineres Haus. Unser Haus. Und so sehe ich in diesem Jahr nicht nur den Adventskalender weniger werden, sondern auch das Haus. Endlich und vielleicht genau zum richtigen Moment.

Kaninchentage

Seit Einiger Zeit dreht sich hier alles um unsere Kaninchen. Erst ging es unserer Kaninchendame wieder schlechter. Sie fraß nicht gut und nahm wieder an Gewicht ab. Der Tierarzt diagnostizierte wieder Zahnprobleme und dann stellte sich unter Narkose heraus, dass sie zusätzlich noch einen Abszess im Maul hatte. Für uns war dann ganz klar, dass es für Gretel, unsere Kaninchendame, nur noch Schmerzen und Stress bedeutet. Und so traffen wir die Entscheidung sie aus der Narkose nicht mehr aufwachen zu lassen. Auch das ist Aufgabe eines Tierhalters. Besonders wenn die Tiere zum reinen Vergnügen gehalten werden. Dies dürfte bei den meisten Haustieren der Fall sein. Mein Schwager sieht Haustiere etwas anders, denn Haustiere müssen gegessen werden können. Auch das ist eine mögliche Haltung. Letztendlich ist es wichtig, dass das Leben artgerecht ist.

Dazu zählt bei Kaninchen, dass sie nicht alleine leben. Und so stand dann am Dienstag schon fest, wir benötigen neue Gesellschaft für unsern verbliebenen Hänsel. Dank unserer Tierärztin hatten wir auch gleich einen guten Kontakt zu einer Kaninchenauffangstelle. Nach einem kurzen und informativen Telefonat, hatte ich wieder einiges zu tun. Ich bereitete in der Waschküche einen neutralen Ort für die Kaninchen zu. Dort sollten sie sich erstmal die ersten Tage beschnuppern und kennen lernen. Am Donnerstag war es dann soweit. Ich fuhr mit den Kindern zur Auffangstelle in Wendlingen, die bei den Kleintierzüchtern untergebracht ist. Dort gab es also nicht nur Kaninchen zu bestaunen, sondern auch verschiedene Hühner, Fasane und Enten. Dann ging es zu den Kaninchen. Da gab es so viele verschiedene, abgegeben aus unterschiedlichen Gründen. Uns wurden alle gezeigt, die für uns in Frage kamen. Denn zu einem kastrierten Rammler kann nicht jedes Kaninchen einfach dazu gesetzt werden. Am Ende durfte ein junges Pärchen bei uns einziehen. Nun können sich die drei Kaninchen kennen lernen. Und wir schauen regelmäßig Kaninchenkino und beobachten ob alles in Ordnung ist und sie sich gut vertragen, oder ob es hoch her geht. Tatsächlich sieht alles sehr gut aus und in den nächsten Tagen dürfen sie dann in ihr richtiges Gehege umziehen.

SonnenTag

So ein herrliches Wetter! Eigentlich zwar viel zu warm für diese Zeit im Jahr, doch ganz ehrlich, ich freu mich darüber. Denn es macht es uns leichter raus zu gehen und der Seele die nötige Portion Natur zukommen zulassen. In diesen Tagen brauchen wir davon eigentlich noch mal mehr. Und so waren wir nicht nur am Samstag sondern auch am Sonntag draußen auf unserem Lebensort. Genießen, auftanken und ein bisschen werkeln. Die Zeit wird immer weniger, durch die kürzer werdenden Tage. Das merken wir deutlich. Und so fahren wir kurz vorm Mittag raus. Es gibt wieder leckeres aus einem Topf. Diesmal Linsen, dazu eine Portion Nudeln, die wir fertig gekocht mitnehmen. Der Tisch in der Sonne, das Feuer prasselt im Herd, herrlich. Der Herzensmann baut mit den Kindern die automatische Hühnerklappe ein und ich verbrenne noch ein paar Brombeeren, vielleicht werden wir ihnen irgendwann Herr. Und dann ist die Zeit auch schon wieder um. Sonnenstrahlen gefangen haben wir bestimmt extra viele.

Von Samhain, Halloween und einem blauen Mond

„Mama! Das war das schönste Halloween, dass wir je gefeiert haben!“ sagte gestern Abend das Septembermädchen zu mir. Das Schönste! Wow. Und dann auch noch das erste, welches wir überhaupt gefeiert haben. Nun hängt die Messlatte hoch, könnte man meinen, doch eigentlich war es ganz schlicht und doch ganz genau richtig. Die Natur hat uns unterstützt mit ihren natürlichen Wundern, die nur die wahrnehmen, die hinschauen und sich Zeit nehmen zum Staunen. Gestern wurde es uns aber auch ganz einfach gemacht.

Aber von Anfang an. Denn das wir Halloween feiern ist für mich nicht selbstverständlich. Wir als Kinder haben es eigentlich nicht gefeiert. Die amerikanische Variante mag ich auch nicht. Ich bin kein Fan von Gruseln und schrecklich Verkleiden, ebenso kann ich dem Betteln an fremden Haustüren nichts abgewinnen. Auch ohne Corona. Und doch kennen unsere Kinder die amerikanische Variante und wollten gerne Halloween feiern. Aber bitte mit betteln, denn eigentlich geht es ihnen doch nur um die Süßigkeiten.

Und ich? Ich wollte auch feiern. Oder eher diesen besonderen Tag, das Fest Samhain der Kelten, im Jahreskreis hervorheben. So wie es unsere Vorvorvorfahren auch irgendwann mal gemacht haben. Mit Feuer und Kürbisgesichtern (früher waren es Rüben), mit Laternen und Räuchern, draußen auf unserem Grundstück. Denn dort fühle ich mich den Jahresrythmen näher, bin mit der Natur stärker verbunden. Es fühlt sich einfach richtig an. Und so war klar, wir feiern Halloween, auf unsere Art und Weise.

Bei schönstem Sonnenschein und spätsommerlichen Tagestemperaturen fuhren wir gestern Mittag raus. Ganz alleine würden wir nicht sein. Die Kinder hatten den Wunsch geäußert mit ihren Freunden gemeinsam zu feiern und so kam eine Freundesfamilie dazu. Freundesfamilien sind etwas tolles, denn bei Freundesfamilien können die Kinder mit den Kindern und die Eltern mit den Eltern. Das ist schön und etwas besonderes. So haben wir uns alle gefreut, gemeinsam zusein. Am Anfang würde mich ein bisschen gewerkelt, die beiden Jungs haben zwei große Kürbisse geschnitzt. Alleine und ganz nach ihren Vorstellungen. Dann würde das Feuer entzündet, zum Grillen und Stockbrot machen. Und dann war es plötzlich dunkel. So wie es eben Ende Oktober plötzlich stockdunkel ist, besonders auf einer Wiese ohne elektrische Beleuchtung. Nur ein paar Teelichter, die Kürbisgesichter und das Feuer spendeten uns Licht. Die Mädchen waren ganz begeistert, kuschelten sich an und erzählten, dass sie ja nun schon gaaaaanz besonders lange auf sind. Eigentlich war es erst kurz nach sechs Uhr, doch die Zeit fühlte sich anders an. Hier und jetzt. Das Glockenläuten wehte zu uns herüber aus dem Dorf, die Jungs fragten, ob das die Mitternachtsglocke sei. In der Dunkelheit war für sie alles möglich. Und dann entdeckten wir die ersten Sterne, unter ihnen war der rötlich leuchtende Mars. Kurz danach ein schimmern und leuchten hinter der Albkante. Der Vollmond ging auf und mit ihm war die Wiese wieder in Licht getaucht. So hell, das wir und die Bäume Schatten warfen auf dem Gras. So hell, dass alles, was vorher im Dunkeln lag, wieder in ein nächtliches kühles Mondlicht getaucht war. Und wir saßen und staunten. Die Jungs tobten über die Wiese und die Mädchen kuschelten sich auf den Schoß. Beide waren nun doch müde und wollten gerne nach Hause. Das Septembermädchen sagte mir „Mama, ich will schlafen, aber ich kann nicht.“ Einen kleinen Moment mussten sie dann doch noch aushalten, denn ich wollte noch einmal um das Haus räuchern. Die Glut war nun genau richtig und so nahm ich mir meine Salbei-, Mädesüß- und Johanniskrautstängel entzündete sie kurz und dann gab es einen tollen Duft. Einmal ums Haus und auf der Wiese um uns. Noch lange hing der Duft in der Luft und selbst im Haus roch man ihn, als wir einige Zeit später alles zu machten, um nach Hause zu fahren.

Wieder zuhause, konnten die Kinder schnell und gut schlafen und wir waren ganz beseelt von unserem Halloween, Samhain oder einfach nur dem Blue Moon, wie der zweite Vollmond in einem Monat heißt. Ganz so welche Bedeutung wir diesem einen Tag geben und ganz so wie es für uns richtig ist.

Und die Süßigkeiten? Die gab es dann auch. Für jedes Kind eine kleine Tüte. Doch tatsächlich erst am nächsten Morgen, denn an diesem Abend war gar keine Gelegenheit dazu und manchmal bringen die Geister eben auch noch etwas in der Nacht vorbei.

Zwischen Walnüssen und Äpfeln

Ja, zwischen Walnüssen und Äpfeln kann ich baden. Oder zumindest meine Tage mit ihnen verbringen. Denn ganz im Zeichen der Ernte stehen die letzten Tage und auch die kommenden werden zum Teil von ihnen bestimmt.

Am Wochenende konnten wir einen Teil unserer Äpfel zum Pressen bringen. Zweierlei Saft haben wir gemacht. Einen reinen Apfelsaft aus zwei Sorten gemischt und einen Apfel-Birnen Saft. Denn irgendwie lagen dann doch einige Birnen im Gras. Und schmecken tun sie im Saft ganz hervorragend. So zum Essen sind sie nichts. Gepresst wurde bei Freunden, die wiederum einen Freund mit einer mobilen Presse haben, der seine Presse bei ihnen im Hof aufgebaut hat. Da ist Mitarbeit gefordert (Perfekt!) und man weiß ganz genau welche Äpfel in der eigenen Safttüte drin sind (nochmal Perfekt!). Und da ich das ganze uneingeschränkt empfehlen kann mache ich hier auch gerne Werbung. Auch wenn die “Mostbar” eigentlich nur im Raum Nürnberg unterwegs ist. Aber wer weiß denn schon wer hier alles so mit liest.

Heute gab es dann noch mal eine schöne Presserei. Dies mal mit weniger Saft, dafür mit um so mehr Händen. Der Kindergarten vom Septembermädchen war bei uns auf dem Lebensort und gemeinsam haben wir Apfelsaft gepresst. Vom Apfel bis zum Saft, dass war für die kleinen sehr spannend. Hand angelegt werden musste natürlich auch. Vom Apfel aufsammeln, waschen, häckseln bis zum pressen konnten die Kinder und Erzieher alles mit machen. Und dann kam das große kosten. Da haben ganz schnell alle ihre Becher gebracht. Und der Saft hat geschmeckt! Leckerst. Denn es ist ein riesiger Unterschied, ob der Saft abgekocht wurde oder Rohköstlich ist. Und wenn mensch dann noch vorher ordentlich mit angepackt hat, ist so ein Saft sagenhaft köstlich.

Und wo bleiben da die Walnüsse bei so viel Apfel und Saft? Die liegen noch zum trocken. Teilweise fallen sie auch erst vom Baum. Und so bin ich regelmäßig dabei sie zu sammeln. Mein Sammlerherz macht Purzelbäume noch und nöcher. Was für eine Freude so schöne Walnüsse auf zulesen. Als Sammler kann Mensch auch nicht genug bekommen. Es könnten ja schlechte Zeiten kommen. Zu den zwei Stiegen auf dem Foto haben sich nun schon drei weitere gesellt. Ich glaube es ist dann doch genug. Nur der Sammler in mir ruft “Wintervorrat” und so bücke ich mich auch für die nächste und die nächste Nuss.

Ein Nachmittag im Wald

Zwischen all den Alltagsaufgaben und Querelen mit unserem Bauprojekt, hat sich ein Waldnachmittag geschoben. Nun ja geschoben. Auch das war eine meiner Alltagsaufgaben. Elterndienst im Kinderhaus. Und so haben wir heute einen Nachmittag im Wald verbracht. Neben spielen und in der Natur sein, den Wald entdecken und zwischen den Bäumen verstecken, haben wir auch ein bisschen gebastelt. Naturmobiles mit Waldschätzen. Und was für Schätze da so gefunden wurden. Toll!

Eine kleine Auswahl gibt es in den Bildern.

Zähne

Irgendwie scheint unsere Zahnodyssee noch kein Ende zunehmen. Aber wer weiß, vielleicht haben wir es nun geschafft. Begonnen hatte sie mit unseren Kindern. Der Dezemberjunge hatte Zahnschmerzen und dann stellte sich heraus das er eine Zahnwurzelentzündung hatte. Naja, das klingt schon nicht so witzig und war es alles ehrlich gesagt auch nicht. Denn als die eine behandelt war, kam die nächste und dann vielen die Füllungen raus und so weiter und so fort. Zwischendurch haben wir den Zahnarzt gewechselt und nun scheint alles gut zu sein. Woher ich das weiß? Wir hatten gestern einen Kontrolltermin mit beiden Kindern. Denn nicht nur beim Dezemberjungen gab es Stellen. Nein auch das Septembermädchen hatte versteckte Kariesstellen und lies nichts an sich machen. Da blieb dann irgendwann nur noch die Vollnarkose. Und nun? Alles super!

Zumindest bei den Kindern. Denn Ich war gestern nicht nur beim Zahnarzt, sondern auch beim Tierarzt. Unser Kaninchen Gretel hatte massiv an Gewicht verloren und Speichel lieg ihr aus dem Maul. Das Fell unterm Kinn war schon ganz nass. Und die Ursache? Trommelwirbel: Zahnprobleme! Tja, da hatten sich die Zähne nicht richtig abgeschliffen und piksten in die Wange. Essen kann man und Kaninchen da ja nicht mehr wirklich. Das versteh ich gut. Und so gab es auch beim Kaninchen eine Zahn-op mit Zahn ziehen und was weiß ich. Was man nicht so alles macht.

Aber nun geht es der kleinen Dame schon wieder besser. Fressen geht nämlich wieder richtig gut und ich habe noch ein bisschen dazu gelernt. Oder wussten Sie, dass Kaninchen keine richtige Darmperistaltik haben und deswegen der Darm nur gut funktioniert, wenn immer frisches Futter nach kommt. Ich nicht. Ansonsten kommt es zu Fehlgärungen. Auch nicht so witzig. So sind wenigstens die kleinen aufregenden Ereignisse recht schnell wieder in die richtige Bahn gelenkt. Von den großen Gewittern die gestern über uns zusammen gebrochen sind, kann ich noch nichts erzählen. Da fehlen mir nach wie vor die Worte. Da ist nur Wut und Ohnmacht. Vielleicht die Tage dann.

In Schwung

So etwas simples und doch so gut. Ja, die Schaukel. Ein tolles Ding. Ganz spontan haben wir heute auf dem Weg zu unserem Lebensort einen Abstecher in den Baumarkt gemacht. Ein Seil musste her. Ein langes! Denn der Plan war gefasst. Wir bauen eine Schaukel. Für kleine aber auch für große Popos. Denn auf so einer Schaukel sitzt jeder gerne. Auch zu zweit geht das. Wir haben das getestet, der Herzensmann und ich. So kann man sich richtig gut zu zweit einschwingen. Manchmal ist das von großer Notwendigkeit. Besonders dann, wenn manch andere Sachen scheinbar so gar nicht in Schwung kommen wollen.

Dazu gehört unser Bauvorhaben. Ja, das alte Haus ist nur mit enormen Geldmitteln wieder instand zusetzen, so dass ein Neubau für uns eher in Frage kam und kommt. Wir haben auch einen schönen Plan mit einer guten Firma gemacht. Haben ein Abrissunternehmen parat und auch die Baugenehmigung wäre nun soweit fertig. Ja, denn auch das hat ja schon ne Weile gedauert. Es gab da so ein paar Rückfragen. Manche waren von der Sorte „Gut dass das noch geklärt wurde“ andere eher so von der Sorte „ Was?! Warum wollen sie das wissen? Haben die sich mal die Pläne angeguckt?“ Und zwischendurch waren alle noch mal im Urlaub. Naja, aber wir wollen da niemandem irgendwas unterstellen. Jeder, der irgendwann mal irgendetwas gebaut hat, kennt das ja. Und dann ist es ja so, dass man und auch frau auf sein Grundstück drauf kommen muss. Zu Fuß, aber auch mit dem Auto. Und da ist unserer zukünftigen Gemeinde doch tatsächlich noch eingefallen, dass sie vor einem Teil unseres Grundstücks noch ein öffentliches Grundstück besitzt. Dieses Grundstück wurde seit Jahr und Tag genutzt zum drüber fahren. Auch andere Parken da. Ist ja öffentlich. Das hatte auch keinen gestört, war alles so weit in Ordnung. Bis vor wenigen Wochen wir den Bescheid bekamen, das wir noch dieses Grundstück kaufen sollten, nein müssen. Denn ohne dieses Grundstück, kämen wir ja nicht auf unseres und damit könnten wir auch nicht bauen.

???

Ja, da waren bei uns erst mal nur Fragezeichen. Denn wie kann es sein, dass wir etwas müssen, von dem wir gar keine Kenntnis haben. Noch dazu wollen wir das Grundstück gar nicht verändern, na gut, das stimmt nicht ganz, wir würden uns wünschen, dass die, nicht so schöne, Miste weggemacht wird. Aber das nur aus Sicherheitsgründen. Die steht nämlich 1,40 m voll mit Wasser. Aber hauptsächlich möchten wir da nur drüber fahren. So wie alle Bewohner unseres Grundstückes vor uns auch. Aber das geht nicht mehr, denn es gibt einen Gemeinderatsbeschluss. Der ist sogar schon vier Monate alt und in dem steht, dass wir dieses Grundstück kaufen müssten, sonst können wir nicht bauen. Mich stören daran ganze zwei Sachen, naja mehr aber das ist nicht ganz so wichtig. Zum einen, klingt das Ganze nach wenn du das nicht machst, dann kannst du auch jenes nicht machen. Das fühlt sich so ein bisschen nach Erpressung an. Darf eine Gemeinde das? Das andere ist, da beschließt eine Gemeinde etwas, was mich maßgeblich betrifft und die Gemeinde hat weder den Anstand mich vor dem Beschluss noch direkt nach dem Beschluss zu kontaktieren und mit mir zu sprechen. Nein! Sie lassen es liegen und liegen und liegen. Bequemen sich erst ganz zum Schluss, wenn es gar nicht mehr anders geht, mit uns in Kontakt zu kommen und uns darüber „in Kenntnis“ zu setzen. Da kann man doch ganz schön sauer werden.

Und ratlos. Denn den gewünschten Preis können wir für die 150 qm nicht zahlen. Das Geld haben wir nicht. Alle Gespräche und Vorschläge unsererseits wurden gefühlt gegen den Wind geführt. Und ich muss bei Gesprächen mit Nachbarn und Freunden feststellen, dass die Gemeinde an dieser Front nicht den besten Ruf hat. Man könnte gar meinen, dass es so eine Art Vetterleswirtschaft gibt, wie es im schwäbischen so schön heißt. Aber auch hier, wir wollen da niemandem etwas unterstellen.

Schön wäre eigentlich nur, wenn wir zu einer Lösung kommen, die für alle tragbar ist. Doch dazu muss man miteinander reden und im Kontakt suchen ist die Gemeinde nicht so gut. Aber wer weiß, vielleicht bringt unsere Schaukel auch da etwas in Schwung. Denn wir können das, mit dem Kontakt herstellen. Und so Schwingen wir uns noch ein bisschen ein, bis wir am Freitag hoffentlich wieder Schwung in die ganze Sache bringen.

Ein voller Erfolg

Vier Monate sind seit meinem Beitrag über mein Kartoffelexperiment vergangen. Zwischendurch habe ich an meinem Kartoffelbeet auch nicht viel gemacht. Ein Mal habe ich Unkraut gehackt und gleichzeitig die Reihen etwas angehäufelt. Aber sonst mussten sie selber klar kommen. Zwischen durch habe ich sie noch bewundert. Klar. Denn schön sahen sie schon aus, meine Kartoffelpflanzen. Besonders als sie geblüht haben.

Gestern war es dann soweit. Die eine Hälfte des Beetes wurde geerntet. Und die 2,5 Kilogramm Kartoffeln, die ich in die Erde gelegt hatte, haben sich deutlich vermehrt. Ein 20 L Eimer ist von der Hälfte des Beetes randvoll. Auf dem Bild ist erst eine der vier Reihen geerntet. Und gegessen haben wir natürlich auch gleich davon. Es gab Kartoffelsuppe auf dem Holzherd gekocht und heute gleich noch Kartoffelpuffer mit eigenem Apfelmus. Ein Schmaus.

Und groß sind die Kartoffeln! Mein lieber Scholli. Die bis jetzt größte Kartoffel hat 500g gewogen. Da braucht man nicht viele Kartoffeln für die Kartoffelpuffer reiben und am Ende hat man trotzdem viel zu viel Teig. Naja, es waren ja nur vier Kartoffeln.

Zufrieden bin ich auf jeden Fall mit meinem diesjährigen Kartoffelexperiment und kann es nur empfehlen. Ein weiteres praktisches Beiwerk ist, dass der Giersch sich durch die Strohschicht hocharbeiten musste und so beim Kartoffelernten gut gejätet werden konnte. Die eine Hälfte des Beetes sieht jetzt also wieder richtig schick aus. Und wenn die zweite Hälfte fertig geerntet ist, säe ich noch Gründüngung ein. So liegt es nicht brach in den nächsten Monaten. Bis dann der Spargel einziehen darf.

Ein Samstag im Sommer

Am Vormittag sitze ich vorm Computer. Zwei Stunden lang darf ich den Ausführungen zur Baumheilkunde und den europäischen Bäumen von Patricia Purker lauschen. Ein weiteres Webinar in meiner Wildkräuter-Ausbildung. Neben bei, ja meine Hände können einfach nicht still sein, schneide ich die erste Ladung Birnen zum Dörren klein. Außerdem verändere und beende ich die Ausschnitte an zwei T-Shirts, die ich selber genäht habe. Am Mittag bin ich fertig und kann mich in selbstgeschneiderter Klamotte kleiden. Ich glaube, man sieht die stolz geschwellte Brust, die sich unter dem neuen Shirt versteckt.

Währenddessen ist der Dezemberjunge beim Mountainbiken. Neu entdeckte Sportbegeisterung. Und der Herzensmann kümmert sich um die Lücken im Kühl- und Vorratsschrank. Auch solche Sachen müssen getätigt sein. Immerhin fällt ein Gang im Moment weg, denn der Garten versorgt uns gerade so gut, dass wir uns den Markt sparen können. So gibt es auch zum Mittag Mangold aus dem eigenen Garten.

Danach darf ich eine kleine ruhige Mittagspause genießen. Und da am Freitag das vorbestellte Buch schon da war (obwohl es erst nächste Woche erscheint), kann ich schon die ersten Seiten lesen. Es liest sich wie die beiden Vorgänger wunderbar. Bis zum Urlaub wird es wohl ausgelesen sein. Eigentlich sollte es meine Urlaubslektüre werden…

Am Nachmittag fahren wir noch raus zum Lebensort. Dort wird unser neuer Grillrost eingeweiht. Vorher binde ich aber noch ein Kräuterbuschen. Diese Kräuterbuschen wurden früher traditionell gebunden, zum einen als Heilkräutervorrat für die kommende Zeit und auch zum Räuchern und Reinigen in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr. Meiner hängt erstmal an der Eingangstür, dort riecht es nun gut.

Auf dem Lebensort genießen wir einfach den Sommer. Die Kinder wollen irgendwann auf den Spielplatz und ich darf mit Buch bewaffnet mit. Ein bisschen Lesezeit bekomme ich tatsächlich. Zum Feuer anmachen wandern wir zurück. Unterwegs wird noch ein Blumenstrauß gepflückt. Dann wird gewartet und gewartet. Auf die richtige Glut und die Nachbarn und einen Freund, um das Grillrost zu bestücken. Doch irgendwann ist es soweit, alle sind da, die Glut ist perfekt und der Abend kann beginnen. Und dann wird es gemütlich und spät. Die Fledermäuse fliegen über unsere Köpfe und den Kindern wird kalt in ihren Sommersachen. Wir müssen wohl doch mal nach Hause fahren. Irgendwann können wir einfach dort ins Haus gehen. Warme Sachen holen und am Feuer sitzen bleiben. Mein Sommernachtstraum.