Heimwerker Königin oder eine Übung in Gelassenheit

Die letzten Wochen sind ins Land gerast. Eigentlich wollte ich Euch an unserem Wochenende teil-haben lassen. Doch irgendetwas ging nicht mit den Bildern. Meine Motivation mich dann da noch dahinter zu klemmen und das raus zu finden, ist sehr gering. Zumindest zur Zeit. Andere Themen sind hier gerade präsenter. Oder fordernder. Das ist wohl das richtige Wort. 

Im Kinderhaus gibt es seit der zweiten Januarwoche eine zweite Spülmaschine. Das Geschirr von 24 Kindern lässt sich sonst nicht schnell genug abwaschen. So hieß es diese einzubauen. Doch wie so oft, kommt das eine zu dem anderen. Die Neue kam an den Platz der Alten. Die Alte bekam einen neuen Platz in einem anderen Zimmer. Dort musste der Platz vorbereitet, am Waschbecken ein Anschluss eingebaut, Verlängerungskabel kindersicher verlegt und eine Abdeckung um die Einbauspülmaschine gebaut werden. Natürlich macht man erst das eine, dann das andere und noch etwas später das dritte. Zwischendurch muss zum Baumarkt gefahren werden, mit dem Fahrrad 15 Minuten, irgendetwas fehlt immer! Und schwups sind die Vormittage und teilweise auch die Nachmittage ins Land gegangen.  

 In den letzten 10 Tagen war ich 4 Mal beim Baumarkt. Jede (!) Fahrt regnete es. Ein Mal habe ich mein Schlüssel vergessen, vorher schon mein Fahrrad beim Baumarkt angeschlossen. So mache ich bei strömenden Regen einen Spaziergang nach Hause, um dann noch zwei Mal zwischen Kinderhaus und zu Hause hin und her zu wandern. Bewegung habe ich in den letzten Tagen sehr viel. Regen und nasse Kleidung auch. So wie gestern, als ich noch Lampen besorgen wollte. Im Media Markt hatten sie sie nicht, also zum Baumarkt, aber auch dieser hatte sie nicht (zum Glück brauchte ich auch noch Winkel und Lochplatten). Und so bin ich am Nachmittag mit beiden Kindern zum Lampenladen gelaufen. Dieser macht hier erst 14:30 auf (warum auch immer?) und hat die Lampen vorrätig. Allerdings kann man nicht mit der Karte bezahlen, mein Bargeld reichte natürlich nicht. Also gingen wir wieder im strömenden Regen zur Post, zurück zum Lampenladen und dann nach Hause. Kindertempo wohlgemerkt, Schritt für Schritt. Und es regnet und regnet und regnet. Nach diesen letzten Tagen bringt mich nichts mehr aus der Ruhe. Gelassenheit und Situationen annehmen, die man nicht ändern kann, kann ich. 

Und eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes machen. Doch das erzähle ich demnächst. 

Die Hausarbeit und die Kinder

Heute hat Ruth von „der Kompass“ (ehemals unerzogen Leben) auf Facebook gefragt, ob unsere Kinder im Haushalt mithelfen. Mich hat die Frage ein bisschen beschäftigt und ich möchte meine Antwort heute hier fest halten und mit euch teilen. 

Vorne weg möchte ich hier noch mal festhalten, der Dezemberjunge ist 5 und das Septembermädchen 3 Jahre alt. Sie können also schon eine Menge, sind aber noch so klein, dass es keine Pläne oder ähnliches gibt, wie es oft bei Schulkindern gemacht wird. Auch ich kann mich an solche Pläne erinnern. Wir haben in meiner Familie so einige Systeme ausprobiert. Ob ich solche Pläne selber einsetzen werde? Ich weiß es nicht. Das wird die Zeit zeigen. 

Doch wie sieht es nun bei uns aus? Mache ich alles alleine? Nein! Denn die Beiden können schon sehr viel. Aber es ist keine regelmäßige Pflicht á la „du musst jede Woche den Müll rausbringen“. Das wäre ja Quatsch. Um Euch ein Bild zu geben und es für mich festzuhalten, möchte ich ein paar Situationen beschreiben, die mir in den Kopf kamen, als ich die Frage gehört habe. 

Gestern Abend: Das Septembermädchen ist schon bereit ins Bett zu gehen. Der Dezemberjunge ist noch mit mir im Bad. Einen kurzen Moment später kommt sie wieder und spricht den Dezemberjunge an. „Du musst unser Bett noch ordentlich machen, sonst mach ich das.“ Der Dezemberjunge hatte im Laufe des Nachmittags eine Hölle im Bett gebaut. Da wir nur dieses eine Bett haben, ist für alle klar, abends muss es wieder ordentlich sein. So dass alle darin schlafen können. Nun ziehen Beide, mit einer klaren Aufgabe, wieder los. Denn der Dezemberjunge möchte die Hölle selber abbauen. Als ich dann etwas später dazu komme, toben die Zwei fröhlich übers Bett. Mmh. Tief durchatmen. Ich schnappe mir Decken, die ins Kinderzimmer gehören und gebe sie dem Dezemberjunge. Er bringt sie dahin. Das Septembermädchen bekommt Kissen aus dem Wohnzimmer. Ich lege die Bettdecken und Kissen wieder richtig hin. Fertig! Schnell unter die Decke kuscheln. Die gute Nachtgeschichte wartet. 

Anfang der Woche habe ich den Weihnachtsbaum rausgestellt. Bei diesem Manöver, den Baum aus der Terrassentür raus zu bugsieren, fallen immer einige Nadeln ab. Ich hole Besen und Schaufel und siehe da, ich habe Gesellschaft bekommen. Das Septembermädhen hat ihr Spiel unterbrochen und steht nun da. „Was machst du?“, ist eigentlich immer die erste Frage. Ich antworte dann immer! Und zwar ganz exakt das was ich mache. In dem Moment also „ich kehre die Tannenbaumnadeln auf.“ „Ich will das machen“, ist die Antwort von ihr. Also gebe ich ihr die Schaufel und den Besen und gehe in die Küche. Zwischen durch trifft auch der Dezemberjunge im Wohnzimmer ein. Er schaut erstmal zu. Irgendwann ruft mir das Septembermädchen zu, dass sie keine Lust mehr hat. Ich sage, dass das okay ist und ich dann weiter mache. Da meldet sich der Dezemberjunge zu Wort. Er macht das. Also Werkel ich in der Küche weiter vor mich hin. Da kommt der Dezemberjunge mit Schaufel und Besen. Er sei jetzt fertig. Schüttet dem Müll weg und räumt Besen und Schaufel in den Schrank. Als ich fertig bin und ins Wohnzimmer gehe ist wirklich alles weg gekehrt. Keine Nadel oder andere Krümmel sind noch da. Ich freue mich und bedanke mich beim Dezemberjungen. 

Meistens ist es ja so. Die Zwei Spielen und spielen. Kaum fange ich dann an zu kochen für das Abendbrot, stehen da zwei ausgehungerte Menschen in der Küche, die schon seit Tagen, ach Wochen, nichts zu essen hatten. Und so huschen sie mir dann um die Beine. Vielleicht fällt ja was runter, oder eine kleine Hand stibitzt sich was. Und dann kommt die Ansage „Ich will mit machen!“ Wenn dann noch genug zu schneiden ist, kein Problem. Beide setzen sich an den Tisch, bekommen Brettchen und Messer, und los geht’s! Oder es gibt etwas zum umrühren. Doof ist, wenn einfach nur gewartet werden muss, bis das Essen fertig ist. Ab und an ist die Spülmaschine dann gerade bereit zum ausräumen. So kam auch vor kurzem von mir die Idee, räumt doch die Spülmaschine aus. Und da fingen die Beiden an. Und als das Essen fertig war, war auch die Spülmaschine ausgeräumt. 

Tischdecken machen wir gerne gemeinsam. Zum Einen weil es mehr Spaß macht und zum Anderen stehen die Teller bei uns zu weit oben. Aber ab und zu ruf ich auch, „wer hilft mir mit Tischdecken?“ Keiner. Auch okay. Und jedes Kind hätte auch gerne immer sein Lieblingsbesteck. Also sollen sie es sich selber raus suchen. Da konnte ich dann auch diesen Satz hören, „wir machen aber nur unser Besteck. Du musst deins selber raus holen.“ Äh, Danke. Ich fühlte mich etwas vor den Kopf gestoßen und so sagte ich das auch. Aber es hatte keine Auswirkungen. Ich hab mir dann mein Besteck selber rausgesucht. 

Und manchmal fangen die Beiden mit ihrer neuen Seife an, das Bad zu putzen. Die Seife wird schön nass gemacht und mit ihr oder einem Lappen über sämtliche Oberflächen drüber gewischt. Sie putzen das Bad. Und das dürfen sie auch. Dass das so nicht meinen Vorstellungen von putzen und Sauberkeit entspricht, ist meine Sache. Da sie nicht das Klo geputzt haben ist alles gut. 

Und so gibt es viele kleine Momente und Geschichten in denen Beide super „helfen“. Genauso gibt es die Geschichten in denen sie mit Absicht irgendetwas durch die Gegend oder Müll einfach runter schmeißen, in denen ich alles alleine mache. Viele Sachen machen sie selber und das gerne. Weil sie können, weil sie wollen und sie dürfen (nicht im Sinne von erlauben sondern Lassen). Es gibt nur manchmal in sehr speziellen Fällen ein Nein, das geht jetzt nicht. Immer mit Begründung und dann ist es auch okay. Und so ist es im Moment ein Gemeinsames tun und ich wünsche mir, dass das so bleibt. 

Unser Wochenende 6./7. Januar 2018

Der Samstag beginnt ruhig. Bis auf eine kleine Enttäuschung seitens der Kinder. Die Kronen liegen nicht auf dem Frühstückstisch! Ich hatte am Nachmittag zuvor von einigen Drei Königsbräuchen gelesen und diese der Familie erzählt.    
Zum Glück haben wir alles da und so steht den Kronen nichts im Wege. Beide Kinder bekommen eine und spielen immer wieder über den Tag verteilt damit. 

 Auch einen Drei Königskuchen soll es geben. Leider haben wir keinen Blätterteig in Haus und hier ist Feiertag. Also wage ich mich an dieses schnelle Blätterteigrezept. 

   Am Nachmittag geht es noch mal raus. Wir brauchen noch etwas Hasenfutter und Bewegung und Frische Luft. 
 Danach gibt es Kuchen und alle fragen sich wo die Mandel ist. Heute wird sie nicht gefunden. Ist da wirklich eine drin?

   Dann machen wir zum letzten Mal die Kerzen am Weihnahhtsbaum und an der Pyramide an. Auch ein Räuchermännchen darf sein Pfeifchen paffen. Morgen soll ab geschmückt werden. 
Am Sonntag Morgen darf ich lange im Bett bleiben. Kurz vor Mittg stehe ich auf. Wir wollen wenigstens einen Ausflug in den Ferien machen (dank Erkältungs-Staffellauf waren wir fast ausschließlich zu Hause). Ich schaue nach was es gibt und entdecke eine Kinderführung im Schloss in Bad Urach. Die Führung ist ausgebucht, so machen wir uns ohne Führung auf einen Streifzug durch das Schloss. 

 Die Prunkschlittensammlung gefällt den Kindern besonders. Und wir Erwachsenen sind etwas irritiert über die Bräuche und Lebensgewohnheiten der Adligen früher. 

   Ein schön gemachtes Rätsel für die Kinder macht die Tour durchs Shhloss abwechslungsreich. Der Dezemberjunge hat viel Spaß dabei die Fragen mit uns zu beantworten. 
 Danach drehen wir noch eine Runde durch Bad Urach. So viele schöne Fachwerkhäuser gibt es hier zu bestaunen und schicke Gullideckel. 

Wieder zu Hause gibt es den Rest vom Kuchen. Noch ist die Mandel nicht gefunden. Ich werde tatsächlich beschuldigt, keine hinein getan zu haben. Doch ich habe ein Beweisfoto. 

   Und zum Glück kann ich sie wenig später in meinem Kuchenstück finden. Meine Ehre ist gerettet und wir alle hatten viel Spaß. 
 Danach wird gespielt und abgeschmückt. Ziemlich spät gehen die Kinder ins Bett. Gut das sie am Montag noch mal frei haben. 

Euch Wünsche ich eine gute Januarwoche. Und bei Susanne kann man sich durch weitere Wochenenden lesen. 

Aus meinem Wollkorb

Die Abende sind lang. Zeitig wird es Dunkel. So kann ich ganz getrost vor mich hin Stricken. Und tatsächlich entsteht so einiges auf meinen Nadeln. Schon im Sommer hatte ich mit einem Großprojekt angefangen. Die shoreline vest beschäftigte mich eine Weile. Zwischendurch gab es auch eine Phase in der ich gar nicht gestrickt habe. Doch seit einer Weile ist sie fertig. Fast. Es fehlen noch drei Knöpfe. Ich möchte gerne zu meiner gelben Weste Kokosnussknöpfe und die finde ich nirgendwo. Natürlich kann ich sie im Internet bestellen, aber ich brauche nur drei Knöpfe. Meistens gibt es dann noch eine Mindestbestellmemge von 5€. Naja und so trag ich meine Weste ohne Knöpfe. Nur ein Foto gibt es noch nicht. 

  
Als nächstes wanderten drei Knäul dunkelblauer Merinowolle in meinen Korb. Eigentlich hatte ich sie mal für eine Hose gedacht. Doch nach einigem Überlegen fing ich mit dem Kuschelpullover aus „Geschenke aus dem Wollkorb“ an. Die größte Größe passt genau mit der dünneren Wolle zusammen. Während ich dann vor mich hin strickte, in etwas langweiligen Rechte Maschenrunden, kam mir die Idee ein „Pullover-Kleidchen“ daraus zu machen. Also veränderte ich das Strickmuster minimal. Zum Beispiel fügte ich einen „Gürtel“ hinzu. Dieser rafft das ganze in der Mitte etwas und durch die zwei rechte – zwei linke Maschen wird es noch etwa flexibler. Nun ist auch dieses Stück fast fertig. Ja, auch hier fast. Mir ging kurz vor Schluss die Wolle aus. Nun muss ich warten. Unser Wollladen hatte diese Wolle nicht mehr und sie scheint es auch nicht mehr zu geben. Hoffentlich hat sie noch ein anderer Wollladen zufällig vorrätig. Eine Tasche wird das Kleid auf jeden Fall auch haben.  

 Und eigentlich passt es ganz gut, dass ich nun nicht weiter Stricken kann. Eigentlich hab ich nämlich viel mehr Lust an einem ganz anderen Strickprojekt zu arbeiten. Wieder etwas für mich. Wieder aus dem Heft „swoon maine“. Diesmal ist es der sunrise cardi. In der schönen Farbe schwarz. Nein, schön ist es nicht. Eigentlich trage ich viel lieber bunt. Jedoch brauche ich, ja wirklich, ein schwarzes „Drüberziehdings“ für meine Chorkonzerte. Im Dezember war es wirklich kalt in der Kirche. Wobei, eher zugig, was nicht wirklich angenehm war. Und so habe ich diesmal auch noch eine Frist bis ich fertig sein möchte. Im April ist das nächste Konzert. Das scheint nun noch furchtbar lange hin, so schnell strick ich aber auch wieder nicht. Deswegen Schluss mit schreiben und ran an die Nadeln. Seit gestern sind immerhin schon sechs Zentimeter Strick entstanden. 

  

Zum Jahreswechsel

Ruhige Tage liegen hinter uns. Ein Weihnachten mit wenig Terminen. Nur kanns, keine muss unbedingt. Es gab auch keinen Besuch. Und so plätschert hier jeder Tag dahin. Wir schlafen lang, frühstücken gemütlich, meist sind die Kinder bis Mittag im Schlafanzug, es wird viel Lego gebaut, wir Großen räumen noch etwas auf und zwischendurch wird auch etwas geputzt. Aber ansonsten passiert nicht viel und so ist es genau richtig. Denn ein bisschen erkältet waren am Anfang die Kinder, dann ich und nun auch der Herzensmann. So tut die Ruhe und das „nach unseren Bedürfnissen leben“ sehr gut. Und so ist auch heute der Jahreswechsel ruhig. Am Vormittag habe ich hier noch etwas geputzt und das Arbeitszimmer wurde noch ordentlich, da gestern noch ein Regal abgeholt wurde. Nach dem Mittag und etwas Lego bauen sind wir raus gegangen. An der Fischtreppe konnten wir das milde sonnige Wetter genießen. Erst um fünf gab es Kaffee trinken. Und so wurde es später, denn nun musste erstmal ausgiebig Lego gebaut werden. Irgendwann begann das Septembermädchen kund zu tun, dass sie nun müde sei und ins Bett möchte. Also fing ich an Abendbrot zu bereiten. Es wurde nach acht und das Septembermädchen aß nur noch etwas Salat. Sie war zu müde. Hinzukommt, dass sie die ganze Zeit schon die Knaller sehr deutlich wahr nimmt und sie in Angst und Schrecken versetzen. Egal wo es knallt und ob es am helllichten Tag ist. Sie hat Angst. 

Mit dem Dezemberjunge mache ich nach dem Essen noch Wunderkerzen an. Fasziniert schaut er dieser beim Brennen zu. Er ist begeistert von dem Raketen und Knallern. So steht er noch eine Weile am Fenster und schaut den ersten Raketen zu. Er strahlt als er dann ins Bett kommt. Zwanzig nach neun schlafen Beide. Deutlich später als sonst. Das war dem Dezemberjunge auch sehr wichtig. 

Ich habe wieder die Kerzen draußen an gemacht. Mein Rauhnachtritual. Dieses Jahr begehe ich sie zum zweiten Mal sehr bewusst. Ich bin gespannt, wie sich dass auf das neue Jahr aus wirkt. Auf jeden Fall gehe ich mit diesen besonderen Tagen sehr achtsam um. Diese Achtsamkeit tut mir sehr gut. Heute werden wir nicht mehr viel Machen. Morgen heißen wir dann das neue Jahr Willkommen. Wir werden kleine Walnusskerzenboote fahren lassen, ihnen unsere Wünsche und unseren Segen mit geben. Für das erste Frühstück werde ich nun noch Glücksbrötchen backen. Sie werden hoffentlich wie Schweinchen aus sehen. Und so starten wir ganz geruhsam in das neue Jahr. Ich bin gespannt, was sich verändern wird. 

Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch (O-Ton der Kinder „Warum sagen das jetzt alle Leute“) und ein gesegnetes neues Jahr. 

Noch zwei Mal schlafen 

Heute Morgen konnte ich eine kleine Unterhaltung der Kinder hören. Sie öffneten gerade ihren Adventskalender. Da sie einen gemeinsamen haben, wechseln sie sich mit Öffnen ab. Heute war der Dezemberjunge wieder dran. Während er das Säckchen abmachte, erklärte er dem Septembermädchen „Morgen bist du noch mal dran und dann ich und dann ist Weihnachten!“ Und plötzlich ist er da. Der Tag auf den sie nun so lange gewartet haben. Am Anfang waren da ja noch so viele Säckchen und es würde noch viel zu lange dauern bis endlich Weihnachten ist.  

Ein Glück war in den letzten Tagen so viel los, dass alles nun ganz schnell ging. Schließlich brauchen wir auch einen Weihnachtsbaum. Den haben wir heute im Halbdunkeln gesägt. Dank Regen mit richtig viel Matschepampe. Wie letztes Jahr auch haben wir wieder die Schafe angeschaut und Punsch getrunken. Ein Erlebnis. Für alle. 

Zwischendurch gab es bei uns dann auch etwas weniger weihnachtliches, aber fast genauso festliches. Der Dezemberjunge wurde 5 Jahre alt. Vor lauter Aufregung konnte er schon kaum schlafen. Den Tag haben wir gemeinsam verbracht. Nach gemütlichem Geburtstagskuchenfrühstück und Geschenke bestaunen, sind wir nach Stuttgart in die Mitmach Ausstellung über die Ritter gefahren. Das hat sich unser Dezemberjunge schon lange gewünscht. Und es hat sich sehr gelohnt. Nicht nur die Kinder hatten viel Spaß.  

Und gestern ging es mit Geburtstag im Kinderhaus weiter und am Abend dann wieder der Umschwung auf Weihnachten mit der Kinderhaus Weihnachtsfeier. Langeweile gibt es da eigentlich nicht. Wir sind auf jeden Fall froh nun Ferien zu haben. Den Husten und Schnupfen weiter ziehen zulassen und noch zwei mal zu schlafen. 

Denn dann ist der Weihnachtsabend da. 

Wie viel kostet Liebe?

Keine Woche bis Weihnachten. Werbung hier und Werbung da. Überlegungen wer was geschenkt bekommt gibt’s schon länger, doch nun beginnt die heiße Phase. Denn es wird ja wirklich ein Geschenk für diesen gebraucht und jene darf man auch nicht vergessen. Hin und wieder hört man auch, dieses Jahr gibt es nur etwas Kleines. Am Ende liegen trotzdem eine Menge Geschenke unter dem Baum. Denn das Kleine fühlte sich plötzlich nicht mehr ausreichend an. Warum eigentlich? 

Ein Phänomen, welches ich dieses Jahr bei mir selber beobachten konnte. Ich habe ein Geschenk gefunden. Genauer gesagt, das Geschenk. So eins bei dem der Beschenkte (oder die Beschenkte oder das Beschenkte. Ich möchte jetzt hier nicht eines der Geschlechter benachteiligen, aber es behindert meinen Schreibfluss, wenn ich jedes Mal noch der, die oder das dazu schreiben muss. Also es kann immer der oder die oder das sein, jedoch steht nur eins davon da.) also so ein Geschenk, bei dem der Beschenkte sich freut, weil es genau das Richtige ist. Der Beschenkte vorher gar nicht wusste das er das „brauchen“ könnte. Also Nagel auf den Kopf getroffen. Und so lag das Geshenk da. Schon eine Weile. Die Vorbereitungen krochen näher, dann etwas schneller und so langsam schlich sich das schlechte Gewissen ein. Ist das denn genug? Reicht das? Vielleicht hat man selber einen Wunsch geäußert, der ganz anders geartet ist und monetär  bemessen eventuell mehr wert ist. Dann geht das Vergleichen direkt los. Ganz schnell kann es dann sein, dass man sich unwohl fühlt. So ging es zumindest mir. Da stand ich nun mit meinem perfekten kleinen Geschenk. Und dann machte ich mich auf die Suche nach noch einem kleinen Geschenk. Denn zwei  kleine Geschenke machen ja doch auch etwas mehr her, oder? Und nun liegen da mehrere kleine Geschenke. Und ich frage mich, warum? Warum ist das Eine nicht gut genug? Warum muss es in Relation zu irgendetwas sein? Angemessen oder Ausgewogen oder was weiß ich. Warum kann uns unser schlechtes Gewissen da so rein spielen? Und es betrifft ja nicht nur Partner- oder Freundschaften. Warum bekommen Kinder so viele und vor allem große und monetär hochwertige Geschenke? 

Die Antwort, die ich gefunden habe, ist einfach. Vielleicht aber auch nicht, denn es geht um Liebe. Um Liebe und Zeit. Und wann waren diese beiden Faktoren einfach? 

Die erste Antwort, die ich fand, ist einfach. Mit einem Geschenk zeigen wir unsere Liebe. Wir machen jemandem eine Freude, weil er uns wichtig ist. Einfach. Eigentlich. Doch ist die Liebe größer, wenn wir ein größeres, teureres Geschenk verschenken? Nein! Ist die einzige ganz klare Antwort in mir. Obwohl? Die einzige? Wenn ich Etwas ganz großes teures verschenke, dann ist doch wohl klar, dass mir der Beschenkte schon sehr viel wert ist. Das er mir sehr wichtig ist. Das heißt auch, das meine Liebe zu dem Jenigen sehr groß ist. Oder? Nein. Aus dem einfachen Grund, weil Liebe kein Gut ist was sich monetär bewerten lässt. Liebe ist, oder eben nicht. 

Die zweite Antwort, die ich fand, ist die Sache mit der Zeit. Zeit haben wir oder nicht. Die meisten heut zu Tage eher nicht. Wir können Sie bewerten, auch monetär, doch eigentlich ist Zeit wertfrei. Sie ist und wir nehmen sie uns. Und so ist auch -sich für jemanden Zeit nehmen- ein Geschenk. Wenn wir Zeit miteinander verbringen, teilen wir Erlebnisse, Momente und Erfahrungen. Wir er-Leben gemeinsam. Wir teilen das wertvollste was wir haben – unsere Lebenszeit. Und so ist das einzig adäquate Geschenk, für jemanden den wir lieben, Zeit. 

Und nun? Nun beißt sich die Katze in den Schwanz. Eigentlich wissen wir das nämlich längst. Eigentlich wissen wir, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen sollten. Nicht nur dann, wenn es gesellschaftlich vorgeschrieben ist, also zu Weihnachten oder an Geburtstagen. Nein, wir sollten regelmässig über das Jahr verteilt uns Zeit nehmen. Dann wenn sie gebraucht wird oder einfach so. Vorlesen, obwohl Wäsche legen dran ist. Lego bauen, obwohl die Steuererklärung ruft. Nicht den Abend noch vor dem Computer verbringen, sondern zusammen sein. Doch wir sind inzwischen so trainiert, dass wir oft nicht mehr sehen und hören, wann die Zeit gebraucht wird. Die Stimme in unserem Kopf ist laut. Die, die ruft: „Mach noch das und dieses und jenes. Dann hast du Zeit.“ Doch das stimmt nicht. Dann ist schon wieder eine ganz andere Zeit und ganz andere Dinge „müssen“ jetzt getan werden. 

Und so kommen wir zur dritten und finalen Antwort. Nun ist es eben kurz vor Weihnachten. Wir wissen, dass wir wieder mal zu wenig Zeit gemeinsam hatten. Das der oder die Andere sich mehr gewünscht hätte. Und dann ist da unser Wirtschaftssystem, welches uns in Fleisch und Blut über gegangen ist, und der Meinung ist alles(!) kann monetär erfasst werden. Auch „Güter“ wie Liebe oder Zeit. Und dann suchen wir noch dieses und kaufen jenes, nur um dem irrigen Glauben aufzusitzen, dass wir uns Freikaufen können. 

Doch Liebe, wirkliche, echte, wahre, bedingungslose Liebe ist nicht käuflich. Sie ist da. 

Herzmoment

  Ich schaue aus dem Fenster und da leuchtet er. Im Hintergrund die schwarzen Bäume. Wie Scherenschnitte zeichnen sie sich ab vor dem Abendhimmel. Dämmerung. Eine Zeit, die ich sehr mag. Und nun leuchtet ein schöner Stern vor unserem Fenster. Ein Geschenk, für mich. Ein ganz großer und tiefer Herzmoment. 

Unser Wochenende 25./26. November

Am Samstag backe ich direkt einen leckeren Birnenkuchen, denn ich schon seit zwei Tagen backen wollte. Zum Frühstück probieren wir natürlich gleich.  
Nach dem regnerischen Einkaufen gibt es eine gemütliche Vorleserunde. Endlich Weihnachtsgeschichten. 

  Das Septembermädchen braucht mal wieder einen Mittagsschlaf. Eigentlich macht sie keinen mehr, doch sie ist sehr erschöpft und schläft beim zuhören ein.   Am Nachmittag bekommen wir noch Besuch. Gemeinsam gehen wir uns die Entstehung eines Sandmandalas von buddhistischen Mönchen anschauen und anschließend äthiopisch Essen. 

  Der Sonntag beginnt gemütlich, auch wenn die Kinder schon sehr zeitig wach sind.   Es wird viel gespielt. Mit den Piratenbooten im Flur oder allen Holzfiguren und was sich sonst noch finden lässt in der Küche. 
 Ich bereite während dessen den ersten Weihnachtsschmuck vor. Ich bastel wieder einen kleinen Adventskranz. 

   Da noch Sand und Moos fehlt und die Kinder so langsam frische Luftmangelerscheinungen zeigen, gehen Wirkung zum Spielplatz. 
 Nach dem Mittagessen können wir uns alle noch so richtig austoben. Wir fahren bouldern. Da es spät wird und die Kindet müde sind, essen wir vor Ort Pizza. Kaum im Auto schläft das Septembermädchen. Der Dezemberjunge hält bis zu Hause durch und schläft dann auch ganz schnell. Und wir Eltern versinken auf dem Sofa und gehen viel zu spät ins Bett. 

Ich wünsche Euch allen eine schöne Woche. Bei uns wird es spannend denn das Septembermädchen hat ab Morgen Eingewöhnung im Kinderhaus. Und wie immer gibt es bei Geborgen Wachsen ganz viele weitere Familienwochenenden zum stöbern.