Restknäuelverwertung

Welche Strickerin kennt das nicht. Nach und nach platzt die Kiste mit den Wollknäueln einfach. Da sind die schönen Einzelstücke, die gekauft werden mussten, weil sie so wunderbar sind. Oder die Überbleibsel von dem ein oder anderen Strickprojekt. Oder das ein oder andere Geschenk. Alles Einzelstücke, die nur für kleine schnelle Projekte geeignet sind. So ein schnelles kleines Projekt hat, nun schon vor einer ganzen Weile, meine Nadeln verlassen. 

Kleine feine Stulpen für das Septembermädchen. Für Strumpfhosenbeine die unter dem Rock oder Kleid hervor gucken.   Vom ersten Moment an liebt sie ihre Stulpen. Sie holt sie sich selber und zieht sie an, oder aus. An den Beinen oder Armen, so wie es ihr gerade passt. Und ich freu mich einfach, dass ein Stück Handarbeit so gemocht wird. 

    
 
Für alle, die nun stricklustig sind, hier ein paar Details: 

Ein Knäuel Alta Moda Alpaca von Lana Grossa gestrickt mit einem 4,5 Nadelspiel. Ich habe 28 Maschen angeschlagen. Dann 2 cm Bündchen 2rechts 2links. Danach habe ich einfach 2rechts 2 links um eine Masche versetzt über zwei Runden gestrickt und dann wieder versetzt. Das so lange wie die Stulpen lang werden sollen. Zum Abschluss wieder 2 cm Bündchen. Und schon sind sie fertig. Auch ein gutes kleines Weihnachtsgeschenk. Apropos ich hab da eine Idee…

Gut Ding will Weile haben

Irgendwann im Sommer hatte ich Lust eine leichte Sommerweste für das Septembermädchen zu stricken.  Ich suchte mir für Sommer ein Baumwollgarn aus. Eine Premiere, das erste Mal Baumwolle auf den Nadeln. Die Baumwolle verstrickte sich gut. Die Farbe passt perfekt zu unserem Septembermädchen. Es ist von Lana Grossa Meilenweit die Solo Cotone Holiday. Als Strickmuster habe ich mir von Drops Design die Weste Viggo aus gesucht. Das war keine Premiere. Diese Weste habe ich bereits für den kleinen Mann vor gefühlten Ewigkeiten gestrickt. Gute Vorraussetzungen für ein tolles Strickerlebnis. Eigentlich.   

Doch so richtig kamen wir nicht zusammen. Es dauerte und dauerte. Ich kam nicht in mein geliebten Strickflow. So dauerte es bis vor zwei Wochen. Und seit sie fertig ist liebe ich sie. Sie passt perfekt. Wie angegossen, sozusagen. Und das Septembermädchen sieht einfach süß aus.   

Ein kleines Detail habe ich auch noch verändert. Naja, hinzugefügt stimmt eher. An den Seiten habe ich das Muster geändert über acht Maschen. Ein simples Stäbchenmuster mit drei Reihen langen Stäbchen. So liegt die Weste an den Seiten besser an und das Strickstück geht nicht so schnell in die Breite. Wobei ich da bei Baumwolle noch keine Erfahrung habe. Letztendlich finde ich es einfach hübscher. 

Wie immer habe ich für das Septembermädchen die kleinere Größe gestrickt, aber die Maße für die Längen von der nächsten Größe genommen. So passen die Kleidungsstücke dann auch an ihren zarten Körper. Und seit die Nadeln wieder frei sind, ist der Strickknoten geplatzt.   
 

Endlich fertig!

Lange habe ich gestrickt. Masche für Masche. Reihe um Reihe. Eine Farbe nach der Anderen. Und nun ist es geschafft. Eine große längs gestreifte Decke ziert nun nicht nur den Gartenstuhl, sondern auch das Sofa. Mit ist zwar grad gar nicht nach Wolldecken-Gemütlichkeit, bei diesen Temperaturen draußen. Aber irgendwann kommt der Herbst, an dem ich noch gar nicht denke, schließlich ist hier endlich der Sommer eingezogen. 

 

Etwas Neues

  
Neue Maschen habe ich bereits am Donnerstagabend angeschlagen. Inzwischen ist das Jäckchen etwas gewachsen. Es tut gut wieder ein kleines Strickstück zu haben. Eines mit Bestimmung. Es wird eine Puerperium für einen kleinen Jungen. Noch ist er keine zwei Wochen alt. Für ihn stricke ich nun in freien Minuten. Gute Gedanken und Wünsche stricke ich mit ein, so wird er gut umhüllt sein. Geschützt und Geborgen in dieser neuen Welt. So kann etwas Neues gut beginnen. 

Bild des Tages: Woll Freude

  
Zwei Stränge ‚Malabrigo Rios‘ und zwei Knäuel ‚Cool Wool‘ liegen bereit. Das nächste Projekt schon geplant. Sie warten auf ihre Verwendung. Bis dahin freue ich mich. Ich freue mich an ihren Farben. Ich freue mich auf das Pullover-Projekt. Ich freue mich, wenn ich sie sehe. Dann habe ich bereits das Bild vom fertigen Pullover im Kopf. 

Eigentlich juckt es mich in den Fingern. Ich möchte Maschen anschlagen und stricken. Möchte das Strickstück wachsen sehen. Sehen wie der Kragen in Schulterteil übergeht, wie die Ärmel entstehen und der Bauch und Rücken wächst. Doch ich tue es nicht. Noch nicht. Denn noch ist nicht genügend Raum und Zeit. Noch sind da zu viele andere Projekte und Projektchen, die auf ihre Vollendung warten. Bis die geschafft sind, muss das neue Projekt warten. Dafür habe ich mir die Wolle nun extra hergerichtet zum dran freuen. Und das mache ich jetzt jeden Tag. Vorfreude ist eine der schönsten Freuden. 

Eisblau für den Winter

Es war schönster Sommer. Ich war fertig mit meinem Studium und wollte mal wieder richtig Stricken. Da begann ich mit einem wunderbaren Projekt für das Septembermädchen. Damals hab ich noch an ein Geburtstagsgeschenk für sie gedacht. Für kühlere Herbsttage auch schon gut geeignet. Das dieser Pulli mich so lange begleiten würde habe ich nicht gedacht. Doch die letzten Wochen und Monate war meine Stricklust dann doch nicht immer so groß. Oder es gab noch so viel anderes zu tun. 

Dieser Pullover ist mit mir schon viel gereist. Bei meinen Eltern habe ich mit viel Anfangseuphorie abends auf dem Balkon gestrickt. In Frankreich war er auch mit. Dort habe ich das Rückenteil vollendet. Und vor zwei Wochen wurde der letzte Ärmel auf den Fahrten nach und von Plauen fertig gestrickt. An vielen Orten hat er mich begleitet. Am längsten musste er auf dem Sofa liegen und warten. Inzwischen kann er das vollendet.  

 Das Strickmuster ist schön und simpel. Das auseinander gezogene Perlmuster liebe ich. So zieht es sich nicht ganz so doll zusammen und wirkt nicht so dick. Die Wolle „Cool Wool“ von Lana Crossa habe ich bei einem meiner Wollladenbesuche entdeckt. Perfekt für das Septembermädchen und ihre strahlend blauen Augen. Gefunden hab ich die Anleitung in dem Buch „Bezaubernde Babymaschen“. Eigentlich heißt es da „Pulli im Fantasiemuster“. Am Anfang habe ich mich kurz gewundert, warum mein Muster ganz anders aussieht als auf dem Bild, denn ich habe es genau nach Anleitung gestrickt. Nun, nachdem der Pullover fertig ist, stelle ich fest, dass da ein Fehler in der Strickschrift ist. Die Korrektur habe ich nun im Internet gefunden. Kurz hab ich mich geärgert. Doch ich liebe diesen Pulli so wie er ist. Mit den zwei unterschiedlichen Knöpfen wird er noch mal lebendiger. Da ist es gut, wenn man eine große Knopfsammlung geerbt hat, in der man dann mal stöbern kann. 

 Ja, ich bin ein bisschen Stolz und sehr glücklich über diesen Eisblauen Winterpulli. Jetzt kann er kommen. Der eisige und blaue Winter.  

 Und mit dem korrigierten Muster werde ich wohl einfach noch ein Pulli stricken. Denn das eigentliche Muster gefällt mir immer noch sehr gut. 

Projekte

# Der Frühling kommt. Ein lang ersehntes Projekt kann nun nicht mehr vor mir her geschoben werden. Eine Krabbeldecke für draußen. Das Futter ist eine recht alte Kindersteppdecke. Oben drauf soll schönes Patchwork. Zickzackstreifen gepaart mit altem Leinen. Die Unterseite wird gemustertes Wachstuch. So ist die Decke wasserdicht. Durch die Kinderdecke innen auch schön warm. Perfekt für den Frühling. Ein bisschen zu geschnitten ist schon. Jetzt muss bald die Nähmaschine ran. 

# Zwei Bücher sind angefangen. Beide interessieren mich sehr und sind wichtig. Das Erste: „Impfen pro und contra“. Beide Kinder sind nicht geimpft. Wir wollen nicht im ersten Jahr impfen. Der kleine Mann ist nun schon zwei und kommt dieses Jahr in den Kindergarten. Eine Entscheidung was geimpft werden soll und warum steht nun an. Der Masernausbruch und die wieder heftiger diskutierte Debatte bringt den Stein mit ins Rollen. Das zweite Buch „Das hochsensible Kind“ hilft mir viel. Ich sehe viele Parallelen zum kleinen Mann. Es zeigt andere sanftere Wege. Zeigt, dass ich intuitiv vieles schon richtig mache. Hilft mir viele Momente besser einzuordnen. Ich kann so den kleinen Mann besser unterstützen seinen Weg mit der lauten Welt zu finden. 

# Zwei Freundinnen erwarten ihr zweites Kind. Ich freue mich sehr für beide. Langsam entstehen in meinem Kopf zwei kleine Strickprojekte. Noch haben sie etwas Zeit. Doch die Zeit geht schnell. Die richtige Wolle will sorgfältig ausgesucht, Maschen müssen gestrickt werden. 

# Urlaube werden geplant. Pläne geändert und neu aufgestellt. So ist es vielleicht sinnvoller doch schon dieses Jahr unser unterbrochenes Projekt Wohnwagen wieder auf zunehmen. Es heißt Kriterien festlegen, Portale und Angebote durchforsten und dann vielleicht erste Besichtigungen. Von dem was dann kommt, wenn wir uns für einen entscheiden ganz zu schweigen. 

# Der Garten lockt wieder mit Gartenarbeit. Eigentlich das falsche Wort. Ist es für mich doch ganz freiwillig. So ist es Muße und Entspannung, keine Arbeit. Ein bisschen Rasenpflege und Gemüsebeetplanung. Tomaten, Zucchini, Mangold, Erbsen. Vielleicht auch Rote Beete, Erdbeeren (für nächstes Jahr dann?) und andere Leckereien. Mal sehen was der Jungpflanzenmarkt noch so anbietet. Bohnen und Mais sind auch noch möglich. 

# Im Kopf entstehen Ideen für Danach. So wird wieder recherchiert und gesucht und abgewogen. Obwohl noch Zeit ist bis September und genug zu tun so wie so. Doch es spukt im Kopf herum. Weg schieben ist schwer. Also auch da rum und num sortieren. 

Die Geschichte vom kleinen weißen Wollknäuel

Es war ein mal ein kleines weißes Wollknäuel, dass lebte schon seit langer Zeit in einer Kiste gemeinsam mit vielen anderen Wollknäulen. Wie lange es dort schon lebte weiß das kleine Knäuel nicht so genau. Denn die Tage waren alle sehr gleich und das Knäuel konnte nicht zählen. So wusste es nicht ob es Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre in der Kiste lebte. Es wusste, wie es in die Kiste gekommen war gemeinsam mit ein paar Geschwistern. Damals war eine junge Frau in den Laden gekommen, wo es vorher gelebt hatte. Sie suchte sich genau das kleine Wollknäuel und seine Geschwister aus. Einige der Geschwister wurden gleich zu einem besonders schönem kleinen Jäckchen verstrickt. Doch die anderen und mit ihnen eben jenes kleine weiße Wollknäuel von dem diese Geschichte handelt, waren übrig und kamen in die Kiste. Nach und nach kamen andere Wollknäuel dazu, manchmal wurde auch wieder eines heraus genommen. Das kleine weiße Wollknäuel träumte auch davon endlich, endlich aus der Kiste genommen zu werden. Es träumte davon etwas ganz besonderes zu werden. Doch es dachte immer es habe keine Chance. Denn es war kein besonderes Wollnkäuel, wie es selber fand. Es war ein einfaches weißes Wollknäuel aus reiner Schafwolle. Kuschelweich, das ja, aber eben nichts Besonderes. Nicht so wie manch andere Wollknäuel in der Kiste. Da gab es welche aus feiner Alpakawolle gemischt mit feiner Seide. Da gab es tolle bunte Wollstränge in allen Farben. Da konnte doch so ein einfaches weißes Wollknäuel nicht mit halten. So dachte das kleine Wollknäuel immer, dass es nicht so etwas besonderes sei, wie die anderen Wollstränge.
Eines Tages, wurde die Kiste wieder von dem Regal gehoben. Alle Wollstränge waren schon ganz aufgeregt und hofften, dass sie nun an der Reihe waren. Nur das kleine weiße Wollknäuel lag stumm in seiner Ecke, denn es ahnte, dass es wieder nicht an der Reihe sein würde. Doch nur dieses eine kleine Knäuel wurde aus der Kiste gehoben. Kein anderes wurde wie sonst angeschaut und in den Händen gehalten, meist ein wenig gestreichelt. Nein, nur das kleine weiße Wollknäuel sollte es diesmal sein. Es freute sich und war ganz aufgeregt, was nun aus ihm werden würde. Plötzlich wurde es von zwei kleinen Händen angefasst. Die streichelten erst ein wenig über die schönen Fäden. Das kleine Wollknäuel musste etwas kichern, denn das kitzelte ein wenig. Doch dann fingen die kleinen Hände an es aus einander zu nehmen. Es wurde ganz durcheinander, fiel auf den Boden und wurde auch noch durch die Gegend gezogen. Da wurde es dem kleinen Wollknäuel ganz schwer ums Herz. Dann es war sich ganz sicher, dass ein so verfitztes Knäuel zu gar nichts mehr zu gebrauchen war. Es wusste ja selber nicht mehr wo nun sein Ende und Anfang war. Doch das kleine Wollknäuel täuschte sich. Es wurde wieder aufgehoben und ganz vorsichtig wieder entwirrt. Dann wurde es wieder zu einem schönen runden Knäuel gewickelt und kam in einen Korb. Dort in dem Korb lagen schon Nadeln und auf den Nadeln war schon etwas gestrickt. Es staunte nicht schlecht, unser kleines weißes Wollnkäuel, als es seine Geschwister erkannte. Nun wurde sein Traum vielleicht wahr. Vielleicht wurde es ja jetzt zu etwas ganz Besonderem. Es ahnte nicht, dass etwas so besonderes aus ihm werden sollte. Das kleine weiße Wollknäuel sollte zu einem kleinen wunderbar kuschelweichem Babyjäckchen werden. Wie stolz das kleine weiße Wollknäuel sein wird, wenn es dann von dem kleinen Babykind getragen wird und alle Menschen das Baby mit seinem wunderbar kuschelweichen Jäckchen bewundern werden, dass werden wir nicht erfahren. Aber es wird wohl sehr stolz darauf sein. Denn es ist zu etwas ganz Besonderem geworden.