Über Nacht

Am Abend am Feuer sitzen. Den Vollmond hinter den Bäumen auf der Albkante aufgehen sehen und am Morgen danach Botschaften am Feuer entdecken.

Eine Nacht im Zelt hinterlässt nicht nur Müdigkeit. Auch das Glück, an diesem Ort sein zu dürfen. Das Vogelkonzert am Morgen ist nicht nur Schlaf störend, sondern auch wunderschön. Die Stimmen klingen durch die Wiesen. Ein Vogel antwortet dem anderen. Zwischendurch ein großes Gezeter. Der Nachbarskater maunzt und läuft über die Wiese. Irgendwie schafft er es in unser Vorzelt.

Später folgt der Spaziergang zum Bäcker. Die Kinder möchten unbedingt Brötchen. Zur Stärkung gibt es ein Stück Hefezopf. Wir laufen durch morgendliche Wiesen, am Graben mit dem Mädesüß entlang, über den Spielplatz ins Dorf hinein. Auf dem Rückweg wird noch geschaukelt. Erst dann kann die Wiese hinunter geflitzt und gefrühstückt werden.

Ende der Besuchszeit

Am Montag war es so weit. Die Schule ging wieder los. Für uns alle hieß das zeitig aufstehen. Naja, zumindest drei von uns. Das Septembermädchen konnte ausschlafen, denn sie hatte keinen Kindergarten. Der ist ja momentan nur zweiwöchig. So wie die Schule auch. Doch nicht nur der Dezemberjunge durfte wieder in die Schule, auch die Schafe sollten ihre pädagogische Arbeit wieder aufnehmen. Und so wurden am Montag Nachmittag die Schafe eingeladen. Nun ist es wieder leer auf unserer Wiese.

Perfekt auf gerollt, beim Schafszaun durchaus eine kleine Wissenschaft

Da das Wetter nach dem Zaun abbauen nicht so toll war und wir aber noch ein bisschen Auslauf brauchten, drehten wir noch eine Runde. Vorbei am Teich und am Spielplatz. Irgendwann beim Wettschaukeln fing es dann wieder an zu regnen. Und während ich so wartete und nass wurde, wollte ich dann doch langsam wieder Richtung Auto gehen. Als ich die Kinder bat nun langsam aus zu schaukeln, da es nun doch doller regnet, meinte das Septembermädchen, auf der Schaukel unterm Baum, es nieselt dich nur. Jaja.

Und dann gibt es nach wie vor die all gegenwärtigen Schnecken. An ein paar Stellen gibt es nun Ferromol. Den Pflanzen tut es durch aus gut. Selbst die Dahlien strecken ihre Spitzen wieder aus der Erde und werden nicht direkt weg gefressen. Mal sehen.

Knoblauch grün schmeckt auch

Lebensort-Freuden

Die letzten Tage sind regnerisch, grau und kühl. Doch das ist uns egal. Nein, egal nicht. Wir freuen uns drüber. Die Natur braucht jeden Tropfen Wasser. Und wir brauchen die Pause. Schönes Wetter nötigt einen ja immer dazu irgendwas zu machen. Schlechtes Wetter ist da anders. Und trotzdem sind wir jeden Tag draußen. Das ist schön!

Meditation mit Schafen im Regen

Am Samstag fahre ich gleich nach dem Frühstück raus. Es regnet. Egal. Freitag Abend gab es hier einiges an Wind und ich wollte nach den Schafen schauen. Nicht das die wegfliegen, mit ihren großen Schlappohren. Wer weiß das schon. Und dann steh ich da, im Regen, mit Ast in der Hand und die Schafe knurpsen die Blätter ab. Meditation pur. Kann ich nur empfehlen. Besonders wenn die Kinder mit dem Herzensmann einkaufen gehen.

Gurkensonnen
Paprikavorfreude

Im Gewächshaus kündigt sich schon großes an. Dort ist der Regen auch egal. Gießen muss ich immer. Dafür habe ich auch die Schnecken hervorragend unter Kontrolle. Alles hat seine Vor und Nachteile. Die Kohlrabi und Salatreihen haben sich gelichtet auf den Beeten außen. Von den Bohnen ist auch nur wenig übrig. Und auch das Zwiebelgrün bleibt nicht verschont. Tja, die Entscheidung für lebende Schneckenvernichter aka Laufenten ist gefallen. Aber erst wenn wir Vorort wohnen, also nächstes Jahr.

Der Wind, der Wind, das himmlische Entastungskommando

Ja, die Schafe waren noch da. Der Wind nicht stark genug. Aber der Kirschbaum, der hat ein Ast abgeworfen. Gut, dass die Kettensäge im Auto immer mitfährt. Also holen wir den Ast gleich ganz runter und pflücken die reifen Kirschen. Der Wind hätte ja auch erst in einer Woche kommen können. Dann wären noch mehr Kirschen reif. Aber was soll’s. Schmecken lecker und sind eine andere Sorte als unser erster Kirschbaum. Welche? Keine Ahnung. Kirschkenner dürfen sich gerne melden. Wie heißen Pomologen eigentlich bei Kirschen? Cherrylogen? Kirschologen? Oder ganz anders?

Und dann hatten wir noch Kinderfreunde zu Besuch. Spontan zum gemeinsamen auslüften und ein bisschen Freizeit für die Eltern (zumindest drei von vier). Dann wird gemeinsam Schafe gestreichelt. In der großen Schaukel geschaukelt. Am ausgetrockneten Graben entlang zum Spielplatz um die Wette gerannt. Und so mancher Schatz entdeckt. Das Mädesüß beginnt zu blühen. Der Wiesenbocksbart streckt seine großen Pustekugeln in die Wiese und manchmal fragt man sich welcher Gummistiefel da wem gehört. Naja, so lange sie dann wieder angezogen sind…

Besucher auf der Wiese

Schafe zu Besuch auf unserer Wiese

Heute Vormittag war es soweit. Wir trafen uns mit der Klassenlehrerin des Dezemberjungen an der Schule. Dort luden wir Zaun, Zaungerät, Batterie und alles andere ein was wir so für die Schafe bräuchten. Und dann mussten noch die Schafe in den Anhänger. Aber das ging dank Lämmerkorn ganz schnell und einfach. Und als alle fünf drin waren, gab es ein Konzert. Ja, beschweren können sich die Fünf. Das ging auch am Ziel gleich weiter, denn der Zaun war zwar vorbereitet, aber noch nicht ganz fertig und so mussten die Schafe und die Lämmer noch ein bisschen im Anhänger ausharren. Puh. Nicht so leicht. Doch dann war es soweit und sie konnten ihr Feriendomizil begutachten. Fast ein Wellnessurlaub wird das werden. Zumindest was das Futterangebot anbelangt und viel mehr braucht ein Schaf ja gar nicht. Nun ja wir freuen uns und sind ganz neugierig, was wir mit den Schafen alles so erleben werden. Bis Mitte Juni werden Sie bei uns sein. Und dann geht die Schule ja wieder los. Da müssen Schulschafe auch wieder in die Schule gehen. Dann ist Schluss mit dem Lotterleben. Aber bis dahin, ja, bis dahin geht es ihnen so richtig gut.

Streicheleinheiten inklusive
Abtauchen ins hohe Gras

Verrückte Hühner!

Seit gut zwei Jahren leben wir nun mit unseren Hühnern zusammen und was soll ich sagen. Nie wieder ohne! Ja, wer einmal Hühnern verfallen ist, wird wohl immer Hühner haben. Natürlich, wenn die äußeren Rahmenbedingungen stimmen, das sei vorausgesetzt. Wir jeden falls sind froh, unsere Hühner zu haben. Denn Hühner sind vielleicht manchmal etwas blöd, ja wirklich, aber sie haben auch jedes einzelne ihren eigenen Charakter und den können sie bei uns voll ausleben. Und das bietet uns immer wieder lustige Geschichten und Erlebnisse.

Besonders zwei Hühner der Familie Anders stechen da in den letzten Tagen her raus. Moment. Da muss ich noch kurz was erklären. Unsere Hühner haben Namen. Das ist nicht weiter besonders. Doch drei von unseren Hühnern haben auch einen Nachnamen. Die Familie Anders. Das kam so. Nach dem uns letzten Sommer im Urlaub zwei Hühner verlassen hatten, durften drei neue einziehen. Als diese ankamen wurden die Namen gewählt. Und als der Dezemberjunge sein Huhn taufte war es sich nicht gleich ganz sicher. So kam der Vorname und als ich nachfragte ob er diesen wirklich wählen möchte, da er erst einen anderen schon lange ausgesucht hatte, sagte er Anders sie soll anders heißen. Nun ja und dann kam eins zum andern und nun heißen unsere drei „neuen“ Hühner eben alle mit Nachnamen Anders. Aber genutzt wird er nur bei Roberta Anders. Die Henne, die zur Zeit brütet. Die nächsten Tage dürfte es soweit sein und wir könnten das erste piepsen hören.

Aber davon später mehr, nun zu unseren wirklich verrückten Hühnern. Zum einen ist da Kiwi. Kiwi heißt Kiwi weil sie aussieht wie ein Kiwi, also der Vogel, ihr fehlen genetisch bedingt die Schwanzfedern. Und als der Name festgelegt war, fiel uns auf wie passend er ist, denn sie ist ein Grünleger und legt grüne Eier. Eine Sache passt jedoch weder so richtig zum Huhn, noch zum Kiwi, denn Kiwi fliegt ganz gerne mal über den Zaun. Das jeden Tag mehrmals raus und wieder rein. So wie es ihr eben passt. Und so kam es irgendwann um Weihnachten, dass sie ihre Eier nicht brav ins Legenest legte sondern an einem wunderschönen Platz unter einem Strauch bei uns im Garten. Irgendwann bekam ich das dann raus und fand ein volles Nest.

versteckte Hühnereier – da war vor Silvester mal kurz Ostern

Doch inzwischen hat sie bemerkt, dass wir die Eier immer finden und mit nehmen. Sie hat danach noch weitere Plätze ausprobiert, doch das Legenest im Stall akzeptiert sie nun auch. Doch nicht nur beim Legen und der Taggestaltung legt sie wert auf ihre Freiheit. Nein, auch bei der Wahl des Schlafplatzes legt sie wert darauf mitsprechen zu können. So sind ihr die Sitzstangen im Stall nicht immer recht. Das wäre zu einfach und entspricht überhaupt nicht den Ansprüchen eines freien Huhns jeden Abend das selbe Schlafgemach zu wählen. Nein, unter freiem Himmel muss es sein. Aber nicht gut versteckt in einem Gebüsch. Als weißes Huhn muss man unter freiem Himmel auch gut sichtbar sein. Das Stalldach kommt da gerade recht. Allerdings geht mir diese Willensbekundung zu weit. Ich bin da ja wirklich auch eine Hühner -Spaß – Bremse. Ich setze sie an den Abenden nämlich einfach selber in den Stall.

Hoch hinaus zur Guten Nacht.

Etwas eigenwillige Schlafentscheidungen traf allerdings noch ein anderes Huhn die letzten Abende. Auch sie gehört der Familie Anders an und ist bis dato nicht durch irgendwelche verrückten Charaktereigenschaften aufgefallen, sondern eher durch ihre ruhige und ausgleichende Art, ebenso wie ihre gute durchgehende Legebereitschaft. Es handelt sich um unsere Sperber Henne Sara-Lina. Eines Abends, es war schon etwas spät geworden, wollte ich die Hühner einsperren. Die letzte Abendstunde durften alle im ganzen Garten rum scharren und scharwenzeln. Tja und dann kamen wir zum Stall und wollten zu machen, da fiel mir auf, dass ein Huhn fehlt. Der Herzensmann und ich suchten in unserem Garten und in den Nachbarsgärten. Wir schauten in Büsche und Sträucher ob wir irgendwo ihr gesprenkeltes Federkleid entdeckten. Nichts. Wir riefen ihren Namen und lauschten ob wir ein gackern hörten. Nichts. Und so gingen wir mit drei Hühnern im Legestall ins Bett. Hoffnungsvoll und neugierig, woher und das unser Huhn wieder auftaucht.

Am nächsten Morgen machte ich die Versorgungsrunde. Doch Sara-Lina war noch nicht im Garten unterwegs obwohl die Sonne schon etwas höher stand. So lies ich erstmal die drei Hennen raus und fütterte sie. Doch es tat sich noch nichts. Auch als ich den Gluckenstall öffnete und nach unserer fleißigen Brüterin schaute tat sich nichts. Doch als ich dann wieder Richtung Haus ging hörte ich es gurren und Sara-Lina kroch aus dem Komposter raus. Ich schüttelte innerlich den Kopf und schaute später am Tag hinein. Da hatte doch auch Kiwi ein Ei noch dazu gelegt. Verrückte Hühner!

Zwei Eier im fast leeren Komposter… auch der scheint ganz gemütlich zu sein

Drei Nächte verbrachte Sara-Lina in unserem Komposter. An einem Abend habe ich sie mit dem Blitz ein bisschen geärgert. Nun ist sie wieder in den Stall umgezogen. Und damit sind fürs erste ein paar Hühnergeschichten erzählt. Die nächsten kommen aber bald. Denn wenn hier in den nächsten Tagen kleine Küken schlüpfen gibt es sicher wieder einiges zu berichten.

Sara-Lina im Komposter – Gute Nacht

Mein Kartoffelexperiment

Schon lange wünsche ich mir Spargel aus dem eigenen Garten. Da Spargel eine Dauerkultur ist und bis zu 15 Jahre stehen bleiben kann habe ich die Idee noch nie umgesetzt. Bis her hatte ich nicht das Gefühl lange genug in unserer Wohnung wohnen zu wollen. Nun werden es bald zehn Jahre. Tja, Leben. Doch nun mit unserem Lebensort habe ich nicht nur die Möglichkeit – genug Platz – sondern auch den inneren Plan, die nächsten 15 gerne auch mehr Jahre dort zu wohnen. Und so rückte der Spargelwunsch wieder in den Vordergrund. Gleichzeitig nahm Corona die letzten Wochen so seinen Lauf und irgendwann brauchte ich mal ein bisschen Aufheiterung und gönnte mit zwei schöne Gartenzeitschriften. Was für ein Zufall, das gerade in einer der beiden der Spargelanbau detailliert beschrieben war. Klar war, dieses Jahr wird das nichts mehr. Zum einen des Zeitpunktes wegen und zum anderen ist ein lockeres Beet für die Spargelanpflanzung durch aus von Vorteil. Das hat unser Lebensort noch nicht zu bieten. Denn eigentlich ist alles Wiese und das seit langem.

Und so kam mir ein anderes Experiment in den Sinn. Irgendwann bin ich mal in den Weiten des Internets über eine Möglichkeit der Beetvorbereitung ohne umgraben gestoßen und diese wurde dann noch mit Kartoffeln kombiniert. Perfekt. Probier ich das doch gleich dieses Jahr aus und hab dann hoffentlich im nächsten Frühjahr ein schön vorbereitetes Beet für meinen Spargel.

Im Keller hatten sich ein paar Kartoffeln selbständig gemacht und beschlossen nicht direkt zu Nahrungszwecken verwendet zu werden. Diese hab ich dann kurzer Hand als Saatkartoffeln verwendet. Doch nun zur Umsetzung der Idee. Ich habe zu erst mit einem Spaten das Beet abgestochen. So habe ich die Grasnarbe von einander getrennt und hoffentlich fröhliches weiter durch wachsen etwas erschwert. Dann würde das hohe (!) Gras platt getreten. Der Dezemberjunge hat mir dabei ganz hervorragend geholfen. Nun die Kartoffeln in Reihen drauflegen. Hm, dachte ich mir so. Ich mach den mal noch kleine Löcher in die Erde. Das sah dann so aus.

Der Dezemberjunge hat auch ein Großteil der Bilder gemacht. Irgendwann kam er zu mir und sagte „Mama ich hab jetzt jede Kartoffel fotografiert.“ Ja, das hab ich auf meinem Handy gesehen. Doch nun weiter in der Vorbereitung. Denn so kam man das ja nicht lassen. Nun kommt ordentlich Mulch drauf. Stroh, Heu was auch immer zur Verfügung steht. Und das Ordentlich. Bei uns gab es noch jede Menge Stroh, die sich dort ganz hervorragend vertat. Denn es gab Stroh….

Die erste Schubkarre Erde von vielen.

Und ganz zum Schluss habe ich die Strohschicht noch mit Erde abgedeckt. Mit vielen Schubkarren voll Erde. Auch die ist gerade da, von einer anderen Baustelle. Unserer ersten Terrasse, die wir in die Nähe der Feuerstelle bauen wollen. Und bevor wir dort ein schönes Mosaik aus diversen vorhandenen Steinen legen können, muss Schotter hin und davor, Sie ahnen es, die Erde raus. Dieses Projekt wird noch etwas dauern, aber bis zur nächsten großen Gartenparty dauert es auch noch. Ich hoffe berichten zu können, dass die Terrasse vorher fertig ist. Aber das werden wir dann sehen.

Am Ende sieht unser „Kartoffelbeet“ also aus wie ein Mulchbeet mit einer Schicht Erde drauf. Und gerade habe ich festgestellt, das ich davon gar kein Foto habe. Tja, dann ohne. Wie viel wir dann ernten werden, werden wir auch sehen und ob da dann wirklich ein schönes Beet entstanden ist auch. Nun darf es erst mal kräftig regnen.

Hoffen und Warten auf Nachwuchs

Ich bin aufgeregt. Wie ein kleines Kind vor Weihnachten. Oder gespannt wie ein Flitzebogen. Warum? Eine unserer Hennen ist brütig. Seit ein paar Tagen sitzt sie regelmäßig im Nest und giftet uns an, wenn wir die Eier entwenden wollen. Das ist nicht neu für uns. Als wir vor gut zwei Jahren unsere Hühner bekamen, wurde bereits im Herbst eine unserer Hennen brütig und mit ihr keimte der Wunsch nach eigenen Küken in Naturbrut. Ein Traum! Im kommenden Frühjahr, also letztes Jahr, beobachtete ich unsere Hennen sehr genau. Würde wieder eine Henne brütig werden? Ich versuchte auch verschiedene Tipps aus dem www, um Hennen zum Brüten zu animieren. Funktioniert hat es nicht. Die vorsorglich besorgten Bruteier einer Freundin – also deren Hühner – blieben ungenutzt. Der Traum der eigenen Küken wanderte wieder in die hinteren Ecken des Hirns. Und nun einfach so, weil die Natur es möchte, ist unsere Henne brütig. Die ersten Tage war ich noch skeptisch. Ist sie wirklich brütig? Die Hoffnung keimte wieder und nachdem ich mir wirklich sicher war, schrieb ich meiner Freundin, ob sie mir wohl wieder ein paar Eier geben könnte?

Eindeutig brütig – unsere Maranhenne Roberta

Ein Tag noch Ostern keine so gute Idee. Sie hat keine Eier da und es legen bei ihr aktuell nicht so viele Hennen. Aber sie könnte mir welche sammeln. Hm, das wäre zwar möglich, aber die Frage ist, wie lange sitzt unsere Henne wirklich? Oder merkt sie irgendwann, das die Eier nicht befruchtet sind, die unsere Hennen legen und hört auf zu brüten? Fragen über Fragen in meinem Kopf. Alle ausgelöst von dieser verrückten Hoffnung auf eigene Küken. Wäre das nicht herrlich, ein paar kleine gelbe flauschige Küken über unsere Wiese spazieren zusehen? Doch wo bekomme ich jetzt noch Bruteier her. Und das auch noch zügig, ich will keinen Tag vergeuden.

Zehn Bruteier – die Hoffnung auf gelbe flauschige Küken

Über eine weitere Freundin bekomme ich zwei Kontakte. Okay, dann mal da melden, vielleicht hat einer von denen Bruteier so spontan abzugeben. Immer wieder schaue ich auf mein Handy. Verrückt! Wirklich, ich muss verrückt sein. Doch das Bild der kleinen gelben Küken in meinem Kopf, haben einfach einen riesigen Reiz. Und so freue ich mich wie Bolle, als die Nachricht auf dem Handy blinkt. Es gibt Bruteier und ich kann sie noch heute abholen! Und so schiebe ich am Nachmittag unserer sich aufplusternden Henne zehn Eier untern Po. Nun heißt es warten und hoffen. Und unsere Henne gut versorgen. Drückt uns die Daumen. Ich werde berichten.

Unsere aufgeplusterte Henne, der es gar nicht behagt, dass ich da rumwurschtel

Samstag 28. März 2020

Ich wache auf und wunder mich. Es ist hell und still. Sehr still! Wer Kinder hat weiß, dass da meistens was im Busch ist, oder wie in dem Fall im Kinderzimmer. Gemeinsam sitzen sie über dem IPad. Ich habe damit ein Problem. Nicht wegen dem IPad und Medien und so, sondern weil sie es sic von meinem Schreibtisch genommen haben. Mein Schreibtisch. Mein Bereich. Da geht es nur mit Fragen hin. Naja, wir üben noch.

Dann ziehe ich mich schnell an, denn der Blick auf die Uhr zeigt 8:00. Ich möchte schnell zum Wochenmarkt. Wir brauchen unsere wöchentliche Grossration Obst und Gemüse und ich möchte zeitig durch sein, damit nicht zu viele Leute da sind. Es klappt gut und alle Marktbesucher sind sehr diszipliniert und halten Abstand, nehmen Rücksicht. Ich treffe eine Freundin, wir plaudern kurz. Auf dem Markt bekomme ich alles. Ein kurzer Stop am Reformhaus. Wir brauchen dringend Spülmaschinentabs und die, die wir immer nehmen sind schon länger beim Edeka ausverkauft. Auf dem Heimweg fahre ich noch beim Bäcker vorbei. Einem richtigen Bäcker, der noch hinten in seiner Backstube backt. Da nur vier Personen im Laden sein dürfen, warte ich mit anderen Kunden mit Abstand kurz auf dem Fußweg. Es geht trotzdem schnell und die Verkäuferinnen freuen sich über jeden freundlichen Kunden und das wir zu ihnen kommen.

Voll bepackt, alles drin!

Voll bepackt komme ich wieder zu Hause an. Dann wird erstmal gefrühstückt. Mit Brötchen und Rührei. Lecker! Der Tagesplan steht auch schon fest. Wir fahren zu unserem neuen Lebensort die Sonne genießen und ein bisschen werkeln. Als Mittag wollen wir eine Suppe über dem Feuer kochen. So bereite ich schon das Gemüse vor und wir nehmen es klein geschnitten in einer Dose mit. Da beim letzten Mal kochen überm Feuer unser Rost sich unter der Hitze durch gebogen hat, beschließt der Herzensmann, dass eine Feuerstelle mit Dreibein her muss. Dafür und für unser Klohaus benötigen wir noch ein paar Kleinigkeiten aus dem Baumarkt. Auf dem Weg machen wir einen Stopp. Der Herzensmann geht hinein. Ich warte mit den Kindern im Auto.

Die Feuerstelle wird aus gemessen.

Am Lebensort angekommen, legen wir auch gleich los. Erstmal die Steine hin legen und den äußeren Radius markieren. Dann muss alles eine Ziegelstein Tiefe ausgehoben werden und dann die Steine reingelegt werden. Klingt simpel, dauert aber eine Weile. Die Zwischenräume können mit Kies oder anderem losen Material aufgefüllt werden. Wir verwenden was Vorort vorhanden ist. Darum gibt es noch eine kleine Ziegel Zertrümmerung. Kaputte Dachziegel haben wir nämlich genügend.

Dachziegel zerschlagen macht allen Spaß.

Währenddessen kümmer ich mich noch ein bisschen um mein Gewächshaus. Aus alten Brettern habe ich die Beetumrandung gebaut. Nun wird es mit Häckseln, Hasen- und Hühnermist und Komposterde aufgefüllt. Außerdem Säge ich noch ein bisschen Baumschnitt klein. Bis jetzt eine Never-Ending-Story. Es liegt auch noch einiges rum, aber bis im nächsten Winter wieder geschnitten wird, habe ich es sicher geschafft.

Für Grabe-Faule: mein Gewächshaus-Beet

Und dann ist es endlich so weit. Die Feuerstelle kann eingeweiht werden. Der Dreibein ist fertig und wir können endlich Suppe kochen. Ganz ehrlich, es wurde auch Zeit, 15:00 ist doch etwas spät fürs Mittag. Darum sind wir alle hungrig und es bleibt kein Tropfen Suppe übrig. An der Feuerstelle möchte der Herzensmann beim nächsten Mal noch bisschen optisch designen. Aber funktionieren tut sie gut.

Kochen über der neuen Feuerstelle.

Und dann kruschteln wir noch ein bisschen rum. Werkeln hier und da. Und schwups ist der Tag wieder rum. Eine wichtige Aufgabe steht noch auf dem Programm. Wir müssen noch die Tiere der Waldorfschule des Dezemberjungen versorgen. Das erledigen wir auf dem Rückweg. Zuhause gehen die Kinder in die Badewanne und wir bereiten Abendbrot zu. Und dann geht es sicher schnell ins Bett, nach so viel frischer Luft. Hoffe ich wenigstens.

Alle führen ein Tier, nur ich darf Fotos machen.

Erste Gartenprojekte

In den letzten Wochen haben wir jeden möglichen Tag auf unserem neuen Lebensort verbracht. Zu tun gibt es immer ganz viel und uns tut es allen gut dort zu sein. Frische Luft und Natur tun einfach gut, egal bei welchem Wetter. So fahre ich manchmal auch mit den Kindern nachmittags hin, wenn der Herzensmann mit den öffentlichen zur Arbeit fährt. Nicht um etwas zu tun. Sondern um den Ort kennen zulernen. Am Tümpel einen Staudamm bauen, schauen wo die Schneegrenze liegt (leider zu weit oben und viel zu wenig Schnee) oder einfach nur zum Spielplatz laufen und dort Zeit verbringen. Vertraut werden.

So wird unser Lebensort wirklich zu unserem. Die kleinen Projekte der letzten Zeit tragen dazu bei, dass in kleinen Stücken und Schritten dieser Ort unsere Lebenszeichen trägt. So wurde bereits um Weihnachten ein alter Schuppen abgebaut und auch der Hühnerstall von uns vom alten Asbest befreit und mit neuen (alten) Ziegeln gedeckt. Dann haben wir gemeinsam mit einem Freund angefangen die alten Obstbäume zu schneiden. Nun liegt noch viel Holz auf der Wiese. Eigentlich müssten auch noch mehr Bäume geschnitten werden, doch vielleicht erst im nächsten Jahr. Auch hier geht es Schritt für Schritt. Und da der Februar sich hier schon so frühlingshaft anfühlt, juckt es natürlich auch in den Gartenfingern. Gestern und heute habe ich darum ein klein wenig Gartenarbeit gemacht.

Zuerst sind gestern auch unsere Himbeeren umgezogen. Auch deswegen, da bereits der Pflaumenbaum vom Septembermädchen und die Pflanzen, die keinen Frost mögen umgezogen sind. Die eine in die Erde. Die anderen ins alten Bauernhaus. Nun also auch die Himbeeren. Ich hoffe, dass sie uns den Umzug aus Topf in die Erde im Sommer dankbar zeigen werden. Noch sehen sie etwas Trost aus. Doch der Schein trügt. Ich habe beim Umpflanzen schon grüne Spitzchen gesehen.

Heute habe ich mich dann dem ersten Mulchschichtbeet gewidmet. Ich bin gespannt wie es funktioniert. Beim Abbau des alten Schuppens kam noch einiges an Stroh zum Vorschein und so habe ich mir überlegt, mit diesem Mulchschichtbeete anzulegen. Dadurch spare ich mir Kraft- und Zeitintensives Umgraben. Ich bin gespannt, wie es sich dann in der Praxis bewährt. Der erste Aufbau war super leicht. Als Beetbegrenzungen habe ich einfache alte Pfosten genommen. Die sind zur Genüge vorhanden und für anderes eher nicht mehr zu gebrauchen. Dann kam unten eine ordentliche Matte Stroh rein. Schön verteilt und bisschen festgestampft. Statt der Pappe, wie ich es bei einer meiner online Touren gelesen habe, habe ich ein bisschen gehäckseltes von Ästen drauf gestreuselt. So sieht es jetzt aus.

Nun fehlt nur noch eine schöne Schicht Kompost, gerne auch mit Erde gemischt. Mal sehen was ich da nehme. Wahrscheinlich besorg ich mir noch eine ordentliche Ladung Kompost vom Grünschnittplatz, den kann ich dort kostenfrei besorgen und in meinen Hochbeeten letztes Jahr hat das sehr gut funktioniert. Im Hintergrund sieht man auch ein Teil des geschnittenen Holzvorkommens auf der Wiese. Auch der wird wohl gehäckselt und in Beeten oder unter Sträuchern verschwinden. Ein kleiner Anfang für einen geschlossenen Kreislauf.

Und ein Anfang für unseren Garten, in dem ich so wirklich walten und schalten kann, wie ich will. Das ist ein gutes Gefühl.

Mein größtes Geschenk

An einem warmen Samstagmittag Ende Juli machten wir uns auf den Weg zu einer Besichtigung. Lange war nichts passiert in Sachen Haus-und-Hof-Suche. Der Dezemberjunge würde nach den Sommerferien eingeschult werden und so hatten wir uns im Frühjahr entschieden zu bleiben. Hier in unserer Kleinstadt am Rande der schwäbischen Alb. Nach dem wir die Entscheidung getroffen hatten, schalteten wir noch eine Anzeige in der städtischen Zeitung. Doch nichts tat sich. Fast nichts. Von Chormitgliedern wurde ich angesprochen, ob das unsere Anzeige wäre, sie wünschten uns viel Glück. Und dann bekam ich den Hinweis, dass in einem Nachbardorf zwei Höfe zum Verkauf stehen. Ob das etwas für uns wäre? Hm, beim Blick auf die Anzeige klang es nicht so nach unserem Ding. Nur eine Woche später, sprach mich dann eine Freundin an, die in dem Dorf wohnt. Den Hof müssen wir uns ansehen. Unbedingt!, war ihre Meinung. Und zwar schnell. Hm, dachte ich wieder. Na gut. Anschauen kostet nichts, also habe ich einen Termin ausgemacht. Und so fuhren wir nun an einem vollen Sommerwochenende (eigentlich sind immer alle Sommerwochenenden voll) zu diesem Hof. Zum gucken.

Das Haus ist alt. Hat wenig Charme. Ist riesengroß und schlecht geschnitten. Hinzukommt ein schlechter baulicher Zustand. Naja, so richtig vorstellen können wir es uns nicht. Dann gehen wir noch auf die Wiesen hinterm Haus. Wir treten die Treppe hinunter und stehen im Hof. Der Hühnerstall mit Auslauf ist bezugsfertig. Die Scheune daneben ist gut in Schuss. Daneben ein alter Birnenbaum und ein toller Walnussbaum. Der Makler zeigt uns bis wohin das Grundstück geht. Wir sind verzaubert. Nicht nur vom Blick auf die Burg und die Felsen, auch von den Wiesen und alten Obstbäumen. Der Blick ins Grüne und die Energie der Wiese macht das charmelose Haus wieder wett.

In den nächsten Tagen geht uns das Haus nicht aus dem Kopf. Viel mehr das Grundstück. Also fahren wir die Woche später noch mal hin und wollen nicht wieder weg. Wir spüren, dass wir uns hier zu Hause fühlen. Hier wollen wir wohnen. Also heißt es nun viele Fragen klären. Können wir uns das Haus leisten? Kann das alte Haus renoviert werden? Und wenn ja, zu welchem Preis? Wie sieht es mit einem Neubau aus? Und wenn ja mit welcher Firma? Wollen wir das? Bekommen wir einen Kredit? Und wie funktioniert das mit allem drum und dran? Nun ja. Machen wir es kurz. Es folgten intensive Wochen. Doch am Ende hatten wir einen Notartermin. Doch auch mit diesem war noch längst nicht alles geklärt. Diese und jene Behörde durfte dem Kaufvertrag noch zustimmen. Am Ende konnten wir im November den Schlüssel entgegen nehmen. Und machten uns das größte Geschenk aller Zeiten.

Der Traum vom Landleben wird nun Stück für Stück Wirklichkeit. Wie es weiter geht und was bis jetzt schon passierte, möchte ich gerne hier mit Euch teilen. Ich freue mich wenn ihr uns weiter begleitet. Es wird auch weiterhin Beiträge zu den „alten“ Themen geben. So wie es passt und (für mich) richtig ist.