In Schwung

So etwas simples und doch so gut. Ja, die Schaukel. Ein tolles Ding. Ganz spontan haben wir heute auf dem Weg zu unserem Lebensort einen Abstecher in den Baumarkt gemacht. Ein Seil musste her. Ein langes! Denn der Plan war gefasst. Wir bauen eine Schaukel. Für kleine aber auch für große Popos. Denn auf so einer Schaukel sitzt jeder gerne. Auch zu zweit geht das. Wir haben das getestet, der Herzensmann und ich. So kann man sich richtig gut zu zweit einschwingen. Manchmal ist das von großer Notwendigkeit. Besonders dann, wenn manch andere Sachen scheinbar so gar nicht in Schwung kommen wollen.

Dazu gehört unser Bauvorhaben. Ja, das alte Haus ist nur mit enormen Geldmitteln wieder instand zusetzen, so dass ein Neubau für uns eher in Frage kam und kommt. Wir haben auch einen schönen Plan mit einer guten Firma gemacht. Haben ein Abrissunternehmen parat und auch die Baugenehmigung wäre nun soweit fertig. Ja, denn auch das hat ja schon ne Weile gedauert. Es gab da so ein paar Rückfragen. Manche waren von der Sorte „Gut dass das noch geklärt wurde“ andere eher so von der Sorte „ Was?! Warum wollen sie das wissen? Haben die sich mal die Pläne angeguckt?“ Und zwischendurch waren alle noch mal im Urlaub. Naja, aber wir wollen da niemandem irgendwas unterstellen. Jeder, der irgendwann mal irgendetwas gebaut hat, kennt das ja. Und dann ist es ja so, dass man und auch frau auf sein Grundstück drauf kommen muss. Zu Fuß, aber auch mit dem Auto. Und da ist unserer zukünftigen Gemeinde doch tatsächlich noch eingefallen, dass sie vor einem Teil unseres Grundstücks noch ein öffentliches Grundstück besitzt. Dieses Grundstück wurde seit Jahr und Tag genutzt zum drüber fahren. Auch andere Parken da. Ist ja öffentlich. Das hatte auch keinen gestört, war alles so weit in Ordnung. Bis vor wenigen Wochen wir den Bescheid bekamen, das wir noch dieses Grundstück kaufen sollten, nein müssen. Denn ohne dieses Grundstück, kämen wir ja nicht auf unseres und damit könnten wir auch nicht bauen.

???

Ja, da waren bei uns erst mal nur Fragezeichen. Denn wie kann es sein, dass wir etwas müssen, von dem wir gar keine Kenntnis haben. Noch dazu wollen wir das Grundstück gar nicht verändern, na gut, das stimmt nicht ganz, wir würden uns wünschen, dass die, nicht so schöne, Miste weggemacht wird. Aber das nur aus Sicherheitsgründen. Die steht nämlich 1,40 m voll mit Wasser. Aber hauptsächlich möchten wir da nur drüber fahren. So wie alle Bewohner unseres Grundstückes vor uns auch. Aber das geht nicht mehr, denn es gibt einen Gemeinderatsbeschluss. Der ist sogar schon vier Monate alt und in dem steht, dass wir dieses Grundstück kaufen müssten, sonst können wir nicht bauen. Mich stören daran ganze zwei Sachen, naja mehr aber das ist nicht ganz so wichtig. Zum einen, klingt das Ganze nach wenn du das nicht machst, dann kannst du auch jenes nicht machen. Das fühlt sich so ein bisschen nach Erpressung an. Darf eine Gemeinde das? Das andere ist, da beschließt eine Gemeinde etwas, was mich maßgeblich betrifft und die Gemeinde hat weder den Anstand mich vor dem Beschluss noch direkt nach dem Beschluss zu kontaktieren und mit mir zu sprechen. Nein! Sie lassen es liegen und liegen und liegen. Bequemen sich erst ganz zum Schluss, wenn es gar nicht mehr anders geht, mit uns in Kontakt zu kommen und uns darüber „in Kenntnis“ zu setzen. Da kann man doch ganz schön sauer werden.

Und ratlos. Denn den gewünschten Preis können wir für die 150 qm nicht zahlen. Das Geld haben wir nicht. Alle Gespräche und Vorschläge unsererseits wurden gefühlt gegen den Wind geführt. Und ich muss bei Gesprächen mit Nachbarn und Freunden feststellen, dass die Gemeinde an dieser Front nicht den besten Ruf hat. Man könnte gar meinen, dass es so eine Art Vetterleswirtschaft gibt, wie es im schwäbischen so schön heißt. Aber auch hier, wir wollen da niemandem etwas unterstellen.

Schön wäre eigentlich nur, wenn wir zu einer Lösung kommen, die für alle tragbar ist. Doch dazu muss man miteinander reden und im Kontakt suchen ist die Gemeinde nicht so gut. Aber wer weiß, vielleicht bringt unsere Schaukel auch da etwas in Schwung. Denn wir können das, mit dem Kontakt herstellen. Und so Schwingen wir uns noch ein bisschen ein, bis wir am Freitag hoffentlich wieder Schwung in die ganze Sache bringen.

Ein voller Erfolg

Vier Monate sind seit meinem Beitrag über mein Kartoffelexperiment vergangen. Zwischendurch habe ich an meinem Kartoffelbeet auch nicht viel gemacht. Ein Mal habe ich Unkraut gehackt und gleichzeitig die Reihen etwas angehäufelt. Aber sonst mussten sie selber klar kommen. Zwischen durch habe ich sie noch bewundert. Klar. Denn schön sahen sie schon aus, meine Kartoffelpflanzen. Besonders als sie geblüht haben.

Gestern war es dann soweit. Die eine Hälfte des Beetes wurde geerntet. Und die 2,5 Kilogramm Kartoffeln, die ich in die Erde gelegt hatte, haben sich deutlich vermehrt. Ein 20 L Eimer ist von der Hälfte des Beetes randvoll. Auf dem Bild ist erst eine der vier Reihen geerntet. Und gegessen haben wir natürlich auch gleich davon. Es gab Kartoffelsuppe auf dem Holzherd gekocht und heute gleich noch Kartoffelpuffer mit eigenem Apfelmus. Ein Schmaus.

Und groß sind die Kartoffeln! Mein lieber Scholli. Die bis jetzt größte Kartoffel hat 500g gewogen. Da braucht man nicht viele Kartoffeln für die Kartoffelpuffer reiben und am Ende hat man trotzdem viel zu viel Teig. Naja, es waren ja nur vier Kartoffeln.

Zufrieden bin ich auf jeden Fall mit meinem diesjährigen Kartoffelexperiment und kann es nur empfehlen. Ein weiteres praktisches Beiwerk ist, dass der Giersch sich durch die Strohschicht hocharbeiten musste und so beim Kartoffelernten gut gejätet werden konnte. Die eine Hälfte des Beetes sieht jetzt also wieder richtig schick aus. Und wenn die zweite Hälfte fertig geerntet ist, säe ich noch Gründüngung ein. So liegt es nicht brach in den nächsten Monaten. Bis dann der Spargel einziehen darf.