Familienhobby

Ein Hobby zu haben ist eine tolle Sache. Es bietet Ausgleich vom Alltag, Zeit für sich und man kann einfach mal auftanken. Der Kopf wird wieder frei. Anspannung kann sich lösen, da der Stress für kleine Momente vergessen wird. Nur der Moment zählt. So ist es zu mindest bei mir. Ich kann bei meinem Hobby sehr gut abschalten. 

Mit Familie und besonders kleinen Kindern ist das mit den Hobbys so eine Sache. Nicht nur Vereinbarkeitsprobleme mit Familie und Beruf werden junge Familien feststellen, sondern auch die Vereinbarkeit von Hobby und Familie ist manchmal ein Problem. Hobbys die nur allein durchgeführt werden können und den ganzen Tag an Zeit brauchen sind nicht wirklich familienfreundlich. Doch alles aufgeben möchte man auch nicht. Wir haben jetzt ein Hobby wieder entdeckt. Also ein neues altes Hobby. Ein Familienhobby. 

Klettern. 

Es scheint auf den ersten Blick nicht gleich das familienfreundlichste Hobby zu sein. Denn nur für eine Stunde lohnt es nicht irgendwo hin zufahren. Die wenigsten haben Kletterfelsen im Garten oder eine Kletterhalle in der Nachbarschaft. Und doch hat es sich in den letzten Wochen als ein tolles Hobby heraus gestellt. Denn es haben alle etwas davon. So waren wir inzwischen das dritte Mal. Langsam kehrt der Mut und die Technik zurück. Ich habe mir heute schon mehr getraut als in den Zeiten als wir regelmäßig klettern gingen. 

In der Halle kann der kleine Mann auch nicht wirklich verloren gehen. Er kann ein bisschen an der Kinderwand (wie er es selber nennt) klettern, auf der Strickleiter schaukeln und guckt sich ansonsten gerne alles an. Zu entdecken und zu sehen gibt es mehr als genug. Bei schönem Wetter gibt es noch einen Spielplatz zum Austoben. Langeweile kommt da keine auf. Hinzu kommt, dass wir nicht alleine als Familie gehen. Denn trotz der vielen “Attraktionen” für den kleinen Mann muss einer ein Auge auf ihn haben. Zu schnell macht er mal eine Dummheit oder rennt unter Kletternden durch. So treffen wir uns mit Freunden oder gehen mit Besuch. Noch ein toller Nebeneffekt: Soziale Kontakte auch für uns. 

Und wir können endlich wieder klettern. Unsere Grenzen testen, ausreizen und erweitern. Die kleinen Siege auskosten. Etwas für den Körper tun. Und auch für den Geist. Denn klettern ist Kopfsache. Ja man klettert besser mit ein paar Muskeln hier und da. Aber viel kommt vom Kopf. Konzentration, Vertrauen und Ruhe bewahren. Und dann merkt man, dass für einen kurzen Moment nur diese eine Route wichtig war. Nur die nächste Bewegung. Der nächste Griff. Der nächste Tritt. Die Geräusche drum herum werden weniger. Die Muskeln spannen sich. Wieder ein Stück weiter oben. Stück für Stück. Geschafft. Für diesen kurzen Moment war alles andere egal. Kinder, Studium und was noch alles ist. Egal. Nur ich. 

Die Glückshormone überfluten einen, hat man die Route geschafft. Glückselig kommt man wieder nach unten. Balsam für die Seele. Dann strahlt man die Kinder an. Glücklich. 

Alle. 

Oma?

Letzte Woche war der kleine Mann mit der Tagesmutter und ihrer Tochter bei der Oma. Für den kleinen Mann war das ein sehr faszinierender Ausflug. Er merkt instinktiv, dass die Oma etwas besonderes ist. Da sind manche Sachen anders. Und die Tagesmuttertochter durfte dann bei der Oma bleiben. Alleine. So war die Oma der Freundin den ganzen Tag ein Thema. Er war schwer beeindruckt. 

Und ich war froh, dass noch nicht die Frage der Fragen kam. Nämlich die, nach der Oma. Opapa und Omama sind da, leider weit weg und daher nur selten da. Opa ist auch da und wird hier auch nicht so oft gesehen. Aber wo ist die Oma? 

Als ich merkte, dass ich diese Erleichterung über die nicht gestellte Frage spürte, fragte ich mich, wie ich denn reagieren würde. Die Wahrheit wäre die Antwort. Das war gleich klar. Und ich merkte auch, dass ich sie vermisse ohne sie zu kennen. Für uns als Familie, für die Kinder, für den Herzensmann und auch für mich. Eine leere Stelle.  

Kommunikationsblüten: Die Wahrheit

Wir sind bei den Pferden. Der kleine Mann stiefelt durch den Stall und hört das Gespräch zwischen einem Mädchen und ihrem Papa. 
Mädchen: “Stroh”
Papa: “Ja, das ist Stroh für die Pferde.”
Der kleine Mann: “Ne, Heu is des”
Wo er recht hat,…

***

Der kleine Mann hat einen Kapuzenpulli mit Bauchtasche an.
Der kleine Mann: “Schau mal! Eine Tasche!”
Ich: “Ja, was ist da drin?”
Der kleine Mann: “Nix”

***

Beim Wohnwagen Ausbauen hilft der kleine Mann immer fleissig. Während ich im Baumarkt noch ein paar Winkel besorgt habe haben die Männer weiter gewerkelt.
Papa: “Wir haben noch bissl was rausgeschraubt.”
Ich: “Was habt ihr raus geschraubt?”
Der kleine Mann: “Schrauben!”

***

Das Septembermädchen ist wach geworden. Der kleine Mann kommt selbstverständlich mit gucken und begrüßt seine Schwester.
“Hallo Grinsebacke!”

Zu klein

In den letzten Tagen stelle ich immer wieder fest, dass hier so einiges zu klein ist bzw. geworden ist. Nicht beim kleinen Mann. Er hat sein Wachstumsschub eingestellt und wächst nun wieder langsamer. Wir konnten bei ihm ein Wachstum von vier Zentimetern in gut zwei Monaten feststellen. Anstrengend. Für alle. Auch das Septembermädchen wächst. Daran muss ich mich noch gewöhnen. Schließlich ist sie die Kleine. Ist sie auch noch und wird es auch bleiben.  Aber auch die Kleinen werden groß. Und so wächst sie in die nächste Kleidergröße hinein. Aus dünnen Mützen hinaus und es musste mal ganz dringend eine neue her. Für den Frühlingswind der hier im Garten ab und an ganz schön bläst. Und so entstand in einer Mittagspause, als ausnahmsweise beide Kinder gleichzeitig schliefen, ein kleines gestreiftes Mützchen. Passend zur Augenfarbe. Die je nach Licht alle Blautöne zeigen kann.  

Grasverkostung

Unser Wochenende…

… War voll. Voll mit Frühling. Voll mit Basteln. Voll mit Familie. Voll mit Pläne schmieden. Voll mit Gemütlichkeit. Voll mit Besuchen. 

Samstag

begann das Wochenende mit einem Brötchenfrühstück. Während dessen wurde geplant. Den Essenseinkauf hatte ich schon am Freitag erledigt. So blieb mehr Zeit zum Werkeln. Doch bevor es losging mit basteln mussten wir erst mal in den Baumarkt. Und davor noch schnell im Wohnwagen aus messen. Der kleine Mann war schon ganz aufgeregt. Er liebt den Baumarkt und erzählte auf dem Weg was er machen möchte. Auto fahren und Schrauben halten. Auto fahren durfte er. Denn es gibt im Baumarkt so tolle ungelenke Einkaufswagen mit Auto vorne dran. Da setzt er sich rein und schnallt sich selber an. Dann muss nur noch wie wild am Lenkrad gedreht werden und die Tour kann beginnen. Ab in die Holzabteilung. Pappelsperrholz, Leisten in verschiedenen Ausführungen, kurz beim den PVC-Fußbodenbelägen vorbei schauen und spontan einen auswählen. Dann in die Gartenabteilung ein bisschen Rasenpflege muss vorm Sommer noch sein. Der Herzensmann stiefelt während dessen eine Etage nach oben und sucht kleine Metallplättchen und Unterlegscheiben. Zwischendrin treffen wir noch Freunde und unterhalten uns über Wohnwagen. Der Freundesmann hat auch schon einen renoviert und gibt uns noch einen guten Tipp. Nachdem wir alles haben ab zur Kasse und dann ins Auto. Dort die Festselltung, die Sperrholzatten passen gerade nicht in den Kofferraum. Mit zwei Kindern auf der Rückbank ist die Belademöglichkeit begrenzt. Besonders bei Sperrgut. Doch wir schaffen es und es geht ab nach Hause. Erstmal Mittagessen und Mittagschlaf für alle. Als das Septembermädchen mich dann endlich wieder freigibt und alleine weiter schläft starte ich zum ersten Mal dieses Jahr mit Rasen mähen. Noch schnell die Messer schleifen. Bzw. schleifen lassen. Der Nachbar hilft schnell mit der Flex aus. Inzwischen sind auch die Männer wach. Während ich über die Wiese sause, das Septembermädchen schläft, gehen die Männer einen Kaffee trinken. Zu unserer Vermieterin. Einer Dame die auf die neunzig zugeht und sich sehr über die Kinder und Besuch freut. Auch wenn wir im selben Haus wohnen sehen wir uns selten. Sie kommt nicht mehr viel raus und wir springen immer überall rum. Dann geht es endlich in den Wohnwagen. Wir fangen an alles raus zunehmen. Der Herzensmann kümmert sich um die ehemals nasse Ecke. Ich schraube und versuche mich am Wandklebefolie abziehen. Mit dem Föhn geht das super. Der kleine Mann hilft fleißig mit und schraubt mit dem Akku-Schrauber. Gerne auch in der Luft oder Löcher in verschiedene Oberflächen. Oder er springt auf dem Bett herum. Und ratzfatz ist es auch schon Abend. Schnell einen Brotteller gemacht und die Kinder ins Bett gebracht. Wir lassen den Abend auf dem Sofa ausklingen. Und dann wurde es ganz schön spät. Wir schauten uns das neue Programm von Sascha Grammel an und anschließend noch den Hundertjährigen. Ja der der aus dem Fenster stieg. 

Sonntag

Gibt es wieder ein gemütliches Frühstück. Diesmal kommen noch perfekte Frühstückseier dazu. Danach geht es wieder in den Wohnwagen. Zumindest der Herzensmann darf gleich werkeln. Das Septembermädchen macht direkt den Vormittagsschlaf und der kleine Mann möchte Laufrad fahren. Also gehen wir zum Edekaparkplatz. Da kann er Sonntags ungestört üben und es ist nicht so weit. Nach ein zwei Runden über den Parkplatz geht es wieder zurück. Jetzt darf ich auch wieder werkeln. Weiter geht’s mit Klebefolie abziehen. Irgendwann wird es dem kleinen Mann zu laut und langweilig. Wir lassen den Herzensmann also allein zurück und gehen in den Garten. Es wird geschaukelt und gehüpft. Dann wird gekocht, gegessen und Mittagsschlaf gemacht. Die Nachmittagspläne werden mehrmals hin und her gedreht. Am Ende bleiben wir zu Hause und ich schraub noch ein bisschen was aus dem Wohnwagen raus. Bis wir dann zum Geburtstag eines Freundes fahren. Die zwei Kleinen machen alles gut mit. Dann fallen sie ins Bett. So wie wir.

Kurz vor acht

“Ich würde gern mal wieder Ausschlafen und dann Spaß haben. Statt dessen versuche ich ohne Schlaf Spaß zu haben.” Ich.

Es ist kurz vor acht. Beinah hätte ich jemanden angerufen. Aber es ist kurz vor acht. An einem Samstag. Gut das ich nochmal auf die Uhr gesehen habe. So zeitig ruf ich am Wochenende nirgendwo an. Lieber würde ich um die Zeit schlafen. Oder langsam aufwachen. Nach einer entspannten Nacht ausgeruht in einen neuen Tag starten. Der neue Tag begann um sechs. Unausgeruht. Die Nacht war, wie alle Nächte, durchwachsen. Und ich hab nach einer Stunde Gequietsche vom Septembermädchen Ohrensausen. Irgendwann zwischen sechs und sieben kommt auch der kleine Mann. Er fragt ob er Bagger gucken kann. Im Minuten Abstand. Die Bagger schlafen noch. Unsere Antwort. Ja am Wochenende werden die Baggervideos auf Youtube angesehen. Für eine Viertelstunde länger im Bett liegen macht man doch so einiges. Der Frage “Bagga wach?” kann der Herzensmann dann nichts mehr entgegensetzen. Das Septembermädchen quietscht und beschwert sich. Sie möchte auch mit gucken. Ich versuche sie abzulenken. Mit ihr zu spielen. Vergeblich. Am liebsten würde ich den Kopf unters Kissen stecken und weiter schlafen. Die Augen sind eh auf Halbmast. Irgendwann die erlösende Frage vom kleinen Mann. Er möchte Frühstück. In der Zwischenzeit hat auch das Septembermädchen wieder etwas zu essen bekommen und schläft darüber ein. Ruhe. Kurz vor acht. Später wollen wir klettern gehen. Ich muss aufpassen. Nicht das ich einschlafe und aus der Wand falle. Wird schon. Wie die letzten Tage auch. Wie heißt es nicht so schön “Das Muntersein kommt mit dem Wachsein” oder so ähnlich.

Käthe Kruse 

Bewegt. Hat mich der Film. Bereits am Samstag kam er bei ARD. Heute schaffte ich es ihn an zuschauen. Nur durch Zufall las ich am Samstagmorgen eine Kritik auf Spiegel online und nahm den Film auf (Danke Sky mit Archiv Funktion). Bis dahin ahnte ich nicht, das hinter den schönen Puppen und Kuscheltieren, die mit den Kindern auch in unseren Haushalt Einzug gehalten haben, eine so mutige Frau und Lebensgeschichte steht. 

Sie beginnt als Schauspielerin. Wird unverheiratet schwanger. Der Mann, Max Kruse, bekennt sich zu ihr und dem Kind. Sie heiraten nicht. Für den Bildhauer beginnt eine schwere Zeit. Die Berliner Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhundert billigt das Zusammenleben nicht. Er verliert Aufträge, kann seine Kunst nicht mehr verkaufen. Es kommt wie es kommen musste: Er schickt Frau und inzwischen zwei Kinder weg. Für Käthe Kruse ist es schwer aber es entpuppt sich als Glück. Sie macht eine Puppe für die Tochter. Auf einem Markt wird sie entdeckt. Es entstehen erste Aufträge und ein kleiner Marktstand. Das Leben geht noch weitere verschlungene Wege. Doch die Puppenproduktion nimmt immer mehr Raum in ihrem Leben ein. Wird die Familie ernähren. Am Ende des Films ein Rechtstreit. Der erste Urheberrechtsstreit in der Spielwarenindustrie. Käthe Kruse gewinnt. 

Immer wieder wird im Film auf die Situation der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts hingewiesen. Beiläufig. Und doch präsent. Eine Frau musste verheiratet sein. Alleinerziehende kaum denkbar. Ein gesellschaftliches Stigma. Wahlrecht. Fehlanzeige. Um den Prozess führen zu dürfen musste der Mann damals seine Genehmigung geben. Das sind nur wenige der vielen Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind. 

So bewundere ich den Mut dieser Frau. Diese Kraft und Eigensinnigkeit. Möchte mir etwas mit nehmen in meinen Alltag. Auch ich möchte Geld verdienen. Möchte eine Sache haben, die meins ist. Die ich aufgebaut habe und für die ich alles machen würde. Ich bin gespannt was das bei mir sein wird. Puppen sicher nicht. Die gibt es ja schon. 

Dieser Post erscheint in der Reihe zu Karriere und Frau. Da für mich Käthe Kruse nicht nur für damalige Zeiten eine Karriere hingelegt hat. Sie war erfolgreiche Unternehmerin und hat ihren Beruf als Berufung gesehen. 

Doppelte Osterhasenparade

Eigentlich wollte ich still und heimlich in der Mittagspause backen. Doch erst lies das Septembermädchen mich nicht gehen und dann wachte der kleine Mann natürlich gerade in dem Moment auf, als ich die ersten Hasen aufs Blech legte. Also doch mit ihm backen. Von Weihanchten wusste ich noch, was dass für eine Sauerei war und hatte eigentlich nicht so viel Lust dadrauf. Doch ich wurde eines besseren belehrt. Dies mal klappte das geinsame backen schon viel besser. Und ih hab richtig Lust noch mal mit ihm Teig aus zurollen und aus zustechen. Es war die reinste Freude ihm dabei zu zusehen. “Mama Osterhase macht!” Schallte es durch die ganze Wohnung. Und dann ein schelmisches “Mag ich kleines Teig?” Und dann wurde sich schnell ein kleines oder eher größeres Stückchen Teig stibitzt und ab in den Mind damit. Deswegen war nach zwei Blechen dann auch Schluss. Der restliche Teig wartet bis zum nächsten Sturmregentag im Kühlschrank. Oder bis die zwei Bleche weg sind. Die ersten beiden Hasen mussten ja auch schon dran glauben. Wäre es nach dem kleinen Mann gegangen, dann wären es selbstverständlich noch mehr.  


  

Samstag

Eigentlich sollte der Samstag ganz anders los gehen. Schon in der Nacht beschloss ich, während ich neben dem Septembermädchen wach lag, in die Hochschule zu fahren. Schreiben ohne gestört zu werden. Das war der Plan. Ja, war. 6:15 war das Septembermädchen dann wach. Ich nicht. Der Herzensmann wanderte zum kleinen Mann, damit dieser noch ein bisschen weiter schlafen würde. Nach einer Weile wurde es dem Mädchen neben mir etwas langweilig. Wir gingen aufs Klo. Während dessen wachte der kleine Mann richtig auf und musste zu seiner Schwester. Ja, das Erste was er fragt ist “Lora gucken!” Naja befiehlt trifft es wohl eher. Also zogen beide Männer in Schlafzimmer um. Es folgte kuscheln und Bagger gucken und Stillen und Buch angucken. Wahrscheinlich war das Buch schuld. Man braucht ja immer einen Schuldigen und in dem Fall trat die geplante Wirkung ein. Hundertprozent. Es handelt sich bei dem Buch um “Mein wunderbarer Wohnwagen”. Ein Buch zum Träumen, Ideen holen und Lust machen. Inzwischen war es acht und ich bekam Hunger. Also beschloss ich mal langsam aufzustehen – wenn man seit kurz nach sechs wach im Bett liegt trifft die Formulierung mal langsam auch schon für um acht zu – und zum Bäcker zu gehen. Inzwischen hat auch der kleine Mann Hunger und möchte Rosinen in einer Schüssel. Also erst ihn schnell anziehen und mit ein paar Rosinen glücklich machen. Dann ziehe ich mich an. Wollte der kleine Mann vorher nicht mit zum Bäcker, will er jetzt, da er mich angezogen sieht, natürlich mit. Also kommt er mit. Wie jedes Wochenende möchte er “eine Brezel baufen”. 9:12 können wir dann endlich frühstücken. Inzwischen hab ich mich von der Hochschule verabschiedet und beschließe die Zeit zum Arbeiten zu nutzen, wenn die Männer einkaufen gehen. Frühstück dauert ewig, wenn man nebenbei dem kleinen Mann noch Brötchen schmiert und ein unruhiges Septembermädchen auf dem Schoß hat. Sie möchte am liebsten alles mit essen. So wurde sie dann mit ein bisschen Obst ruhig gestellt. Irgendwann nach zehn hatten wir es geschafft. Alle waren satt. Der kleine Mann stiefelte aufs Klo. Dann wurde das Septembermädchen müde. Nachdem der Versuch sie in den Kinderwagen zu legen und einschlafen zu lassen scheiterte, stillte ich sie zum beruhigen. Der Herzensmann und der kleine Mann kuschelten sich mit aufs Sofa und stöberten nochmal durch das Wohnwagen-Buch. Der Herzensmann schlug vor, dass wir ja mal ein oder zwei Wohnwagen am Wochenende ansehen könnten. Um mal zu sehen, wie sich Anzeige und Realität vereinbaren lassen. Da es inzwischen nach 11 war verabschiedete ich mich von meinen Samstagsvorsätzen. Wir guckten uns nochmal die Wohnwagen an und suchten uns zwei aus, die uns gefielen und in der Nähe lagen. 

Der kleine Mann war schon ganz aufgeregt und wollte unbedingt Wohnwagen angucken und im Wohnwagen schlafen. Wir erklärten ihm gefühlte tausendmal, dass er im Auto schlafen darf und wir uns den Wohnwagen erstmal nur ansehen werden. Inzwischen hatten wir für den Nachmittag zwei Besichtigungen ausgemacht. Damit wir entspannt hin fahren konnten machten wir ein einfaches Mittag. Vorher ging ich mit dem kleinen Mann noch schnell einkaufen. Damit das auch erledigt ist. Nach dem Mittag ging es los. Erst nach Heilbronn. Irgendwann unterwegs schliefen beide Kinder ein. Es dauerte eine Weile. Doch so ein brummender Motor ist unschlagbar. 

Angekommen schauten wir uns erst alleine den Wohnwagen an. Nach einer kurzen Weile war der kleine Mann aufgewacht. Er saß aufgeregt in seinem Sitz und freute sich. Als ich ihn raus holte, wollte er direkt zum Wohnwagen. Ganz schnell änderte sich dann seine Stimmung. Irgendwas war ihm ungeheuer. Er wollte direkt aus dem Wohnwagen wieder raus. Draußen sagte er mir dann “Mama weiter gehn”. Auf dem Hof standen noch zwei weitere Wohnwagen, die ich mir mit ihm von außen ansah, während der Herzensmann das eigentliche Objekt der Begierde noch weiter unter die Lupe nahm. Wir entdeckten noch ein Bagger und es gab noch ein paar Kekse am Auto. Inzwischen war auch das Septemermädchen wach und freute sich, als ich zu ihr rein sah. 

Nach einer guten halben Stunde fuhren wir weiter nach Neckarsulm, wo der zweite Wohnwagen stand. Der kleine Mann war auf der Fahrt leicht verwirrt und wollte das wir umdrehen. Schließlich standen auf dem Hof noch zwei Wohnwagen. Doch als wir dann neben dem zweiten Wohnwagen parkten war alles wieder okay. Er sah ihn und sagte “den nehmen”. Na wir schauen ihn erstmal an. “Unsa Wohnwagen werden.” Wir schauten uns den Wohnwagen an. Der Besitzer erklärte uns alles. Der kleine Mann sprang inzwischen auf dem Bett herum. Wir waren alle sehr angetan von dem Wohnwagen. Doch die obligatorische Nacht drüber schlafen wollten wir schon. Als wir los fahren ist der kleine Mann sehr verwirrt. “Papa Anhänga vagessen!” Wir erklären ihm, dass wir noch mal eine Nacht drüber schlafen werden. Dass wir auch erst Geld holen müssen, um dann den Wohnwagen zu kaufen. “Papa Geld holen. Mann beben.” “Unsa Wohnwagen.” So ging es die Fahrt über. Wir stoppten noch kurz in Ludwigsburg und schauten von außen die Arbeit des Herzensmannes an. 

Abends zu Hause tobte er noch eine Weile durch die Wohnung. Da war noch zu viel Aufregung und Energie in ihm. Wir brauchten uns nicht wirklich lange drüber unterhalten, denn wir fanden ihn beide gut. Wir können ein bisschen dran basteln, aber wenn wir wollen auch gleich eine Probetour an einem Wochenende machen. Also so ziemlich perfekt. 

Sonntag

Der Sonntag startete ähnlich wie der Samstag. Als die Männer dann wieder im großen Bett lagen, fragte der kleine Mann uns: “Geld holen. Wohnwagen baufen?” Ja, wir werden den Wohnwagen kaufen. Am Vormittag nach dem Frühstück riefen wir den Besitzer an. Er freute sich auch, dass wir den Wagen nehmen. Der kleine Mann ist ganz aufgeregt. Er fragt immer wieder nach unserem Wohnwagen. Möchte Bilder sehen und ihn am liebsten direkt abholen. Am Dienstag dann. So schnell kann es gehen. 

Manchmal kommt alles anders, als man denkt oder plant. Es war ein schöner Samstag. Gemütlich und aufregend. Und irgendwann wird die Bachelorarbeit auch geschrieben sein. Wenn der erste Zahn durch ist, ich wieder ein bisschen mehr Ruhe habe und vielleicht ist es ja ganz gut, dass jetzt Osterferien sind. Mal sehen ob das Nachbarsmädchen da ist. Jetzt haben wir erstmal einen Wohnwagen.