Was für ‘ne Woche…

… Und es ist erst Halbzeit.

Hier geht es gerade drunter und drüber. Viel zu viel zu tun. Die Tage sind zu kurz. Die Luft und Energie raus. Weggepustet vom Herbstwind, der hier Blatt für Blatt die Bäume leer putzt. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Welche der Ereignisse zuerst. Welche Aufgabe hat Priorität. Wie so immer kam alles auf einmal. Montag. Fangen wir also an. Ein bisschen aufräumen, Laub fegen, Ordnung schaffen. Wenigstens im Kopf.

Das Wochenende war schön. Angefüllt mit vielen schönen Momenten. Es war das erste Mama-ohne-Kind Wochenende. Zumindest Tagsüber. Ich habe es mit Singen verbracht. Viel singen. Von Morgens bis abends. Und lachen. Am Sonntag kam auch noch lieber Besuch vorbei. Patentante und Trauzeuge. Lange nicht gesehen. So dachte ich erst spät, sehr spät an die kommende Woche mit allem was da kommen würde. Ein Abgabetermin einer Gruppenarbeit. Das mit Freude erwartete Familientreffen in der Nähe der Hauptstadt. Zwei Termine bzw. Ereignisse, die ein bisschen Stress verursachen. Aber schönen Stress. Eigentlich. Nur hatte ich bis Sonntag Abend immer noch nichts von der Kommilitonin erhalten. Nichts woran man weiter arbeiten könnte. Ausgemacht war Donnerstag, spätestens Freitag. Na gut. Mal sehen was Montag bringt. Dann entscheiden wie weiter.

Ja Montag. Der Tag aller Tage. Zumindest diese Woche. So einiges kam da auf uns zu. Unter anderem der Hausarbeitsentwurf. Naja. Nicht so das was ich erwartet habe. Aber wie jetzt weiter machen, ohne den Gruppenmitgliedern zu sehr vor den Bug zufahren. Gar nicht so schwierig. Komplett umschreiben, eine. Lösung, aber damit würde ich riskieren, mindestens eine der Kommilitoninnen ziemlich zu verletzen. Also doch keine Lösung. Irgend wie raus aus der Gruppe und selber schreiben, die andere. Aber innerhalb einer Woche? Echt jetzt? Das ist ganz schön knapp und extrem viel Stress. Aber die einzige Lösung, die für mich irgendwie geht. Also ran, die Mittagspause und Abendstunden nutzen, während der kleine Mann schläft. So halbwegs zumindestens. Wenn er nicht ständig von einem Hustenanfall wach geschüttelt werden würde. Ja da hat sich ein ganz schöner Husten entwickelt so von Mittagsschlaf bis zum Abend. Beim Rumtoben merkt man es ihm gar nicht an. Die Erkältung. Er wird nur etwas eher müde als sonst. Und da ein Patient bekanntlich kein Patient ist kommt noch einer dazu. Der große Mann. Er ging mit leichten Halsschmerzen auf Arbeit. Kommt eher nach Hause und geht direkt ins Bett. Das heißt bei ihm schon so einiges. Also kümmern.

Am Dienstag ging es zwischen Vorlesungen zum Arzt. Abklären lassen, dass sonst alles in Ordnung ist. Bei beiden. Da es beim kleinen Mann auch das erste Mal ist, dass er so krank ist, hab ich noch keine Mittelchen im Haus. Kein Schema F, was erstmal angewendet werden kann. Und da am Montagabend auch noch kräftig Feedback (in der wortwörtlichsten Übersetzung) gegeben wurde, War ich doch etwas besorgt. Wie gesagt, er ist das erste Mal so stark erkältet. Neben Vorlesungen hören, Hausarbeit schreiben, Tag organisieren und Kind von A nach B bringen, musste auch noch der Rasen ein letztes Mal gemäht werden. Die Vermieterin sitzt mir da zumindest gedanklich im Nacken. Außerdem war noch ein mal schönes Herbstwetter und es war regen angesagt. Am Ende vom Tag (zum Glück werden die Tage jetzt wieder kürzer, da kam es eher) war ich leer. Nur das Stresslevel, das war Rand voll.

Heute war alles immer noch viel. Denn die Hausarbeit schreibt sich nur halb so gut von der Hand, wie ich gehofft hatte. Und eigentlich wollten wir ja morgen Abend schon weg fahren. Verschieben wir das auf Freitag. Ist zwar ein bisschen anstrengender dann, aber ich brauch den Abend mehr Zeit. Unbedingt. Erst beim Abendbrot rückt der große Mann heraus mit der Nachricht. Er fährt nicht mit. Das schafft er nicht. Ich muss mir andere Verkehrsmittel suchen. Alleine mit Kind die lange Fahrt, das mach ich nicht. Doch einen ganzen Tag im Zug? Hab ich auch nicht so wirklich Lust drauf. Fliegen? Zu teuer so kurzfristig. Schweren Herzens sage ich ab. Merke, nachdem die Traurigkeit etwas nachlässt, wie mir etwas leichter wird. Der Stress weniger wird. Ein bisschen. Den Erkältung ist immer noch zu Besuch. Der Husten kommt immer noch in kräftigen Schüben, bei denen ich nicht immer weiß, ob er sich nicht irgendwie noch verschluckt. Es klingt schlimm. Auch die Hausarbeit muss weiterhin beendet werden. Doch ich habe jetzt wenigstens einen halben Tag mehr Zeit. Und ein freies Wochenende danach. Naja frei. Die nächsten Referate und Hausarbeiten stehen schon an. Abgabetermine schon fett im Kalender eingetragen. Das Studium hat mich zurück. Die ersten entspannten Wochen sind rum. Nun wird gearbeitet. Wenn der kleine Mann schläft.

10 – Monats – Geburtstag

Im letzten Monat ging es hier rund. Mit Studium-wieder-Einstieg, Tagesmutter und so weiter. Auch beim kleinen Mann hat sich so einiges getan. Zähne sieben und acht sind durch. Jetzt sind es oben und unten vier. Essen geht jetzt noch viel besser. Man ist aber eh alles was einem angeboten wird. Außer einmal in der Mensa. Aber das war echt nicht lecker. inzwischen wird auch nur noch nachts gestillt. Der Milchnachtisch Mittags ist auch nicht mehr wichtig. Alles andere was man bekommt ist ja mindestens genauso lecker. IMG_0204

In diesem Monat wurde so einiges entdeckt. Die größte Entdeckung ist, dass man sich selber hinstellen kann. Auch das hinsetzen geht viel schneller, als noch vor einem Monat. Wenn wir in der Wohnung unterwegs sind, kommt der kleine Mann zügig hinterher. Wenn er nicht durch irgendwelche spannenden Sachen unterwegs abgelenkt wird. Wie die Schuhschränke, die Stereoanlage oder oder oder.IMG_0234

Spannendes gibt es genug. Doch auch sein Spielzeug ist noch spannend. So kann er sich oft erstaunlich lange selbst beschäftigen. es wandert auch nicht mehr alles in den Mund. Viel wird geguckt. Und getastet. Mit dem Zeigefinger. Lang ausgestreckt. Und nur dieser. Dann wird untersucht. In den letzten Tagen wurden auch seine Bücher immer interessanter. Nicht zum essen und rein beissen. Nein, sie werden angeguckt. Was es da zu sehen gibt. Ganz neue Welten kann man da entdecken.IMG_0232

Ja, es ist so schön. Es macht richtig Spass ihm zu zusehen und mit zu entdecken. Die Augen wieder für die kleinen Dinge zu öffnen. Besonders mit unserem kleinen Strahlemann.

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Windelfrei: Nachts

Es gab Phasen, da war ich stolz wie Bolle. Denn der kleine Mann war nachts so gut wie trocken. Musste einmal aufs Klo, ansonsten schlief er durch. Das war lange die Regel. War etwas anders, wusste ich, da tut sich wieder was. Meistens waren es die Zähne. Dann musste er auch mal mehr. Wenn er dann musste, machte er kurz auf sich aufmerksam. Meistens merk ich es schon daran, dass er unruhig wird. Dann bin ich kurz mit ihm aufs Klo. Gepullert. Ins Bett. Fertig.
Im Moment sieht das leider alles ganz anders aus. Er muss locker fünf mal aufs Klo. Will genauso viel trinken/stillen. Das ist schon anstrengend genug. Hin zu kommt lautstarkes Weinen. Wenn er merkt, dass er aufs Klo muss. Weiter geht es, wenn er abgehalten wird. Während dem Pullern. Es wird sich gesträubt, mit Händen und Füßen. Er macht sich lang und steif. Kurze Erleichterung, wenn die Blase leer ist und er merkt, es geht zurück ins Bett. Doch auch diese Pause ist nur kurz. Genau so lang, wie wir brauchen, um vom Bad ins Schlafzimmer zugehen. In dem Moment, wo er das Bett berührt, geht es wieder los. Bis er wieder angezogen ist (Windel drum und Body zu, geht eigentlich sehr schnell) und er Stillen darf. Nichts hilft. Auch nicht zur zwischenzeitlichen Beruhigung wird der Nuckel akzeptiert. Nur Mama kann helfen. Dann ist er schnell wieder eingeschlafen. Bis er das nächste Mal muss.
Ich hab schon einiges probiert. Meistens mit mehr oder weniger Erfolg. Am Anfang, als die Phase los ging, hab ich einfach eine Wegwerfwindel drum gemacht. Da haben wir uns wenigstens den Gang ins Bad und den Großteil des Theaters erspart. Doch es ändert nichts an der Tatsache a) das er so oft muss und b) an der Frequenz des Stillens. Außerdem meldet er sich, wenn er muss. Ich möchte sein Signal nicht einfach übergehen. Ich bin ja froh, dass er es merkt und signalisiert. Meistens ist es im Moment so, dass ich ihn zwei bis dreimal abhalte. Irgendwann feststelle, die Einlage ist nass und ihm dann eine WWW um mache. Letzte Nacht war es wieder so. Während der große Mann die WWW holte, hielt ich den kleinen auf dem Arm. Da war er ruhig. Und ich kurz danach von oben bis unten nass. Es gibt also eine Möglichkeit, ihn ruhig abzuhalten. Vielleicht kann ich ihn so in einen Becher oder ähnliches Pullern lassen. Wir werden testen.
Unabhängig davon fände ich es schön, wenn er gar nicht fünf mal pullern muss. Zwei mal reicht ja auch. Meiner Meinung nach. Doch wie schaff ich das? Er muss so viel, weil er so viel trinkt. Also nicht so viel stillen. Aber wie? Hat er wirklich so viel Durst? Oder ist das alles ‘nur’ Komfortnuckeln? Um das heraus zu finden, werde ich ihm heute über den Tag verteilt viel zu trinken anbieten. Dann dürfte er ja eigentlich nachts nicht so ein Durst haben. Mal sehen. Ich hoffe das ist die Lösung. Oder er kommt selber auf den Trichter, dass weniger (pullern) mehr (Schlaf) ist. Bitte bald.

Eingewöhnung mit Unterbrechungen

Nachdem ich mich so richtig aufgeregt hatte, die anfänglichen organisatorischen Probleme beseitigt waren und die Nerven wieder im normal Zustand sind, konnte es los gehen. Fast, denn dann wurden wir erstmal krank. Mit einer kleinen Verzögerung ging es also los. Jeden Morgen zur Tagesmutter. Gemeinsam, versteht sich. Der kleine Mann sah sich alles genau an. War zufrieden und spielte vor sich hin. Alles bestens also. Wir ließen es langsam angehen. Nach gut einer Woche starteten wir in die nächste Runde. Trotz Fieber am Vorabend und allgemeiner Unleidlichkeit des kleinen Mannes. Ich verabschiedete mich und ging nach Hause. Duschen. Welch ein Luxus. Ohne Hast. Einfach nur Duschen. Toll. Nach eineinhalb Stunden holte ich ihn wieder ab. Er spielte erst auf dem Fußboden. Als er mich sah wurde deutlich protestiert. Nicht weil ich ihn abholen kam. Nein, weil ich ihn alleine gelassen hatte. Man wird sich ja wohl noch beschweren dürfen. Darf er. Keine Frage. Es schien ganz gut funktioniert zu haben. Nur die großen Kinder, die machen manchmal so laut und kommen so nah ran. Dann bekommt mann schon mal Angst. Aber daran wird mann sich gewöhnen und später mit machen und sich freuen. Sind dann sicher auch tolle Spielkameraden.
Am Abend war das Fieber wieder da. Das Mittag wurde komplett wieder ausgespuckt. Der kleine Mann war fix und fertig. Ich rätselte vor mich hin. Wälzte Bücher. Beschloss, dass es die Aufregung und die Zähne waren. Aber irgendwie passte das für mich nicht. Schließlich waren die Zähne vorher so einfach gewesen. Besonders die im Unterkiefer. Aber dann war erstmal Wochenende. Keine Termine oder Aktivitäten standen auf dem Plan. Nur zu Hause sein. Ausruhen. Spazieren gehen. Das Tat gut. Am Sonntag Morgen entdeckte ich die ersten kleinen roten Flecken. Abends waren sie bis auf den Rücken runter gewandert. Röteln. Doch angesteckt wurden. Über einen Mittelsmann. So war erstmal eine Zwangspause angesagt. Der kleine Mann genoss es. Nur die Mama zu haben. Soviel gestillt zu werden wie er möchte. Alles eben.
Ich hingegen machte mir so meinen Kopf. Die Zeit lief mir davon. Das Wintersemester lässt nicht mehr lange auf sich warten. Ich hatte wieder keine Ahnung, wie das funktionieren soll. Der kleine Mann war so extrem anhänglich. Nicht einmal der Papa war gut. Nein, die Mama musste es sein. Immer. Bei jeder kleinen Kleinigkeit. Richtiges Essen? Nein danke. Milch. Und nur Milch, bitte schön. Mir blieb nichts anderes übrig. Alles Angebotene wurde ignoriert. Die Milch lautstark eingefordert. Wieder wurde vollgestillt. Innerhalb nur zwei Wochen der zweite “Rückfall”. Ich hatte keine Lust mehr. Auf gar nichts. Stellte mir diverse Fragen. Alle sinnlos zustellen. Aber man macht es ja trotzdem. Auch wenn man weis, wie die Antwort lautet. Es wird sich zeigen, war die Eine. Die Andere, weil mein Studium eben 7 Semester dauert und nicht nur 4. Ja, ich habe mir gewünscht das Studium schon fertig zu haben. Aber so ist es nun mal nicht.
Heute konnten wir endlich wieder mit der Eingewöhnung weiter machen. Am Anfang blieb ich noch etwas da, bis der kleine Mann sich wieder zurecht fand. Als ich nach einer guten Stunde wieder los ziehen wollte, bekam ich eine SMS. Der kleine Mann schlief. Das hatte ich gehofft. Aber nicht erwartet. So bekam ich noch etwas Zeit. Beim Abholen würde auch nur kurz gemeckert. Dafür um so länger umarmt. Das hat mich wieder entspannt. Ich bin wieder guter Dinge und freue mich auf nächste Woche. Dann geht es nämlich wieder los mit dem Studieren.

9 – Monats – Geburtstag

Mit neun Monaten…

… Isst mann die ganz normale Familienkost
… Trägt mann weiterhin Größe 74
… Mag mann nicht auf der Wiese krabbeln
… Kann mann sich an Kisten, Mama und Papa hoch ziehen/drücken
… Findet mann es bei der Tagesmutter ganz schön spannend
… Hat man zum ersten Mal Fieber gehabt
… Kann mann schon “mamama”, “bababa” und einiges mehr sagen (bei diesen beiden habe ich auch das Gefühl, das es inzwischen gezielt eingesetzt wird)
… Ist mann unser Strahlemann, der herrlich lacht
… Freut mann sich riesig, wenn der Papa abends nach Hause kommt
… Schmeißt mann mit größter Freude den Turm um, den Mama oder Papa gebaut haben
… Lacht mann über Finger- und Handpuppen, egal wie schlecht gelaunt mann vorher war
… Findet mann immer noch alles was rasselt und Krach macht super
… Räumt mann die DVD’s im Wohnzimmer aus dem Regal
… Hat mann sich schon an Mamas Schreibtischschublade die Finger eingeklemmt
… Kann mann sich hinknien

Windelfrei: Aktuell

Schon eine ganze Weile habe ich nichts mehr direkt zu Windelfrei geschrieben. Nun möchte ich mal wieder einen Zwischenbericht machen. Inzwischen hat sich ja so einiges verändert, was natürlich auch auf windelfrei Auswirkungen hat. Zuerst einmal: Wir sind immer noch dabei! Denn ein Zurück gibt es dann nicht mehr. Auch wenn ich am Anfang mal dachte; Ich probier das mal aus. Wenn es mir zu anstrengend wird, hör ich einfach auf. Doch das geht nicht. Auch in den anstrengendsten Momenten nicht. Zum Beispiel in denen, wo ich mich gedanklich festfahre. Dann fixiere ich mich zu sehr auf das aufs Klo gehen. Denke bei jedem kleinsten Mucks; Jetzt, aber wirklich. Dann nehme ich nicht mehr den kleinen Mann wahr, sondern bin komplett versteift. Irgendwann werde ich genervt, weil nichts funktioniert. Der kleine Mann wehrt sich auf dem Klo. Beim Abhalten macht er sich steif und lang. Und dann kommt ein Punkt, an dem ich denke; Dann mach halt in die Hose! Das ist der Punkt, an dem ich mich frustriert irgendetwas anderem widme. Der kleine Mann irgendwo in der Wohnung entdeckt und ich mich endlich wieder entspanne. Bis ich das nächste Signal höre. Mit ihm aufs Klo gehe. Tata, es funktioniert wie eh und je, einwandfrei.
Oder in den Momenten, wenn er nicht einschlafen will. Weil irgendwas noch raus muss, aber noch nicht kann. Dann kann das Einschlafen und zu Bett gehen eine langwierige Prozedur werden. Alle zehn Minuten möchte mann aufs Klo. Noch im Bett rumhampeln und ein bisschen krabbeln. Bis irgendwann die Müdigkeit siegt. Auch da spukt mir meist irgendwann der Gedanke durch den Kopf. Wenn er nur in die Windel pullern und einfach nur einschlafen würde. Wahrscheinlich würde er aber genauso lange zum einschlafen brauchen. Denn in den Momenten ist das aufs Klo gehen oft nur ein Vorwand. Ich kenne es selber von mir. Kann ich nicht einschlafen, könnte ich auch alle Nasenlang aufs Klo gehen. Irgendwas anderes scheint ihn dann vom Schlafen ab zuhalten. Egal wie müde mann ist.
Aber das sind nur wenige Momente, in denen ich so denke. Insgesamt bin ich immer noch und immer wieder erstaunt, wie gut es funktioniert. Und natürlich bin ich stolz wie Bolle.
Seit der kleine Mann nun regelmäßig “Richtiges” ist, wurde ganz schön umgestellt. Am Anfang viel es ihm schwer. Es war richtige Arbeit auf dem Klo. Inzwischen ist das meistens kein Problem mehr. Viel trinken hilft auch. Das macht er zum Glück gut und gerne. Was für eine tolle Entdeckung es war, nur Wasser trinken zu können. Auch die Häufigkeit hat sich dadurch deutlich reduziert. Auch sehr angenehm. Die Zeiten sind jedoch nicht konstant. Mal direkt nach dem Aufwachen. Mal erst am Vormittag. Je nach dem mal Mittags oder vorm ins Bett gehen.
Im Moment hat er eine Kloverweigerungsphase. Nicht das er nur in die Windel macht. Nein. Nur nicht auf dem Klo. Mit Vorliebe draußen oder überm Waschbecken. Das klappt immer. Ich find das ganz schön anstrengend. Denn ich bin schnell mal mit ihm auf dem Klo. Aus Gewohnheit. Großes Theater gibt es dann. Geh ich dann raus in den Garten oder übers Waschbecken mit ihm kommt immer was. Warum also nicht gleich überm Klo? Ich weiß es nicht. Werde es wahrscheinlich nicht erfahren. Es ist interessanterweise auch nur unser Klo. Im Urlaub und wenn wir irgendwo zu Besuch sind, ist das alles gar kein Problem.
Im Urlaub und wenn wir lange unterwegs sind machen wir dem kleinen Mann eine Wegwerfwindel um. Falls wir da mal nicht rechtzeitig Pause machen können oder so, ist es nicht so schlimm wenn was raus muss. In unserm Ferienhaus haben wir ihn natürlich wie zu Hause ohne Windel krabbeln üben gelassen. Als er damit so richtig los legte, ging auch so einiges in die Hose. Da gab es einfach kein Signal. So abgelenkt war er. Doch nun hat sich alles wieder eingespielt. Wir müssen nur auf ihn hören.

8 – Monats – Geburtstag

Schon wieder ist ein Monat rum. Die Zeit vergeht so schnell und viel hat sich getan. Zu den fünf Zähnen ist noch einer dazu gekommen. Die vier oberen Schneidezähne sind komplett. Unten kommen die zwei äußeren so langsam. Wir merken, dass es ihn da drückt. Die Zähne werden auch fleißig benutzt. Sei es beim Beißen von Mama und Papa, oder beim Essen. Das funktioniert ganz hervorragend. Frühstück, Mittag und Abendbrot gibt es immer erst mal was ‘Richtiges’. Zum Nachtisch Milch. Nach dem Mittagsschlaf wird eine ordentliche Portion Obst verdrückt. Obst ist überhaupt das Beste. egal in welcher Form. Ob am Stück oder als Mus, bei Obst geht der Mund immer ganz weit auf. Die Verdauung hat sich, nach anfänglicher Verwirrung, super umgestellt. Alles Bestens.
Ob es an der zusätzlichen Energie liegt, oder für ihn jetzt einfach an der Zeit ist, weiß ich nicht. Die motorische Entwicklung hat, gerade in den letzten Tagen, enorme Fortschritte gemacht. Heute ist er das erste Mal nach vorne gekrabbelt. Rückwärts klappte das schon die letzten Tage wunderbar. Deutlich war ihm die Freude anzusehen. Selig konnte er heute einschlafen. Ganz zufrieden mit sich selber. Die Tage davor waren doch mit viel Beschwerde angereichert. Es ist ja auch doof, wenn mann nicht so kann, wie man will. Sitzen kann er inzwischen auch. Nur selber in die Sitzposition bringen klappt noch nicht. Doch liegen will mann auch nicht mehr. Also so lange aufregen, bis Mama oder Papa einen hinsetzen. Ist ja auch viel einfacher.
Da sieht man auch deutlich, das er auch fleißig seinen Willen weiter entwickelt und immer mehr zeigt. Was ihm dabei wunderbar hilft ist seine Sprachentwicklung. Es wird nicht mehr einfach nur los geheult, wenn ihm was nicht passt. Oft wird sich beschwert. Dann kann es schon passieren, dass ein ganzer ‘Wort’-Schwall auf einen einprasselt. Auch im Spiel redet er. Ist ganz vertieft in seine Welt. Ich wüsste zu gerne, worum es da geht. Wo er sich befindet und was dann in seinem Kopf vor sich geht. Ich finde es spannend und faszinierend, die Entwicklung zu beobachten, seine Selbstvergessenheit zu spüren. Die ist teilweise aber auch anstrengend. Besonders dann, wenn man das Spiel kurz unterbrechen muss, um auf’s Klo zu gehen. Dann zeigt sich deutlich sein Willen. Auch wenn er Muss und sich dann auch erleichtert, wird sich dabei beschwert. Oft ist es aber auch so, dass er zeigt er Muss mal. Wenn wir ihn dann abhalten beschwert er sich und pullert nicht. Er will dann nicht und kurz danach ist die Einlage nass. Das ist anstrengend. Geht mir manchmal sehr auf die Nerven. Besonders wenn es ständig hintereinander passiert. Dann komme ich auch schnell mal an meine Geduldsgrenze, die ganze Theorie in meinem Kopf hilft dann gar nichts. Das Problem ist dann auch, er pullert nur ein bisschen. So, dass der Druck weg ist. In dem Moment wo er pullert, merkt er, dass er nass wird und hört auf. Zehn Minuten später das gleiche Spiel nochmal. Bis er irgendwann die Blase leer hat, oder doch auf dem Klo pullert. Ansonsten funktioniert windelfrei weiter super. Es gibt halt immer so Phasen, aber die gibt’s überall. Toll ist, dass kein großes Geschäft in die Windel geht. Da bin ich sehr froh drum. Ich kann mir nicht vorstellen, das alles in der Windel zuhaben….
Es ist so schön ihn bei uns zu haben, mit allen Höhen und Tiefen. Besonders, wenn man kurz vor dem Einschlafen noch mal an gelächelt wird.

Armer Papa!

Mein Sohn ist im Moment ein Muttersöhnchen. Eigentlich kein Problem. Denn ich bin normalerweise die Hauptbetreuungsperson, so das es nicht einmal aufgefallen wäre. Aber nun sind wir nicht mehr alleine zu zweit. Nicht mehr der kleine Mann und ich. Wir sind jetzt für eine kurze besondere Zeit zu dritt. Jeden Tag. Und da fällt es auf. Denn der Papa möchte die Zeit intensiv mit seinem Sohn verbringen. Die Mama entlasten. Denn Alltag mit Kind er-leben. Meistens funktioniert das auch ganz gut. Ich übe mich im Abgeben. Die Männer können sich ihre eigenen Rituale, Wege für die verschieden Aktionen suchen. Doch immer wieder sagt der kleine Mann: Hey, so nicht. Jetzt reicht’s, ich will meine Mama. Situationen, die eigentlich überhaupt kein Problem sind. Zu Hause, am Wochenende, auch schon nur von den beiden gemeistert wurden.
Einschlafen zum Beispiel geht gar nicht mit Papa. Da wird ein Theater gemacht und geschrien. Kaum aus zuhalten. Besonders, wenn ich im Nebenzimmer sitze und das Theater schnell beenden kann. Komme ich dann ins Zimmer wird erstmal gegrinst. Dann ein bisschen weiter Theater gemacht, weil ich ihn nicht schnell genug auf den Arm nehme. Ist er dann bei mir, ist alles gut. Er grinst den Papa an und freut sich. Je nach Situation auch meistens relativ schnell eingeschlafen. Für den großen Mann ist das so gar nicht leicht. Denn es ist oft nicht nur das Einschlafen ein Problem. Auch über den Tag verteilt gibt es immer wieder Situationen, in denen er partout nicht bei ihm sein möchte. Das ist für das Papa-Ego ganz schön schwer aus zuhalten. Inzwischen geht es besser. Er kann auch mal drüber Lächeln. Aber eigentlich macht es ihn traurig. Denn er hat einen hohen Papa-Anspruch an sich selber.
Ich konnte ihm versichern, dass es in ein paar Jahren ganz anders sein wird. Schließlich ist er ja noch ein Baby. Mit diesem Wissen lässt sich das aushalten. Gerade so. Einen kleinen Stich in der Herzgegend wird es sicher trotzdem geben.

Elternzeit = Familienzeit

Ab heute ist es nun soweit. Wir haben Zeit. Besser der große Mann hat Zeit. Zeit für uns. Zeit für den kleinen Mann. Zeit für Familie. Das heißt auch etwas mehr Zeit für mich. Denn der große Mann hat nun seinen ersten Monat Elternzeit. Für uns heißt das, gerade jetzt im Sommer, gemeinsam Zeit zu haben. Erst zu Hause. Dann im Urlaub. So wie so viele Familien es machen. Die Elternzeit gemeinsam für einen längeren Urlaub nutzen. Auch wenn sie so nicht gedacht war. Egal.
Wir wollen einfach die Zeit genießen, die uns dadurch geschenkt wird. Der große Mann freut sich über die vielen Tage, die vor ihm liegen. Tage, an denen er dem kleinen Mann beim Wachsen und Welt entdecken zu gucken kann. Es sehen was sich tut. Nicht nur hören. Mir wird es immer wieder am Wochenende bewusst, wie wenig er nur von der täglichen Entwicklung mit bekommt. Vieles, was der kleine Mann kann, ist für mich schon selbstverständlich. Ja, er kann im Kreis robben, fast alleine sitzen und noch einiges mehr. Aber er macht es eben nur tagsüber und nicht mehr abends in der kurzen Zeit vom Waschen bis ins Bett. Die Zeitspanne, die der große Mann seinen Sohn erlebt. Und früh nach dem Aufstehen, beim Frühstück. Doch auch da sind beide mit anderem beschäftigt. So erlebt er den kleinen Mann nur am Wochenende ganz. Kann sehen, mit erleben, mit entdecken was der kleine Mann so treibt.
Auch für den kleinen Mann ist es schön seinen Papa so viel um sich zu haben. Beide können sich noch besser kennen lernen. Ihre eigenen Wege und Rituale finden und spielen. Vor allem spielen. Denn das ist anders als mit Mama.
Und ich? Ja, ich freue mich natürlich auch. Ich bin entspannter, wenn ich weiß, da ist noch jemand. Ich bin nicht der Alleinunterhalter. Kann auch mal in Ruhe irgendwas machen ohne das der kleine Mann schläft. Muss nicht die ganze Zeit hundert Prozent da sein. Kann auch mal sagen: ich bin dann mal kurz weg. Du bist dran. Ich weiß schon jetzt, dass ich mehr machen werde als ich muss und manchmal auch will. Dass ich nicht so viel abgebe wie ich könnte. Gleichzeitig aber auch nicht so viel abgenommen bekomme, wie ich wollte. Aber das ist eh sehr schwierig, es richtig richtig zu machen. Mal ist es so und dann wieder ganz anders. Ich kenne den Tagesablauf in und auswendig. Der große Mann eben nicht. Zwar so ungefähr. Aber… Und so ist es mit vielen Sachen. Und wenn sich alles richtig gut eingespielt hat, dann ist der Monat wahrscheinlich schon wieder rum. Und deswegen genießen wir einfach die Zeit. Jeden Moment.