Und plötzlich ein ganzes Stück größer

Nicht mal über Nacht ist er gewachsen. Nein, innerhalb weniger Minuten nach dem Abendessen. Da hatte ich es endgültig satt. Wieder einmal wuselten seine vom Abendbrot klebrig dreckigen Finger durch seine Haare in denen sich schon andere Essenreste befanden. Schon eine Weile hatte ich das Gefühl, das es so langsam an der Zeit ist. Doch irgendwie konnte, wollte, traute ich mich noch nicht. Denn einmal angefangen gibt es kein Zurück und halbwegs ordentlich sollte es möglichst auch aussehen. Aber zum Friseur mit dem kleinen Mann wollte ich dann auch nicht. Ich geh ja selber auch nicht hin. Und so griff ich dann gestern Abend kurz entschlossen zur Schere. Mit einem Findus und Pettersson Video wurde der kleine Mann ruhig gestellt. Das funktionierte ausgezeichnet. So ruhig wird der Kopf sonst nie gehalten. Und schon fielen die ersten Strähnen. Ganz schön viel kam da runter und ein anderes Kind zum Vorschein. Erstmal mussten wir uns alle dran gewöhnen. An diesen kleinen frechen Lausejungen der da plötzlich vor uns saß. Und auch dem kleinen Mann merkte man an, dass es sich anders anfühlt am Kopf, irgendwie. Beim Abtrocknen nach dem Baden schaute er etwas verdutzt in den Spiegel. Da schaut doch jemand anderes zurück.

Mich überkam dann auch noch ein bisschen Wehmut. Als ich kurz vorm Einschlafen so im Bett lag wusste ich plötzlich, warum ich so lang gezögert hatte. Nun ist er wirklich kein Baby mehr. Das war er schon eine Weile nicht mehr, aber die Haare, bis auf den Pony noch nie geschnitten, waren eine Art Verbindung. Eine Verbindung zu einer ganz besonderen Zeit. Diese wohnt in meinem Herzen. Nun stehe ich staunend neben meinem großen kleinen Mann und kann mich nur wundern über die Zeit und die Natur, die so einen großen Jungen aus dem Baby gemacht hat. Als heut morgen ein kleiner Lausejunge zu uns ins Bett geklettert kam wusste ich, dass es richtig war. Das es eben jetzt an der Zeit war. Nicht eher und nicht später. Es fühlte sich mal wieder richtig an und sieht auch richtig aus.

“Auch ich!”

Der kleine Mann ist ein Schwätzer. Nicht im negativen Sinne. Nein. Es ist einfach unglaublich wieviel und was er alles schon sagen kann. Er erzählt die ganze Zeit, versteht alles und spricht regelmäßig neue Worte nach. Diese werden dann auch bald völlig richtig angewendet. So kann er auch schon sehr gut seinen eigenen Willen und seine Wünsche kund tun. Seit ein paar Tagen ist hier daher sehr oft “gagau” zu hören. Der kleine Mann ist auf den Geschmack von Kakao gekommen und möchte eigentlich nur noch Kakao. Seine erste Zwei-Wort-Kombination ist “Auch ich!” Was das bedeutet ist nicht schwer zu erraten. Sie ist besonders dann zu hören, wenn jemand etwas zu essen hat. Ansonsten reiht er gerne diverse Substantive aneinander und erzählt so was ihn beschäftigt. “Papa, Abeid, Auto” ist schon eine Weile ein gern gesagter “Satz”. Denn Papa fährt mit dem Auto auf Arbeit und immer wenn er Papa hört oder selber nach ihm fragt kommt dann von ihm diese Erkenntnis. So kommentiert er alles was er sieht und erlebt hat. Gestern erzählte er mir beim Abendbrot “Auto, Utsche” es stellte sich raus, dass er nicht nur am Nachmittag mit dem Auto gefahren war und rutschte, sondern das er mit dem Auto (BobbyCar) zur Rutsche auf unserer Wiese gefahren war. Wenn man ihn um etwas bittet irgendetwas zu tun macht er es sehr häufig. Oder rennt lachend weg. Heute Morgen nach e Frühstück machte er seinen Latz ab und schmiss ihn runter. Ich forderte ihn auf, den Latz auf zu heben und auf seinen Stuhl zu legen. Das passierte dann auch umgehend. Solche Momente sind toll und zaubern mir ein stolzes Lächeln aufs Gesicht.

Wunderbar ist auch seine Liebe für Musik. Wir haben ein kleines Liederbüchlein. Da weiß er inzwischen schon genau welche Lieder drin sind. Er sucht dann auch oft genau ein Lied raus und möchte dieses hören. Manchmal singt er dann auch mit. So kam neulich ein “Mod” über seine Lippen zwischen all den “aa” nachdem auch ich “Mond” gesungen hatte. Wenn wir das Gute-Naht-Lied anfangen zu Singen freut er sich immer ganz besonders. Und seit dem Wochenende hat er eine neue große Liebe. “Lalalala” heißt sie und wird regelmäßig eingefordert. Nun hören wir oft schon beim Frühstück Clueso mit “Lala” gerne auch “Chicago” was “Gago” heißt. Er macht auch selber Musik. Möchte Klavier spielen oder Xylophon und in jede Röhre wird hinein getutet. Die Trompete der Nachbarn findet er auch toll. Wenn er sie hört läuft er an den Zaun und zeigt hinüber kommentiert mit “Peta” oder mit tanzen. Es ist einfach herrlich ihn zu erleben und wir sind schon gespannt, was er sich später mal aussuchen wird für ein Instrument.

Wenn es soweit ist

Die Wochen kann man nun schon an zwei Händen abzählen. Schon fast Endspurt bis wir zu viert sein werden. Zumindest wenn man sich die gesamte Reise so vorstellt. Dann ist es nun schon eine der letzten Etappen. Noch sind es knapp zwei Wochen auf dieser Etappe. Dann sind die Prüfungen geschrieben. Eine Besprechung für die Bachelorarbeit ist dann schon gesprochen. Dann kann ich ganz in meinem, unseren Rhythmus den Tag gestalten. Eine neue Etappe noch einmal bis es dann soweit sein wird.

Dem Kind ist diese Einteilung völlig schnurz. Es wächst und gedeiht in seinem Tempo. Wird bei uns sein, wenn es soweit ist. Wird es wirklich Mitte September? Diese Frage stellt sich immer wieder. Das Kind ist klein. Zu klein für diese Woche. Es ist alles gut. Das steht nicht in Frage. Das Wachstum ist kontinuierlich und alles ist dran an dem Kind wo und wie es sein soll. Aber eigentlich wären ein paar Wochen später richtiger. Irgendwie. Es lässt mir keine Ruhe und so habe ich hier gesucht und da geschaut. Verrechnet? Nein, das nicht, da bin ich mir sicher. Aber wie groß kann die Spanne sein? Immerhin fünf Tage. Das ist fast eine Woche. Also alles gut. Auch unsere – des Herzensmannes und meines – Geburtsgewichte sind nicht so hoch. Also auch ein bisschen Veranlagung? Man weiß es nicht. Und alles ist nicht so schlimm. Man macht sich halt Gedanken. Wenn es das erste Kind wäre, würde es wahrscheinlich nicht weiter auffallen. Denn auch ich habe ja gewichtsmäßig nicht viel zu bieten. Auch der Herzensmann ist kein Schwergewicht. Nur der kleine Mann. Der war ganz schön groß und schwer zu seiner Geburt. Unerwartet, auch für die erfahrene Hebamme. So hat man ein Vergleich. Den man natürlich auch zieht. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben.

Am Ende bleibt nur die Gewissheit, dass eigentlich alles gut ist. Dass es gut wächst, sich bewegt und Platz hat. Dass es bei uns sein wird, wenn es soweit ist. Nicht eher und nicht später. Der große Vorteil einer Hausgeburt. Wir sind entspannt und warten die letzten Wochen noch ab. Ob es nun acht, neun oder zehn sind ist ja auch egal.

Sonntagsausflug

Ein wunderschönes Wochenende liegt hinter uns. Ein toller Abschluss eines kurzen Familienurlaubs. Am Freitagnachmittag sind wir wieder nach Hause gekommen. Konnten so in Ruhe ankommen in unseren vier Wänden. Am Samstag wurde erstmal fleißig ausgepackt, Wäsche gewaschen und die Küchenschränke gefüllt. Am Nachmittag wurde ich dann überrascht. Einige Freunde kamen vorbei zu einem kleinen nachgefeierten Geburtstagskaffee. Die Kinder spielten gemeinsam im Garten. Wir konnten Hängematte und Slackline unsicher machen. Oder einfach nur auf der Wiese sitzen und quatschen. Heute Vormittag musste ich noch etwas arbeiten. Während ich so an meinem Schreibtisch saß, spielten die Männer drinnen und draußen. Außerdem wurde ganz typisch die Kehrwoche noch gemacht.

20140615-215256-78776528.jpgFür den Nachmittag haben wir einen schon lange gewünschten Ausflug endlich gemacht. Wir sind in den Tierpark gefahren. Nicht in den großen Zoo im schwäbischen Kessel. Das wäre für heute doch noch etwas zu viel gewesen. Aber der kleine Tierpark am Neckar auf halber Strecke war genau richtig. Schon vor dem Eingang konnte der kleine Mann so einiges entdecken. Viele andere Familien hatten die gleiche Idee. So mussten große und kleine Kinder beobachtet werden. Auch die Biber und Schildkröten konnten schon während des Kartenkaufs bestaunt werden. Der Tierpark ist schön angelegt. Der Rundgang geht um einen Teich in der Mitte und meist außen sind die Gehege. Los ging es dann mit Eseln und Ziegen. Doch da war das Eis in meiner Hand noch viel spannender. Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, dass er es halten darf und natürlich auch was essen, solange er auf meinem Arm ist und ich größere Schweinereien durch mitessen verhindern kann, ging es dann auch ohne Gemecker weiter. Das Beste war immer das Gitter am Gehege. Da kann mann so schön die Finger rein stecken und sich ein bisschen dran hoch ziehen oder versuchen hoch zu klettern.

20140615-220937-79777801.jpgNeben den Hühnern gab es auch noch viele Hasen und Meerschweinchen. Zwei große Uhus konnten wir entdecken, so wie Fasane und Pfauenfrauen. Auf der Hälfte des Rundgangs gab es einige Volieren mit schönen bunten Vögeln, darunter verschiedene Papageien und Sittiche. Bei einer kleinen Obstpause wurde dann die Ente gejagt und ein Keks von anderen Besuchern abgestaubt.

20140615-221454-80094432.jpgFrisch gestärkt ging es dann weiter am Teich entlang. Vorbei an weiteren Schildkröten und einem kleinen Schwein, was sich lieber versteckt hielt. Zwischen durch wurden immer wieder kleine Kieselsteinchen vom Weg aufgehoben und ein Stückchen mit genommen. Die sind ja auch viel spannender. Aufregend war es auch bei den Rehen. Da standen viele Kinder am Zaun mit Popcorn. Das konnte man am Eingang kaufen um es an die Tiere zu verfüttern. Der kleine Mann schaute sich die ganze Sache eine Weile an, hob dann das runtergefallene Popcorn auf und bot es dem Reh an. Das nahm es gerne und dankend aus seiner Hand. Nur die Fotografen waren, wie immer, nicht schnell genug.

20140615-223644-81404283.jpgAuf dem Weg Richtung Ausgang konnten wir noch ein paar Mäusearten und Schlangen sehen. Insgesamt war es ein schöner Ausflug. Der kleine Mann war danach so müde, dass er im Auto dann doch noch einschlief kurz bevor wir zu Hause waren. Für ihn war es alles spannend. Die Tiere, die Kinder und die Steinchen. Und der Tierpark hatte genau die richtige Größe. Ein schöner Abschluss unseres Urlaubs.

Kommunikationsblüten

Mit Kindern merkt man erst, was man so alles von sich gibt. Denn man hört sich meistens selber nochmal zu. Da ich gerade laufend über Äußerungen von uns, aber auch über Kommunikationsfetzen mit dem kleinen Mann lachen muss, rufe ich jetzt diese Reihe ins Leben. Ich hoffe da ist auch der ein oder andere Lacher für euch dabei.

Der kleine Mann haut sich die ganze Zeit irgendwo etwas an und jammert kurz. Darauf hin der große Mann: “Bist du heute bisschen ungeschickt?” – “Joa”, in einem etwas leidenden Ton vom kleinen Mann.

Beim Spielen: “Hallo Schaf ich bin der Holzkopf.” – zur Erklärung: der kleine Mann hat ein Holzschaf und so ein Männlein aus Holz, das man auf einen Stab stecken kann. Schaf und Kopf haben sich mit einander bekannt gemacht.

Ich hole den kleinen Mann vom Spielplatz ab, da ich ausnahmsweise mal nachmittags Vorlesung hatte. Er sitzt im Sandkasten und bäckt Sandkuchen. Es ist schon spät und ich möchte mit ihm nach Hause.
“Wir fahren jetzt. Du kannst zu Hause weiter Sandkuchen backen, okay?” – “Nein!” Das war eindeutig die falsche Antwort, aber klar und deutlich. “Möchtest du bei unseren Nachbarn Ainun und Mimi weiter Sandkuchen backen?” – “Ja!” Wenigstens ziehen die Nachbarn. Sollte ich mir dadrüber jetzt Gedanken machen? Nein, beschließe ich mal.

Der kleine Mann und unsere Nachbarn

Es ist eine kleine Liebesgeschichte oder so was ähnliches. Ich könnte es ganz kurz machen. Beide Seiten mögen einander sehr. Aber so richtig trifft das nicht den Kern der Sache. Es ist mehr als nur mögen. Es ist auch mehr als der “Großfamilienersatz”. Es ist Freundschaft, auch wenn das bei einem Kind von noch nicht mal 1 1/2 Jahren mir wahrscheinlich keiner glaubt.

Unsere Nachbarn sind eine fünfköpfige Familie. Mit Mama, Papa, zwei Söhnen und der Oma. Die Söhne sind so 13 und 10 Jahre alt. Die Beziehung begann schon früh, denn das Interesse der beiden Nachbarsjungs für den kleinen Mann war von Anfang an da. Sie waren immer neugierig über neue Entwicklungsschritte und kamen uns im Garten besuchen, wenn ich mit dem kleinen Mann draußen war. Als dann die ersten Interaktionen möglich waren fingen sie auch zeitig an mit ihm zu spielen. Erst noch etwas unsicher und unbeholfen, mit der Zeit immer sicherer. So war der Vertrauensgrundstein schon einmal gelegt. Seit dieses Jahr die Gartensaison begonnen hat, ist die Beziehung noch deutlich gewachsen. Einen großen Einfluss hat natürlich die größere Selbständigkeit des kleinen Mannes. Seit er anfing mit Laufen und sprechen, merken wir erst sein Interesse und seine Begeisterung für die Nachbarn. Sind wir im Garten muss ich nicht lange warten und er stiefelt zu unseren Nachbarn hinüber. Im Zaun ist ein kleines Gartentürchen, was eigentlich immer offen steht. So ist es ganz leicht da hin zu kommen. Im Nachbargarten ist auch alles viel spannender und besser als bei uns. Zum Einen gibt es viel mehr zum Entdecken. Der Nachbar-Papa ist ein Bastler und Tüftler und im Garten steht so manch spannendes herum. Dann gibt es da ein Trampolin, Bälle im Überfluss und einen Gartenteich mit Wasserlauf. Um mal nur die offensichtlichen Attraktionen zu nennen. Aber auch Dinge wie der Sandkasten und Kreide scheinen bei Nachbars besser zu sein. Zum Anderen sind meist irgendwelche Spielkameraden da. Neben den Jungs auch gerne der Papa, die Mama oder die Oma, die vom kleinen Mann sehr süß “Moma” genannt wird. Wenn das Wetter schön ist sind auch gerne noch ein paar Freunde da und so ist eigentlich immer irgendwas los. Im Gegensatz zu uns. Denn bei uns gibt es eigentlich nur die Mama zum Spielen, am Wochenende auch den Papa, aber die hat man ja sonst auch. Der Garten ist zwar groß, aber es gibt “nur” den Sandkasten, Kreide und einen Ball. Na gut, seit dem Wochenende auch das “Atu”. Wir haben sein BobbyCar aus dem Keller geholt, dass sich zum Glück großer Beliebtheit erfreut. Aber das war es auch schon. Und somit sind wir weit abgeschlagen neben Nachbarsgarten.

Inzwischen haben sich so einige schöne Begebenheiten um und mit den Nachbars zugetragen. Es kommt zum Beispiel vor, dass der kleine Mann relativ bald nach dem Aufstehen oder beim Frühstück “Mimi” und “Ainun” sagt. Das sind seine Variationen der Namen des jüngeren Sohnes und des Papas. Damit will er uns klar machen, dass er doch bitte gleich mal rüber spielen gehen möchte. Das es meistens noch nicht mal acht ist, spielt dabei keine Rolle.
Eine weiteres sehr nettes Bild sah ich dann gestern. Wir waren im Garten und ich hab irgendwas gemacht. Ich wusste der kleine Mann ist bei Nachbars unterwegs die Standardrunde erkunden und schauen ob noch alles da ist. Irgendwann schaute ich, was er da so treibt. Da sah ich ihn vor der Haustür sitzen und mit seiner Schaufel gegen die Tür klopfen. Denn es war keiner im Garten, aber er wollte gerne mit jemandem spielen. Und bis zur Klingel schafft er es ja noch nicht.
Wenn der kleine Mann in den Nachbargarten geht, hat er immer die gleiche erste Standardrunde. Dann wird erstmal geschaut, ob noch alles da ist. Welcher Ball wo rum liegt und ganz wichtig, ob im Gartenschrank noch die Kreide und der ganze andere Kruscht da ist.
Sehr lustig war auch, als wir vor ein paar Wochen Samstagmorgen die obligatorische Kehrwoche machten. Ich kehrte ganz vorbildlich auf dem Fußweg und der kleine Mann lief ihn hoch und runter, immer in meinem Blickfeld. Irgendwann kletterte er die Treppe zu Nachbars hoch und tippelte in den Garten. Als ich fröhliches Lachen hörte, musste ich natürlich schauen, was da so lustig ist. Da saß er vor dem Haus und winkte und lachte. Denn aus den Fenstern schaute die komplette Nachbarsfamilie.

Ich finde es toll, wie beide Seiten gerne miteinander zusammen sind. Wie sie voneinander lernen und Spaß haben. Und deswegen möchte ich an dieser Stelle “Danke” sagen. Danke für eine so tolle Nachbarschaft.

Freihändig

Die Ostertage sind für den kleinen Mann zu richtigen Trainingstagen geworden. Denn er läuft. Freihändig. Oft möchte er noch die Hand zur Sicherheit, aber es geht auch ohne. So läuft er während des Kochens in der Küche hoch und runter. So kann es passieren, das die Schlafzimmertür aufgeht und der kleine Mann mit Bauklötzern oder ähnlichem beladen zur Tür herein kommt. So läuft er auch den ganzen Flur entlang (vielleicht sieben/ acht Meter) bis in die Küche und freut sich dort den Papa zu sehen. Immer wieder steht er frei auf und wagt so viele Schritte wie möglich. Lässt sich auf den Hintern plumpsen und fängt erneut an. Es ist herrlich zu beobachten.

Das Laufen ist schon eine Weile ein Thema beim kleinen Mann. Am Anfang wollte er unbedingt laufen. Das ging aber nur an zwei Händen. So verlangte er regelmäßig unsere Hilfe, damit er laufen konnte. Er sagte auch immer ganz klar und deutlich wann er nicht laufen wollte. So lief er mit unserer Hilfe in der Wohnung oder auf dem Fußweg kurze Strecken. Irgendwann reichte ihm eine Hand. Die Strecken wurden länger und das Verlangen größer. Oft wollte er laufen und nicht mehr im Kinderwagen sitzen und so wurden die Spaziergänge langsamer. Im Garten und bei Nachbars muss immer erstmal die Standardrunde gemacht werden. Muss ja auch alles seine Ordnung haben. Zwischendurch gab es hier Wutanfälle vom Feinsten. Gründe? Keine Ahnung. Seit er die ersten Schritte frei läuft sind sie wie weg geblasen. Und so haben wir bald kein Krabbelkind mehr sondern nur noch ein Laufkind. Viel Spaß beim Welterkunden auf deinen eigenen zwei Beinen kleiner Mann.

Worte

Seit einiger Zeit spricht der kleine Mann immer mehr. Wir verstehen was er uns sagen möchte und auch Fremde können die Worte zum Teil verstehen. Neben den verständlichen Worten wird natürlich noch viel Sprache ausprobiert. Oft mit lustigen Buchstabenkombinationen. Zum Teil klingt es schon sehr nach “richtigem” Reden und ich frage mich dann oft, was wollte er mir damit sagen. Beim Spielen wird auch viel geredet. Heute Morgen, zum Beispiel, spielte er alleine im Flur. Wir konnten sein ununterbrochenen Redeschwall hören, durchsetzt mit “Da”, “Ja” und vielen unbekannten Kombinationen. Es ist schön ihn so spielen zu hören. Genauso schön ist es mit einem richtigen “Mama” angesprochen zu werden. Auch “Papa” wird besonders am Wochenende sehr oft gesagt. Aber letzte Woche fragte er auch am Nachmittag beim nach Hause kommen nach “Papa”. Er hoffte wahrscheinlich, dass dieser schon zu Hause auf uns wartete. Leider war er noch auf Arbeit. Besonders schön ist gerade am Wochenende, wenn der kleine Mann durch den Flur geht (noch an zwei Händen), “Papa” sagt und ihn dann findet. Dann strahlt er übers ganze Gesicht und möchte sofort zu ihm auf den Arm. Weitere oft benutzte Wörter sind “Wauwau” für den Hund, “Da” für alles andere und “Oh” bzw. “Oa” wenn er irgendetwas tolles entdeckt hat. Wenn wir von Essen oder den Mahlzeiten reden, sagt er erst “mehr” später dann auch “nomehr”. Dabei ist Ersteres soviel wie “Ich habe Hunger und will jetzt was zu essen.” Letzteres heißt ” Ich will noch mehr.” Oft kommen ihm auch schon andere Worte über die Lippen, wobei ich mir bei denen nicht ganz sicher bin ob die dann nachgesprochen sind. So zum Beispiel “Nane” für Banane. Da sage ich meistens so was wie ” Möchtest du Banane?”, und er antwortet mit “Nane”. Oft bekommt man als Antwort auf Fragen auch ein sehr überzeugendes “Ja” zu hören, wobei hier der Wahrheitsgehalt der Antwort nicht immer stimmt.
Witzig ist auch das Nachahmen. So zum Beispiel wird fleißig das Essen bepustet, wenn er das bei uns sieht. Inzwischen auch gerne mal einfach so, auch auf kaltes Essen wie Brot. Auch gerne nach gemacht ist ein “Mannomann” was mir gerne mal über die Lippen kommt. Ich weiß nur noch nicht genau, wie er das genau sagt. Es klingt auf jeden Fall süß. Gut kann er auch das “Mm” anstelle eines “Neins” nachmachen. Oder er sagt auch mal “Nei”.
Und singen kann er, oder so was ähnliches. Meistens auf dem “l” wobei ein “lll” raus kommt und die Zunge über die oberen Zähne hin und her bewegt wird. So kann er auch sehr ernsthafte Dinge sagen, in einem sehr bestimmten Tonfall. Nur was ist dann immer die Frage.
Ich finde es toll mit ihm immer mehr kommunizieren zu können und eine direkte Reaktion zu bekommen, die ich auch hundertprozentig verstehe. Und süß ist es noch dazu, wie er das so macht mit dem Reden und der Lippenmimik.

Heute, fast ein Tag wie jeder andere

Seit gestern habe ich nun Semesterferien. Der große Mann musste heute das erste Mal wieder arbeiten. So ist hier wieder alles wie sonst. Nach dem üblichen Müsli-Frühstück erledigte ich gemeinsam mit dem kleinen Mann so einige anfallende Hausarbeiten. Wie an den meisten Donnerstagen wollte ich mal wieder zum KuK – Kaffee und Kind – gehen. Dort gehe ich sehr gerne hin, denn ich treffe dort auch ganz andere Menschen als sonst. Unter anderem auch Flüchtlingsfrauen. Die Gespräche sind immer sehr interessant. In den letzten Wochen war ich wegen der Prüfungen nicht. So freute ich mich schon drauf.
Doch es sollte dann doch anders kommen. Statt Kaffee gab es Krankenhaus. Zum ersten mal Notfallaufnahme. Der kleine Mann wollte mit seinen nun 14 Monaten eben auch mal ein Krankenhaus von innen sehen. Schlimm war es nicht. Nur eine kleine Platzwunde. Nicht mal ein Zentimeter groß. Doch da ich keine Chance hatte die Wunde alleine ordentlich zu versorgen – der kleine Mann drehte und wendete seinen Kopf und schob meine Hände energisch weg – entschloss ich mich zu den Profis zu gehen. Von uns ist das Krankenhaus auch nicht weit. Nur einmal den kleinen Berg hinterm Haus hoch und schon ist man da.
Wie es dazu kam? Der kleine Mann liebt es in sämtliche Kisten hinein zu klettern bzw. hinein gesetzt zu werden. Da ich mich durch so einige Wäscheberge kämpfte, waren die Wäschekörbe auch nicht weit. Und so saß er in einem Wäschekorb, während ich die Wäsche sortierte. Doch irgendwann wird auch diese Lieblingsbeschäftigung langweilig. Und so wird dann versucht raus zu klettern. Das klappt allerdings noch nicht so gut. Denn nach dem Aufstehen kippt meistens die Kiste um. Damit auch der kleine Mann. Dumm ist, wenn ich dann nicht schnell genug zur Stelle bin. So wie heute. Und so ist unser kleiner Sonnenschein so richtig hin gekracht. Nach einem kleinen Schock war für ihn relativ schnell alles wieder okay. Er lachte, krabbelte und war so wie sonst. Also nichts schlimmes. Nur ein “Kratzer”, wie der Arzt meinte. Ich war mir auch nicht sicher, ob es überhaupt notwendig ist. Aber eine ordentlich Versorgung war mir wichtig und das konnte ich alleine nicht leisten.
Donnerstag Morgen in die Notaufnahme zugehen ist interessant. Es sitzen nur ältere Menschen da. Wir kamen auch ziemlich schnell dran. Die Schwester hat dann die Wunde versorgt, während ich den Kopf ruhig hielt. Der kleine Mann hat alles ganz toll mit gemacht und hat nun ein großes weißes Pflaster auf dem Kopf. Denn auch das Kleinste war noch zu groß für den kleinen Dickschädel.
Auf dem Weg nach Hause ist er dann zu seinem Mittagsschlaf eingeschlafen. Erstmal von dem ganzen Schreck erholen. Am Nachmittag haben wir dann das schöne Wetter genossen und alles war wieder wie sonst.
Irgendwann habe ich mich dann heute gefragt, wie oft wir noch da hoch gehen werden. Ob wir dann irgendwann Stammkunden sind oder wie nennt man das dann? Ich hoffe nicht.

Biomuttermilch Fake

Da ich weder in Twitter noch auf Facebook aktiv bin bekomme ich manche Geschichten erst etwas später mit. Bei Mama Miez las ich gerade diesen Post zum Thema Biomuttermilch. Ich kann ihren Post/ihre Meinung nur unterschreiben. Was sie da schreibt finde ich unglaublich. Das sich wirklich eine Firma das traut. Wahnsinn. Als ich heute die Seite aufsuchte fand ich das:

Bildschirmfoto 2014-01-30 um 15.29.53

 

Wenigstens haben die Verantwortlichen reagiert. Trotzdem finde ich diese Kampagne unmöglich um auf den Bio-Wahnsinn aufmerksam zu machen.