Von der Quelle bis zur Mündung – die Ems #3

Von Warendorf geht es am nächsten Tag weiter nach Telgte. Dort soll es sehr schön sein. Wir suchen einen Kaffee für den Herzensmann und eine neue Gaskartusche. Unsere hat bereits am Pfingstmontag den Geist aufgegeben. Wir fahren, wie die letzte Zeit auch, nicht direkt an der Ems, sondern etwas landeinwärts. So fahren wir durch eine landwirtschaftlich geprägte Landschaft, die ganz anders aussieht als im Schwäbischen. Flach ist es hier, mittlere bis große Felder säumen die Wege und immer wieder  liegen wunderschöne Backsteinhöfe mittendrin. Außer Pferdehaltung, kann man nicht immer erkennen welche Tierart auf dem Hof gehalten wird. So spielen wir Tiere raten anhand der Gerüche, die, je nach Windrichtung, uns schon lange vor dem Hof einen Hinweis auf die Tierart geben. 

In Telgte begrüßt uns der erste Regen des Tages. Wir kommen an den Markt und die kaffeehungrigen Augen des Herzensmannes entdecken sofort die TelgterkaffeeBar. Dort kehren wir ein und verweilen. Nicht nur guten Kaffee gibt es dort, sondern auch hervorragende Trinkschokolade. Nebenbei werden neue Kaffeebohnen gemischt. Die Kinder sind ganz begeistert und bekommen kleine Hocker zum gucken. Am Ende wird noch ein Päckchen Kaffee für den Urlaub gekauft. Der Herzensmann beginnt zu träumen. Wir können die TelgterkaffeeBar nur empfehlen. Mit Liebe und Leidenschaft wird hier nicht nur bester Kaffegenuss gezaubert. 

 Nach einem Einkaufsstop verlassen wir Telgte und fahren Richtung Greven weiter. Unterwegs passieren wir die Alte Kanalüberführung. Die Kinder steigen aus und laufen ein Stück. Nicht nur die Alte und stillgelegte Kanalüberführung ist spannend, viel interessanter ist die Großbaustelle zwischen der alten und der aktuellen. Dort wird noch eine weitere Kanalüberführung gebaut. Ein großer Hammer rammt Metallteilen in den Boden und im Hintrgrund fahren die Schiffe über eine Brücke über die Ems.   

Weiter geht es dann nach Greven. Dort ist unser heutiges Ziel und auch das erste Drittel des Radweges wird dann geschafft sein. Zwischen durch fängt es immer wieder an mit Regnen. Die Kinder haben einen neuen Sprechgesang, der aus den Fahrradhängern klingt: „Regen verschwinde und lass die Sonne knallen“. Wir hoffen bei diesem Wetter in Greven im Naturfreundehaus übernachten zu können. Wir fragen in der Information nach und müssen feststellen, dass es das gar nicht mehr gibt. So bleibt uns noch ein Campingplatz etwas außerhalb. Der Wind hat inzwischen an Fahrt aufgenommen. Wir fahren nun nach Google Maps. Nicht unbedingt die beste Entscheidung. Wir suchen lange und müssen zwei Mal umdrehen. Irgendwann ist es dann geschafft. Erschöpft kommen wir an. Der Wind hat die letzten Tageskilometer in die Länge gezogen. So langsam merke ich die schon gefahrenen Kilometer in den Beinen.  

 Trotzdem wird schnell das Zelt aufgebaut. Parallel bereite ich Essen zu. Die Kinder sind ungeduldig, wir versuchen sie mit kleinen Aufgaben abzulenken. Das klappt etwas. Sie sind aber übermüdet und unausgelastet. Vor allem der Dezemberjunge tut sich schwer mit dem Zelt. Er kann abends nicht einschlafen und ist zeitig wach. Tagsüber den Schlaf nachholen, wie das Septembermädchen, schafft er nicht. So gibt es an diesem Abend noch ein großes Theater. Ich bin gefrustet und frage mich ob es so gut weiter gehen kann. Denn auch mir stecken die letzten Zeltnächte in den Gliedern. Auch ich schlafe schlecht. Jede Nacht kommt irgendwann das Septembermädchen in meinen Schlafsack gekrochen, jemand muss aufs Klo oder hat es nicht mehr geschafft. Dann gibt es Unruhe im Zelt und ich bin sofort mit wach. Oft genug kann ich dann lange nicht einschlafen oder denke, es ist ja eh schon hell. Doch das ist es auch gegen fünf. Mit diesen Gedanken im Kopf, frage ich mich ob ich nun älter werde oder woran es liegt, dass mir das Zelten so Probleme bereitet. Dass habe ich sonst sehr gerne getan. Auch gemeinsam mit dem Herzensmann waren wir im Zelt unterwegs, ohne Kinder bzw mit dem Dezemberjunge im Bauch. 

Am nächsten Morgen bauen wir schnell das Zelt ab. Zwischen zwei Regenschauern ist es gerade trocken geworden, an dieser Stelle ist der Wind doch sehr hilfreich. So kommen wir diesmal sehr zeitig auf die Räder. Das ist auch ganz gut. Der Wind ist stark und böig, immer wieder lassen die Wolken von ihrem Gewicht etwas fallen. Für uns ist klar: heute Nacht schlafen wir in einem Haus. So steuern wir die Jugendherberge in Rheine an.  

 Unterwegs regnet es immer wieder und eine kleine Rast machen wir in einem Buswartehäuschen. So können die Anhänger und wir im Trockenen pausieren. Bereits in Rheine bin ich dann eine kurze Sekunde nicht aufmerksam. Ich schaue nach vorne und sehe den Mittelpfosten auf dem Weg auf mich zu kommen. Schnell reiße ich noch den Lenker rum. Trotzdem kracht es. Die Anhängerstange fängt zum Glück die Energie auf, auch die Satteltasche bremst. Dem Dezemberjunge und mir ist nichts passiert. Die Stange müssen wir jedoch noch während dieser Tour tauschen. In Rheine sind wir dann schon am frühen Nachmittag. Das ist irgendwie komisch und doch sehr gut. Die Kinder können auf dem Spielplatz toben. Ich ruh mich ein bisschen aus. Die Nacht in normalen Betten tut am Ende allen sehr gut. 

Von der Quelle bis zur Mündung – die Ems #2

Die Nacht ist kurz, wenn man neben einem Kuhstall schläft. Zeitig hören wir den Traktor und die Kühe. Irgendwie schlafe ich wieder ein, bis kurz danach das Septembermädchen aufs Klo muss. Wir kriechen aus dem Zelt. Freundlich grüßt uns der Bauer, der gerade die Kälber neben an versorgt. Er hätte uns doch hoffentlich nicht geweckt, fragt er. Ich verneine. Mit dem Septembermädchen krieche ich wieder ins Zelt. Wir kuscheln und schlafen noch einmal ein. Dann wacht der Dezemberjunge auf und hat bereits gepullert. Also wieder rumgeraschel. Diesmal kümmert sich der Herzensmann. Auch sie kuscheln sich wieder an einander. Doch es dauert nicht lange, dann ist die Nacht endgültig vorbei. 

  Wir frühstücken in der Sonne. Die Kinder schauen bei den Kälbern vorbei. Dann werden die Kühe hinter unserem Zelt auf die Weide getrieben. Neugierig bleiben alle stehen. Zelt und Fahrräder sind ungewöhnlich für sie. Manche springen schnell weiter. Die ersten Radfahrer kommen vorbei und grüßen. Wir können uns nur schwer losreißen. Schön ist es hier an der Antfängers Mühle. Die Kinder erkunden noch den Dachboden. Kein Problem für Werner, der freundlich und entspannt bei allem hilft. Er selber ist erst vor wenigen Tagen den Emsradweg gefahren. Wir plaudern ein wenig, erzählen von unseren Touren und sind uns einig: es sind die Begegnungen und Erlebnisse die so eine Reise ausmachen. Ab nächstem Jahr wird er wohl auch ein Zimmer an bieten. Zelten darf jeder, der hier hält und abends nicht mehr weiter weiß. Wir können es nur empfehlen.  

 Dann geht es weiter durch Rietberg. Wir sehen eine wunderschöne kleine Stadt. Fahren auf dem Westwall und erhaschen Blicke in kleine Gärten und wunderschöne Häuser. Die ersten Kilometer am Tag ziehen schnell vorbei. Wir erreichen Wiedenbrück. Eine kurze Pause an den Mühlenrädern. Nüsse, Möhren und Brokkoli als Rohkost zwischendurch. So kann es noch etwas weiter gehen. Doch zwei Ecken weiter ist ein toller Spielplatz. Also halten wir noch einmal. Im Seecafé neben an können wir nicht nur Kaffee und Kakao trinken, dass Essen sieht zu gut aus. Also bleiben wir hier und machen eine frühe Mittagsrast.  

   
Nach wenigen Kilometern, dass Essen immer noch gut im Bauch, hören wir: „Und jetzt Eis essen!“ aus dem Fahrradhänger. Wir versprechen; bei der nächsten Pause. Wir radeln und radeln. Doch es zieht sich. Unser Ziel heißt nun Warendorf. Mit Ziel vor Augen geht es plötzlich schwerer. Das Tempo ist gleich, doch das Gefühl ist anders. Es fährt sich nicht mehr so leicht. Die Kilometer ziehen sich hin, wie klebriger Asphalt, der in der Sonne heiß geworden ist. Das schöne am Radfahren ist, man hat Zeit. Zeit zum gucken. Zeit zum sinnieren. Zeit, um Antworten auf wirklich wichtige Fragen zu finden. Und so denke ich darüber nach, warum ich nun nicht mehr so entspannt fahre. Warum ich nun etwas frustriert bin, dass unser Ziel nicht näher rückt. Es liegt am Fokus, an der Einstellung. Das Ziel ist nun so wichtig geworden, dass der Weg aus dem Blickwinkel rückt. Dabei ist beides wichtig. Ein Ziel vor Augen hilft, um auf der Spur zu bleiben. Doch den Weg genießen ist das schöne Leben. Und dann sind wir da, finden ein gutes Eis, sitzen auf dem Kopfsteinpflaster, das Gesicht in der Sonne. Glücklich und zufrieden. 

Von der Quelle bis zur Mündung – die Ems #1

Unser Wochenende ist der Start unserer diesjährigen Radtour. Am Samstag legen wir noch einige Kilometer mit dem Auto zurück. Am Abend sind wir dann am Startpunkt. Am Sonntag geht es nach einer Regennacht dann los. Erst zu Quelle und dann folgen wir dem Bach der langsam zum Fluss wird.  

 Guten Morgen am Samstag. Die erste Nacht im Zelt. Wir haben auf einem Grundstück übernachtet, welches wir uns angesehen haben. Schön ist es dort. 

   Nach einigen Kilometern Autobahn machen wir Pause an einem Rastplatz. Die Kinder spielen eine Runde mit Kiefernzapfen. 
 In Paderborn sind wir unserem Tagesziel schon sehr nah. Wir besorgen noch ein paar letzte Sachen für die Radtour und endlich ein Eis. 

   Auf dem Zeltplatz in der Nähe der Emsquelle wird weiter mit Kiefernzapfen gespielt. 
 Alles ist aufgebaut und vorbereitet für den Start am nächsten Tag. Abendessen auf dem Zeltplatz.  

 Sonntag Morgen: Frühstück im Aufenthaltsraum des Zeltplatzes am Furlbach. In der Nacht hat es geregnet und alles ist nass. 

   Nach dem alles eingepackt und das Auto geparkt ist, fahren wir zu der Emsquelle. 
 Das Wasser ist ganz schön kalt. 

   Auf unserer Fahrt sehen wir wieder Störche. Die Kinder schauen auch schon aus dem Nest. 
 So sind wir dieses Jahr unterwegs: zwei Hänger, zwei Räder, zwei Kinder. 

   Das Septbermädchen nutzt die Fahrt und holt etwas Schlaf nach. 
 An der Antfängers Mühle machen wir Pause. Eigentlich wollten wir in Schöning auf einen Zeltplatz, wir finden jedoch keine Zufahrtstrasse. Also fahren wir noch ein Stückchen weiter und können an der Mühle die Kühe beim Reinkommen zum Melken beobachten.   

 Dank nettem Mühlenbewohner, dürfen wir auf der Wiese zwischen Stall und Mühle übernachten. Unter der großen Kastanie, schützen wir uns, vor einem kurzen Regenguss. 

Wie es bei unserer Tour weitergeht, könnt Ihr in den nächsten Tagen hier auf dem Blog lesen. Bei Geborgen Wachsen gibt es weitere Wochenenden und Euch wünsche ich einen schönen Pfingstmontag. 

Unser Wochenende 27./28. Mai

Sonne, Urlaub, Auto fahren und wieder ankommen; unser Wochenende:   Am Samstag lassen wir Boote auf dem Teigh im Garten schwimmen,
 füttern und beobachten die Schildkröte Anton bei seinen Klettereien

   Bewundern die fertig gestellte Mosaikbank der Nachbarin auf dem Weg zum Markt. 
 In der Mittagspause habe ich Zeit zum Lesen. An dieser Stelle vielen Dank an Susanne für dieses tolle Buch. 

   Ich pack mir ein bisschen vom frischen Entdeckelungswachs ein. Bald soll Salbe daraus werden. 
Am Nachmittag machen wir noch einen Ausflug ins Kloster Heilig Kreuz in Meißen. Ein wunderschöner öffentlich zugänglicher Ort, besser als ein Spielplatz und es gibt so viel zu entdecken. 

    Im Kräutergarten sehe wir viele bekannte und auch neue Pflanzen. 
 Aus einer alten Röhrfahrt kommt Wasser. Eine willkommene Abkühlung. 

  Wieder zu Hause wird gegrillt, dazu muss erstmal Feuer gemacht werden.  
 Sonntagmorgen Frühstück mit Eiermütze. Was für eine Freude bei den Kindern. 

   Alle Taschen stehen bereit. Da ist einiges dazu gekommen. Angereist bin ich, mit den Kindern, mit einer Reisetasche und meiner Handtasche, mit dem Flugzeug. 
Leider hat der Mensch keine Schwarmintelligenz. 

   Endlich zu Hause: „Ich brauch erstmal was kaltes zu Essen.“ Da hat der Dezemberjunge Glück. Wir haben noch zwei Eis im Tiefkühlschrank. 

 „Yeah, wir essen draussen!“ freut sich nicht nur das Septembermädchen.   „Unser“ Amselpärchen hat inzwischen Nachwuchs. Wir sind froh, denn wir haben ein leeres Ei auf der Wiese gefunden. Dass sah aber aus wie geräubert. 
 Nach dem Abendessen wird gegossen und Fußball gespielt. So wird noch etwas Energie raus gelassen. Allerdings wird es dann auch etwas spät. 

Nun bereiten wir uns auf die nächste Woche vor. Diese wird von Urlaubsvorbereitug und -Nachbereitung geprägt sein. Denn nächstes Wochenende brechen wir wieder auf. 

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Start in die Woche. Genießt die Sonne, es wird bestimmt auch bald wieder kühler. Und wie immer gibt es bei Susanne Mierau noch viele Wochenenden. 

„Wenn ich erwachsen bin, will ich auch Imker werden“

Es summt und brummt um uns herum. Emsig fliegen Bienen hin und her. Wir warten gespannt auf das was jetzt passieren wird. So richtig wissen wir noch nicht was passiert und ob es funktioniert. Vor uns ein weißes Tuch, dahinter eine Beute, die neue Wohnung für die Bienen. Wenn alles klappt ziehen sie gleich dort ein und wir können einem Bienenumzug zusehen. Noch sind die Bienen in einer Kiste. Dort hinein wurden sie geschüttelt, nachdem der Schwarm ausgezogen und vorübergehend im Apfelbaum gelandet ist.  

 Nun werden die Bienen auf das Tuch geschüttet. Sie müssen selber als Schwarm in ihre neue Wohnung einziehen. Es summt und brummt noch mehr. Dem Septembermädchen wird das zu viel, sie geht lieber wieder nach unten. Die Bienen stehen auf dem Carport-Dach. Der Dezemberjunge ist ganz fasziniert. Ganz ruhig steht er am Rand, geschützt von einem Kinder-Imkerhut. Nach wenigen Minuten krabbeln die ersten Bienen hinein, schnell spricht es sich im Schwarm herum und es entsteht ein richtiger Bienenstrom. Nach zwanzig Minuten sind die meisten Bienen eingezogen.  

 

Das ist nur eine der vielen Begegnungen mit Bienen und ihren Lebensgewohnheiten, die wir diese Woche mit erleben dürfen. Auch eine Kontrolle der Bienenvölker ist dabei. Wir erleben wie ein Volk aufgelöst werden muss. Die Vorbereitungen zur Honigernte und auch die Ernte selbst können wir erleben. Danach geht es klebrig weiter. Der Honig muss ja auch noch aus den Waben raus. Der Dezemberjunge schaut sich alles ganz genau an. Kann nicht genug bekommen, weder von Bienen noch von Honig. Auch ein Bienenstich an der Hand, der dann die nächsten Tage sehr dick wird, lässt ihn an seiner Entscheidung nicht rütteln. Wenn er mal erwachsen ist, will er auch Imker werden.  

Gewissenhaft werden die Meissner Stadtbienen kontrolliert

  

Auf dem Carport-Dach zwischen Schnittlauch und Parkhaus – die Bienenstöcke

  

Im Kloster Heilig Kreuz – Meissner Stadtbienen Imker bei der Arbeit

   

Von unserem Weg, ein Stück 

 Schon lange sind beide Kinder müde. Der Dezemberjunge kommt mit mir rein, um zeitig zu essen und ins Bett zugehen. Auch das Septembermädchen folgt. Essen und die Badroutine kein Problem. Müde Augen, ich helfe beiden. Dann im Bett noch während der Gute-Nacht-Geschichte, oft davor, legt sich ein Schalter um. Plötzlich scheinen beide gar nicht mehr müde. Sie hampeln und strampeln, machen Quatsch und kichern. Sie sind weit weg. Ich versuche sie zu erreichen. Keine Chance. Irgendwann klappt es vielleicht. Oft genug geht es so lange, bis einer sich weh tut. Oder sich auch bei mir ein Schalter umlegt. Denn ich „weiß“ sie sind müde. Ich „weiß“ sie müssen zeitig schlafen, denn es war die letzten Abende spät, oder morgen ist ein anstrengender Tag, oder oder oder. Und dann halte ich fest, packe zu doll zu, drücke auf die Matratze, lege sie unachtsam wieder hin, Schreie sie an, oder habe bittere Blicke und schicke einen von beiden raus. 

Ich verletze sie. 

Ich sehe mir zu und finde mich lächerlich. Es ist lächerlich meine „Macht“ so auszunutzen, spielen zu lassen. Ich finde mich abscheulich in diesen Momenten. Ich bin gemein. 

Und nun liege ich mit schlechtem Gewissen neben meinen Kindern. Warte das sie einschlafen. Wenn ich mich zum Dezemberjunge drehe, dreht er sich weg. Also liege ich mit dem Rücken zu ihm, reiche ihm meine Hand. Er hält sie. Ein kleiner Anker. Ein kleiner Trost. Doch ich weiß, wie sehr ich ihn verletzt habe. Ich kann nur ahnen, wie tief diese Wunde auf seiner Seele ist. Ich fühle mich schlecht und traurig. Ich könnte heulen. Wieder hat sich diese Stimme Bahn gebrochen. Diese Stimme, die meint sie wüsste wie es läuft. Doch am Ende ist da nur ein Scherbenhaufen. 

Wieder denke ich dann, eigentlich weißt du es doch. Du weißt doch, dass es so nicht funktioniert, dass du so nur kaputt machst. Das ist der falsche Weg! Ich höre in meinem Kopf die Stimmen: „sei gnädig mit dir, du bist auf dem Weg, wir sind nur Menschen, Vertraue in dich und deine Kinder und in deine Liebe“. Ich höre und versuche sie an zunehmen. Doch ich schaff es nicht. Nicht in diesem Moment. Ich bin enttäuscht. Enttäuscht von mir. Ach, und da ist es wieder dieses Muster. Ich sehe es. Doch wie kann ich da raus?

Geduld und Liebe. 

Liebe in mich und meine Kinder. Vertrauen. Doch wo ist die Liebe in diesen Momenten. Da ist sie nicht. Wer packt und brüllt und anders verletzt, der liebt nicht. Nicht in diesem Moment. In diesem Moment ist nur mein Wille. Festgefahren und zementiert. Da ist kein Raum für Achtsamkeit, aufeinander zu gehen und Bedürfnisse beachten. 

Und am Ende bin ich genauso schlau wie am Anfang. Denn ich weiß, es ist mein Problem. Doch die Lösung habe ich noch nicht. Die Theorie ist mir bekannt, doch wie sieht es in der Praxis aus? Vertraue dir. Du musst nichts perfekt machen. Und dann ist da ein warmes Gefühl und Dankbarkeit. Dann bin ich mir wieder sicher, die Lösung liegt hinter der nächsten Biegung auf unserem Weg. 

Glück im Kleinen

Wir sind unterwegs. Ein Besuch in der Heimat. Zeit bei Omama und Opapa. Aber nicht nur Zeit mit ihnen, sondern auch ganz viel Zeit zu dritt. Gestern haben wir uns nach einem aufregenden und erlebnisreichen Wochenende ausgeruht. Haben im Garten und im Haus gespielt. Haben alle Mittagsschlaf gemacht und am Nachmittag einen Spaziergang durch die Stadt. Das Hauptziel war ein Eis zu essen. Diesmal sollte es bitte ein spitzes Eis sein. Also haben wir nur einen kurzen Weg, die Straße runter zum Marktplatz. Dort gibt es Softeis, spitzes Eis. Da wir auch eine Geschichte mit einem Wetterfrosch gelesen haben, kommen wir auf Frösche und den Froschkönig. So gehen wir dann noch zu einem Brunnen in der Stadt. An dem erwartet uns der Froschkönig. Und da nach dem Eis Hände gewaschen werden können, ist es gut, dass ein Brunnen da ist. Zu erst sind dann die Füße drin. Es wird geplanscht und gespritzt. Auf dem Brunnenrand Balancierübungen vollbracht und getestet wie tief der Beunnen eigentlich ist. Ich sitze währenddessen daneben und genieße. Die Gedanken ziehen vorbei. Pure Entspannung. So ist unterwegs sein mit zwei Kindern wunderbar. Zeitlos. Ganz im Moment.  

    
 

Kurznachricht

Zwischen Kranksein, Urlaubs- und anderen Reisevorbereitungen und den diversen Alltagspflichten habe ich kaum noch Energie hier etwas zu schreiben. Damit es trotzdem etwas zu sehen und zu lesen gibt, heute ein paar Bilder von unserem letzten Waldausflug. 

 

welcher Wickler oder Blattroller da schlüpfen wird?

  

das ist ja gar kein Ästchen, sondern eine der geschlüpften Raupen

  

wir sameln Blätter umd es ist faszinierend wie unterschiedlich sie sind

  

Matsch Patsch

  

nicht im Wald, sondern in unserem Garten im Lieblingsbusch der Kinder – mutige Amsel!

 

Bilderstrecke

Es ist schon eine Weile her. Doch es passt zum letzten Beitrag in der Frei-Schwimmer Kategorie. Nur ein paar Bilder heute. 

„oh da liegt was, das hol ich mir mal“

 

„so machen das die grossen immer. warum nehmen die das in Mund? „

  

„und los“

  

„egal, den einen schmeiss ich schon mal weg“

  

„was die damit immer wollen, so ist besser“