Unser Wochenende 24./25. Juni

   
Samstagmorgen: es gibt Waffeln zum Frühstück. Auf der Terrasse ist es noch angenehm, doch es verspricht wieder heiß zu werden. 

Denn Vormittag verbringen wir mit den üblichen Einkäufen. 

 In der Mittagspause grillt der Dezemberjunge. Er bereitet Spieße mit Zucchini, Tomate und Mozarella vor. 

   Ich koche die erste Erdbeermarmelade des Jahres. Marmeladekochen ist ein bisschen den-Sommer-in-Gläser-füllen. Ich mag das sehr. 
 Wir verbringen den Nachmittag im Garten. Eine kleine Gartenarbeit wird erledigt. Die Kinder spielen und die Slackline wird aufgespannt. 

   Außerdem entstehen noch zwei Sitzauflagen für unsere Terrassenmauer.  
 Zum Abendbrot kann ich schon drauf sitzen. Heute gibt es Mangold-Lasagne. 

 Da es etwas viel geworden ist und wir die nächsten Tage nur wenig zu Hause essen werden, bekommen unsere Nachbarn auch noch etwas ab. 

Am Abend gibt es noch so einige Hausarbeiten zu erledigen. Wäsche aufhängen, im Garten Gießen, die Hasen versorgen und noch ein paar Essensvorbereitungen für unseren Sonntagsausflug. So wird es wieder ziemlich spät. 

Am Sonntag machen wir einen Ausflug in den Schwarzwald nach Altglashütten. Dort treffen wir uns mit Freunden. An diesem Tag bin ich im Moment und mache nur wenige Fotos.  

 Der Dezemberjunge kletter auf eine Birke, die wie ein Torbogen gewachsen ist. Am See sind wir lange. Wandern drumherum, Baden, liegen in der Sonne und Picknicken. 

   Es gibt ganz viel Gemüse, Falafel und Zucchini-Kartoffel-Puffer. Lecker! 
Am späten Nachmittag geht es Richtung Dorf, auf der Suche nach einem Eis. Wir beschließen dann, gleich Abendbrot zu essen, sonst wird es zu spät. 

 Auf dem Weg zum Auto finden wir noch Riesen-Löwenzahn. Perfekt für unsere Hasen, die Zuhause geduldig warten. 

Und wie dass so ist, haben wir auf dem Rückweg eine Vollsperrung dabei, können aber noch wenden. So machen wir noch eine kleine Heimatkunde-Tour durch den Schwarzwald. Eigentlich auch schön. Halb zehn tragen wir schlafende Kinder ins Bett, erledigen noch die wichtigen Hausarbeiten, verlinke ich noch diesen Post bei Susanne Mierau und krabbeln schnell hinterher. 

Eine schöne Woche wünsche ich Euch. 

Mitt-Sommer oder das Leben ist schön

Die letzten Tage sind heiß. Sehr heiß. Jeder Gang wird genau überlegt und möglichst kombiniert. Nachmittags sind wir im Haus in Garten. Wir sind erschöpft, schon jetzt, von der Hitze und den kurzen Nächten. Noch ist Juni und der Sommer eigentlich erst in den Startlöchern. Vielleicht gewöhnen wir uns aber auch noch an die Hitze und finden Möglichkeiten sie gut zu überstehen. Dankbar bin ich nun für diese kühle Wohnung, über die ich im Winter gerne motze, denn dann wird sie nicht so richtig warm. 

Warm geworden sind wir dagegen schnell mit unseren neuen Mitbewohnern. Ein Zwergwidderpaar ist bei uns, mit Sack und Pack, eingezogen und hat eine neues zu Hause gefunden. Die Kinder lieben sie nun schon. Dabei sind sie erst seit gestern da. Heute, nach einem anstrengenden Tag, höre ich lange nichts vom Dezemberjunge, während ich Abendbrot vorbereite. Er sitzt vor dem Stall und ist versunken. Kommt zur Ruhe, ganz für sich. Und ich weiß, es war genau richtig.   

Mittsommer, Sommer-Sonnen-Wende, der längste Tag: ein Grund zum Feiern. Fast jedes Jahr dürfen wir dieses Fest mit unseren Nachbarn verbringen. In gemütlicher Runde sitzen wir beisammen. Die Kinder spielen im Garten. Hüpfen, Schaukeln oder auf die selbstgebaute Wasserrutsche. Nach einer Weile sind die Kinder müde. Wir kriechen durch die Hecke, zurück in unseren Garten. Die Kinder schlafen, ich gieße noch den Garten und dann gehen der Herzensmann und ich gemeinsam zum Feuer zurück. Die Runde ist kleiner geworden. Wir sitzen und genießen die Gemeinschaft. 
    
  

Nun beginnt auch die Ernte Zeit. Die heißen Nachmittage eignen sich gut zum Beeren entstielen. Die Hände können immer wieder im Wasser abgekühlt werden. Wir sitzen entspannt im Schatten. Machen keine großen Bewegugen und trotzdem eine sehr sinnvolle Arbeit. Regelmäßig habe ich auch zwei kleine helfende Hände.   
 

So ist unser Mitt-Sommer-Leben. Ruhig und entspannt. Und wunderschön!

Unser Wochenende 17./18. Juni

Anders als ursprünglich gedacht, haben wir zwei Tage zu Hause. Wir sind schon am Freitag, die gut 700km, von der Nordsee bis nach Hause gefahren. Das Septembermädchen war einfach noch zu schlapp. So gibt es am Samstag ein leckeres Frühstück auf der Terrasse.   
Der Vormittag steht ganz im Zeichen von Hausarbeit. Rasen mähen, einkaufen, auspacken und Auto sauber machen. Außerdem habe ich zwei neue Gartenideen. Für die eine sammel ich schon ein paar „Zutaten“. 

 
Der Herzensmann zaubert einen leckeren Linsensalat zum Mittag. 

   
Am Nachmittag wird viel gespielt. Das Septembermädchen macht einen sehr langen und späten Mittagschlaf. Sie ist immer noch sehr erschöpft. Das Rad vom Anhänger ist ein super Spielzeug. 

 
Der Herzensmann und der Dezemberjunge fahren für eine Idee noch in den Baumarkt. Das Septembermädchen möchte auch mit. Sie ist aber noch so erschöpft, dass es zu viel wäre. So gibt es ein großes Theater und eine lange Kuschelzeit auf dem Sofa. 

   
Und dann ist auch schon Abendbrot. Wir grillen Spargel, Käse und Huhn, dazu gibt es viel Gemüse und Brot mit Hummus. So ist für jeden Geschmack etwas dabei. 

 
Sonntagmorgen wacht das Septembermädchen kurz vor sieben auf. Irgendwie bin ich auch schon richtig wach. Die Männer kommen nach und nach dazu geschlappt. Es folgt ein sehr schnelles Frühstück mit Nutellabrot und Tee bzw Kaffee. 

   Und dann geht es los zum Sprungplatz. Der Herzensmann möchte gern das schöne Wetter nutzen und die Kinder natürlich mit. 
 
Die Base in Calw ist sehr gemütlich und auch mit den Kindern entspannt. Beide kennen sich gut aus und beachten die Regeln sehr gut. So wird es ein schöner Vormittag. Das Septembermädchen ist heute auch deutlich besser gelaunt und macht wieder viel Quatsch, Albert rum und erzählt ganz viel. Ich bin darüber sehr dankbar. 

   
Am späten Mittag fahren wir weiter und bringen noch den geliehenen Fahrradanhänger zurück. Wie erwartet verbringen wir dann den Nachmittag bei unseren Freunden. Wieder zu Hause suchen sich die Kinder erstmal jeder ein ruhiges Plätzchen im Garten.  

 
Gemeinsam wird das Abendbrot vorbereitet. Ich find es so schön, dass beide immer von sich aus kommen und mit machen wollen. So bekommt jeder eine Aufgabe, die sie gut erledigen können. 

   
Und so sieht es dann auf dem Tisch aus. Schmecken tut es genauso gut. 

 
Nachdem die Kinder schlafen räume ich noch die Küche auf. Eigentlich zieht es mich mehr zum Sofa und dem fast fertigen Pullover, aber in eine neue Woche startet es sich besser aufgeräumt. 

Euch auch allen einen guten Start. Genießt die sommerlichen Temperaturen. Bei uns geht nun wieder der Alltag los. Und wer noch mehr Familienwochenenden sehen möchte schaut bei Geborgen Wachsen vorbei. 

Von der Quelle bis zur Mündung – die Ems #4

Das Wetter zeigt sich weiter wechselhaft. Immerwieder ziehen wir Regenjacke und -Hose an und wieder aus. Denn, sobald es nicht mehr regnet, wird man in dieser Bekleidung eher von innen nass. Die Kinder haben es in ihren Anhängern trocken und sämtliche warme Anziehsachen an. Es sind 11° C, damit habe ich beim Packen nicht wirklich gerechnet. Was solls, zieht das Septembermädchen eben über die Leggins noch die Stulpen und die kurze Hose. Der Dezemberjunge trägt zwei T-Shirts unter seiner Fleecejacke und Windweste. Das Regenverdeck der Anhänger ist zusätzlich runter. Manchmal würde ich gerne mit den beiden tauschen. 

In Lingen machen wir Pause. Hier gibt es ein Fahrradladen der unsere Croozer Stange tauschen kann. Während ich eine Spritztour ohne Hänger und Gepäck durch die Stadt mache, hat der Rest der Familie Spass auf dem Spielplatz. Wir haben überlegt, ob wir in Lingen übernachten sollten, doch es zieht uns weiter. In Meppen gibt es wieder eine Jugendherberge. Gerade, als wir los fahren wollen, fällt dem Herzensmann auf, dass sein Hinterrad erstaunlich wenig Luft hat. Wir fahren zur nächsten Tankstelle. Die Untersuchung zeigt einen Nagel der sich durch den Mantel gebohrt hat. Nun heißt es erstmal Reifen flicken. Eigentlich wollen wir noch 20 km fahren. Naja, da ich nicht beim flicken helfen kann, halte ich die Kinder ruhig. An einer Tankstelle denkbar einfach. Eis kaufen kann ich gut. 

Dann geht es endlich weiter. Inzwischen wandert der Uhrzeiger schon deutlich auf die 17:00 Uhr zu. Eine Zeit, zu der wir eigentlich gerne ankommen. So düsen wir am Dortmund-Ems-Kanal entlang. Immer geradeaus mit ziemlicher Geschwindigkeit. Und sind, trotz kleiner Umleitung durch den Wald, bei der wir viel Glück haben und nicht wieder umdrehen müssen, schnell in Meppen an der Jugendherberge. Leider ist die dann voll. Also fahren wir noch kurz durch die Stadt zum Campingplatz und können in einem Mobilehome übernachten.  

 

Am Abend klart es immer mehr auf. Ich kann mir bei diesem strahlend blauen Abendhimmel, dass angekündigte Regenszenario am nächsten Tag kaum vorstellen. Und auch die ersten frühen Morgenstunden sind noch schön. Ich bin optimistisch. Wer weiß? Doch während des Frühstücks zieht es zu. Gerade sind wir startklar und es prasselt los. Wir retten uns erstmal unter die nächste Brücke. Der Wetterbericht kündigt weitere Güße und einen kleinen Weltuntergang für Fahrradfahrer an. Als es etwas weniger wird, fahren wir zum Bahnhof. Wir könnten die gesamte verbliebene Strecke in weniger als einer Stunde zurück legen. Die Tagesetappe dauert mit dem Zug 30 Minuten. Wir überlegen hin und her. Die komplette Etappe mit dem Zug fahren find ich doof. Der Himmel spielt mit und wird wieder heller. Also kann ich überzeugen, dass wir doch einen ersten Teil radeln. Im nächsten Ort hält der Zug auch und wir können immer noch einsteigen.  

 Nach der Hälfte der Strecke fängt es wieder an. Nicht nur der Himmel öffnet seine Schleuse. Wir halten trotz Regen an einer Schleuse am Dortmund-Ems-Kanal. Ein Schlepper wird gerade durch geschleust, dass muss natürlich beobachtet werden. Der Regen wird stärker und stärker. Haren, der nächste Ort mit Bahnhof kommt näher. Dann stellen wir fest, dass der Bahnhof 4 km außerhalb liegt. Weiter geht es bei strömendem Regen. Ich habe inzwischen keine Lust mehr, denn ich weiß, das unser Fahrradanhänger nicht ganz dicht ist. Nicht nur von oben, sondern auch von unten. Durch das Spritzwasser weicht er auf und zieht sich mit Feuchtigkeit voll. Bei Dauerregen nicht so die beste Wahl.  

 In Papenburg am Bahnhof regnet es immer noch in Strömen. Zum Glück ist die Jugendherberge nicht weit. Auf dem Weg dahin werden wir trotzdem klitschnass. Dankbar nutzen wir eine warme Dusche und ein paar Spiele in der Jugendherberge. Bis es dann wieder aufklart und auch noch die Sonne rauskommt. Wir sind versöhnt und entdecken noch etwas die Stadt.  

    
 Nun sind es nur noch gute 50 km bis zum Ziel. Wir würden sie gerne an einem Tag fahren. Die Strecke sieht gut aus. Es geht am Deich neben der Ems entlang. Das Wetter ist toll. Doch so einfach geht es dann nicht. Wir haben gerade alles gepackt und wollen los, da fällt der Blick des Herzensmannes auf die Anhängerreifen. Wir haben ein Problem. Der Mantel ist durch. Wir rufen beim Fahrradladen an. Ein paar Mäntel in der Größe sind da. Der Reifen wird mit Panzertape geflickt und los geht es. Während die Kinder sämtliche Fahrzeuge im Laden ausprobieren, wird der Anhänger wieder fahrtauglich gemacht.  

 So kann man auch den Vormittag verbringen. Es ist früher Mittag als wir wirklich los fahren können. Wir radeln auf dem Weg an dem großen Werftgelände vorbei. Dann geht es immer am Deich entlang. Bis nach Leer. Wir stocken erstmal unsere Vorräte auf. Am nächsten Tag ist Sonntag und wir wissen nicht, wo wir übernachten werden. Am Ende bleiben wir in Leer und verbringen den Nachmittag auf einem Spielplatz. Gemeinsam haben wir uns wieder für die Jugendherberge entschieden. Der Dezemberjunge lehnt das Zelt ab. „Im Zelt ist es viel zu laut.“ Und wir wissen, dass wir alle gut schlafen müssen, sonst kann so eine Tour nicht gelingen.  

 Und dann ist er da, unser letzter Radtag an der Ems. Bei strahlend blauem Himmel haben wir wieder alles gepackt und radeln los. Ein Traum. So macht eine Radtour richtig Spaß. Aus Leer hinaus und an den Deich. Immer geradeaus. Wir klettern auf den Deich und sehen ein Segelboot. Wir fahren immer wieder über Tiergitter im Boden und dann stehen sie da. Die Schafe. Grüner Deich, weiße Schafe und blauer Himmel. Schöner kann sich das Ostfriesland nicht präsentieren.  

   
 In Ditzum setzen wir mit der Fähre über. Das ist ein großer Spaß. Faszinierend für uns ist, wie die Fähre beladen wird. Selbst ein Auto kommt mit drauf.  

 Dann geht es noch 8km am Deich entlang bis zum Hafen von Emden. Der offizielle Endpunkt des Radweges liegt hier. Unser Ziel liegt noch weiter nördlich. Wir wollen die nächsten Tage an der Nordseeküste genießen. So fahren wir noch ein Stück weiter an diesem Tag bis Campen und am nächsten bis nach Norddeich. Hier haben wir ein Quartier für die letzten Urlaubstage. Das tut uns allen auch sehr gut.  

 

Von der Quelle bis zur Mündung – die Ems #3

Von Warendorf geht es am nächsten Tag weiter nach Telgte. Dort soll es sehr schön sein. Wir suchen einen Kaffee für den Herzensmann und eine neue Gaskartusche. Unsere hat bereits am Pfingstmontag den Geist aufgegeben. Wir fahren, wie die letzte Zeit auch, nicht direkt an der Ems, sondern etwas landeinwärts. So fahren wir durch eine landwirtschaftlich geprägte Landschaft, die ganz anders aussieht als im Schwäbischen. Flach ist es hier, mittlere bis große Felder säumen die Wege und immer wieder  liegen wunderschöne Backsteinhöfe mittendrin. Außer Pferdehaltung, kann man nicht immer erkennen welche Tierart auf dem Hof gehalten wird. So spielen wir Tiere raten anhand der Gerüche, die, je nach Windrichtung, uns schon lange vor dem Hof einen Hinweis auf die Tierart geben. 

In Telgte begrüßt uns der erste Regen des Tages. Wir kommen an den Markt und die kaffeehungrigen Augen des Herzensmannes entdecken sofort die TelgterkaffeeBar. Dort kehren wir ein und verweilen. Nicht nur guten Kaffee gibt es dort, sondern auch hervorragende Trinkschokolade. Nebenbei werden neue Kaffeebohnen gemischt. Die Kinder sind ganz begeistert und bekommen kleine Hocker zum gucken. Am Ende wird noch ein Päckchen Kaffee für den Urlaub gekauft. Der Herzensmann beginnt zu träumen. Wir können die TelgterkaffeeBar nur empfehlen. Mit Liebe und Leidenschaft wird hier nicht nur bester Kaffegenuss gezaubert. 

 Nach einem Einkaufsstop verlassen wir Telgte und fahren Richtung Greven weiter. Unterwegs passieren wir die Alte Kanalüberführung. Die Kinder steigen aus und laufen ein Stück. Nicht nur die Alte und stillgelegte Kanalüberführung ist spannend, viel interessanter ist die Großbaustelle zwischen der alten und der aktuellen. Dort wird noch eine weitere Kanalüberführung gebaut. Ein großer Hammer rammt Metallteilen in den Boden und im Hintrgrund fahren die Schiffe über eine Brücke über die Ems.   

Weiter geht es dann nach Greven. Dort ist unser heutiges Ziel und auch das erste Drittel des Radweges wird dann geschafft sein. Zwischen durch fängt es immer wieder an mit Regnen. Die Kinder haben einen neuen Sprechgesang, der aus den Fahrradhängern klingt: „Regen verschwinde und lass die Sonne knallen“. Wir hoffen bei diesem Wetter in Greven im Naturfreundehaus übernachten zu können. Wir fragen in der Information nach und müssen feststellen, dass es das gar nicht mehr gibt. So bleibt uns noch ein Campingplatz etwas außerhalb. Der Wind hat inzwischen an Fahrt aufgenommen. Wir fahren nun nach Google Maps. Nicht unbedingt die beste Entscheidung. Wir suchen lange und müssen zwei Mal umdrehen. Irgendwann ist es dann geschafft. Erschöpft kommen wir an. Der Wind hat die letzten Tageskilometer in die Länge gezogen. So langsam merke ich die schon gefahrenen Kilometer in den Beinen.  

 Trotzdem wird schnell das Zelt aufgebaut. Parallel bereite ich Essen zu. Die Kinder sind ungeduldig, wir versuchen sie mit kleinen Aufgaben abzulenken. Das klappt etwas. Sie sind aber übermüdet und unausgelastet. Vor allem der Dezemberjunge tut sich schwer mit dem Zelt. Er kann abends nicht einschlafen und ist zeitig wach. Tagsüber den Schlaf nachholen, wie das Septembermädchen, schafft er nicht. So gibt es an diesem Abend noch ein großes Theater. Ich bin gefrustet und frage mich ob es so gut weiter gehen kann. Denn auch mir stecken die letzten Zeltnächte in den Gliedern. Auch ich schlafe schlecht. Jede Nacht kommt irgendwann das Septembermädchen in meinen Schlafsack gekrochen, jemand muss aufs Klo oder hat es nicht mehr geschafft. Dann gibt es Unruhe im Zelt und ich bin sofort mit wach. Oft genug kann ich dann lange nicht einschlafen oder denke, es ist ja eh schon hell. Doch das ist es auch gegen fünf. Mit diesen Gedanken im Kopf, frage ich mich ob ich nun älter werde oder woran es liegt, dass mir das Zelten so Probleme bereitet. Dass habe ich sonst sehr gerne getan. Auch gemeinsam mit dem Herzensmann waren wir im Zelt unterwegs, ohne Kinder bzw mit dem Dezemberjunge im Bauch. 

Am nächsten Morgen bauen wir schnell das Zelt ab. Zwischen zwei Regenschauern ist es gerade trocken geworden, an dieser Stelle ist der Wind doch sehr hilfreich. So kommen wir diesmal sehr zeitig auf die Räder. Das ist auch ganz gut. Der Wind ist stark und böig, immer wieder lassen die Wolken von ihrem Gewicht etwas fallen. Für uns ist klar: heute Nacht schlafen wir in einem Haus. So steuern wir die Jugendherberge in Rheine an.  

 Unterwegs regnet es immer wieder und eine kleine Rast machen wir in einem Buswartehäuschen. So können die Anhänger und wir im Trockenen pausieren. Bereits in Rheine bin ich dann eine kurze Sekunde nicht aufmerksam. Ich schaue nach vorne und sehe den Mittelpfosten auf dem Weg auf mich zu kommen. Schnell reiße ich noch den Lenker rum. Trotzdem kracht es. Die Anhängerstange fängt zum Glück die Energie auf, auch die Satteltasche bremst. Dem Dezemberjunge und mir ist nichts passiert. Die Stange müssen wir jedoch noch während dieser Tour tauschen. In Rheine sind wir dann schon am frühen Nachmittag. Das ist irgendwie komisch und doch sehr gut. Die Kinder können auf dem Spielplatz toben. Ich ruh mich ein bisschen aus. Die Nacht in normalen Betten tut am Ende allen sehr gut. 

Von der Quelle bis zur Mündung – die Ems #2

Die Nacht ist kurz, wenn man neben einem Kuhstall schläft. Zeitig hören wir den Traktor und die Kühe. Irgendwie schlafe ich wieder ein, bis kurz danach das Septembermädchen aufs Klo muss. Wir kriechen aus dem Zelt. Freundlich grüßt uns der Bauer, der gerade die Kälber neben an versorgt. Er hätte uns doch hoffentlich nicht geweckt, fragt er. Ich verneine. Mit dem Septembermädchen krieche ich wieder ins Zelt. Wir kuscheln und schlafen noch einmal ein. Dann wacht der Dezemberjunge auf und hat bereits gepullert. Also wieder rumgeraschel. Diesmal kümmert sich der Herzensmann. Auch sie kuscheln sich wieder an einander. Doch es dauert nicht lange, dann ist die Nacht endgültig vorbei. 

  Wir frühstücken in der Sonne. Die Kinder schauen bei den Kälbern vorbei. Dann werden die Kühe hinter unserem Zelt auf die Weide getrieben. Neugierig bleiben alle stehen. Zelt und Fahrräder sind ungewöhnlich für sie. Manche springen schnell weiter. Die ersten Radfahrer kommen vorbei und grüßen. Wir können uns nur schwer losreißen. Schön ist es hier an der Antfängers Mühle. Die Kinder erkunden noch den Dachboden. Kein Problem für Werner, der freundlich und entspannt bei allem hilft. Er selber ist erst vor wenigen Tagen den Emsradweg gefahren. Wir plaudern ein wenig, erzählen von unseren Touren und sind uns einig: es sind die Begegnungen und Erlebnisse die so eine Reise ausmachen. Ab nächstem Jahr wird er wohl auch ein Zimmer an bieten. Zelten darf jeder, der hier hält und abends nicht mehr weiter weiß. Wir können es nur empfehlen.  

 Dann geht es weiter durch Rietberg. Wir sehen eine wunderschöne kleine Stadt. Fahren auf dem Westwall und erhaschen Blicke in kleine Gärten und wunderschöne Häuser. Die ersten Kilometer am Tag ziehen schnell vorbei. Wir erreichen Wiedenbrück. Eine kurze Pause an den Mühlenrädern. Nüsse, Möhren und Brokkoli als Rohkost zwischendurch. So kann es noch etwas weiter gehen. Doch zwei Ecken weiter ist ein toller Spielplatz. Also halten wir noch einmal. Im Seecafé neben an können wir nicht nur Kaffee und Kakao trinken, dass Essen sieht zu gut aus. Also bleiben wir hier und machen eine frühe Mittagsrast.  

   
Nach wenigen Kilometern, dass Essen immer noch gut im Bauch, hören wir: „Und jetzt Eis essen!“ aus dem Fahrradhänger. Wir versprechen; bei der nächsten Pause. Wir radeln und radeln. Doch es zieht sich. Unser Ziel heißt nun Warendorf. Mit Ziel vor Augen geht es plötzlich schwerer. Das Tempo ist gleich, doch das Gefühl ist anders. Es fährt sich nicht mehr so leicht. Die Kilometer ziehen sich hin, wie klebriger Asphalt, der in der Sonne heiß geworden ist. Das schöne am Radfahren ist, man hat Zeit. Zeit zum gucken. Zeit zum sinnieren. Zeit, um Antworten auf wirklich wichtige Fragen zu finden. Und so denke ich darüber nach, warum ich nun nicht mehr so entspannt fahre. Warum ich nun etwas frustriert bin, dass unser Ziel nicht näher rückt. Es liegt am Fokus, an der Einstellung. Das Ziel ist nun so wichtig geworden, dass der Weg aus dem Blickwinkel rückt. Dabei ist beides wichtig. Ein Ziel vor Augen hilft, um auf der Spur zu bleiben. Doch den Weg genießen ist das schöne Leben. Und dann sind wir da, finden ein gutes Eis, sitzen auf dem Kopfsteinpflaster, das Gesicht in der Sonne. Glücklich und zufrieden. 

Von der Quelle bis zur Mündung – die Ems #1

Unser Wochenende ist der Start unserer diesjährigen Radtour. Am Samstag legen wir noch einige Kilometer mit dem Auto zurück. Am Abend sind wir dann am Startpunkt. Am Sonntag geht es nach einer Regennacht dann los. Erst zu Quelle und dann folgen wir dem Bach der langsam zum Fluss wird.  

 Guten Morgen am Samstag. Die erste Nacht im Zelt. Wir haben auf einem Grundstück übernachtet, welches wir uns angesehen haben. Schön ist es dort. 

   Nach einigen Kilometern Autobahn machen wir Pause an einem Rastplatz. Die Kinder spielen eine Runde mit Kiefernzapfen. 
 In Paderborn sind wir unserem Tagesziel schon sehr nah. Wir besorgen noch ein paar letzte Sachen für die Radtour und endlich ein Eis. 

   Auf dem Zeltplatz in der Nähe der Emsquelle wird weiter mit Kiefernzapfen gespielt. 
 Alles ist aufgebaut und vorbereitet für den Start am nächsten Tag. Abendessen auf dem Zeltplatz.  

 Sonntag Morgen: Frühstück im Aufenthaltsraum des Zeltplatzes am Furlbach. In der Nacht hat es geregnet und alles ist nass. 

   Nach dem alles eingepackt und das Auto geparkt ist, fahren wir zu der Emsquelle. 
 Das Wasser ist ganz schön kalt. 

   Auf unserer Fahrt sehen wir wieder Störche. Die Kinder schauen auch schon aus dem Nest. 
 So sind wir dieses Jahr unterwegs: zwei Hänger, zwei Räder, zwei Kinder. 

   Das Septbermädchen nutzt die Fahrt und holt etwas Schlaf nach. 
 An der Antfängers Mühle machen wir Pause. Eigentlich wollten wir in Schöning auf einen Zeltplatz, wir finden jedoch keine Zufahrtstrasse. Also fahren wir noch ein Stückchen weiter und können an der Mühle die Kühe beim Reinkommen zum Melken beobachten.   

 Dank nettem Mühlenbewohner, dürfen wir auf der Wiese zwischen Stall und Mühle übernachten. Unter der großen Kastanie, schützen wir uns, vor einem kurzen Regenguss. 

Wie es bei unserer Tour weitergeht, könnt Ihr in den nächsten Tagen hier auf dem Blog lesen. Bei Geborgen Wachsen gibt es weitere Wochenenden und Euch wünsche ich einen schönen Pfingstmontag. 

Unser Wochenende 27./28. Mai

Sonne, Urlaub, Auto fahren und wieder ankommen; unser Wochenende:   Am Samstag lassen wir Boote auf dem Teigh im Garten schwimmen,
 füttern und beobachten die Schildkröte Anton bei seinen Klettereien

   Bewundern die fertig gestellte Mosaikbank der Nachbarin auf dem Weg zum Markt. 
 In der Mittagspause habe ich Zeit zum Lesen. An dieser Stelle vielen Dank an Susanne für dieses tolle Buch. 

   Ich pack mir ein bisschen vom frischen Entdeckelungswachs ein. Bald soll Salbe daraus werden. 
Am Nachmittag machen wir noch einen Ausflug ins Kloster Heilig Kreuz in Meißen. Ein wunderschöner öffentlich zugänglicher Ort, besser als ein Spielplatz und es gibt so viel zu entdecken. 

    Im Kräutergarten sehe wir viele bekannte und auch neue Pflanzen. 
 Aus einer alten Röhrfahrt kommt Wasser. Eine willkommene Abkühlung. 

  Wieder zu Hause wird gegrillt, dazu muss erstmal Feuer gemacht werden.  
 Sonntagmorgen Frühstück mit Eiermütze. Was für eine Freude bei den Kindern. 

   Alle Taschen stehen bereit. Da ist einiges dazu gekommen. Angereist bin ich, mit den Kindern, mit einer Reisetasche und meiner Handtasche, mit dem Flugzeug. 
Leider hat der Mensch keine Schwarmintelligenz. 

   Endlich zu Hause: „Ich brauch erstmal was kaltes zu Essen.“ Da hat der Dezemberjunge Glück. Wir haben noch zwei Eis im Tiefkühlschrank. 

 „Yeah, wir essen draussen!“ freut sich nicht nur das Septembermädchen.   „Unser“ Amselpärchen hat inzwischen Nachwuchs. Wir sind froh, denn wir haben ein leeres Ei auf der Wiese gefunden. Dass sah aber aus wie geräubert. 
 Nach dem Abendessen wird gegossen und Fußball gespielt. So wird noch etwas Energie raus gelassen. Allerdings wird es dann auch etwas spät. 

Nun bereiten wir uns auf die nächste Woche vor. Diese wird von Urlaubsvorbereitug und -Nachbereitung geprägt sein. Denn nächstes Wochenende brechen wir wieder auf. 

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Start in die Woche. Genießt die Sonne, es wird bestimmt auch bald wieder kühler. Und wie immer gibt es bei Susanne Mierau noch viele Wochenenden. 

„Wenn ich erwachsen bin, will ich auch Imker werden“

Es summt und brummt um uns herum. Emsig fliegen Bienen hin und her. Wir warten gespannt auf das was jetzt passieren wird. So richtig wissen wir noch nicht was passiert und ob es funktioniert. Vor uns ein weißes Tuch, dahinter eine Beute, die neue Wohnung für die Bienen. Wenn alles klappt ziehen sie gleich dort ein und wir können einem Bienenumzug zusehen. Noch sind die Bienen in einer Kiste. Dort hinein wurden sie geschüttelt, nachdem der Schwarm ausgezogen und vorübergehend im Apfelbaum gelandet ist.  

 Nun werden die Bienen auf das Tuch geschüttet. Sie müssen selber als Schwarm in ihre neue Wohnung einziehen. Es summt und brummt noch mehr. Dem Septembermädchen wird das zu viel, sie geht lieber wieder nach unten. Die Bienen stehen auf dem Carport-Dach. Der Dezemberjunge ist ganz fasziniert. Ganz ruhig steht er am Rand, geschützt von einem Kinder-Imkerhut. Nach wenigen Minuten krabbeln die ersten Bienen hinein, schnell spricht es sich im Schwarm herum und es entsteht ein richtiger Bienenstrom. Nach zwanzig Minuten sind die meisten Bienen eingezogen.  

 

Das ist nur eine der vielen Begegnungen mit Bienen und ihren Lebensgewohnheiten, die wir diese Woche mit erleben dürfen. Auch eine Kontrolle der Bienenvölker ist dabei. Wir erleben wie ein Volk aufgelöst werden muss. Die Vorbereitungen zur Honigernte und auch die Ernte selbst können wir erleben. Danach geht es klebrig weiter. Der Honig muss ja auch noch aus den Waben raus. Der Dezemberjunge schaut sich alles ganz genau an. Kann nicht genug bekommen, weder von Bienen noch von Honig. Auch ein Bienenstich an der Hand, der dann die nächsten Tage sehr dick wird, lässt ihn an seiner Entscheidung nicht rütteln. Wenn er mal erwachsen ist, will er auch Imker werden.  

Gewissenhaft werden die Meissner Stadtbienen kontrolliert

  

Auf dem Carport-Dach zwischen Schnittlauch und Parkhaus – die Bienenstöcke

  

Im Kloster Heilig Kreuz – Meissner Stadtbienen Imker bei der Arbeit

   

Von unserem Weg, ein Stück 

 Schon lange sind beide Kinder müde. Der Dezemberjunge kommt mit mir rein, um zeitig zu essen und ins Bett zugehen. Auch das Septembermädchen folgt. Essen und die Badroutine kein Problem. Müde Augen, ich helfe beiden. Dann im Bett noch während der Gute-Nacht-Geschichte, oft davor, legt sich ein Schalter um. Plötzlich scheinen beide gar nicht mehr müde. Sie hampeln und strampeln, machen Quatsch und kichern. Sie sind weit weg. Ich versuche sie zu erreichen. Keine Chance. Irgendwann klappt es vielleicht. Oft genug geht es so lange, bis einer sich weh tut. Oder sich auch bei mir ein Schalter umlegt. Denn ich „weiß“ sie sind müde. Ich „weiß“ sie müssen zeitig schlafen, denn es war die letzten Abende spät, oder morgen ist ein anstrengender Tag, oder oder oder. Und dann halte ich fest, packe zu doll zu, drücke auf die Matratze, lege sie unachtsam wieder hin, Schreie sie an, oder habe bittere Blicke und schicke einen von beiden raus. 

Ich verletze sie. 

Ich sehe mir zu und finde mich lächerlich. Es ist lächerlich meine „Macht“ so auszunutzen, spielen zu lassen. Ich finde mich abscheulich in diesen Momenten. Ich bin gemein. 

Und nun liege ich mit schlechtem Gewissen neben meinen Kindern. Warte das sie einschlafen. Wenn ich mich zum Dezemberjunge drehe, dreht er sich weg. Also liege ich mit dem Rücken zu ihm, reiche ihm meine Hand. Er hält sie. Ein kleiner Anker. Ein kleiner Trost. Doch ich weiß, wie sehr ich ihn verletzt habe. Ich kann nur ahnen, wie tief diese Wunde auf seiner Seele ist. Ich fühle mich schlecht und traurig. Ich könnte heulen. Wieder hat sich diese Stimme Bahn gebrochen. Diese Stimme, die meint sie wüsste wie es läuft. Doch am Ende ist da nur ein Scherbenhaufen. 

Wieder denke ich dann, eigentlich weißt du es doch. Du weißt doch, dass es so nicht funktioniert, dass du so nur kaputt machst. Das ist der falsche Weg! Ich höre in meinem Kopf die Stimmen: „sei gnädig mit dir, du bist auf dem Weg, wir sind nur Menschen, Vertraue in dich und deine Kinder und in deine Liebe“. Ich höre und versuche sie an zunehmen. Doch ich schaff es nicht. Nicht in diesem Moment. Ich bin enttäuscht. Enttäuscht von mir. Ach, und da ist es wieder dieses Muster. Ich sehe es. Doch wie kann ich da raus?

Geduld und Liebe. 

Liebe in mich und meine Kinder. Vertrauen. Doch wo ist die Liebe in diesen Momenten. Da ist sie nicht. Wer packt und brüllt und anders verletzt, der liebt nicht. Nicht in diesem Moment. In diesem Moment ist nur mein Wille. Festgefahren und zementiert. Da ist kein Raum für Achtsamkeit, aufeinander zu gehen und Bedürfnisse beachten. 

Und am Ende bin ich genauso schlau wie am Anfang. Denn ich weiß, es ist mein Problem. Doch die Lösung habe ich noch nicht. Die Theorie ist mir bekannt, doch wie sieht es in der Praxis aus? Vertraue dir. Du musst nichts perfekt machen. Und dann ist da ein warmes Gefühl und Dankbarkeit. Dann bin ich mir wieder sicher, die Lösung liegt hinter der nächsten Biegung auf unserem Weg.