Zwiebelkissen und Rotlichtlampe

So hatte ich mir Ostern auch nicht vorgestellt. Aber es läuft getreu dem Motto 1.) kommt es anders und 2.) als man denkt. Und zwar 100% wenn nicht gar mehr.

Seit einer Woche plagt mich nun eine Erkältung. Wie fies die in Wirklichkeit ist, stellte sie zum ersten Mal in der Nacht von Mittwoch auf Gründonnerstag unter Beweis. Da meinte es mein Körper und die Erkältung ganz nett mit mir und schickten mir eine Mittelohrentzündung im linken Ohr. Danke, wäre nicht nötig gewesen. Wenigstens gingen die Schmerzen über den Tag wieder weg und ich litt nur noch unter einem permanenten “Tsch, Tsch, Tsch” ungefähr so, wie wenn man neben jemandem sitzt, der Musik hört und man selber nur noch ganz leise den Rhythmus. Das macht einen kirre. Besonders wenn es den ganzen Tag so geht. Doch wer hätte da gedacht, dass es noch besser kommen kann. Frei nach dem Motto (ja noch eins muss heute sein) Schlimmer geht immer. Am Abend hatte sich der Schnupfen gedacht: wir setzten uns mal schön in die rechten Nasennebenhöhlen rein. Da ist es besonders gemütlich. Das war und ist mit Schmerzen verbunden, ich könnt die Wand hoch gehen. So war ich gestern dann komplett ausgehebelt. Neben Schlafen gab es das volle Programm an Hausmittelchen: Nasenspülung, Kopfdamfbad, Leinsamenpackung, Rotlichtlampe und Zwiebelkissen. Zur Folge hatte dieses Extremprogramm zumindest Veränderung. Besserung? Ich bin mir nicht sicher. Keine Schmerzen und “Tsch, Tsch” in den Ohren, dafür Druck ohne Ende. Die Schmerzen in der Kiefernhöhle sind Richtung Stirnhöhle gewandert, danke auch dafür. Und so fuhren wir heute Nachmittag in die Notfallpraxis. So heißt es neben den Hausmittelchen nun auch Antibiotika. Ganz große super Klasse. Solange die Schmerzen jetzt endlich weggehen und ich wieder gesund werde und zwar bitte direktamente nehme ich das in Kauf. Aber musste das wirklich sein liebe Erkältung?

Berühren verboten!

Auf Stadt-Land-Mama.de gab es einen schönen Gastbeitrag zum Thema Bauch. Um genau zu sein der Bauch einer Schwangeren. Viele Frauen erzählen ähnliche Geschichten. Von Fremden, die den Bauch anfassen. Von Blicken, die an einem haften. Von Fragen, wann es den endlich kommt, der Bauch sei ja schon sehr dick. Oder von Fragen, wo den der Bauch sei, es ist ja noch gar nichts zu sehen.

Auch mir ging es ähnlich, als ich mit dem kleinen Mann schwanger war. Oft hatte ich das Gefühl, das nicht ich sondern mein Bauch und dessen Inhalt wichtig ist und nur noch er (der Bauch) gesehen wird. Lange war bei mir die Schwangerschaft nicht zu sehen und ich bekam Fragen, wo ich denn den Bauch verstecken würde. Ob ich wirklich schwanger sei. Zum Ende der Schwangerschaft wirkte der Bauch sehr groß, da ich alles nach vorn getragen habe und von hinten nicht wirklich etwas zu sehen war. Es war, als hätte ich mir einen Medizinball unter das T-Shirt gesteckt. Ich konnte mir von Freunden diverse Sprüche dazu anhören. Bei Fremden die Gedanken im Gesicht lesen. Ich durfte mir von entfernten Bekannten auf den Bauch fassen lassen. Das volle Programm also. Nicht immer, aber so oft, das es einfach nervte.

Und jetzt? Auch jetzt ist das Interesse an meinem Bauch schon groß. Kommilitoninnen, die von meiner Schwangerschaft wissen, fragen mich, ob ich mal meine Jacke wegnehmen könnte, die ich über meinem Arm halte und so den noch nicht wirklich sichtbaren Bauch unbeabsichtigt verdeckte. Auch dieses mal ist es so, dass der Bauch, obwohl die Halbzeit nicht mehr weit entfernt ist, noch nicht als Babybauch erkannt wird. Zum Glück wurde mir noch nicht gesagt, ich sei ein bisschen dick geworden. Ist ja nicht so, dass das nicht passiert. Ich bin gespannt, wie es diesmal wird, wenn der Bauch sich deutlich zeigt. Letztes mal war ich lange im Praktikum. Die meisten Kollegen dort wussten aus eigener Erfahrung wie ein Babybauch aussieht und anfühlt. Bei meinen Kommilitonen sieht das ganz anders aus. Da bin ich schon mit Kleinkind ein Alien. Und ich kann mich noch gut an die Blicke erinnern, als ich 2012 mit Babybauch in die Hochschule kam.

Warum ein Babybauch die Blicke so anzieht. Warum plötzlich der Mensch, der den Babybauch trägt, nicht mehr als solcher wahr genommen wird. Warum plötzlich Berührungen erlaubt sind, die sonst tabu sind. Ich weiß es nicht. Ich weiß, das ich mich über Babybäuche freue. Mir fallen Babybäuche aber auch nur dann besonders auf, wenn ich selber schwanger bin. Selektive Wahrnehmung und so. Ich habe auch schon mit Erlaubnis “fremde” Babybäuche angefasst und fand es seltsam. Diese Erfahrung habe ich mit 16 Jahren gemacht und hat sich bei mir sehr tief eingebrannt. So kam ich dann auch nicht auf die Idee den Bauch meiner Schwester anzufassen. Geschweige denn den von Freunden, Bekannten und Fremden. Ich kann aber nur für mich sprechen, wie es bei mir ist. Und bei mir ist es anders. Wahrscheinlich würden alle, die man fragt, so oder ähnlich antworten. So dass eigentlich keiner fremde Babybäuche anfasst. Die Frauen sich die Erlebnisse aber nicht alle einbilden. Falls jemand also eine Antwort auf das Babybauch-Phänomen hat, darf sich gerne melden. Ich bin neugierig.

Was mich beschäftigt: Geburt

Aus verschiedenen Gründen denke ich gerade viel über Geburt nach. Ein sehr offensichtlicher ist die Schwangerschaft mit unserem zweiten Kind. Schließlich steht am Ende einer jeden Schwangerschaft eine Geburt. Aber auch die Diskussionen, Petitionen und diversen Projekte rund um die Hebammen haben damit zu tun. Erst heute stolperte ich wieder über neue Aktionen um auf diese Thematik aufmerksam zu machen. Inzwischen geht es auch nicht mehr nur um die Hebammen an sich. Sondern um die (selbstbestimmte) Geburt.

Ein Thema, an dem sich viele reiben. Das bei Frauen sehr unterschiedliche Emotionen und Reaktionen auslöst. Je nach Erfahrung, Meinung, Wissen etc. unterschiedlich. Es gibt knallharte Verfechter der Hausgeburt und am anderen Ende auch Verfechter des Kaiserschnitts, bzw. der “sicheren” Geburt im Krankenhaus. Und zwischen den beiden Extremen Hausgeburt und Kaiserschnitt alles, was die Bandbreite zu bieten hat. So breit wie die Art der Geburt ist, ist auch das Erleben der Geburt. Von Frau zu Frau und von Geburt zu Geburt unterschiedlich. Da gibt es Traumata auf der einen und glückselige Frauen auf der anderen Seite. Es gibt Frauen, die glücklich mit ihrem Wunschkaiserschnitt sind. Es gibt Frauen, die gerne spontan im Kreissaal gebären oder im Geburtshaus oder zu Hause. Es gibt Frauen, die eine Wassergeburt wünschen. Andere eine PDA. Wieder andere möchten nur die Hebamme im Hintergrund wissen und sind froh wenn sie machen können wie sie es wünschen. Diese Liste könnte ewig fortgesetzt werden. Denn jede Frau ist anders, jedes Kind ist anders und auch jede Geburt ist anders.

Was mir auch immer wieder bei Geburtsberichten auffällt ist, dass sehr viele Frauen sich im Nachhinein eine andere Geburt wünschen. Herum überlegen, was wäre wenn, und so weiter. Also nicht zu frieden sind mit ihrer Geburt. Oft wird die Geburt auch als Last betrachtet, als Übel was Frau über sich ergehen lassen muss. Oder ihr wird mit purer Angst begegnet. Die dann hinter Sprüchen und Witzen versteckt wird. Vielfach “treffe” ( nicht nur im realen Leben sondern auch im virtuellen des www, daher die “”) ich auf Frauen, die ihre Art von Geburt zwar akzeptiert haben, aber das Gefühl haben in der Gesellschaft mit ihrer Art der Geburt nicht akzeptiert zu sein. Es wird be- und gewertet was das Zeug hält. Es wird gut und vor allem schlecht geredet, Klassifiziert und was weiß ich nicht alles.

Mir geht es hier nicht um DIE Art der Geburt. Ich möchte niemandem (m)eine Art aufdrücken. Ich finde es nicht richtig zu klassifizieren, zu sagen deine Art der Geburt ist keine Geburt weil … oder ähnliches. Ich akzeptiere jede Art der Geburt, genauso wie ich jeden akzeptiere wie er/sie ist. Ich höre mir gerne Geburtsberichte an, da ich an der Frau und ihrer Geschichte interessiert bin und weil es oft hilft noch mal zu erinnern, zu erzählen und so auch zu verarbeiten. Ich wünsche jeder Frau ein positives Geburtserlebnis, denn das ist einfach etwas wunderschönes. Es ist toll sagen zu können “Ja, ich hatte eine schöne Geburt.” Doch ich weiß auch, dass nicht jede Frau so ein Glück hat wie ich. Aber lasst uns einmal nicht beurteilen und werten. Lasst uns jede Art der Geburt, jeden Geburtsbericht akzeptieren, ihn annehmen wie er ist. Keine Geburt ist schlechter oder besser als irgendeine andere. Bei jeder Geburt wird ein neuer liebenswerter Mensch geboren und darauf kommt es an.

Sonntag, oder?

Sonntagmorgen um sieben liege ich wach im Bett, während der kleine Mann im Arbeitszimmer spielt. Naja, eher Schreibtischschubladen ausräumt, aber egal. Hauptsache kein Gemecker sondern Ruhe. Inzwischen sind wir schon gut zwei Stunden wach, nachdem der kleine Mann kurz vor fünf aufwachte und “mehr” sagte. Er hatte Hunger. Kein Wunder. Zum Abendbrot wollte er auch nichts essen und war schon so müde, dass er 18:00 eingeschlafen war. Ich ahnte schon da, dass der Sonntag zeitig beginnen würde. Aber so zeitig? Muss jetzt echt nicht sein. Eine Banane und ein Klogang später ging es wieder ins Bett, in der Hoffnung er würde wieder einschlafen. Pustekuchen. Inzwischen habe ich einiges Gemecker und Gemotze über mich ergehen lassen, weil ich nicht den eindeutigen Aufforderungen, doch endlich aufzustehen, folge leistete. Ebenso ließ ich die “über-meinen-Kopf-Krabbelaktionen” über mich ergehen. Ich wollte noch nicht aufstehen. Es war noch nicht einmal Hell draußen. Der Tag ist auch lang genug, wenn man erst um acht aufsteht. Aber das ist dem kleinen Mann egal. Wach ist wach. Da kann man auch aufstehen.
Inzwischen google ich nach den Öffnungszeiten unseres Sonntagsbäckers. Ergebnis: 8:00. Das ist nicht euer Ernst. Spätestens jetzt stellt man wirklich fest, dass Sonntag ist. Samstag hätte ich schon seit einer halben Stunde Brötchen holen können. Meine Motivation zum Aufstehen sinkt weiter. Der kleine Mann krabbelt mit eiskalten Händen und Füßen wieder zu mir ins Bett. Wie es im Arbeitszimmer aussieht will ich mir gar nicht vorstellen. Aber ich ahne Chaos. Nach kurzer Kuschelphase ein erneuter Versuch. “Da” mit ausgestrecktem Arm Richtung Flur. Könnte er um die Ecke zeigen, würde
er dies tun, denn eigentlich möchte er in die Küche. Es folgt “mehr”. Alles klar. Ich gebe mich geschlagen. Aufstehen, Anziehen, den kleinen Mann anziehen, wobei hier Theater entsteht. So wie die letzten Tage auch. Egal wie sehr er sich vorher gefreut hat, dass ich nun doch endlich aufstehe, wenn es ans Schlafanzug ausziehen geht, wird gemeckert. Meinetwegen. Bei uns wird sich trotzdem erst angezogen und dann gefrühstückt. Da es erst zehn nach sieben ist streiche ich das gemütliche Sonntagsfrühstück mit Brötchen und so weiter. Es gibt Marmeladenbrot. Der kleine Mann kann es kaum erwarten. “MEHR!” Tisch decken muss trotzdem sein. Ein bisschen Esskultur müssen wir schon pflegen. Zwanzig Minuten später ist das Brot alle. Damit hatte ich nicht gerechnet. Auch nicht, dass der Junge immer noch Hunger hat. Müsli kommt nach den Erfahrungen der letzten Tage nicht in Frage. Also muss er mit Zwieback vorlieb nehmen. Mit Freuden, wie ich bemerke, denn nach drei Marmeladenbroten wandern auch noch drei Zwieback in den kleinen Bauch. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel da rein passt.
Um acht. Inzwischen sind wir drei Stunden wach. Ich staubsauge mal schnell die Wohnung. Hab ich gestern nicht geschafft. Der Akku war leer. Während dessen räumt der kleine Mann im Wohnzimmer auf. Oder so ähnlich. Vielleicht telefoniert er auch mit der Fernbedienung. Mir egal. Ich bin die Ruhe selber. Mich kann heute nichts mehr umhauen.
Nachdem ich diverses Chaos beseitigt habe,machen wir es uns im Spielzimmer gemütlich. Bauklötzer ausräumen, Holztiere in der Gegend verteilen, zu schöner Musik ein bisschen Tanzen. Alles nur Ablenkungsmanöver, der kleine Mann möchte lieber raus gehen. Aber mal ehrlich Sonntag zwischen acht und neun? Ich bin da ja sonst nicht so, aber da hab ich jetzt wirklich keine Lust drauf. Zum Bäcker muss ich auch nicht mehr.
Neun Uhr. Der kleine Mann schläft. Welch Wunder. Nach vier Stunden kann man ja auch schon wieder müde sein. Oder noch. Und ich bin munter genug um nicht wieder einschlafen zu können. Außerdem wäre ich danach nur richtig unausgeschlafen. Ganz schlecht. Aber ich habe die ersten vier Stunden des Tages hinter mich gebracht. Fehlen nur noch zehn. Uff.

* Der aufmerksame Leser wundert sich vielleicht, dass der große Mann nicht vorkommt. Der liegt hoffentlich noch in den Federn, während ich das schreibe, und genießt dann ein fulminantes Frühstück zur Stärkung, bevor es wieder auf die Piste geht.

Worte

Seit einiger Zeit spricht der kleine Mann immer mehr. Wir verstehen was er uns sagen möchte und auch Fremde können die Worte zum Teil verstehen. Neben den verständlichen Worten wird natürlich noch viel Sprache ausprobiert. Oft mit lustigen Buchstabenkombinationen. Zum Teil klingt es schon sehr nach “richtigem” Reden und ich frage mich dann oft, was wollte er mir damit sagen. Beim Spielen wird auch viel geredet. Heute Morgen, zum Beispiel, spielte er alleine im Flur. Wir konnten sein ununterbrochenen Redeschwall hören, durchsetzt mit “Da”, “Ja” und vielen unbekannten Kombinationen. Es ist schön ihn so spielen zu hören. Genauso schön ist es mit einem richtigen “Mama” angesprochen zu werden. Auch “Papa” wird besonders am Wochenende sehr oft gesagt. Aber letzte Woche fragte er auch am Nachmittag beim nach Hause kommen nach “Papa”. Er hoffte wahrscheinlich, dass dieser schon zu Hause auf uns wartete. Leider war er noch auf Arbeit. Besonders schön ist gerade am Wochenende, wenn der kleine Mann durch den Flur geht (noch an zwei Händen), “Papa” sagt und ihn dann findet. Dann strahlt er übers ganze Gesicht und möchte sofort zu ihm auf den Arm. Weitere oft benutzte Wörter sind “Wauwau” für den Hund, “Da” für alles andere und “Oh” bzw. “Oa” wenn er irgendetwas tolles entdeckt hat. Wenn wir von Essen oder den Mahlzeiten reden, sagt er erst “mehr” später dann auch “nomehr”. Dabei ist Ersteres soviel wie “Ich habe Hunger und will jetzt was zu essen.” Letzteres heißt ” Ich will noch mehr.” Oft kommen ihm auch schon andere Worte über die Lippen, wobei ich mir bei denen nicht ganz sicher bin ob die dann nachgesprochen sind. So zum Beispiel “Nane” für Banane. Da sage ich meistens so was wie ” Möchtest du Banane?”, und er antwortet mit “Nane”. Oft bekommt man als Antwort auf Fragen auch ein sehr überzeugendes “Ja” zu hören, wobei hier der Wahrheitsgehalt der Antwort nicht immer stimmt.
Witzig ist auch das Nachahmen. So zum Beispiel wird fleißig das Essen bepustet, wenn er das bei uns sieht. Inzwischen auch gerne mal einfach so, auch auf kaltes Essen wie Brot. Auch gerne nach gemacht ist ein “Mannomann” was mir gerne mal über die Lippen kommt. Ich weiß nur noch nicht genau, wie er das genau sagt. Es klingt auf jeden Fall süß. Gut kann er auch das “Mm” anstelle eines “Neins” nachmachen. Oder er sagt auch mal “Nei”.
Und singen kann er, oder so was ähnliches. Meistens auf dem “l” wobei ein “lll” raus kommt und die Zunge über die oberen Zähne hin und her bewegt wird. So kann er auch sehr ernsthafte Dinge sagen, in einem sehr bestimmten Tonfall. Nur was ist dann immer die Frage.
Ich finde es toll mit ihm immer mehr kommunizieren zu können und eine direkte Reaktion zu bekommen, die ich auch hundertprozentig verstehe. Und süß ist es noch dazu, wie er das so macht mit dem Reden und der Lippenmimik.

Semesterferien – Genuss

Ja, der Großteil der Semesterferien ist rum. Eine Woche und zwei Wochenenden hab ich noch. Dann geht es wieder los. Auf ein Neues mit Vorlesungen, Übungen, Exkursionen, Projekten, Hausarbeiten und was sonst noch so dazu gehört. Doch bis dahin genieße ich die freie Zeit in vollen Zügen. Ja, frei ist sie wirklich. Teilweise sogar Kindfrei. Denn der kleine Mann geht Vormittags trotzdem zur Tagesmutter. Die Routine ist wichtig und ihm macht es unglaublich Spaß mit den großen Mädchen zu spielen – die großen Jungs der Tagesmutter sind im Kindergarten und neben der eigenen Tochter noch zwei ca. Zweijährige Mädchen da, also Hahn im Korb und heiß begehrt – für mich heißt das frei Vormittage. Die, mal so und mal so verbracht werden. So kann ich auch mal strickend auf dem Sofa hängen bleiben und die Zeit vergessen, ganz in Ruhe einkaufen und Essen vorbereiten oder auch mal Hausarbeit erledigen. Je nach Lust und Laune. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gibt es auch einen gemeinsamen Mittagsschlaf und der Nachmittag wird draußen verbracht. Mal auf dem Spielplatz, mal gehen wir die Enten besuchen, einmal sind wir auf den Bauernhof gefahren oder wir treffen uns mit Freunden. Je nach Wetter und Bedarf. So geht ein Tag um den anderen rum. Ohne große Aufregung oder ähnliches, einfach so ganz gemütlich. Ein bisschen faul bin ich auch. Nur nicht zu viel machen, aber genug, um nicht ganz in kleinkindlichem Wohnchaos zu versinken. Deswegen ist es hier auch etwas ruhiger. Obwohl die ein oder andere Schreiberei im Kopf schon rum geistert und nur darauf wartet geschrieben zu werden. Vielleicht packt mich ja nächste Woche so eine Art “Semester-Vorbereitungs-Aktivismus”. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall werden wir zu erst das Wochenende genießen. Mit Sonne, Wärme und viel Frühling wie es aussieht. Auf jeden Fall mit lieben Besuch und das gleich doppelt. Ich freu mich.

Schöne Tage

Heute und gestern waren besonders schöne Tage. Insgesamt passierte nicht viel aufregendes. Es waren Tage wie ich sie mir wünsche. Mir “Familie – Sein” vorgestellt habe.

Der Sonntag startete wie jeder Tag gegen sieben. Doch irgendwie schien das gestern niemanden zu stören. Es folgte ein gemütliches Sonntagsfrühstück mit Ei, frisch gepresstem Orangensaft und leckeren Brötchen (nicht frisch, dafür waren wir dann doch zu faul). Während des Frühstücks wurden die Vögel im Vogelhaus und drum rum bewundert. Ein großer Spaß, besonders mit dem kleinen Mann. Er macht dann so herrlich “oh” bzw. eher “oa” und “da”. Dann wurde geduscht und gespielt. Bis der kleine Mann meine Hände nahm, zur Haustür lief und versuchte sie auf zu machen. Ganz klarer Fall von “Ich will jetzt raus!” Was verständlich war bei dem schönen Frühlingswetter. So machten die Männer bisschen Hausputz ums Haus und ich kümmerte mich um die mittägliche Versorgung. In aller Ruhe konnte ich so ein wunderbares Risotto zaubern, dass uns auch heute nochmal den Bauch gut gefüllt hat. Satt und zufrieden wurde mal wieder ein zweistündiger Mittagsschlaf gehalten. Am Nachmittag besuchten wir eine befreundete Familie, die einen gleichaltrigen Sohn hat. Gemeinsam gingen wir die Sonne genießen und aßen in großer Runde Abendbrot. Während die Jungs spielten, konnten wir “Großen” quatschen. Ein toller Nachmittag, ach ein rund um perfekter Sonntag.

So perfekt sollte es heute auch noch weiter gehen. Am Vormittag stöberte ich ein bisschen in meinem Gartenbuch. Machte im Kopf den Gartenplan für dieses Jahr zurecht. Dieses Jahr sollen Tomaten, Kartoffeln, Zucchini und Buschbohnen auf unserm kleinen Gemüsebeet wachsen. Auf der Terrasse wird es wieder Salat in der Kiste geben. Das ist er schon der Plan. Mehr wird es nicht. Aber dafür hoffentlich mit reicher Ernte. Wahrscheinlich werde ich die ein oder andere Reihe Radieschen als Erstes mit säen.
Nach einer Weile fing dann der kleine Mann an ungeduldig zu werden. Und so brachen wir auf, um ein paar in der Stadt zu erledigen. Leider waren wir erfolglos. Denn um einen Pass abzuholen, muss man den Alten mit nehmen. Wer lesen kann ist auch hier klar im Vorteil. Steht in der Abholbenachrichtigung alles drin. Wenigstens war der Sohnemann zufrieden, lief an den Händen seine Länger werdenden Strecken und freute sich über den kurzen Spielplatzstop. Nach einem kurzen Mittagsschlaf seitens des kleinen Mannes, kribbelte es mir in den Fingern. So ging es erstmal in den Baumarkt, besser in dessen Gartenabteilung. Nach einer diesmal sehr erfolgreichen Tour, ging es im Garten ans Werk. Verblühtes abschneiden, etwas Hornspäne als Dünger einarbeiten und auch ein bisschen umgraben. Ich genoss diesen Einsatz in vollen Zügen. Auch der kleine Mann liebt das draußen Sein. Besonders bei so schönem Wetter, wenn auch noch Nachbarskinder in den Gärten rumspringen. Dann kann man gar nicht alles auf einmal entdecken. So konnte er großen Jungs beim Fußball zugucken, Grass und Krokusse raus zupfen, in der Erde wühlen, Vögel beobachten, Flugzeuge bestaunen und als großes Highlight kam uns die Nachbarskatze besuchen. Da musste er natürlich so schnell wie möglich hinterher. War der Katze irgendwie nicht so geheuer, aber der kleine Mann hatte riesen Spaß. Zur Krönung des Tages durfte er heute Baden und ist dann ganz schnell selig eingeschlafen. Ich lasse den Tag nun auf dem Sofa mit Lesestoff ausklingen, nachdem ich mich gestern über meine eigene Bequemlichkeit aufgeregt habe, abends immer denn Fernseher an zu machen.

So soll es sein. Glücklich, bis in jede Faser des Körpers. Ich hoffe solche Tage kommen ganz ganz oft.

Deutschland möchte keine Kinder

So scheint es mir. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Babyboom ohne Hebammen geben wird. Ich möchte nicht ohne meine Hebamme gebären. Ich möchte auch nicht im Krankenhaus gebären, wenn es nicht aus irgendwelchen Problemen notwendig ist. Genauso wenig möchte ich auf die individuelle Vorbereitung und eigentlich viel wichtiger die Wochenbettbetreuung verzichten. Doch ab nächstes Jahr wird das scheinbar der Fall sein. Wieso?

Erst wurden die Haftpflichversicherungsbeiträge erhöht und werden ab Juli 2014 erneut um 20% steigen. Das führte bereits zu Protesten auf Seiten der Hebammen und es gab einige Hebammen, die ihren Beruf aufgegeben haben/werden. Hauptsächlich sind Hebammen betroffen, die Hausgeburten durch führen. Für sie wird es einfach zu teuer. Nun hat vor einigen Tagen die letzte Versicherung – die Hebammen versichert – angekündigt es ab 2015 nicht mehr zu tun. Das bedeutet, dass es keine Hebammen mehr geben wird. Denn in Deutschland ist es gesetzlich verankert, dass Hebammen nur mit einer Haftpflichtversicherung arbeiten dürfen. Keine Hebammen mehr heißt auch, keine Hausgeburten, keine Geburtshäuser, keine Vorbereitung und Vorsorgeuntersuchungen durch Hebammen, keine Wochenbettbetreuung, denn da arbeiten sie Freiberuflich. Im Krankenhaus sind Hebammen angestellt und auch über das Krankenhaus haftpflichtversichert. Aber auch da gibt es ein Problem. Im Schadensfall sind sie nicht genug abgesichert und ihr Privatvermögen wird herangezogen. Oder die Haftpflichtversicherung, die sie extra abgeschlossen haben. Es ist also die Frage, wie viele Hebammen ihren Beruf so sehr lieben, dass sie das Risiko in Kauf nehmen mit ihrem Privatvermögen zu haften.

Ein Problem, wo es scheinbar keine Lösung gibt. Außer die Politik wird tätig. Doch die halten sich zurück. Seit der Ankündigung gab es zwar ein Gipfeltreffen von Hebammen und Gesundheitsminister Gröhe. Aber keine Aktion, die den Zustand in Zukunft ändert.

Wo es Reaktionen gibt ist von den Hebammen. Denn sie möchten ihre Berufe weiter ausüben. Es gibt eine Petition, eine Facebook-Aktion und ab morgen auch Demonstrationen. Infos und die Petition findet ihr hier. Auch in einigen Medien wurde bereits berichtet unter anderem auf Spiegel Online. Mehr Infos gibt es auch auf dem Hebammenblog und natürlich bei Hebammenunterstützung.de.

Ich hoffe, dass wir gemeinsam etwas bewegen können. Das wir mit vielen Stimmen und Aktionen der Regierung zeigen können, dass wir unser Recht auf eine freie Wahl des Geburtsortes weiter haben wollen. Das es uns nicht egal ist, wenn ein so wichtiger Berufsstand verschwindet. Darum unterstützt, unterschreibt und teilt.

Heute, fast ein Tag wie jeder andere

Seit gestern habe ich nun Semesterferien. Der große Mann musste heute das erste Mal wieder arbeiten. So ist hier wieder alles wie sonst. Nach dem üblichen Müsli-Frühstück erledigte ich gemeinsam mit dem kleinen Mann so einige anfallende Hausarbeiten. Wie an den meisten Donnerstagen wollte ich mal wieder zum KuK – Kaffee und Kind – gehen. Dort gehe ich sehr gerne hin, denn ich treffe dort auch ganz andere Menschen als sonst. Unter anderem auch Flüchtlingsfrauen. Die Gespräche sind immer sehr interessant. In den letzten Wochen war ich wegen der Prüfungen nicht. So freute ich mich schon drauf.
Doch es sollte dann doch anders kommen. Statt Kaffee gab es Krankenhaus. Zum ersten mal Notfallaufnahme. Der kleine Mann wollte mit seinen nun 14 Monaten eben auch mal ein Krankenhaus von innen sehen. Schlimm war es nicht. Nur eine kleine Platzwunde. Nicht mal ein Zentimeter groß. Doch da ich keine Chance hatte die Wunde alleine ordentlich zu versorgen – der kleine Mann drehte und wendete seinen Kopf und schob meine Hände energisch weg – entschloss ich mich zu den Profis zu gehen. Von uns ist das Krankenhaus auch nicht weit. Nur einmal den kleinen Berg hinterm Haus hoch und schon ist man da.
Wie es dazu kam? Der kleine Mann liebt es in sämtliche Kisten hinein zu klettern bzw. hinein gesetzt zu werden. Da ich mich durch so einige Wäscheberge kämpfte, waren die Wäschekörbe auch nicht weit. Und so saß er in einem Wäschekorb, während ich die Wäsche sortierte. Doch irgendwann wird auch diese Lieblingsbeschäftigung langweilig. Und so wird dann versucht raus zu klettern. Das klappt allerdings noch nicht so gut. Denn nach dem Aufstehen kippt meistens die Kiste um. Damit auch der kleine Mann. Dumm ist, wenn ich dann nicht schnell genug zur Stelle bin. So wie heute. Und so ist unser kleiner Sonnenschein so richtig hin gekracht. Nach einem kleinen Schock war für ihn relativ schnell alles wieder okay. Er lachte, krabbelte und war so wie sonst. Also nichts schlimmes. Nur ein “Kratzer”, wie der Arzt meinte. Ich war mir auch nicht sicher, ob es überhaupt notwendig ist. Aber eine ordentlich Versorgung war mir wichtig und das konnte ich alleine nicht leisten.
Donnerstag Morgen in die Notaufnahme zugehen ist interessant. Es sitzen nur ältere Menschen da. Wir kamen auch ziemlich schnell dran. Die Schwester hat dann die Wunde versorgt, während ich den Kopf ruhig hielt. Der kleine Mann hat alles ganz toll mit gemacht und hat nun ein großes weißes Pflaster auf dem Kopf. Denn auch das Kleinste war noch zu groß für den kleinen Dickschädel.
Auf dem Weg nach Hause ist er dann zu seinem Mittagsschlaf eingeschlafen. Erstmal von dem ganzen Schreck erholen. Am Nachmittag haben wir dann das schöne Wetter genossen und alles war wieder wie sonst.
Irgendwann habe ich mich dann heute gefragt, wie oft wir noch da hoch gehen werden. Ob wir dann irgendwann Stammkunden sind oder wie nennt man das dann? Ich hoffe nicht.

Wenn alle Last von einem fällt

Dieser Post entstand gestern im Flugzeug. Ich komme nun auch dazu ihn zu posten.

Geschafft! Ich sitze entspannt im Flieger. Der kleine Mann schläft auf meinem Arm. Nichts wird mehr von mir erwartet. Keine Lernerei. Keine Termine, die es einzuhalten gilt. Nur noch Sein und ein paar Tage Ferne geniessen.

Die Prüfung heute, die Letzte für dieses Semester, lief gut. Ich bin nicht ganz zufrieden, aber für den geringen Zeitaufwand, denn ich für die Vorbereitung hatte, schon sehr gut. Jetzt kann ich es auf jeden Fall abhacken und auf die anderen Ergebnisse warten.

Direkt nach der Prüfung ging es fast los. Noch schnell die letzten Sachen gepackt, denn kleinen Mann von der Tagesmutter abgeholt und auf zum Flughafen. Aufgeregt war ich schon. Klar. Der erste Flug mit dem kleinen Mann. So ganz hundertprozent sicher bin ich mir ja auch nicht, ob es wirklich so gut ist schon zufliegen. Aber im Moment sind diese paar Tage für uns einfach wichtiger und so sind wir auf dem Weg nach Barcelona. Ich bin neugierig auf die Stadt. Neugierig, auf die Menschen. Neugierig, wie es mit dem kleinen Mann so klappt. Und ich freue mich riesig auf ein paar Tage Sonne und Frühling. Der Wetterbericht lässt Gutes hoffen.