Glückliche Sonntagsmomente

*Es hupt und zischt und pfeift. Schwarz steigt der Ruß und Dampf auf. Langsam rollt sie auf uns zu. Voller Staunen ist der kleine Mann. Sicher auf Papas Arm. Neugierig und überwältigt, ängstlich und doch voller Freude. Seine eigene Emma musste natürlich mit. Die kleine Lok soll die große Emma kennen lernen. Er fragt nach Jim. Lukas haben wir schnell entdeckt. Ein Glück, auch Jim ist in der Lok. Dann geht es los. Gebannt schaut er aus dem Fenster. Sieht den Rauch und Dampf. Nochmal fahren. Immer nochmal.  

     

*Gestern waren wir schon einmal da. Haben Kirschen gepflückt gemeinsam mit zwei anderen Familien. Heute ist alles ruhig. Wir wissen, dass wir hier sein dürfen. Der kleine Mann erkennt die Rutsche. Wir machen eine Mittagspause. Essen Kirschen, Wurst und Brötchen. Genießen die besondere Aussicht auf die Alb. Unten durchs Tal dampft die Lok. Aufregung und Traurigkeit. Doch wir fahren nochmal. Können wir beruhigen. Emma hat uns nicht vergessen. Noch ein Stückchen laufen bis zur nächsten Station.  

   *Auch zurück ist es aufregend. Im Bahnhof wir hin und her rangiert. Wir finden Platz im Wagon direkt hinter der Lok. Müde sind wir nun. Laut ist es auch. Zischen und Pfeiffen. Dann rollt es und wird leiser. Bergab nach Hause. An der nächsten Station eine Überraschung. Nachbarn steigen zu. Die Tochter ist ein gern gesehener Gast und Spielkamerad für den kleinen Mann. Im Bahnhof mag der kleine Mann sich von der Lok kaum trennen. Wir warten bis sie rangiert hat. Dann dürfen die Männer noch zu Lukas und Jim in die Lok. Selbst der Ofen wird kurz auf gemacht. Dann dauert es nicht mehr lange. Noch einmal nach legen und schon geht’s los. Das Septembermädchen ist inzwischen eingeschlafen.  

 *Zu Hause gibt es Eierkuchen. Der kleine Mann hilft mit. Teig rühren und beobachten wie alles geht. Irgendwann lässt er mich allein weiter backen. Will lieber raus in den Garten. Dort passieren die nächsten spannenden Sachen. Der Lieblingsnachbar bringt eine Überraschung. Doch bevor dort weiter gebastelt wird, gibt es Eierkuchen mit Marmelade.  

 *Gestern wurden Kirschen geerntet. Nun heißt es verarbeiten. Mit dem Dampfentsafter mache ich das erste Mal Saft. Bald duftet es nach Kirschen in der Wohnung. Vier Liter sind es jetzt. Dunkelrot und süß.  

 

*Während dessen wird im Garten ein Spielhaus gebastelt. Ein großer Karton auf einer Palette. Mit einer Plane wetterfest gemacht. Tür und Fenster hinein geschnitten. Selig. Die Kinder. Schon lange habe ich mir vorgenommen eins zu bauen. Aus alten Paletten war der Plan. Nun wird der Karton erst einmal kaputt gespielt.  

 

Schöne Tage

Heute und gestern waren besonders schöne Tage. Insgesamt passierte nicht viel aufregendes. Es waren Tage wie ich sie mir wünsche. Mir „Familie – Sein“ vorgestellt habe.

Der Sonntag startete wie jeder Tag gegen sieben. Doch irgendwie schien das gestern niemanden zu stören. Es folgte ein gemütliches Sonntagsfrühstück mit Ei, frisch gepresstem Orangensaft und leckeren Brötchen (nicht frisch, dafür waren wir dann doch zu faul). Während des Frühstücks wurden die Vögel im Vogelhaus und drum rum bewundert. Ein großer Spaß, besonders mit dem kleinen Mann. Er macht dann so herrlich „oh“ bzw. eher „oa“ und „da“. Dann wurde geduscht und gespielt. Bis der kleine Mann meine Hände nahm, zur Haustür lief und versuchte sie auf zu machen. Ganz klarer Fall von „Ich will jetzt raus!“ Was verständlich war bei dem schönen Frühlingswetter. So machten die Männer bisschen Hausputz ums Haus und ich kümmerte mich um die mittägliche Versorgung. In aller Ruhe konnte ich so ein wunderbares Risotto zaubern, dass uns auch heute nochmal den Bauch gut gefüllt hat. Satt und zufrieden wurde mal wieder ein zweistündiger Mittagsschlaf gehalten. Am Nachmittag besuchten wir eine befreundete Familie, die einen gleichaltrigen Sohn hat. Gemeinsam gingen wir die Sonne genießen und aßen in großer Runde Abendbrot. Während die Jungs spielten, konnten wir „Großen“ quatschen. Ein toller Nachmittag, ach ein rund um perfekter Sonntag.

So perfekt sollte es heute auch noch weiter gehen. Am Vormittag stöberte ich ein bisschen in meinem Gartenbuch. Machte im Kopf den Gartenplan für dieses Jahr zurecht. Dieses Jahr sollen Tomaten, Kartoffeln, Zucchini und Buschbohnen auf unserm kleinen Gemüsebeet wachsen. Auf der Terrasse wird es wieder Salat in der Kiste geben. Das ist er schon der Plan. Mehr wird es nicht. Aber dafür hoffentlich mit reicher Ernte. Wahrscheinlich werde ich die ein oder andere Reihe Radieschen als Erstes mit säen.
Nach einer Weile fing dann der kleine Mann an ungeduldig zu werden. Und so brachen wir auf, um ein paar in der Stadt zu erledigen. Leider waren wir erfolglos. Denn um einen Pass abzuholen, muss man den Alten mit nehmen. Wer lesen kann ist auch hier klar im Vorteil. Steht in der Abholbenachrichtigung alles drin. Wenigstens war der Sohnemann zufrieden, lief an den Händen seine Länger werdenden Strecken und freute sich über den kurzen Spielplatzstop. Nach einem kurzen Mittagsschlaf seitens des kleinen Mannes, kribbelte es mir in den Fingern. So ging es erstmal in den Baumarkt, besser in dessen Gartenabteilung. Nach einer diesmal sehr erfolgreichen Tour, ging es im Garten ans Werk. Verblühtes abschneiden, etwas Hornspäne als Dünger einarbeiten und auch ein bisschen umgraben. Ich genoss diesen Einsatz in vollen Zügen. Auch der kleine Mann liebt das draußen Sein. Besonders bei so schönem Wetter, wenn auch noch Nachbarskinder in den Gärten rumspringen. Dann kann man gar nicht alles auf einmal entdecken. So konnte er großen Jungs beim Fußball zugucken, Grass und Krokusse raus zupfen, in der Erde wühlen, Vögel beobachten, Flugzeuge bestaunen und als großes Highlight kam uns die Nachbarskatze besuchen. Da musste er natürlich so schnell wie möglich hinterher. War der Katze irgendwie nicht so geheuer, aber der kleine Mann hatte riesen Spaß. Zur Krönung des Tages durfte er heute Baden und ist dann ganz schnell selig eingeschlafen. Ich lasse den Tag nun auf dem Sofa mit Lesestoff ausklingen, nachdem ich mich gestern über meine eigene Bequemlichkeit aufgeregt habe, abends immer denn Fernseher an zu machen.

So soll es sein. Glücklich, bis in jede Faser des Körpers. Ich hoffe solche Tage kommen ganz ganz oft.