Das oder auch “Ich hab nur Foto demacht!” hörte ich letzte Woche regelmäßig. Oft fand ich den kleinen Mann mit meinem Handy seelenruhig sitzend in irgendeinem Zimmer. Fotos machen. Hier unsere Woche aus Kindersicht.
Montag
Donnerstag
Das oder auch “Ich hab nur Foto demacht!” hörte ich letzte Woche regelmäßig. Oft fand ich den kleinen Mann mit meinem Handy seelenruhig sitzend in irgendeinem Zimmer. Fotos machen. Hier unsere Woche aus Kindersicht.
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Wir hören “meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad” von Culcha Candela. Nach der Strophe mit dem Piercing im Bauchnabel der kleine Mann so: “Ich möchte auch mal ein Piercing im Bauchnabel haben.”
Der kleine Mann findet Schokolade auf dem Arbeitszimmer-Sofa. “Die Schokolade ist alt, Mama. Die kannst du nicht mehr essen, Mama, die alte Schokolade. Nuuur ich kann die alte Schokolade essen.”
Der Papa bringt den kleinen Mann ins Bett. Dieser hat mal wieder aus seiner Decke eine Mauer gebaut. Papa (will die Decke nehmen und den kleinen Mann zu decken): “Du brauchst jetzt eine Decke zum Zudecken.” “Das ist eine Mauer.” “Du brauchst eine Decke.” “Das ist eine Mauer.” “Ja, aber jetzt brauchst du eine Decke.” “Ich hab doch eine Mauer gebaut, Papa.” ….. Nach einer ganzen Weile gibt Papa auf und deckt ihn mit einem Kopfkissen zu. “Das ist doch keine Decke.”, sagt der kleine Mann und deckt sich mit der Decke zu.
Der kleine Mann sitzt auf den Schultern vom Papa. “Ist es so gut?”, fragt der Papa. “Nein! Papa mein Popo hängt runter!”
An einem der ersten Regentage nach dem Sommer suchte ich nach Nachmittagsbeschäftigung. So zum austoben, Energie raus lassen und am Ende k.O. und glücklich sein. Gefunden habe ich Mutter-Kind-Turnen. Ja, da kann der ein oder andere jetzt den Kopf schütteln, sich an den selbigen greifen und denken “Ist nicht dein Ernst, Mädel!” Aber, ich bin begeistert und, viel wichtiger, die Kinder auch. Um ehrlich zu sein schwelge ich noch ein bisschen im Stolz auf meine zwei kleinen Wirbelwinde. Besonders auf den kleinen Mann bin ich stolz. Nach anfänglicher Zurückhaltung mischte er ordentlich mit, flitzte von hier nach da, zeigte keine Scheu gegenüber völlig fremden Kindern und forderte noch einmal Hilfe bei der Gruppenleiterin ein, als ich mit dem Septembermädchen beschäftigt war. Ja, ich bin stolz auf ihn. Zu selten erlebe ich ihn in ihm gänzlich neuen Situationen mit anderen Kindern. Vor allem mit ihm fremden Kindern. Wobei er schon ein paar kannte. Die Tagesmutter war mit ihren drei Wildfängen dabei und eine weitere Freundin mit ihrem Sohn und der Babytochter. Insgesamt waren es acht Mütter und dreizehn Kinder.
Als wir in die Halle kamen strahlte der kleine Mann und flitzte sofort los. Begonnen wurde gemeinsam im Kreis mit einem Lied und einem Fingerspiel. Danach sollte zu Musik gerannt, gehüpft, gekrochen und geschlichen werden. In diesen ersten zehn Minuten war der kleine Mann irritiert und unsicher. Wusste nicht so recht, was das soll. Doch als dann das freie Spielen und Toben begann, war er sofort dabei und nicht mehr zu bremsen. Über drei Geräteturnkästen lag eine lange Turnmatte. Über die konnte hoch geklettert und runter gerutscht werden. Der Barren war aufgebaut und die Kinder konnten versuchen von einer Seite zur anderen zu gelangen. Es gab Schaukeln, die Sprossenwand und viel Platz zum Rennen. Außerdem gab es noch “Bauklötzer” aus Schaumstoff. Mit diesen konnte man sich einbauen oder andere Sachen machen.
Die Tage fließen so dahin. Ein breiter Strom. Ruhig ist er, ab und an ein paar Stromschnellen, Verwirbelungen. Doch meist ist schnell alles wieder ruhig. Die letzte Woche verbrachten wir mit diesem und jenem. Die Kinder waren drei Vormittage bei der Tagesmutter. Ich nutze die freie Zeit für kleinere Termine, Haushalt und wertvolle Momente nur für mich. Nachmittags sind wir verabredet mit Freunden. Zwei Mal trafen wir uns auch mit der Tagesmutter. Die Kinder vermissen sich seit die Tochter in den Kindergarten geht. Oder wir spazieren. Genießen die Laubfärbung und bringen Schätze mit nach Hause. Nüsse, Kastanien, Blätter und der ein oder andere Apfel findet sich dann in der Jackentasche wieder. Zur Zeit reines Sein. Es tut gut. Denn wer weiß wann die nächste große Stromschnelle kommt und erstmal alles durcheinander wirbelt.
Schon eine Weile ist der Herbst da. Mit kühlen Morgen, Nebelschwaden und dem Geruch nach reifen Äpfeln. Die Mützen werden früh beim raus gehen nicht mehr vergessen. Das Septembermädchen hat nun schon eine Strumpfhose an. Beim Krabbeln auf dem Boden ist es noch mal kälter. Der kleine Mann hat neue Herbstwinter-Schuhe. Auch ich kuschel mich ein, in eine neue Lieblingsjacke aus Schurwolle in den tollsten Herbstfarben. Genieße so eine wunderschöne Jahreszeit.
Seit heute ist auch ein kleines Stück Herbst ins Kinderzimmer gezogen. Nun leuchten die Herbstfarben vom Fenster herein. Die Blättergirlande freut den kleinen Mann sehr. Er hatte sie sich gewünscht. Nun schmücken die Blätter der Zaubernuss sein Zimmer.
Für alle die auch eine basteln wollen. Man braucht schöne bunte Blätter und einen Bindfaden. Die Blätter einfach an den Faden knoten. Dafür sollten die Blätter einen kräftigen Stiehl haben.
Beim Abendbrot rief mich meine Hebamme an und gab mir die Zahlen durch, um die ich sie gebeten hatte. Die Kosten der Betreuung während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett. Pro Kind knapp 2500 €. Diese Summe bezahlt die Krankenkasse bei einer Hausgeburt und der Betreuung vor und nach der Geburt durch die Hebamme. Nicht mit eingerechnet sind die Ultraschalluntersuchungen beim Frauenarzt. Derer waren es wenig. Genau drei beim Septembermädchen. Beim kleinen Mann waren es etwas mehr, da ich am Anfang der Schwangerschaft die Vorsorgeuntersuchungen noch nicht von der Hebamme machen ließ und die Frauenärztin bei jedem Termin ein Ultraschall gemacht hat, der nicht notwendig war. 2500 € für einen guten Start ins Leben.
Dieser gute Start ins Leben wird nicht mehr lange möglich sein. Schon lange sind Hausgeburten Glückssache. Nicht überall gab und gibt es Hebammen die Hausgeburten anbieten. Nun werden es noch weniger werden. Warum? Zum einen ist die Frage der Versicherung immernoch nicht geklärt (mehr lesen). Und es gab einen Schiedsspruch. Dieser legt fest, dass bei einer Terminüberschreitung von mehr als drei Tagen ein Arzt entscheiden muss, ob eine Hausgeburt noch möglich ist. Dies erzählte mir meine Hebamme am Telefon. Sie schaut sich inzwischen nach Stellen um. Wer weiß wie lange sie noch Hausgeburten anbietet, unter diesen Bedingungen. Und ich frage mich was das soll.
Zum einen werden Hebammen genau dafür ausgebildet. Sie sind am Besten in der Lage eine Schwangerschaft zu beurteilen. Egal ob drei Monate vor dem Geburtstermin, drei Wochen oder drei Tage genauso wie nach dem Termin und auch hier gehe ich bis zu drei Wochen nach dem errechneten Termin. Wir haben ein aktuelles Beispiel im Freundeskreis. 19 Tage nach dem Termin kam ein gesundes Baby zu Hause auf die Welt. Alles war bestens, auch Käseschmiere war noch auf dem Rücken. Im Krankenhaus wollten sie direkt einleiten und pipapo, als meine Freundin zur Kontrolluntersuchung war. Diese empfiehlt die Hebamme auch.
Zum anderen ist eine Hausgeburt nicht risikoreicher. Auch hier für ist die Hebamme perfekt ausgebildet. Ich habe mich bei beiden Geburten sehr sicher gefühlt. Der Abstecher ins Krankenhaus, nach der Ersten, um den Riss nähen zu lassen, war für mich die Hölle. Ich kann mir auch nicht vorstellen, bei Wehenbeginn irgendwo anders hin zu gehen, als in mein Bett und es mir da gemütlich zu machen. Aber da sind alle Frauen anders. Meine Freundin schwört auf die Wassergeburt und vorher laufen, laufen, laufen. Andere Knien, stemmen sich in Türrahmen oder was weiß ich nicht alles. Letztendlich wären die Geburten meiner Kinder sicher nicht so schön gewesen, wenn ich im Krankenhaus gewesen wäre.
Und ich will da auch nicht hin. Unter diesen Umständen würde ich kein Kind bekommen wollen. Ja, ich bin froh schon zwei Kinder zu haben. Ein Drittes? Momentan noch im Gespräch, ich bin ehrlich. Drei waren eigentlich unser Familientraum. Wenn ich keine Hausgeburt machen könnte und keine Versorgung durch eine Hebamme habe, werde ich nicht noch ein Kind bekommen. Echt jetzt! Ich lasse mir nicht vorschreiben wie und wo ich mein Kind bekommen werde. Dann lieber gar keins.
Ach da war ja noch was. Deutschland hat ja so eine niedrige Geburtenrate und möchte mehr für Frauen und Familien tun. Für mehr Kinder und so. Na dann mal los. Es gibt noch viel zu tun.
An den meisten Abenden bringe ich die Kinder allein zu Bett. Lange war das für mich mit die anstrengendste Zeit des Tages. Müde Kinder, ganz unterschiedliche Bedürfnisse, zwei Schlafzimmer und besonders eine müde Mama. Keine so gute Kombination für ein entspanntes ins Bett gehen. Lange war es so, dass mindestens ein Kind irgendwann brüllte, ich zwischen den Zimmern hin und her lief, der kleine Mann regelmäßig wieder aufstand, bis irgendwann alle schliefen und ich gänzlich erledigt war.
Im Urlaub gab es dann Geschlechtertrennung beim ins Bett bringen. Eine tolle Sache. Jeder bekam was er brauchte, so lange Kind es brauchte und meist auch ohne Unterbrechungen. Aus dieser Situation heraus, musste ich dann “plötzlich” die Kinder wieder allein ins Bett bringen. Ich bin ehrlich, ich war schon etwas ratlos und beim bloßen Gedanken daran gestresst. Doch es half alles nichts, wir mussten das schaffen und so hieß es: “Alles auf Anfgang.” Und das war gut.
Inzwischen gehen beide Kinder mit Ruhe und wenig Gemecker ins Bett. Beim Waschen muss ich den ein oder anderen Ausreiser mal wieder einfangen, aber meist klappt selbst Zähne putzen gerade ohne Geschrei. Sind beide Kinder in den Schlafanzügen, wird im großen Bett eine Geschichte vorgelesen. Das Septembermädchen darf während dessen den Tag beim Milchnachtisch verarbeiten. Dann geht der kleine Mann schon mal ins Bett. Wir machen es bei ihm gemütlich und er kann sich noch ein paar Bücher anschauen. Das Septembermädchen darf als erste einschlafen. Ist sie im Traumland, kann ich mich entspannt zum kleinen Mann ins Bett kuscheln, noch ein bisschen erzählen und Gutenachtlied singen. Recht schnell ist er meistens auch eingeschlafen und ich habe so schon oft vor um acht “Feierabend”.
In diesem Sinne: “Gute Nacht!”
Es ist kein Geheimnis: wir klettern gerne. Aber mit Sicherung. Das sieht das Septembermädchen ganz anders. Also erst mal den Stuhl an die richtige Stelle schieben und dann hoch. Da oben gibt’s viel spannendere Sachen als unten. Klappt ganz prächtig. Nur ich bekomme mal kurz einen mittleren Herzstillstand, als ich wieder in die Küche komme.
Das war dann heute auch nicht das letzte Mal. Macht ja Spaß. Als ich kurz den kleinen Mann tröste, weil er vor lauter Hampelei hin gefallen war, klettert das Septembermädchen wieder. Diesmal in ihren Stuhl. Ich dacht ich seh nicht richtig. Sitzt sie plötzlich in ihrem Stuhl. Und ich frag mich wie sie da hin gekommen war. Na ganz einfach: auf den Tripptrapp des Bruders, über Tisch oder Lehne in ihren Stuhl. Ganz einfach und auch nicht gefährlich. Also stellt man sich noch kurz in den Stuhl. Muss ja kurz mal präsentiert was man alles kann. Und ich frage mich ob es ein Sicherungssystem für dieses Kind gibt.