Welchen hätten Sie den gerne?

Wenn frau schwanger ist gibt es ein paar Standardfragen, die meist in den ersten paar Minuten eines Gesprächs gestellt werden. Neben “Wisst Ihr schon was es wird?” ist “Und habt Ihr schon einen Namen?”, eine die immer kommt. Ja, die Frage nach dem Namen ist dabei sehr viel schwerer zu beantworten, als nach dem Geschlecht. Man macht es sich als werdende Eltern auch nicht leicht. Denn wie die Zeitung Eltern treffend tituliert: “So heißt das Kind ein Leben lang”. Und genau deshalb ist es recht schwer den passenden Namen zu finden. Hilfestellungen werden mal mehr mal weniger gern angenommen. Da ich im Nachhinein auch schon oft gefragt wurde, warum die Kinder so heißen, wie sie heißen bzw. wie ich auf die Namen kam, hier meine Regeln zur Namenssuche. 

Alles fängt mit dem ersten Kind an. Doch viele Menschen haben, noch bevor das erste Kind unterwegs ist, eine Idee, wie ihr Kind heißen soll. So war es auch bei mir. Zur Auswahl standen mehrere Mädchennamen und ein Jungenname. Wir wussten nicht, ob es ein Mädchen oder Junge wird. Doch beim Jungennamen waren der Herzensmann und ich uns zum Glück einig. Zumindest beim Ersten. Denn unsere Kinder haben zwei Vornamen. Keinen Doppelnamen mit Bindestrich und auch keinen festgelegten Rufnamen. Sondern einfach zwei Namen hintereinander. Wieso das?, fragt sich jetzt sicher der ein oder andere. Das hat zwei Gründe. Unser Nachmame Quast ist kurz und knackig. Setzt man da jetzt einen kurzen Vornamen davor klingt das, wie bei Kurt Quast, wie aus der Pistole geschossen. Nicht wirklich gut, um nicht zu sagen doof. Kunhilde Quast klingt da etwas gefälliger. Also einen langen Vornamen nehmen. Das wollte ich aber auch nicht. Denn der wird immer abgekürzt. Und Kuni will nun wirklich keiner heißen. Ich finde das zumindest doof, das bei mir die Hälfte wegrationalisiert wird. Ich kenne einige Erwachsene, die sich dann irgendwann gegen ihren Spitznamen zur Wehr setzen und auf ihren vollen Namen bestehen. So hatte ich also die ersten zwei Regeln. Kurz soll der Name sein und für den kurzen Nachnamen braucht es noch einen zweiten. Insgesamt drei Silben, das klingt mit dem einsilbigen Nachmamen gut. Beim kleinen Mann stand der erste Name also fest. Und so machten wir uns auf die Suche nach dem zweiten. Der lief mir dann während eines Praktikas über den Weg. Ich hörte den Namen das erste Mal, setzte sie zusammen und wusste: Das ist er. Falls es ein Junge wird. Es wurde ein Junge und so heißt er jetzt sein Leben lang. 

Dann war das Septembermädchen unterwegs und alles ging von vorne los. Zumindest fast. Denn ich finde ganz persönlich, die Namen müssen zusammen passen. Zu Kurt passt keine Samanta oder zu Moritz keine Jaqueline. Außerdem galten die Regeln kurz und dafür zwei genauso. Denn es passt genauso wenig, wenn das erste Kind Fridolin und das zweite Amy-Sue heißt. Hinzu kam noch eine dritte “Regel”. Wir haben Freunde, deren Kinder alle Namen haben, die mit dem gleichen Buchstaben anfangen. Das fanden und finden wir beide witzig und so machten wir es auch. Damit war die Auswahl für den ersten Namen deutlich eingegrenzt. Außerdem war ich bei der zweiten Schwangerschaft wesentlich inkonsequenter und wollte wissen, was es wird. Und so fand sich der Name für das Septembermädchen auch schnell. Am Ende entschied der Bauch den zweiten Namen. Das klang einfach gut. Der Herzensmann stimmte zu. Perfekt. 

Ein weitere Aspekt der mir wichtig ist, ist die Bedeutung. Bei beiden Kindern habe ich die Bedeutung der zwei Namen nach geschlagen. Beide Kinder haben Namen, deren Ursprung in der Natur liegt. Das ist Zufall, aber schön. Eine komische Bedeutung wäre auch für den aller schönsten Namen ein k. O. Kriterium. 

Ja, das sind meine ganz persönlichen Regeln für die Namenssuche. Und alle, die hier mitlesen und uns auch im echten Leben kennen, können, falls es irgendwann nochmal Nachwuchs geben sollte, fleißig mit basteln. Die Regeln sind ja jetzt bekannt. 

Die Namen der Kinder möchte ich hier nicht veröffentlichen. Genauso wenig, wie ich ihre Gesichter hier zeige. Ein klein wenig Schutz ihrer Person. 

6 Monate Septembermädchen 

Wow! 6 Monate. Ein halbes Jahr. Die letzten Monate gingen sehr schnell rum. Die letzten verzweifelten Phasen meinerseits a la “das wird ja nie wieder entspannter und sie braucht mich die ganze Zeit und ich will mal wieder freie Abende ohne neben ihr liegen und freie Arme um mal was zu machen” sind vor Weihnachten gewesen. Inzwischen schläft sie mit einer kleinen Mahlzeit sehr schnell um sieben ein. Die Abende gehören in der Regel wieder mir. Sie liegt inzwischen ganz gerne auf der Krabbeldecke oder auf ihrem Fell in der Küche. Dann guckt sie sich alles an, dreht sich ab und zu rum oder spielt mit ihrem Spielzeug, ihren Pullis und Jacken oder schaut sich ihre Hände an. Wenn sie keine Lust mehr hat kann es passieren, dass sie einfach einschläft oder sie fordert ihren Platz auf dem Schoß ein. Insgesamt ist sie eine sehr zufriedene Person. Sie lacht viel und erzählt und quietscht in den höchsten Tönen. Wenn ich oder der kleine Mann sie dann nachmachen freut sie sich und erzählt dann gleich nochmal mehr. Denn kleinen Mann und den Herzensmann himmelt sie an. Beide bekommen das schönste Lächeln überhaupt. Sie freut sich immer, wenn der kleine Mann mit ihr spielen will. Dann legt er sich neben sie hält ihre Hand und erzählt ihr irgendwas. Ab und zu bringt er ihr auch ein Spielzeug vorbei oder zeigt ihr ein Buch “Muck mal Lora”. Sie ist auch “meins Lora Lee”. Da hilft alles nix. Da kann ich noch so oft sagen, dass es unser Septembermädchen ist. “Nee, meins Lora Lee” bekomm ich dann zur Antwort. Große Geschwisterliebe. 

Schon seit einer Weile ist sie sehr neugierig, was wir da am Tisch so machen und was wir immer in unseren Mund rein schieben. So lasse ich sie nun immer mal was kosten. Die letzten Tage war es Kürbis. Die Banane, die ich gegessen habe, wanderte dann plötzlich zum Probieren in ihren Mund. Sie findet das super. Trinken ist auch so eine spannende Sache. Seit dem ich sie mal aus Spaß und Neugierde an meinem Glas trinken ließ, will sie immer trinken, wenn ich ein Glass oder eine Tasse in der Hand halte. Und wehe ich halte die Tasse etwas zu weitweg, so dass sie nicht mehr dran kommt. Dann gibts Ärger. So wird hier ganz gemütlich alles ausprobiert und kennen gelernt. Brei gibt es nicht. Außer es handelt sich um welchen, den ich auch esse. 

Sie ist weiterhin eine kleine zierliche Maus. Die Kleidergröße 68 passt so langsam. 62 reicht noch gut aus. Oft sehe ich Babys die deutlich jünger sind als sie, aber genauso groß. Da sie sich prächtig entwickelt gibt es keinerlei Anlass zur Sorge. Ich bin gespannt wie viel sie wirklich wiegt und wie lang sie ist. Demnächst wird der nächste U-Termin gemacht. Inzwischen warte ich auch schon auf den ersten Zahn. Da lässt sie sich mehr Zeit als der kleine Mann. Das ist in Ordnung. Man merkt auch das er unterwegs sein muss. Mal sehen, wann er sich durch gekämpft hat. 

Ja, 6×4 sind wir schon. Schön das du bei uns bist Septembermädchen. 

Kommunikationsblüten: Februar

“Mama Bauch macht!”
“Was hat der Bauch gemacht?”
“Bauch mrmh macht.”
“Hm, und was sagt der Bauch damit?” “Hunga”

Ich gebe dem kleinen Mann einen Löffel. Auf dem Stiel ist ein Bär drauf.
“Was ist den auf dem Löffel drauf?”
“Nee, leer”

Der kleine Mann rutscht auf Knien durch die Küche.
“Quak quak quak. Bin ich Ente. Quak quak”

In meiner Jackentasche steckte beim heutigen Marktgang noch eine Tüte mit Gummibärchen. Als diese dann alle war gab es dieses kurze Gespräch:
“Momal, Mama?”
“Die sind jetzt alle. Haben wir aufgegessen.”
“Bin ich nich satt!”

Was machen wir heute?

Das war die Frage beim Frühstück. Mein Vati ist gerade zu Besuch. Die Sonne schien. Der kleine Mann darf noch zu Hause bleiben. Er hustet noch sehr. Ansonsten gehts ihm aber schon sehr gut. Wir überlegten ob wir einen kleinen Ausflug machen. Der kleine Mann spielte mit dem LEGO Muldenkipper, den die Männer am Wochenende gebaut hatten. Er machte die Motorklappe und eine Lampe ab und lies ihn ein bisschen fahren. An der Tischkante fiel er runter. Die Ladefläche ging ab. Während ich diese wieder dran machte und wir bezüglich unserer Tagesplanung noch nicht wirklich weiter gekommen waren, sagte der kleine Mann: “Das kitzelt!” Und fängt an zu niesen und zu niesen und zu niesen. Ich wundere mich, schaue auf den Tisch und wundere mich noch mehr. Der kleine Mann niest immer noch. Lag da nicht gerade eben noch so ein kleines LEGO Teil? Ja, lag. Jetzt steckte es in der Nase. Ich fand die ganze Situation ziemlich komisch und musste erstmal lachen. Auch jetzt muss ich beim Gedanken daran lachen. Der kleine Mann fand das irgendwann nicht mehr lustig. Nach dem Kitzeln kommt Drücken. Nase kräftig Putzen half auch nicht. Der kleine Mann war inzwischen verzweifelt und weinte. “Mama ausmachen!” Also erklärte ich ihm, dass wir zum Doktor gehen und der das raus macht. Davor muss ich noch das Septembermädchen anziehen. Das war noch im Schlafanzug. Meine Haare trocknete ich nur leicht. Mütze drüber, wird schon passen. Gegen neun verliesen wir das Haus, das Septembermädchen im Kinderwagen, der kleine Mann auf dem Rücken. Kurz überlegen: wohin eigentlich? Krankenhaus und Notaufnahme? Da wäre ich rein intuitiv zu erst hin. Ist ja ein Notfall. Aber in der Nase. So meinte mein Vati “HNO”. Also zum HNO. Ist von uns auch nicht viel weiter weg. Da lob ich mir die Kleinstadt. Alles da, alles nah.

Beim HNO teilten wir uns auf. Ich ging mit dem kleinen Mann rein, mein Vati und das Septembermädchen machten einen Stadtbummel. Der kleine Mann hatte sich inzwischen beruhigt und kuschelte sich an meinen Rücken. Außerdem genoss er seinen Ausguck. Beim HNO begrüßte uns erstmal eine recht unfreundliche Schwester. Nachdem alles aufgenommen war durften wir ins Wartezimmer. Dort erkundete der kleine Mann direkt die Spielecke. Die restlichen Patienten, fast alle Rentner, im Wartezimmer freuten sich an dem netten kleinen Jungen, verstohlen lächelte man ihn ab und zu an. Nachdem die Spielecke ausgiebig untersucht war und er alles ausprobiert hatte, stiefelte er durchs Wartezimmer. Für kurze Aufmerksamkeit sorgte das Regal mit den Zeitungen, dann wollte man raus. Also gingen wir auf Klosuche, denn etwas zu trinken gab es auch vom Wasserspender. Nachdem ich den kleinen Mann immer wieder ins Wartezimmer gelockt hatte und er partout nicht mehr drin bleiben wollte fragten wir mal nach. Die Schwester von vorher war inzwischen etwas freundlicher. Wir durften direkt vor zu den Stühlen vor dem Behandlungszimmer. Immerhin. Und schwups waren wir auch schon dran. Wir haben kurz erklärt, was zu finden sei. Dann wurde mit der Lampe rein geschaut und raus geholt. Alles ganz schnell und einfach. Gefühlte zwei Minuten. Wahrscheinlich waren es fünf. Also die Behandlung. 10:45 rief ich meinen Vati an. Das wir fertig sind. Noch kurz zur Info: von zu Hause bis zum HNO sind es zehn Minuten, maximal 15. Ja, das heißt 1 1/2 Stunden für ein kleines LEGO Teilchen. 

So war der Vormittag auch rum. Muss man ja mal gemacht haben. 

Keine gute Kombi

Kombis gibt es so einige. Wir haben hier gerade eine, auf die ich gerne verzichten könnte.

Seit der Nacht von Donnerstag auf Freitag röchelt der kleine Mann wieder. Er hatte wieder einen Pseudokruppanfall. Nicht so heftig wie im Dezember. Aber trotzdem nicht witzig. Wir wissen inzwischen worum es sich handelt. Können so schnell die richtigen Dinge tun, um es besser für ihn zu machen. Geben ihm durch unsere Ruhe Sicherheit. Auch er ist nicht mehr ganz so ängstlich. Atmet recht ruhig auch mit dem typischen Geräusch ab und zu. Manchmal von einem heftigen bellenden Husten unterbrochen. Tagsüber ist er erstaunlich fit. Wir machen natürlich ruhig, kuscheln viel und lesen Bücher. Trotzdem flitzt er durch die Wohnung und wenn wir raus gehen ist er vom selber Laufen nur schwer ab zuhalten. Auch ist er nicht davon zu überzeugen, dass es gar nicht so schlecht ist zwei Mal am Tag zu schlafen. Dafür ist der Mittagsschlaf einfach doppelt so lang.

So weit so gut. Alles nicht schön aber es geht auch wieder vorbei. Nun ist es diesmal aber so, dass er momentan scheinbar einen Schub macht. Das hat sich schon an den Tagen davor angekündigt. Und manchmal ist es bei so einem Schub so, dass er eine Art Nachtschreck oder so hat. Das heißt er drückt sich wie wild durch die Gegend, weint und schreit dabei. Manchmal lässt er sich anfassen, manchmal nicht. Er ruft dann nach uns, ist selber nicht wirklich da. Wirft sich hin und her und irgendwann lässt er sich dann doch auf den Arm bzw. Schoß nehmen und beruhigt sich langsam bei mir. Meistens sitz ich auf der Matratze die neben seinem Bett liegt und versuche ihn zu schützen, damit er sich nicht weh tut und wieder einzufangen, zu beruhigen. Manchmal reicht es wenn man ihn auf dem Arm hat, manchmal summe ich dabei. Immer gilt: abwarten.

Ja, die Kombi aus Pseudokrupp und diesem Nachtschreck ist nicht ganz ohne. Das kann man sich leicht vorstellen. Ich hoffe jedes Mal, dass ich ihn sehr schnell wieder beruhigen kann. Dass er keinen Hustenanfall bekommt. Dass seine Atmung ruhig bleibt. Und freue mich auf den Tag bzw. die Nacht an dem das wieder vorüber ist.

Statt Mittagsschlaf

Der kleine Mann ist aufgedreht. Sehr aufgedreht. Warum auch immer. Auf jeden Fall kommt er nicht zur Ruhe. Nachdem er mich aus dem Zimmer geschickt hat und vor sich hin plauderte, ruft er inzwischen “Mama! Ausdelafen!” Doch die Mittagspause ist noch nicht vorbei. Finde ich. Also gehe ich wieder zu ihm und kuschel mich mit ihm auf die Matratze. Vielleicht schläft er ja noch ein.

“Lenkad oben.”
“???”
“Mama Lenkad oben”
“Stimmt die Lampe sieht ein bisschen so aus.”

kurze Pause

“Lila, Maties. Mama Maties!”
“Ja die sehen ein bisschen aus wie Smarties. Sind aber keine.”
“Geine Maties.”
“Das sind kleine Bälle, die aus sehen wie Smarties.”
“Leine Bälle, geine Maties”

kurze Pause

“Meins Euamelda”
“Ja”
“Mama auch Euamelda?”
“Ja”
“Auch Euamelda”
(null)Eingeschlafen ist er nicht mehr.

Kommunikationsblüten: Januar

Wir sind draußen unterwegs. Der kleine Mann möchte irgendwas von mir.
Ich: “Warte kurz. Ich muss mir noch Nase putzen.”
Kleine Mann: “Rotznase Mama”

Beim Frühstück. Es gibt Ei.
Papa: “Noch gut pusten!”
Kleine Mann: “Nee, gut essen”

Das Septembermädchen wacht auf
Kleine Mann: “Hallo Mäusi!”

Ich: “Wo wachsen eigentlich lychee?” und meine damit das Land
Kleine Mann: “Baum”

Ich (zum Septembermädchen): “Du bist ganz schön neugierig.”
Kleine Mann: “auch neugieig” und zeigt dabei auf sich.

Dies sind nur wenige der vielen Fetzen. Leider vergesse ich zu viele und hab nicht immer was zum schreiben dabei. Inzwischen kann man sich richtig gut mit ihm unterhalten. Er hört zu und merkt sich auch viel. Er erzählt auch von sich aus sehr viel. Zum Beispiel was so bei der Tagesmutter los war. Da ist dann noch ein bissl Rätsel raten von uns dabei. Nicht immer ist klar wer was gemacht hat. Aber es ist toll, dass er sich schon so gut ausdrückt. Jetzt merkt man erst, wie lang sein Erinnerungsvermögen geht, wenn ihn was beeindruckt hat. Er erzählt zum Teil noch von Ereignissen die im November waren. Das erstaunt mich immer wieder.

Schlaf, Kindlein, Schlaf

Ja, die Sache mit dem Schlaf. Das Thema bei Eltern. Hier, hier und da wurde mal wieder was drüber geschrieben. Familienbett: ja oder nein. Da sind Alle geteilte Meinung. Eltern, Blogger, Wissenschaft. Warum ich mal wieder über Schlafen schreibe? Weil der Knoten geplatzt ist. Ich wieder Abende für mich habe.

Das Fazit vorne weg: Kinder sind anders.

Der kleine Mann schlief gerne und lange bei uns. Mit der Schwangerschaft gewöhnten wir ihn langsam an sein Bett in seinem Zimmer. Das klappte ganz gut. Am Anfang kam er dann in der Nacht irgendwann zu uns. Später hielt ich seine Hand, damit er nachts wieder in seinem Bett einschläft. Langsame Gewöhnung. Jetzt schläft er gut die ganze Nacht in seinem Bett. Meist ohne nächtliche Unterbrechungen. Seit das Septembermädchen bei uns ist kommt jeden Abend die Ansage “Mama Bett!” Denn er möchte auch was das Septembermädchen darf. Bei uns schlafen. Aber einmal dran gewöhnt nicht mehr bei uns zuschlafen bleibt das auch so. Ich kann mich noch gut an die letzten Male erinnern, als er bei uns geschlafen hat. Dann muss er kuscheln und kuscheln und kuscheln. Dabei komme ich nicht zur Ruhe. Nur zum Einschlafen da braucht er uns. Alle bisherigen Versuche des Alleine-Einschlafens führten ins Nichts bzw. zum genauen Gegenteil. Das alles nur noch länger dauerte und wir ständig rein mussten um ihn wieder runter zufahren. Er puscht sich dann schön selber hoch mit diesem und jenem Geplapper und indem er nach uns Ruft. So sitzt einer von uns jeden Abend neben ihm bis er eingeschlafen ist. Ich find das okay.

Mit dem Septembermädchen dachten wir es ähnlich zuhalten. Also Familienbett so lange sie gestillt wird und dann irgendwann ins Kinderzimmer. Denn so ist es am praktischsten. Ich bin einfach faul. Ich mag nicht nachts aufstehen um zu Stillen. Außerdem schlaf ich Nachts einfach weiter. So versuchten wir es. Doch das Einschlafen zog sich bei ihr jedes mal ewig hin. Ich war nur noch Abends mit ihr im Bett. Meistens kurz vom Herzensmann abgewechselt zum Bettfertig machen. Nachts schlief sie sehr unruhig, wollte viel trinken und schlief dann tagsüber ewig. Ich war müde und frustriert. Denn ich wusste, dass sie lange ohne trinken schlafen kann von ihren Vormittagsschläfen, die sich langsam in die Länge zogen bis in den frühen Nachmittag rein. Natürlich hat man Abends und Nachts viel Hunger, wenn man den halben Tag nichts isst. Aber es musste irgendwie anders werden. So folgte dann ein Versuch. Kein Vormittagsschlaf im Kinderwagen sondern im Bett oder auf dem Sofa. Da wacht sie dann eher auf. Und, das vielleicht Verrückteste an dem Versuch, Abends zum Einschlafen geht es in den Kinderwagen besser die Kinderwagenschale, die bei uns im Schlafzimmer steht.
Ergebnis? Das Septembermädchen schläft alleine ein und von ca. 20:00 bis 2:00 durch. Hat dann Hunger und schläft noch bei uns im Bett weiter bis 6:00 oder auch 7:00. Hundert Punkte, also. Sie braucht diese Enge im Kinderwagen, das Eingekuschelt sein. Soll sie haben. Nur zu gern. Denn ich liebe meine “freien” Abende. Und habe meine Lektion gelernt: Jedes Kind ist anders!

Windelfrei: von Bequemlichkeit und zwei Kindern

Schon lange denke ich über einen Post in der Windelfrei-Serie nach. Der Letzte ist schon sehr lange her. Um genau zu sein über ein Jahr. Mal sehen ob ich noch alles zusammen bekomme was so das letzte Jahr passiert ist.

Bei der Tagesmutter lief es mal so mal so. Zu Hause kam mit wärmeren Temperaturen ein Schlüpfer oder gar nichts um den Po. Wir waren die meiste Zeit im Garten und so war es auch nicht schlimm wenn irgendwas passierte. Im Sommer war er dann so weit, dass er immer wenn er gekackert hatte schnell zu mir kam es mir zeigte, also im Garten. Oder er ging aufs Klo. Wobei er viel lieber ins Grüne pullert. Das einzige was irgendwie verloren ging waren deutliche Signale. Mit dem Laufen und Sprechen lernen war man viel zu abgelenkt. Entdeckungen waren wichtiger. Bei mir war er oft die Nachmittage trocken, doch Vormittags bei der Tagesmutter ging nun häufiger was in die Hose. Und da ich irgendwann keine Lust mehr hatte jeden Tag den Wollwikkel (Überhose) zu waschen, zog bei uns die Wegwerfwindel ein. Am Anfang nur bei der Tagesmutter. Dann siegte die Bequemlichkeit. waren wir unterwegs oder es war zu kühl hatte der kleine Mann die normale Windel um.
Ja und dann war September und das Mädchen kam zu uns. Plötzlich war alles so aufregend. Und ich hatte noch mehr zu tun. So war ich oft auch ganz froh wenn ich nicht noch daran denken musste. Wir hatten unsere Standardsituationen die meisten funktionierten ganz gut. Mit Überredungskünsten und guten Büchern. Bis das Nein kam. Und großer Protest. Denn auch der kleine Mann wurde mit zunehmender Zeit mit Wegwerfwindeln bequem. Und so ging immer öfter Auch bei uns wieder was in die Hose. Schritte zurück sind immer nicht so angenehm. So wurden wir wieder konsequenter. Ich hatte auch mal wieder trockene Nachmittage. Doch das er sagt wann er muss, nee alles andere. Und wenn man ihm fragt kommt “Nee leer.” Ja das soll die Windel auch bleiben.
Seit ein paar Tagen ist es hier nun anders. Der kleine Mann hat zu Hause keine Windel mehr an. Warum erst jetzt, fragt man sich. Druck von ganz anderer Stelle. Ein Ausschlag. Wir haben keine Ahnung wo er her kommt. Die Vermutung: die neue Windelpackung die wir zum ähnlichen Zeitpunkt aufgemacht haben. Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht auch zuviel Zucker über die Weihnachtstage oder zu viel Milch. Wir testen einfach alles aus. Weniger Milch, weniger Zucker und vor allem weniger Plaste. Und was soll ich sagen. Zwei Mal hat er ein gepullert. Heute Abend waren es dann nur die ersten Tropfen. Der Rest ging dahin wo er hingehört. So bald wir unterwegs sind sieht es schon wieder anders aus. Dann ist wieder die Windel die Kommunikationsschranke.

Ja und dann ist da noch das Septembermädchen. Die paar Mal, die sie in die Windel gekackert hat kann man an einer Hand abzählen. Inzwischen bleibt auch mal eine Windel trocken. Nachts muss man nicht mehr kackern. Dafür macht sie sich vorm Pullern so deutlich bemerkbar, dass ich sie doch abhalte. Und eine trockene Windel wieder anziehe. Das Verrückte an der ganzen Sache ist, dass ich sie eigentlich nur nach dem Stillen abhalte. Dazwischen nicht. Nur am Nachmittag bevor wir raus gehen und ich ihr eh eine trockene Windel anziehe.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich hoffe, das beim kleinen Mann der Punkt bald kommt, die Windeln ganz weg zulassen. Es ist auch nur eine Frage des Mutes. Und das Septembermädchen? Wird sie fast ganz ohne Wegwerfwindel auskommen (wenn wir weg fahren nehmen wir sie ja auch)? Wird sie dank großem Bruder eher keine Windel mehr brauchen? Werde/n ich/wir konsequenter sein? Und falls sie auch irgendwann zur Kita oder Tagesmutter geht, gehen wir dann wieder Schritte zurück?

Wir werden sehen.

Notiz:
Der kleine Mann ist zwei Jahre und das Septembermädchen ist 4,5 Monate alt.

Lebensrhythmus

Rhythmus bestimmt unser Leben. Jeder hat seinen eigenen ganz individuellen Rhythmus beeinflusst von Jahreszeiten, Monaten, Wochentagen, Tag und Nacht. Es gibt Frühaufsteher und Langschläfer und Nachteulen. Manche essen Frühstück, andere zeitig Mittag, wieder andere brauchen beides. Es gibt ähnliche Rhythmen in den Regionen, Gesellschaften und Ländern.

Sobald ein Baby hinzu kommt ändern sich verschiedene Rhythmen. Zumindest auf den ersten Blick. Man denkt das Baby muss zeitig ins Bett. Kinder stehen immer früh auf. Sie brauchen ganz feste Essenszeiten und so weiter. Ja und Nein. Es dauerte eine Weile bis wir uns eingespielt hatten. Damals vor zwei Jahren als der kleine Mann zu uns kam. Denn mir war noch nicht so bewusst, das Babys bereits ihren Rhythmus haben. Sie kennen schon so viel von uns. Sie waren ja schon neun Monate mit der Mama unterwegs. Sie muss ihren Rhythmus nicht groß verändern. Nur die Tätigkeiten. Windeln wechseln statt Bücher wälzen. Das Baby kommt am Anfang einfach mit. Und der Anfang ist lang. Nicht nur die ersten ein zwei Wochen. Auch nicht der erste Monat. Nein mindestens vier. Wahrscheinlich deutlich länger, je nach Persönlichkeit. Warum ich das weiss?

Das Septembermädchen möchte sehr zuverlässig zwischen sieben und acht abends schlafen. Toll denkt man sich als Mutter. Feierabend. Beide Kinder schlafen. Freizeit.

Denkste.

Irgendwann so nach ner halben bis dreiviertel Stunde wacht das Mädchen wieder auf. Bis sie dann gegen halb zehn oder auch um zehn richtig einschläft. Ich habe fast vier Monate gebraucht um fest zustellen, dass genauso mein Rhythmus war. Vor ihrer Geburt. Ich habe den kleinen Mann ins Bett gebracht, so gegen sieben. Dabei bin auch ich zur Ruhe gekommen. War er dann eingeschlafen, ging es noch mal kurz los. Vielleicht in den Keller Wäsche machen oder Küche aufräumen. Im Sommer noch im Garten Blumen gießen oder was sonst noch so an stand. Bis ich selber zwischen halb und um zehn ins Bett ging. Jetzt ist der Rhythmus immer noch so. Bin ich allein mit den Beiden, bring ich den kleinen Mann ins Bett. Das Septembermädchen schläft während dessen neben mir ein. Bis ich irgendwann aufstehe. Kurz danach wird auch sie wach. Dann gehen wir in unser Schlafzimmer. Nochmal aufs Klo. Ich mach mich oft auch schon Bettfertig und dann wird langsam eingeschlafen. Wenn der Herzensmann da ist verkriechen wir uns gleich ins Schlafzimmer. Sonst bleibt alles gleich. Ich bin gespannt wie lange dieser Rhythmus bleibt. Neun Monate?