Was machen wir heute?

Das war die Frage beim Frühstück. Mein Vati ist gerade zu Besuch. Die Sonne schien. Der kleine Mann darf noch zu Hause bleiben. Er hustet noch sehr. Ansonsten gehts ihm aber schon sehr gut. Wir überlegten ob wir einen kleinen Ausflug machen. Der kleine Mann spielte mit dem LEGO Muldenkipper, den die Männer am Wochenende gebaut hatten. Er machte die Motorklappe und eine Lampe ab und lies ihn ein bisschen fahren. An der Tischkante fiel er runter. Die Ladefläche ging ab. Während ich diese wieder dran machte und wir bezüglich unserer Tagesplanung noch nicht wirklich weiter gekommen waren, sagte der kleine Mann: „Das kitzelt!“ Und fängt an zu niesen und zu niesen und zu niesen. Ich wundere mich, schaue auf den Tisch und wundere mich noch mehr. Der kleine Mann niest immer noch. Lag da nicht gerade eben noch so ein kleines LEGO Teil? Ja, lag. Jetzt steckte es in der Nase. Ich fand die ganze Situation ziemlich komisch und musste erstmal lachen. Auch jetzt muss ich beim Gedanken daran lachen. Der kleine Mann fand das irgendwann nicht mehr lustig. Nach dem Kitzeln kommt Drücken. Nase kräftig Putzen half auch nicht. Der kleine Mann war inzwischen verzweifelt und weinte. „Mama ausmachen!“ Also erklärte ich ihm, dass wir zum Doktor gehen und der das raus macht. Davor muss ich noch das Septembermädchen anziehen. Das war noch im Schlafanzug. Meine Haare trocknete ich nur leicht. Mütze drüber, wird schon passen. Gegen neun verliesen wir das Haus, das Septembermädchen im Kinderwagen, der kleine Mann auf dem Rücken. Kurz überlegen: wohin eigentlich? Krankenhaus und Notaufnahme? Da wäre ich rein intuitiv zu erst hin. Ist ja ein Notfall. Aber in der Nase. So meinte mein Vati „HNO“. Also zum HNO. Ist von uns auch nicht viel weiter weg. Da lob ich mir die Kleinstadt. Alles da, alles nah.

Beim HNO teilten wir uns auf. Ich ging mit dem kleinen Mann rein, mein Vati und das Septembermädchen machten einen Stadtbummel. Der kleine Mann hatte sich inzwischen beruhigt und kuschelte sich an meinen Rücken. Außerdem genoss er seinen Ausguck. Beim HNO begrüßte uns erstmal eine recht unfreundliche Schwester. Nachdem alles aufgenommen war durften wir ins Wartezimmer. Dort erkundete der kleine Mann direkt die Spielecke. Die restlichen Patienten, fast alle Rentner, im Wartezimmer freuten sich an dem netten kleinen Jungen, verstohlen lächelte man ihn ab und zu an. Nachdem die Spielecke ausgiebig untersucht war und er alles ausprobiert hatte, stiefelte er durchs Wartezimmer. Für kurze Aufmerksamkeit sorgte das Regal mit den Zeitungen, dann wollte man raus. Also gingen wir auf Klosuche, denn etwas zu trinken gab es auch vom Wasserspender. Nachdem ich den kleinen Mann immer wieder ins Wartezimmer gelockt hatte und er partout nicht mehr drin bleiben wollte fragten wir mal nach. Die Schwester von vorher war inzwischen etwas freundlicher. Wir durften direkt vor zu den Stühlen vor dem Behandlungszimmer. Immerhin. Und schwups waren wir auch schon dran. Wir haben kurz erklärt, was zu finden sei. Dann wurde mit der Lampe rein geschaut und raus geholt. Alles ganz schnell und einfach. Gefühlte zwei Minuten. Wahrscheinlich waren es fünf. Also die Behandlung. 10:45 rief ich meinen Vati an. Das wir fertig sind. Noch kurz zur Info: von zu Hause bis zum HNO sind es zehn Minuten, maximal 15. Ja, das heißt 1 1/2 Stunden für ein kleines LEGO Teilchen. 

So war der Vormittag auch rum. Muss man ja mal gemacht haben.