Windelfrei: von Bequemlichkeit und zwei Kindern

Schon lange denke ich über einen Post in der Windelfrei-Serie nach. Der Letzte ist schon sehr lange her. Um genau zu sein über ein Jahr. Mal sehen ob ich noch alles zusammen bekomme was so das letzte Jahr passiert ist.

Bei der Tagesmutter lief es mal so mal so. Zu Hause kam mit wärmeren Temperaturen ein Schlüpfer oder gar nichts um den Po. Wir waren die meiste Zeit im Garten und so war es auch nicht schlimm wenn irgendwas passierte. Im Sommer war er dann so weit, dass er immer wenn er gekackert hatte schnell zu mir kam es mir zeigte, also im Garten. Oder er ging aufs Klo. Wobei er viel lieber ins Grüne pullert. Das einzige was irgendwie verloren ging waren deutliche Signale. Mit dem Laufen und Sprechen lernen war man viel zu abgelenkt. Entdeckungen waren wichtiger. Bei mir war er oft die Nachmittage trocken, doch Vormittags bei der Tagesmutter ging nun häufiger was in die Hose. Und da ich irgendwann keine Lust mehr hatte jeden Tag den Wollwikkel (Überhose) zu waschen, zog bei uns die Wegwerfwindel ein. Am Anfang nur bei der Tagesmutter. Dann siegte die Bequemlichkeit. waren wir unterwegs oder es war zu kühl hatte der kleine Mann die normale Windel um.
Ja und dann war September und das Mädchen kam zu uns. Plötzlich war alles so aufregend. Und ich hatte noch mehr zu tun. So war ich oft auch ganz froh wenn ich nicht noch daran denken musste. Wir hatten unsere Standardsituationen die meisten funktionierten ganz gut. Mit Überredungskünsten und guten Büchern. Bis das Nein kam. Und großer Protest. Denn auch der kleine Mann wurde mit zunehmender Zeit mit Wegwerfwindeln bequem. Und so ging immer öfter Auch bei uns wieder was in die Hose. Schritte zurück sind immer nicht so angenehm. So wurden wir wieder konsequenter. Ich hatte auch mal wieder trockene Nachmittage. Doch das er sagt wann er muss, nee alles andere. Und wenn man ihm fragt kommt „Nee leer.“ Ja das soll die Windel auch bleiben.
Seit ein paar Tagen ist es hier nun anders. Der kleine Mann hat zu Hause keine Windel mehr an. Warum erst jetzt, fragt man sich. Druck von ganz anderer Stelle. Ein Ausschlag. Wir haben keine Ahnung wo er her kommt. Die Vermutung: die neue Windelpackung die wir zum ähnlichen Zeitpunkt aufgemacht haben. Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht auch zuviel Zucker über die Weihnachtstage oder zu viel Milch. Wir testen einfach alles aus. Weniger Milch, weniger Zucker und vor allem weniger Plaste. Und was soll ich sagen. Zwei Mal hat er ein gepullert. Heute Abend waren es dann nur die ersten Tropfen. Der Rest ging dahin wo er hingehört. So bald wir unterwegs sind sieht es schon wieder anders aus. Dann ist wieder die Windel die Kommunikationsschranke.

Ja und dann ist da noch das Septembermädchen. Die paar Mal, die sie in die Windel gekackert hat kann man an einer Hand abzählen. Inzwischen bleibt auch mal eine Windel trocken. Nachts muss man nicht mehr kackern. Dafür macht sie sich vorm Pullern so deutlich bemerkbar, dass ich sie doch abhalte. Und eine trockene Windel wieder anziehe. Das Verrückte an der ganzen Sache ist, dass ich sie eigentlich nur nach dem Stillen abhalte. Dazwischen nicht. Nur am Nachmittag bevor wir raus gehen und ich ihr eh eine trockene Windel anziehe.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich hoffe, das beim kleinen Mann der Punkt bald kommt, die Windeln ganz weg zulassen. Es ist auch nur eine Frage des Mutes. Und das Septembermädchen? Wird sie fast ganz ohne Wegwerfwindel auskommen (wenn wir weg fahren nehmen wir sie ja auch)? Wird sie dank großem Bruder eher keine Windel mehr brauchen? Werde/n ich/wir konsequenter sein? Und falls sie auch irgendwann zur Kita oder Tagesmutter geht, gehen wir dann wieder Schritte zurück?

Wir werden sehen.

Notiz:
Der kleine Mann ist zwei Jahre und das Septembermädchen ist 4,5 Monate alt.

6 – Monats – Geburtstag

„Heute ist dein halber Geburtstag.“ Meinte der große Mann beim Frühstück. Ja, ein halbes Jahr, 6 Monate, oder 26 Wochen ist er nun alt. Eher Jung. Und so auch unsere Familie. Die Zeit verging wie im Flug. Gleichzeitig manchmal auch gar nicht. Zog sich in die Länge und wollte kein Ende nehmen. Viel ist passiert. Jeden Tag etwas neues spannendes erlebt, da zu und kennen gelernt. Nicht nur der kleine Mann. Wir alle drei zusammen. Inzwischen sind wir ein ganz gutes Team. Kennen und lieben uns und das ganz besonders. Der kleine Mann ist weiter hin und bleibt sicher auch unser Sonnenschein. Wir kichern jeden Tag ausgiebig gemeinsam. Machen Quatsch, bis wir nicht mehr Lachen können. Haben viel Spaß miteinander. Genießen die Zeit, die Nähe. Kuscheln und schmusen genauso viel. Lassen es uns gut gehen.

Im letzten Monat hat sich beim kleinen Mann wieder viel getan. Einiges hab ich schon berichtet. Die zwei Zähne zum Beispiel. Werden immer größer. Sind fleißig in Gebrauch. Alles muss auf die Beißfestigkeit getestet werden. Nicht alles ist angenehm. Auch die Mobilität hat sich gesteigert. Rollend und robbend wird die Gegend erkundet, Spielzeuge geangelt und entdeckt, was das Zeug hält. Auf dem Rücken liegen ist inzwischen ziemlich langweilig. Sofort wird sich umgedreht und geguckt. Das kann er ziemlich gut. Gucken. Nichts bleibt dem scharfen Blick verborgen. Jede noch so kleine Bewegung wird verfolgt. Alles ganz genau unter die Lupe genommen. Wahrscheinlich analysiert und was weiß ich. Vor allem Kinder findet er spannend. Sind die Nachbarsjungs im Garten kann er seinen Blick nicht mehr davon abwenden. Muss beobachten was sie machen.
Ausgiebig und mit Freude wird inzwischen immer mehr geplaudert. Zu unserer Freude ebenso. Es ist so herrlich, wenn er erzählt. Er verzieht seinen Mund in alle Richtungen. Schneidet Grimassen und alles mit einer Inbrunst. Toll! Besonders morgens nach dem Aufstehen. Dann wird erzählt was in der Nacht so los war. Meistens eine ganze Menge. Ja, so ist das hier. Ich freu mich auf die Nächsten 6 Monate und alles was da so kommt.

5 – Monats – Geburtstag

Schon wieder ist ein Monat rum. Viel hat sich getan. Inzwischen wird hier fleißig gebrabbelt und gequietscht. Ja gequietscht. In den höchsten Lagen. Alles wird ausprobiert. Nicht nur die Stimme wird ausprobiert. Auch die Mobilität schreitet langsam voran. Wenn man will und Lust hat kann man schon vorwärts kommen. Eine Körperlänge schafft man dann schon. Es ist noch mühsam. Die Anstrengung deutlich sichtbar. Aber Stück für Stück kann man robben. Dem Ziel entgegen. Es sieht so süß aus. Wenn er robbt. Der Kopf wird auf die Arme gelegt. Die Beine werden unter den Körper gewurschtelt. Der Po wandert in die Luft. Ordentlich vor gedrückt mit den Knien. Puh, erst mal schauen, wo man gelandet ist. Und wieder von vorn. So entdeckt man inzwischen auch, dass es noch anderen Untergrund als die Decke gibt. Parket ist glatt. Wiese kann man aus reißen. Fliesen sind kalt.

Die verschiedenen Oberflächen werden erfühlt. Spielzeuge angefasst. Mit Folie geraschelt. Papiertücher aus der Box gezogen. Alles fasziniert erkundet. Besonders draußen im Garten. Da kann so viel entdeckt werden. Vögel zwitschern. Blätter bewegen sich im Wind. Die Wolken ziehen am Himmel entlang. Die Nachbarskinder toben. Es riecht unterschiedlich. Grillgeruch. Blütenduft. Feuchte Erde. Frisch geschnittenes Gras. So viel zu entdecken. Überall Neues Spannendes. Inzwischen ist es auch sehr interessant, wenn Mama und Papa essen oder trinken. Jeder Bewegung wird fasziniert hinter her geschaut. Verfolgt, wie der Teller leer, neues zu trinken eingegossen, die Tasse an den Mund gehoben wird.

Auch bei ihm wandert alles in den Mund. Doch bis jetzt nur zum Erkunden. Gegessen wird noch fleißig Milch. Alles andere ist noch nicht interessant. Außer die Banane, die ich in der Hand hatte. Die wurde auch schon mal an genuckelt. Doch so richtig ist das alles noch nicht. Muss auch nicht. Hat ja noch Zeit. Erkunden kann er die verschiedenen Esssachen noch früh genug.

Weiter hin ist der kleine Mann unser Sonnenschein. Er lacht so viel. Ist zufrieden und macht seinem Namen alle Ehre (der hier aber nicht verraten wird). Nachbarn, Freunde und unbekannte Menschen, die wir treffen freuen sich über ihn. Er lacht jeden an. Schaut aufmerksam, wissend.

Auch ich entdecke jeden Tage Neues. Versuche die Welt mit seinen Kinderaugen zusehen. Und freue mich. Freue mich an ihm. An seiner Freude. Kann mit ihm lachen und schäkern. Richtig viel Quatsch machen. Bin jeden Tag aufs neue erstaunt, was für ein Wunder so ein kleiner Mensch ist. Schön das er bei uns ist.

4 – Monats – Geburtstag

Mit vier Monaten ist der kleine Mann schon ganz schön groß. Kein richtiges Baby mehr. Das habe ich festgestellt, als ich das neue Nachbarskind kennengelernt habe. Das ist Anfang März geboren. In diesem vierten Lebensmonat hat sich wieder viel getan. Wir haben die erste große Reise gemacht, die er wunderbar gemeistert hat. Mit allem drum und dran. Lange Autofahren, in anderen Wohnungen schlafen, viele, wirklich viele neue Gesichter sehen. Ständig. Das hat er alles mit einer Seelenruhe mitgemacht und neugierig alles Neue entdeckt. Mit großen Augen genau beobachtet.

Auch seine motorische Entwicklung macht weiter große Fortschritte. Hier hab ich schon von seinem großen Fortschritt geschrieben. Außerdem greift er jetzt gezielt. Spielt inzwischen richtig schön mit diversem Spielzeug. Er führt es auch immer direkt zum Mund. Alles muss genauestens erkundet werden. Er ist immer noch der Strahlemann. Lacht gerne und viel. Ist zufrieden mit sich und seiner Welt. Er bleibt inzwischen auch noch länger wach. Schlafen ist ja langweilig. Es gibt viel zu viel zu sehen und zu lernen. Vor allem wenn wir im Garten sind, gibt es keine Pause.

Ich bin schon gespannt, was der kleine Mann als nächstes entdeckt und kann. Den seit vorgestern hat er wieder einen Schub. Ein fleißiger kleiner Mensch bist du.