5 – Monats – Geburtstag

Schon wieder ist ein Monat rum. Viel hat sich getan. Inzwischen wird hier fleißig gebrabbelt und gequietscht. Ja gequietscht. In den höchsten Lagen. Alles wird ausprobiert. Nicht nur die Stimme wird ausprobiert. Auch die Mobilität schreitet langsam voran. Wenn man will und Lust hat kann man schon vorwärts kommen. Eine Körperlänge schafft man dann schon. Es ist noch mühsam. Die Anstrengung deutlich sichtbar. Aber Stück für Stück kann man robben. Dem Ziel entgegen. Es sieht so süß aus. Wenn er robbt. Der Kopf wird auf die Arme gelegt. Die Beine werden unter den Körper gewurschtelt. Der Po wandert in die Luft. Ordentlich vor gedrückt mit den Knien. Puh, erst mal schauen, wo man gelandet ist. Und wieder von vorn. So entdeckt man inzwischen auch, dass es noch anderen Untergrund als die Decke gibt. Parket ist glatt. Wiese kann man aus reißen. Fliesen sind kalt.

Die verschiedenen Oberflächen werden erfühlt. Spielzeuge angefasst. Mit Folie geraschelt. Papiertücher aus der Box gezogen. Alles fasziniert erkundet. Besonders draußen im Garten. Da kann so viel entdeckt werden. Vögel zwitschern. Blätter bewegen sich im Wind. Die Wolken ziehen am Himmel entlang. Die Nachbarskinder toben. Es riecht unterschiedlich. Grillgeruch. Blütenduft. Feuchte Erde. Frisch geschnittenes Gras. So viel zu entdecken. Überall Neues Spannendes. Inzwischen ist es auch sehr interessant, wenn Mama und Papa essen oder trinken. Jeder Bewegung wird fasziniert hinter her geschaut. Verfolgt, wie der Teller leer, neues zu trinken eingegossen, die Tasse an den Mund gehoben wird.

Auch bei ihm wandert alles in den Mund. Doch bis jetzt nur zum Erkunden. Gegessen wird noch fleißig Milch. Alles andere ist noch nicht interessant. Außer die Banane, die ich in der Hand hatte. Die wurde auch schon mal an genuckelt. Doch so richtig ist das alles noch nicht. Muss auch nicht. Hat ja noch Zeit. Erkunden kann er die verschiedenen Esssachen noch früh genug.

Weiter hin ist der kleine Mann unser Sonnenschein. Er lacht so viel. Ist zufrieden und macht seinem Namen alle Ehre (der hier aber nicht verraten wird). Nachbarn, Freunde und unbekannte Menschen, die wir treffen freuen sich über ihn. Er lacht jeden an. Schaut aufmerksam, wissend.

Auch ich entdecke jeden Tage Neues. Versuche die Welt mit seinen Kinderaugen zusehen. Und freue mich. Freue mich an ihm. An seiner Freude. Kann mit ihm lachen und schäkern. Richtig viel Quatsch machen. Bin jeden Tag aufs neue erstaunt, was für ein Wunder so ein kleiner Mensch ist. Schön das er bei uns ist.

Schneckenwanderung

Überall sind sie mir heute über den Weg gekrochen. Auf der Terrasse. Am Wegrand. Im Gras. Große schöne Weinbergschnecken. Sie sind raus gekommen aus ihren Löchern und Verstecken. Fühlen sich wohl in der kühlen Feuchte, die sich seit gestern Abend hier ausgebreitet hat.

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Diese konnte ich den ganzen Tag beobachten. Geduldig. Langsam. Ganz in Ruhe kroch sie dahin. Über die Terrasse. Zielstrebig zu ihrem Ziel. Dafür bewundere ich sie. Die Ruhe mit der sie alles angehen. Die Langsamkeit. Schritt für Schritt zum Ziel. Ohne Hast und Eile. Auch mal zwischen drin Pause machen. Abwarten bis alles wieder sicher ist. Weiter geht’s.

Ich möchte das auch. Alles langsam, ganz in Ruhe angehen. Schritt für Schritt. Eins nach dem Anderen. Nichts überhasten. Meine Gedanken auf das aktuelle Geschehen richten. Nicht immer zehn Sachen auf einmal im Kopf haben. Zielstrebig meinem Ziel entgegen gehen. Den Weg dahin genießen. Mich über jeden Schritt freuen, der in die richtige Richtung geht.
Ja das würde ich gerne. Doch hier liegen drei angefangene Projekte. Im Kopf schwirren noch mehr rum. Dann ist da noch ein Bachelorarbeitsthema. Sollte auch etwas dran gemacht werden. Und der Alltag mit seinen Aufgaben ist ja auch noch da. So kann ich nicht eins nach dem Anderen machen. Muss immer an mehrere Dinge gleichzeitig denken. Meine Aufmerksamkeit vielen Dingen widmen. Doch ich möchte mir trotzdem an den Schnecken ein Beispiel nehmen. Geduld und Ruhe. In allen Lebenslagen. Da kann ich noch viel lernen. Auch mal Pause machen. Vor allem wenn der kleine Mann schläft. Nicht immer dem Kopf nachgeben. Der sagt, dieses und jenes muss gemacht werden. Hin setzen, die Ruhe genießen und dann gestärkt weiter machen. Manchmal schaffe ich das schon. Doch ich wäre gerne öfter eine kleine Schnecke.

Gesprächsfetzen

Im Kaufhaus.

Ich: “Haben Sie hier ein Kunden-WC?”
Sie: “Ja, natürlich.” schaut sich suchend im Raum um “Wollen Sie stillen?”
Ich: “Nein, er muss mal aufs Klo.”
Sie: “Ach, ich dachte der ist noch so klein.”
Ich: ???

Hä? Ja, er ist vier Monate alt. Und? Der muss trotzdem aufs Klo. Was rein geht muss schließlich auch wieder raus. Zumindest zum Teil. Ich habe es aus Zeitgründen (der kleine Mann musste dringend) und aus persönlichen Gründen unterlassen, die Frau auf zu klären. Ich finde Windelfrei super. Keine Frage. Aber das ständige erklären und teilweise rechtfertigen nervt und ist anstrengend. Also erkläre und erzähle ich es nicht jedem, sondern nehme es als gegeben und selbstverständlich hin. Auch die schrägen Blicke, die ich ernte, wenn ich den kleinen Mann draußen an einem Baum/Busch/etc. abhalte nerven. Ein Kind muss nunmal aus Klo. Öfters als Erwachsene. Außerdem kann es noch nicht so lange anhalten, wenn es muss. Ist schließlich keine Quälerei, wenn man sich erleichtert, oder?

4 – Monats – Geburtstag

Mit vier Monaten ist der kleine Mann schon ganz schön groß. Kein richtiges Baby mehr. Das habe ich festgestellt, als ich das neue Nachbarskind kennengelernt habe. Das ist Anfang März geboren. In diesem vierten Lebensmonat hat sich wieder viel getan. Wir haben die erste große Reise gemacht, die er wunderbar gemeistert hat. Mit allem drum und dran. Lange Autofahren, in anderen Wohnungen schlafen, viele, wirklich viele neue Gesichter sehen. Ständig. Das hat er alles mit einer Seelenruhe mitgemacht und neugierig alles Neue entdeckt. Mit großen Augen genau beobachtet.

Auch seine motorische Entwicklung macht weiter große Fortschritte. Hier hab ich schon von seinem großen Fortschritt geschrieben. Außerdem greift er jetzt gezielt. Spielt inzwischen richtig schön mit diversem Spielzeug. Er führt es auch immer direkt zum Mund. Alles muss genauestens erkundet werden. Er ist immer noch der Strahlemann. Lacht gerne und viel. Ist zufrieden mit sich und seiner Welt. Er bleibt inzwischen auch noch länger wach. Schlafen ist ja langweilig. Es gibt viel zu viel zu sehen und zu lernen. Vor allem wenn wir im Garten sind, gibt es keine Pause.

Ich bin schon gespannt, was der kleine Mann als nächstes entdeckt und kann. Den seit vorgestern hat er wieder einen Schub. Ein fleißiger kleiner Mensch bist du.

Rum und num

Nun war es heute so weit. In den letzten Tagen hat er es immer wieder versucht. Bis heute erfolglos. Der kleine Mann hat sich gedreht. Vom Bauch auf den Rücken. Wieder zurück und noch einmal. Nun geht es los, mit der Mobilität. Bald wird nichts mehr vor ihm sicher sein.
Die vergangene Woche brauchte er sehr viel Nähe. Wollte viel trinken und nuckeln. Ist tagsüber nur beim Stillen eingeschlafen und konnte unter keinen Umständen weggelegt werden. Ich habe richtig gemerkt, wie irgendwas in ihm wieder arbeitete. Aber ich hatte dann doch nicht mit einer so schnellen Wende gerechnet. Irgendwie immer darauf gewartet und doch überrascht, als es heute soweit war. Die Frühlingssonne, das neu erwachende Leben überall, hat ihm den letzten Schubser gegeben.

Windelfrei!

Seit ein paar Tagen ist es nun so weit. Tagsüber ist der kleine Mann Windelfrei! Ich habe mich getraut. Mit dieser Hose fast kein Problem. Nur wenn wir spazieren gehen mache ich ihm zur Sicherheit noch eine Windel um. Noch ist es zu kalt, um ihn draußen ab zuhalten. Doch bald kommt der Frühling und es wird wärmer. Dann kann ich auch die weglassen.

Jetzt geht alles wunderbar schnell. Pannen gab es noch keine. Aus dem einfachen Grund: ich halte ihn ab, wenn ich denke er muss. Überlege nicht lange rum. Scheue die Arbeit nicht mehr ihn aus und ein zu packen. Denn es ist keine! Knöpfe auf. Abhalten. Knöpfe wieder zu. Fertig! Wenn er dann doch nicht Musste, kein Problem. Weiter spielen. Welt entdecken. Kein langes Windel aus, Windel wieder an. Oder doch noch etwas warten? Er könnte ja dann eventuell in den nächsten fünf Minuten. Also noch warten. Nach einer Weile und erneutem “Falsch” abhalten: Anziehen, wieder gemütlich machen. Kurze Zeit danach war a) die Windel nass oder b) er musste und ich bin mit ihm wieder los getigert. So lief es vorher oft ab. Das war mir manchmal auch zuviel und ich lies ihn in die Windel pullern. Vor allem wenn ich irgendwas machen wollte. Einfache und simple Dinge wie Mittagessen vorbereiten und essen.

Der kleine Mann freut sich über die neue Bewegungsfreiheit. Nun wurschtelt er auch auf seiner Spieldecke im Wohnzimmer gemütlich vor sich hin. Das hat er so ausgiebig und mit Freude bis jetzt nur auf dem Wickeltisch gemacht. Fröhliche Quietscher stößt er dabei aus. Plaudert vor sich hin. Erzählt lange Geschichten. Ganz zufrieden mit sich und seiner kleinen Welt, die immer größer wird

der kleine Mann auf dem "Klo"Der kleine Mann auf dem “Klo”

“Geborgene Babys”

Vom Urlaub glücklich wieder zu Hause. Eine Woche unterwegs und der Briefkasten quillt fast über. Unter einem Stapel Zeitungen, Briefen und natürlich Werbung, fand ich ein kleines Päckchen mit einem Buch drin. Als Leseratte bin ich immer wieder für neue Bücher zu haben. Dieses hat mich so begeistert, dass ich es direkt durchforstet habe. Konnte es nicht weglegen. Weil es mich so angesprochen hat, möchte ich es mit euch teilen. Hier eine kurze Vorstellung:

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In “geborgene Babys” schreibt Julia Dibbern über die Bedürfnisse eines Babys und wie sie ihrer Meinung nach am Besten befriedigt werden. Es ist ganz objektiv, überhaupt nicht wissenschaftlich und extrem. Extrem in jeder Hinsicht. Weg von der aktuellen Gesellschaftlichen Meinung, wie Babys groß gezogen werden sollen. Hin zur Natur, wie es gewesen sein könnte.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil ist mit “die Würde des Babys ist unantastbar” überschrieben. Hier geht es um Bonding, Vertrauen in sich und das Kind und um viele Fehlvorstellungen. Wie das Verwöhnen von Babys, das Babys von Natur aus quengelig sind und das so viel Nähe ganz schön viel Arbeit ist. Im zweiten Teil wird es konkret. Die Grundbedürfnisse, von der Schwangerschaft über Geburt bis zum Weinen, Schlafen, Stillen, Ausscheiden. Was Babys eben so machen.

Ganz am Anfang des Buches, im ersten Teil, beschreibt Julia Dibbern, wie sie diesen Weg gefunden hat. Was sie am Anfang dachte und wie es weiter gegangen ist. Sehr ehrlich schreibt sie über die gesellschaftliche ihre Meinung wie es mit Kindern zu sein hat. Mit Windeln, Kinderwagen, Kinderzimmer und Schlafprogramm. Bevor sie selber Mutter wurde. Wie sie durch ihren Sohn langsam Stück für Stück jede dieser Vorstellungen revidierte. Sich auf ihren Instinkt und die “Urmutter” in ihr besinnt und alles anders macht. Mit tragen, im elterlichen Bett schlafen lassen, Stillen so lange wie das Kind will und ohne Windeln.

Sie selber schreibt über ihr Buch: “Geborgene Babys war nie als objektives oder “wissenschaftliches” Buch konzipiert. Es ist keine sachliche Abhandlung und sollte auch nie eine sein. Ich glaube, dass man mit dem Intellekt so ziemlich alles beweisen kann, was man beweisen möchte. Mir ist es daher viel wichtiger, an die Urmutter in uns zu appellieren und wieder darauf hören zu lernen, was das Bauchgefühl als richtig erkennt.” 

“Bei allem was ich schreibe, liegt es mir fern, jemandem auf den Schlips treten oder aus irgendwelchen Gründen ein schlechtes Gewissen machen zu wollen. Dieses Buch soll niemanden diskreditieren, sondern leicht verständlich Ideen und Hintergrundinformationen geben. Ohne jeglichen Absolutheitsanspruch habe ich nur das aufgeschrieben, was ich selbst mir gewünscht hätte, vorher gewusst oder gespürt zu haben, damit es andere vielleicht nicht mehr so schwer haben, die Urmutter in sich unter dem vielen Zivilisationsmüll auszugraben.”

Für mich ist es genau das. Eine Unterstützung auf mein Bauchgefühl zu hören. Das zu tun was ich für richtig halte. Entgegen allen Meinungen von Experten, Nachbarn, Freunden und Fremden.

Wer noch mehr von und über Julia Dibbern erfahren möchte schaut einfach hier auf ihrer Internetseite rein.