3 – Monats – Geburtstag

Nun ist ein viertel Jahr rum. Der kleine Mann drei Monate alt. Die Entwicklung geht rasant von statten. Er wird immer wacher und aktiver. Dreht sich fleißig auf die Seite. Mal sehen wann er es ganz rum schafft. Die letzten Wochen ändert sich ständig irgendetwas. Wachstumsschub: die Woche ist total chaotisch. Dann wieder etwas normalisieren, nachdem der große Mann zwei Tage zu Hause war. Die Mama in der Hochschule. Jetzt sind wir wieder bei einem Wachstumsschub, oder was auch immer, angekommen. Essen, essen, essen ist die Devise. Kackern was das Zeug hält und zwischen durch rumningeln, wegen was auch immer. Doch zwischen durch strahlt er einen an. Dann ist auch alles vergessen. Fast.

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Wie groß und schwer er ist kann ich nicht wirklich sagen. Am 11. April ist U4, dann gibt es ein Update. Die Größe 68 passt sehr gut. Manche Jacken sind schon wieder zu klein. Er ist auf jeden Fall lang und schmal. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Geräusche macht er auch schon fleißig immer weiter. Jeden Tag entdeckt er Neue. Pups Geräusche sind grad seine Lieblingsäußerungen. In allen Varianten und am Besten mit viel Spucke dabei.
Geschlafen wird immer noch gut. In den letzten Tagen wurde die Nachtmahlzeit wieder entdeckt. Pünktlich um drei will mann noch mal was in den Bauch bekommen. Schläft aber zufrieden weiter. Tagsüber wird im Moment nur immer wieder kurz geschlafen. Wo ist dabei ziemlich egal. Mit Vorliebe für den Wickeltisch.

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Mit drei Monaten ist mann auch groß genug, um bald die erste große Reise zu unternehmen. Eine Woche Urlaub bei der Ur-Großmutti und den Großeltern. Ich freu mich schon drauf. Am Sonntag geht’s los. Bin schon gespannt, was der kleine Mann zu so einer langen Autofahrt sagt, wie er es findet wo anders zu schlafen.

Rollentausch

So geht’s also auch! Zwei Tage Rollentausch. Ich geh früh aus dem Haus. Der große Mann bleibt daheim. Kümmert sich um den kleinen Mann. Sieht wie so ein Tag mit Kind ist.
Ich hatte zwei Tage Seminar. Das hieß von 9:45 bzw. 8:00 bis 19:00 Uhr in der Hochschule sein und lernen. Im Vorfeld habe ich mir schon meine Gedanken gemacht. Wie wird das? Funktioniert das überhaupt? Wie klappt das mit dem Stillen? Werden die Professoren Probleme machen? Kann ich mich dann gut genug konzentrieren? Lauter solche Fragen gingen mir durch den Kopf. Besonders nachdem der kleine Mann letzte Woche einen Schub hatte und durchweg essen wollte. Ich hatte mich schon ein bisschen drauf eingestellt, dass Seminar doch nicht machen zu können. Es auf das nächste Wintersemester verschieben zu müssen. Oder noch weiter. Doch am Wochenende normalisierte sich der Essrhythmus wieder. Ich war froh. Das Seminar konnte kommen.
Es war schon komisch, als ich aus dem Haus bin. Dem großen Mann hab ich den groben Tagesablauf geschildert. Zum Mittag kam ich nach Hause. Stillzeit! Beide Male musste ich ein bisschen vor der Mittagspause das Seminar verlassen. Kein Problem. Während dem Stillen und dem Mittagessen konnten wir den weiteren Tag besprechen und ich bekam einen kurzen Bericht. Am Nachmittag kamen die Männer zu mir zum Stillen. Der Sani-Raum kann ganz gemütlich sein. Besser als im Flur, Vorraum oder ähnliches ist er allemal. Gut wenn man weiß, wo der ist. Für die Abendmahlzeit war ich dann wieder zu Hause. Das hat grad gepasst. Dann den Kleinen Bett fertig machen. Diesmal meine Aufgabe, um dem Papa etwas freie Zeit zu gönnen. Sonst ist das eben auch anders rum.
Und schwuppdiwupp sind zwei Tage voller Aktivität und mit etwas “altem Leben” vorbei. Schon bin ich wieder zu Hause. Kümmere mich um den kleinen Mann. Das traditionelle Familienbild wieder da. Oder? Nicht ganz. Nächste Woche beginnt die Vorlesungszeit im Sommersemester. Zwei Prüfungen stehen Anfang April noch an. Für mich war es wunderbar das Seminar. Mal wieder was anderes machen. Andere Leute sehen. Gespräche führen. Es hat mich wieder motiviert. Mir gezeigt, dass es funktionieren kann. Studium und Kind.

Windelfrei – So ging es weiter

Nach dem wir so überraschend gut gestartet waren. Die Windeln nur noch nassen Inhalt hatten. Verschob ich nichts auf den Frühling, sondern fing doch gleich “richtig” an. Ich achtete sehr genau auf den kleinen Mann. Wenn ich das Gefühl hatte, dass er mal Muss, hab ich ihn abgehalten. Manchmal hat es gestimmt und manchmal nicht. Es passierte relativ oft, dass ich ihn abgehalten habe, er aber nicht musste. Oft verbrachte ich auch eine ganze Weile mit ihm im Bad auf dem Wickeltisch. Dort kann ich ihn unten nackig lassen. Mit dem Heizstrahler ist es warm genug. Ich habe ihn dann gut beobachtet. Konnte feststellen, dass er immer aufgeregt wird wenn er pullern muss. Wenn ich ihn dann abhielt hat er gepullert und war zufrieden. Langsam bekam ich seinen Rhythmus und seine Signale mit. Schaffte es auch, ihn zum richtigen Moment ab zuhalten, ohne das er vorher nackig war. Und so gab es erfolgreiche und weniger erfolgreiche Tage. Der Windelberg wuchs langsamer. Die Abstände zwischen zwei Windelwäschen wurden größer. So auch die Abstände zwischen den “Klogängen” des kleinen Mannes. Eines Nachts war dann die Windel trocken. Das hieß zehn Stunden nicht gepullert und gekackert. Er schlief einfach durch. Ich war erstaunt, begeistert und stolz. Denn es blieb kein Einzelfall. Auch die Nächte drauf waren trocken.

Inzwischen haben wir auch die nächste Etappe erfolgreich gemeistert. Länger mit dem kleinen Mann unterwegs sein. Natürlich bekommt er eine Windel an. Sicher ist sicher. Aber stolz war ich trotzdem, als wir das erste Mal unterwegs waren und keine frische Windel gebraucht hatten. Im Café gab es eine Wickelmöglichkeit. Wenn ich gemerkt habe, dass er muss, bin ich mit ihm dahin und aufs Klo. Die Windel wieder drum und weiter heiße Schokolade schlürfen und plaudern. Nicht immer klappt es so gut. Die Windeln werden ab und zu noch nass. Aber eben nur noch ab und zu. Das ist auch völlig in Ordnung. Noch finde ich es auch zu kalt, ihm unten nur Unterhose, Strumpfhose und Hose an zu ziehen. Da wärmt so eine Wollwindelhose viel besser. Hält Bauch, Nieren und Po schön kuschelig warm. Das ist der eine Grund. Der Zweite: Ich bin unsicher. Traue mich nicht die Windel ganz weg zulassen. Auch Nachts nicht. Obwohl er schon bald zwei Wochen Nachts trocken ist. Vielleicht bald. Ich möchte zumindest Nachts bald in Angriff nehmen. Mich trauen. Für tagsüber ohne Windel warte ich noch auf den Frühling. Bis es wärmer wird.

2 – Monats – Geburtstag

Der kleine Mann ist zwei Monate alt, oder acht Wochen und sechs Tage. Die meiste Zeit ist er immer sehr zufrieden, lacht viel und brabbelt. Außer die Verdauung plagt, ein Bäuerchen klemmt oder er ist müde und kann sich nicht runter fahren. Dann wird rum gequengelt. Aber das hält sich in Grenzen.
Auch sonst ist er pflegeleicht: Er möchte fünf mal am Tag gestillt werden. Nachts schläft er von zehn bis sechs durch und ist die letzten Nächte auch trocken gewesen. Tagsüber schläft er gerne im Kinderwagen auf der Terrasse. In der Manduca schläft er auch meistens sofort ein. Wenn er wach ist schaut er sich alles aufmerksam an. In Bauchlage hebt er den Kopf schon richtig gut weit hoch. Dann kann man besser in der Gegend rum gucken.
Die Hände werden immer spannender: Der Zeigefinder wandert regelmäßig in den Mund zum Nuckeln. Meistens noch die ganze Faust. Der Mund ist schließlich groß genug. Ab und zu fassen die Hände sich auch schon an. Viel lieber wird aber der Finger von Mama oder Papa festgehalten. Vor allem wenn er dran nuckelt.
Die Garderobe wächselt regelmäßig: Zu groß rein, zu klein raus. Nur wenige Sachen sind von Anfang an dabei, dass sind die Strickjacken und -hosen. Die wachsen bisschen mit. Darum wird fleißig weiter gestrickt.

Entwicklungsschritte

Es ist so spannend dem kleinen Mann beim Großwerden zu zusehen. Jeden Tag gibt es neue Fortschritte, Entwicklungen, Veränderungen. Doch heute sind mir mehrere Fortschritte aufgefallen. Alle machen mich so stolz, als wären es meine eigenen Errungenschaften.
Der Tagesrhythmus festigt sich von Tag zu Tag. Mit zwei langen Schlafphasen Tagsüber und dem entsprechend drei Wachphasen. Diese sind schon zwei bis teilweise vier Stunden lang. Das Einschlafen hat heute superschnell funktioniert. Es ist also kurz vor zehn seine Bettgehzeit. Na, wer bis halb sechs Mittagsschlaf macht, geht halt später ins Bett.
Ein weiterer Fortschritt, ist das Kopf hoch halten in Bauchlage. Das klappt von Tag zu Tag besser. Heute schon richtig lange mit Kopf hin und her drehen. Mann ist ja neugierig.
Am meisten stolz macht mich folgende Begebenheit. Wir sind gerade dabei den kleinen ins Bett zu bringen. Zum Ritual gehört erst das Tagesgeschehen erzählen und dann noch das Einschlaflied. Während wir erzählen, guckt mich der kleine Mann erwartungsvoll an, spuckt den Nuckel aus und sagt ‘ngr, ngr’. Ich überlege ‘muss er jetzt aufs Klo?’ In dem selben Moment fragt mich der große Mann: ‘Muss der mal?’ Wir halten ihn ab. Schaden tut es nicht. Auch wenn er nicht muss. Doch siehe da: Er muss! Ohne langes Warten und so weiter, pullert er munter drauf los. Er hat das erste Mal direkt mit uns so deutlich kommuniziert, dass er aufs Klo muss. Ich bin stolz wie Bolle. Mein Sohn, noch keine zwei Monate alt, sagt mir das er aufs Klo muss.
Ich sag nur ein toller Tag. In diesem Sinne: Gute Nacht!

Wieder allein

Der kleine Mann ist 7 Wochen und 5 Tage alt oder jung. Je nach dem. In dieser kurzen Zeit hat er unser Leben komplett verändert. Es ist schön so. Keine Frage, aber auch anstrengend. Letzte Woche war meine Mutter zur Unterstützung da. Das war Luxus. Ich musste kein Mittag kochen. Hatte jemanden zum Unterhalten. Musste nicht jedes Mal mit dem kleinen Mann auf’s Klo. Konnte ihn auch mal abgeben. Nach einer Woche hab ich mich schon ein bisschen dran gewöhnt. Wie schnell das geht finde ich erstaunlich. Nun bin ich wieder allein. Bis Abends der große Mann nach Hause kommt. Das heißt 100% Kind. Allein. Daran muss ich mich erstmal wieder gewöhnen. Den Rhythmus wieder finden. Mir fehlt die Möglichkeit. Mehr brauch’ ich gar nicht. Sagen zu können:’Mach du mal’
Natürlich hat der kleine Mann auch gerade jetzt einen Schub. Ist unzufrieden, möchte essen und zwar viel, bekommt dann Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme oder was weiß ich. Also das volle Programm. Keine Pause für mich in Sicht. Die Schlafphasen sind kurz, unruhig, mit Vorliebe auf meinem Arm oder in der Manduca. Bloß nicht hinlegen. Ich fühle mich wie sonst gegen Fünf oder Sechs. Es ist leider erst eins. Die Aussicht, dass der große Mann heute später kommt, hilft nicht wirklich. Aber vielleicht wird das ja noch was mit einem Schläfchen. Der Spaziergang ist schon fest eingeplant. Zum Zeit rum bringen. Und dann ist irgendwann der Tag rum. Morgen sieht’s schon wieder anders aus.

Windelfrei – Phase I

Eigentlich wollte ich windelfrei wie folgt ausprobieren. Die ersten zwei drei Monate ganz normal Wickeln. Den kleinen Mann beobachten und seine Eigenheiten kennen lernen. Warum erst noch warten? Aus dem einfachen Grund: unsere Wohnung ist relativ kalt. Doch für den Anfang ist es praktisch das Kind fast nackig zu haben. Wenigstens den Po. Um dann ganz schnell reagieren zu können. Wie immer ist so ein Plan schön. Aber es kommt doch meistens anders. So auch diesmal.
In der ersten Lebenswoche des kleinen Mannes hatten wir das Gefühl, dass er richtige Probleme beim K*ckern hat. Unsere Hebamme gab uns den Tip in abzuhalten. Da würde es ihm sicher leichter fallen. Als sie uns die Halteposition vorführte ging es bei dem kleinen Mann sofort los. Voller Erfolg. Die Hebamme war auch begeistert. Schließlich klappt so eine Vorführung nicht immer so gut. Seitdem wurde das Abhalten zum Kac*ern bei uns zur Routine. Das Ergebnis: der kleine Mann macht sein großes Geschäft nicht in die Windel. Seit der ersten Lebenswoche. Okay von dem ein oder anderen ‘Explosionspups’ mal abgesehen. Wir sind auf jeden Fall stolz.

Windelfrei – der Anfang

Zum ersten Mal von Windelfreiheit habe ich von meiner Mutter erfahren. Sie erzählte mir folgende Geschichte. Die Tochter ihrer Cousine hatte einen Sohn bekommen. Während eines Konzertes in dem die Tochter mit sang passte die Mutter auf ihren Enkel auf. Der war mit wenigen Monaten windelfrei. Bei einem bestimmten Signal seinerseits musste er abgehalten werden. Die Mutter kannte das Signal. Doch trotzdem ging was in die Hose. Erst nach ein paar Mal Babysitten passierte kein Missgeschick mehr. Die Mutter kannte das Signal dann so gut. Ich war erst mal irritiert. Dachte das geht ja nicht. Wiedermal irgend so ein Hokuspokus von dem meine Mutter erzählt. Während meiner Schwangerschaft bekam ich das Buch weiter gereicht. Als Bücherwurm kommt kein Buch ungelesen an mir vorbei. So auch dieses nicht. Was soll ich sagen. Von der Idee war ich begeistert. Wollte es auf jeden Fall ausprobieren. Die Motive sind verschiedene. Zum Einen eine gute Kommunikation mit meinem Kind und das Eingehen auf alle seine Bedürfnisse. Aber auch Umweltaspekte. Schließlich produziert man mit Wegwerfwindeln eine ganze Menge Müll und für Stoffwindeln konnte ich mich am Anfang meiner Schwangerschaft nicht so wirklich begeistern.

Doch wie funktioniert Windelfreiheit? Was sind die Ideen dahinter? Das Grundprinzip ist: Das Kind zeigt alle seine Bedürfnisse an. Es gibt Signale. So wie beim Hunger haben oder Müde sein, zeigt es auch: “Ich Muss mal”. Wenn das Kind also Windel frei aufwächst wurde auf alle seine Bedürfnisse Rücksicht genommen. Es entsteht eine engere Bindung zwischen Mutter/Vater und Kind aufgrund der besseren Kommunikation. Ich als Eltern muss mehr auf mein Baby achten. Kann es nicht einfach “in die Ecke” legen. Es hat ja Windeln an, braucht mich nicht. Ein weiterer Aspekt ist, das Babys in der Lage sind die Schließmuskel zu kontrollieren. Zu warten bis es Pullern und Kackern darf. Mit Wegwerfwindeln und der Möglichkeit immer alles laufen zu lassen verlernt das Baby diese Kontrolle. Es muss später diese wieder mühsam erlernen. Also warum erst etwas abgewöhnen, was später wieder erlernt werden muss. Im Prinzip ist es also ganz einfach. Man achtet auf die Signale. Wenn man denkt jetzt muss das Baby, dann wird es über einen Topf, Eimer, Waschbecken oder ähnliches gehalten. Zur Unterstützung kann mann Schlüssellaute einsetzten. So lernt das Kind nach einer Weile: “Wenn ich in der Abhalte Position bin und der Laut kommt kann ich Pullern oder Kackern”.

Ich habe nach der Lektüre beschlossen, wenn es Frühling wird, es wärmer ist leg ich los. Vorher werde ich mein Kind beobachten und schon mal seinen Rhythmus kennen lernen. Wie es bei uns mit dem Windelfreien Aufwachsen so läuft und was bisher geschah werde ich hier immer mal festhalten.

Hallo Welt

Nun ist es soweit. Lange haben wir gewartet. Genau neun Monate und eine Woche. Jetzt geht die Reise los. Eine Abenteuerreise durch das Leben. Ich bin gespannt was uns so erwartet und begegnet. Aber am Meisten frage ich mich, wie es wird mit dem kleinen Mann zu studieren. Es geht ja direkt weiter. Die Hausarbeit steht noch an und die drei Prüfungen, die ich schreiben möchte, sind auch schon im Februar. Im Moment hab ich keine Ahnung wie das funktioniert.