Entwicklungsschritte

Es ist so spannend dem kleinen Mann beim Großwerden zu zusehen. Jeden Tag gibt es neue Fortschritte, Entwicklungen, Veränderungen. Doch heute sind mir mehrere Fortschritte aufgefallen. Alle machen mich so stolz, als wären es meine eigenen Errungenschaften.
Der Tagesrhythmus festigt sich von Tag zu Tag. Mit zwei langen Schlafphasen Tagsüber und dem entsprechend drei Wachphasen. Diese sind schon zwei bis teilweise vier Stunden lang. Das Einschlafen hat heute superschnell funktioniert. Es ist also kurz vor zehn seine Bettgehzeit. Na, wer bis halb sechs Mittagsschlaf macht, geht halt später ins Bett.
Ein weiterer Fortschritt, ist das Kopf hoch halten in Bauchlage. Das klappt von Tag zu Tag besser. Heute schon richtig lange mit Kopf hin und her drehen. Mann ist ja neugierig.
Am meisten stolz macht mich folgende Begebenheit. Wir sind gerade dabei den kleinen ins Bett zu bringen. Zum Ritual gehört erst das Tagesgeschehen erzählen und dann noch das Einschlaflied. Während wir erzählen, guckt mich der kleine Mann erwartungsvoll an, spuckt den Nuckel aus und sagt ‘ngr, ngr’. Ich überlege ‘muss er jetzt aufs Klo?’ In dem selben Moment fragt mich der große Mann: ‘Muss der mal?’ Wir halten ihn ab. Schaden tut es nicht. Auch wenn er nicht muss. Doch siehe da: Er muss! Ohne langes Warten und so weiter, pullert er munter drauf los. Er hat das erste Mal direkt mit uns so deutlich kommuniziert, dass er aufs Klo muss. Ich bin stolz wie Bolle. Mein Sohn, noch keine zwei Monate alt, sagt mir das er aufs Klo muss.
Ich sag nur ein toller Tag. In diesem Sinne: Gute Nacht!

Wieviel ist genug?

Selbstkritik und Selbstreflexion sind gerade meine ständigen Begleiter. Fragen über Fragen zu meinem Handeln und Wollen schwirren in meinem Kopf herum. Ich möchte mehr als ich leisten kann und auch will. Ich weiß, so wie ich alles angehe ist es in Ordnung und gut. Bin stolz auf das was ich erreicht habe. Aber da ist immer noch die Stimme im Hinterkopf. Die murmelt ständig. Lässt mich nicht in Ruhe. Kann ich nicht abschalten. Macht mich kirre und unzufrieden. Denn ich könnte ja eigentlich noch ein kleines bisschen besser. Mich selber noch ein klein wenig mehr motivieren …
Ich will diese Stimme nicht zu stark hören. Selbstreflexion ist gut. Finde ich wichtig. Aber irgendwann reicht es auch. Irgendwann ist es zu viel. An dem Punkt bin ich, wenn sich meine Unzufriedenheit auf den kleinen Mann überträgt. Dann gibts hier Theater.

Wieder allein

Der kleine Mann ist 7 Wochen und 5 Tage alt oder jung. Je nach dem. In dieser kurzen Zeit hat er unser Leben komplett verändert. Es ist schön so. Keine Frage, aber auch anstrengend. Letzte Woche war meine Mutter zur Unterstützung da. Das war Luxus. Ich musste kein Mittag kochen. Hatte jemanden zum Unterhalten. Musste nicht jedes Mal mit dem kleinen Mann auf’s Klo. Konnte ihn auch mal abgeben. Nach einer Woche hab ich mich schon ein bisschen dran gewöhnt. Wie schnell das geht finde ich erstaunlich. Nun bin ich wieder allein. Bis Abends der große Mann nach Hause kommt. Das heißt 100% Kind. Allein. Daran muss ich mich erstmal wieder gewöhnen. Den Rhythmus wieder finden. Mir fehlt die Möglichkeit. Mehr brauch’ ich gar nicht. Sagen zu können:’Mach du mal’
Natürlich hat der kleine Mann auch gerade jetzt einen Schub. Ist unzufrieden, möchte essen und zwar viel, bekommt dann Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme oder was weiß ich. Also das volle Programm. Keine Pause für mich in Sicht. Die Schlafphasen sind kurz, unruhig, mit Vorliebe auf meinem Arm oder in der Manduca. Bloß nicht hinlegen. Ich fühle mich wie sonst gegen Fünf oder Sechs. Es ist leider erst eins. Die Aussicht, dass der große Mann heute später kommt, hilft nicht wirklich. Aber vielleicht wird das ja noch was mit einem Schläfchen. Der Spaziergang ist schon fest eingeplant. Zum Zeit rum bringen. Und dann ist irgendwann der Tag rum. Morgen sieht’s schon wieder anders aus.

Was du Heute kannst besorgen, das verschieb’ getrost auf Morgen

Nach dem ich so einen Erfolg mit der Hausarbeit hatte, fühlte ich mich richtig gut. Hatte das Gefühl auch die Prüfungen Easy peasy zu schaffen. Die Erste hab ich mehr oder weniger gut vorbereitet. Ein Wochenende und ein paar Tage davor. Nicht viel. Mein Anspruch? Sehr niedrig. Bestehen. That’s it. In der Prüfung dachte ich:’na super…” Jetzt heißt es warten.
Beim Lernen auf die zweite Prüfung hatte ich die ganze Zeit das Gefühl als wäre alles in einem Wattenebel. Der Stoff, den ich in der Vorlesung noch gehört hatte, kam mir relativ unbekannt vor. Das ist für mich ungewöhnlich. Den restlichen Stoff noch nacharbeiten – ging gar nicht. Mein Kopf war nicht fähig. Ich konnte mich nicht motivieren. Also schieben. Nächster Versuch im April. Erst mal entspannen. Mich nicht unter Druck setzen. Keinen Stress machen. Sonst werd ich nur unzufrieden und das überträgt sich sofort auf den kleinen Mann. Ganz schlecht. Seit ich beschlossen hab die Prüfung nicht jetzt zu schreiben geht es mir auch viel besser.

Windelfrei – Phase I

Eigentlich wollte ich windelfrei wie folgt ausprobieren. Die ersten zwei drei Monate ganz normal Wickeln. Den kleinen Mann beobachten und seine Eigenheiten kennen lernen. Warum erst noch warten? Aus dem einfachen Grund: unsere Wohnung ist relativ kalt. Doch für den Anfang ist es praktisch das Kind fast nackig zu haben. Wenigstens den Po. Um dann ganz schnell reagieren zu können. Wie immer ist so ein Plan schön. Aber es kommt doch meistens anders. So auch diesmal.
In der ersten Lebenswoche des kleinen Mannes hatten wir das Gefühl, dass er richtige Probleme beim K*ckern hat. Unsere Hebamme gab uns den Tip in abzuhalten. Da würde es ihm sicher leichter fallen. Als sie uns die Halteposition vorführte ging es bei dem kleinen Mann sofort los. Voller Erfolg. Die Hebamme war auch begeistert. Schließlich klappt so eine Vorführung nicht immer so gut. Seitdem wurde das Abhalten zum Kac*ern bei uns zur Routine. Das Ergebnis: der kleine Mann macht sein großes Geschäft nicht in die Windel. Seit der ersten Lebenswoche. Okay von dem ein oder anderen ‘Explosionspups’ mal abgesehen. Wir sind auf jeden Fall stolz.

Hausarbeit

Wie immer auf den letzten Drücker. Aber diesmal bin nicht ich diejenige welche. Nicht ich habe es immer weiter vor mir her geschoben, bis es gar nicht mehr ging. Das ist das Problem einer Gruppenarbeit. Vor allem dann, wenn man die letzte Station der Texte ist. Alles zu einem zusammenfügt. Abgabebereit macht. Und dann muss man warten. Auf die Texte. Zwei drei Tage vor dem Drucktermin bekam ich den Letzten. Nicht in der finalen Fassung. Nur zum Korrekturlesen. Also noch ein paarmal hin und her gemailt, Abends gesessen, Texte gelesen, Quellen kontrolliert, Literaturverzeichnis gebastelt, Formatierungen angepasst. Dann ENDLICH war es fertig. Ab in den Druck. Abgeben. Punktlandung.

Also alles wie immer. Kurz vor knapp, aber kein Problem. Eigentlich. Nur diesmal war es anders. Ich wollte mich einlassen auf das neue Leben. Ganz auf ihn konzentrieren. Mein neues Sein als Mutter erkunden. Doch die Hausarbeit nahm viel Raum ein in meinen Gedanken. Das merkte ich, als sie abgegeben war. Erst dann konnte ich mich ganz mit 100% einlassen und ihn kennen lernen den kleinen Mann. Und so habe ich gleich zu Beginn meines Studiums mit Kind etwas wichtiges gelernt. Viel Zeit. Für Alles. Das wird mein neuer Grundsatz im Studium und bei allen anderen Dingen werden. Immer viel mehr Zeit einplanen als nötig. Besonders dann, wenn mit anderen zusammen gearbeitet wird.

Und nun wird viel Zeit für den kleinen Mann eingeplant. Mit ihm verbraucht.

Windelfrei – der Anfang

Zum ersten Mal von Windelfreiheit habe ich von meiner Mutter erfahren. Sie erzählte mir folgende Geschichte. Die Tochter ihrer Cousine hatte einen Sohn bekommen. Während eines Konzertes in dem die Tochter mit sang passte die Mutter auf ihren Enkel auf. Der war mit wenigen Monaten windelfrei. Bei einem bestimmten Signal seinerseits musste er abgehalten werden. Die Mutter kannte das Signal. Doch trotzdem ging was in die Hose. Erst nach ein paar Mal Babysitten passierte kein Missgeschick mehr. Die Mutter kannte das Signal dann so gut. Ich war erst mal irritiert. Dachte das geht ja nicht. Wiedermal irgend so ein Hokuspokus von dem meine Mutter erzählt. Während meiner Schwangerschaft bekam ich das Buch weiter gereicht. Als Bücherwurm kommt kein Buch ungelesen an mir vorbei. So auch dieses nicht. Was soll ich sagen. Von der Idee war ich begeistert. Wollte es auf jeden Fall ausprobieren. Die Motive sind verschiedene. Zum Einen eine gute Kommunikation mit meinem Kind und das Eingehen auf alle seine Bedürfnisse. Aber auch Umweltaspekte. Schließlich produziert man mit Wegwerfwindeln eine ganze Menge Müll und für Stoffwindeln konnte ich mich am Anfang meiner Schwangerschaft nicht so wirklich begeistern.

Doch wie funktioniert Windelfreiheit? Was sind die Ideen dahinter? Das Grundprinzip ist: Das Kind zeigt alle seine Bedürfnisse an. Es gibt Signale. So wie beim Hunger haben oder Müde sein, zeigt es auch: “Ich Muss mal”. Wenn das Kind also Windel frei aufwächst wurde auf alle seine Bedürfnisse Rücksicht genommen. Es entsteht eine engere Bindung zwischen Mutter/Vater und Kind aufgrund der besseren Kommunikation. Ich als Eltern muss mehr auf mein Baby achten. Kann es nicht einfach “in die Ecke” legen. Es hat ja Windeln an, braucht mich nicht. Ein weiterer Aspekt ist, das Babys in der Lage sind die Schließmuskel zu kontrollieren. Zu warten bis es Pullern und Kackern darf. Mit Wegwerfwindeln und der Möglichkeit immer alles laufen zu lassen verlernt das Baby diese Kontrolle. Es muss später diese wieder mühsam erlernen. Also warum erst etwas abgewöhnen, was später wieder erlernt werden muss. Im Prinzip ist es also ganz einfach. Man achtet auf die Signale. Wenn man denkt jetzt muss das Baby, dann wird es über einen Topf, Eimer, Waschbecken oder ähnliches gehalten. Zur Unterstützung kann mann Schlüssellaute einsetzten. So lernt das Kind nach einer Weile: “Wenn ich in der Abhalte Position bin und der Laut kommt kann ich Pullern oder Kackern”.

Ich habe nach der Lektüre beschlossen, wenn es Frühling wird, es wärmer ist leg ich los. Vorher werde ich mein Kind beobachten und schon mal seinen Rhythmus kennen lernen. Wie es bei uns mit dem Windelfreien Aufwachsen so läuft und was bisher geschah werde ich hier immer mal festhalten.

Willkomensgruß

Willkommen hier bei mir auf diesen Seiten. Ich möchte von dem berichten, was mich so beschäftigt in meinem Leben. Ein bisschen Tagebuch, aber nicht nur. Es wird um Studium, Kind und Familie gehen. Aber ich möchte auch die Schönheit des Alltags festhalten. Den kleinen Dingen mehr Beachtung schenken. Also von allem ein bisschen, was mich und mein Leben ausmacht und bereichert.

Hallo Welt

Nun ist es soweit. Lange haben wir gewartet. Genau neun Monate und eine Woche. Jetzt geht die Reise los. Eine Abenteuerreise durch das Leben. Ich bin gespannt was uns so erwartet und begegnet. Aber am Meisten frage ich mich, wie es wird mit dem kleinen Mann zu studieren. Es geht ja direkt weiter. Die Hausarbeit steht noch an und die drei Prüfungen, die ich schreiben möchte, sind auch schon im Februar. Im Moment hab ich keine Ahnung wie das funktioniert.