Die vorletzte Semesterendphase

Ja, nun ist es schon fast wieder rum das Semester. In zwei Wochen steht die erste Prüfung an. Die letzten Wochen waren geprägt mit Hausarbeit und Projekt fertigstellen. Denn los ging es mit der Endphase schon Anfang Juni. Da war es dann plötzlich und unerwartet so weit. Der erste Abgabetermin nahte, ein Referat musste gehalten werden. Dann ging es auch rasch in die heiße Phase des Projektes über. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn es wurde heiß. Nicht nur die Temperaturen kletterten auf über 30 °C, es wurde auch heftig diskutiert, Meinung kund getan und rum querelt. Doch alles möchte ich nun gar nicht mehr ausbreiten. Möchte es endlich abschließen und aus meinem Kopf streichen. Doch es hat mir mal wieder gezeigt, dass nur einzelne Personen ein ganzes Projekt ordentlich boykottieren können. Teamfähigkeit und all sowas gibt es bei manchen Menschen scheinbar nicht. Doch seit gestern ist auch das geschafft. Ein großer Hacken an die ganze Sache und fertig. Erledigt! Nun muss “nur” noch gelernt werden. Vier Prüfungen in vier Wochen, sechs verschiedene Lehrinhalte. Da heißt es jetzt gut organisieren, vorbereiten und irgendwie alles in den Kopf bekommen. Ein großes bisschen Lern-Bulimie praktizieren und bestimmt alles bestehen. Denn davon gehe ich erstmal aus, sonst bräuchte ich ja gar nicht erst hin zu gehen. Könnte mir diesen Aufwand sparen. Doch ich möchte nun endlich fertig werden. Dieses Projekt “Studium” auch endlich abschließen. Die Aussichten sind gut. Wenn alles bestanden ist, nach diesem Semester, fehlt ja nur noch ein Modul und die Bachelorarbeit. Dass diese beiden Sachen im Wintersemester abgehakt werden können, wünsche ich mir. Hoffentlich findet der kleine Mensch in meinem Bauch diesen Plan auch ganz gut und zeigt sich kooperativ.

Da es jetzt nur noch wenige Wochen sind, erlaube ich mir schon jetzt einen kleinen Rückblick. Dieses Semester war, von den Projektquerelen abgesehen, ein sehr entspanntes und schönes Semester. Der Stundenplan war perfekt. Die Balance zwischen Studium und Kind konnte ich dieses Semester sehr gut herstellen. Jeden Nachmittag hatten wir frei und genossen die Mutter-Kind-Zeit. Ich hatte nie das Gefühl die eine oder andere Sache zu vernachlässigen, hatte eigentlich immer genug Spielraum und Zeit um Hausarbeiten und andere Vor- und Nachbereitungen für das Studium am Vormittag zu erledigen. Und freute mich immer auf die gemeinsame Zeit mit dem kleinen Mann am Nachmittag. Die klare Struktur dieses Semesters habe ich sehr genossen und gemerkt, dass sie uns beiden sehr gut tut. So haben wir klare Essenszeiten. Vormittags ist er immer zur selben Zeit bei der Tagesmutter und der Mittagsschlaf hat auch sein klares Zeitfenster. So haben wir jeden Tag immer die gleichen Sachen, auf die wir uns verlassen können. So kann der kleine Mann die vielen neuen Entdeckungen gut verarbeiten. Ich hoffe, dass wir diese Struktur weiter halten können.

Und nun noch den Endspurt gut hinlegen und dann ist es fast geschafft.

Der Sonntag: entspannt und erfolgreich

Heute…

… durfte ich, nach einem späten ins Bett gehen gestern, ausschlafen
… aßen wir gemütlich draußen auf Nachbars Terrasse Frühstück
… konnte der kleine Mann endlich wieder mit Nachbarskindern spielen
… wurde mein Garten und die darin wachsenden Früchte bewundert
… stellte ich die Projektarbeit endlich fertig
… erntete ich wieder eine große Schüssel roter Johannisbeeren
… gab es einfach nur Brote zum Mittagessen
…. wurden die Füße vom kleinen Mann aufgemalt
… wurde zum Kaffeetrinken leckerer Träubleskuchen verspeißt
… half der kleine Mann mir beim Gießen
… kochten wir gemeinsam leckere Gemüselasagne, während der kleine Mann die Regale nach Essbarem durch suchte
… wurde wieder begeistert gebadet und der Fußboden gleich mit
… entstanden weitere Gläser leckerster Marmelade

Sonntagsausflug

Ein wunderschönes Wochenende liegt hinter uns. Ein toller Abschluss eines kurzen Familienurlaubs. Am Freitagnachmittag sind wir wieder nach Hause gekommen. Konnten so in Ruhe ankommen in unseren vier Wänden. Am Samstag wurde erstmal fleißig ausgepackt, Wäsche gewaschen und die Küchenschränke gefüllt. Am Nachmittag wurde ich dann überrascht. Einige Freunde kamen vorbei zu einem kleinen nachgefeierten Geburtstagskaffee. Die Kinder spielten gemeinsam im Garten. Wir konnten Hängematte und Slackline unsicher machen. Oder einfach nur auf der Wiese sitzen und quatschen. Heute Vormittag musste ich noch etwas arbeiten. Während ich so an meinem Schreibtisch saß, spielten die Männer drinnen und draußen. Außerdem wurde ganz typisch die Kehrwoche noch gemacht.

20140615-215256-78776528.jpgFür den Nachmittag haben wir einen schon lange gewünschten Ausflug endlich gemacht. Wir sind in den Tierpark gefahren. Nicht in den großen Zoo im schwäbischen Kessel. Das wäre für heute doch noch etwas zu viel gewesen. Aber der kleine Tierpark am Neckar auf halber Strecke war genau richtig. Schon vor dem Eingang konnte der kleine Mann so einiges entdecken. Viele andere Familien hatten die gleiche Idee. So mussten große und kleine Kinder beobachtet werden. Auch die Biber und Schildkröten konnten schon während des Kartenkaufs bestaunt werden. Der Tierpark ist schön angelegt. Der Rundgang geht um einen Teich in der Mitte und meist außen sind die Gehege. Los ging es dann mit Eseln und Ziegen. Doch da war das Eis in meiner Hand noch viel spannender. Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, dass er es halten darf und natürlich auch was essen, solange er auf meinem Arm ist und ich größere Schweinereien durch mitessen verhindern kann, ging es dann auch ohne Gemecker weiter. Das Beste war immer das Gitter am Gehege. Da kann mann so schön die Finger rein stecken und sich ein bisschen dran hoch ziehen oder versuchen hoch zu klettern.

20140615-220937-79777801.jpgNeben den Hühnern gab es auch noch viele Hasen und Meerschweinchen. Zwei große Uhus konnten wir entdecken, so wie Fasane und Pfauenfrauen. Auf der Hälfte des Rundgangs gab es einige Volieren mit schönen bunten Vögeln, darunter verschiedene Papageien und Sittiche. Bei einer kleinen Obstpause wurde dann die Ente gejagt und ein Keks von anderen Besuchern abgestaubt.

20140615-221454-80094432.jpgFrisch gestärkt ging es dann weiter am Teich entlang. Vorbei an weiteren Schildkröten und einem kleinen Schwein, was sich lieber versteckt hielt. Zwischen durch wurden immer wieder kleine Kieselsteinchen vom Weg aufgehoben und ein Stückchen mit genommen. Die sind ja auch viel spannender. Aufregend war es auch bei den Rehen. Da standen viele Kinder am Zaun mit Popcorn. Das konnte man am Eingang kaufen um es an die Tiere zu verfüttern. Der kleine Mann schaute sich die ganze Sache eine Weile an, hob dann das runtergefallene Popcorn auf und bot es dem Reh an. Das nahm es gerne und dankend aus seiner Hand. Nur die Fotografen waren, wie immer, nicht schnell genug.

20140615-223644-81404283.jpgAuf dem Weg Richtung Ausgang konnten wir noch ein paar Mäusearten und Schlangen sehen. Insgesamt war es ein schöner Ausflug. Der kleine Mann war danach so müde, dass er im Auto dann doch noch einschlief kurz bevor wir zu Hause waren. Für ihn war es alles spannend. Die Tiere, die Kinder und die Steinchen. Und der Tierpark hatte genau die richtige Größe. Ein schöner Abschluss unseres Urlaubs.

Kommunikationsblüten

Mit Kindern merkt man erst, was man so alles von sich gibt. Denn man hört sich meistens selber nochmal zu. Da ich gerade laufend über Äußerungen von uns, aber auch über Kommunikationsfetzen mit dem kleinen Mann lachen muss, rufe ich jetzt diese Reihe ins Leben. Ich hoffe da ist auch der ein oder andere Lacher für euch dabei.

Der kleine Mann haut sich die ganze Zeit irgendwo etwas an und jammert kurz. Darauf hin der große Mann: “Bist du heute bisschen ungeschickt?” – “Joa”, in einem etwas leidenden Ton vom kleinen Mann.

Beim Spielen: “Hallo Schaf ich bin der Holzkopf.” – zur Erklärung: der kleine Mann hat ein Holzschaf und so ein Männlein aus Holz, das man auf einen Stab stecken kann. Schaf und Kopf haben sich mit einander bekannt gemacht.

Ich hole den kleinen Mann vom Spielplatz ab, da ich ausnahmsweise mal nachmittags Vorlesung hatte. Er sitzt im Sandkasten und bäckt Sandkuchen. Es ist schon spät und ich möchte mit ihm nach Hause.
“Wir fahren jetzt. Du kannst zu Hause weiter Sandkuchen backen, okay?” – “Nein!” Das war eindeutig die falsche Antwort, aber klar und deutlich. “Möchtest du bei unseren Nachbarn Ainun und Mimi weiter Sandkuchen backen?” – “Ja!” Wenigstens ziehen die Nachbarn. Sollte ich mir dadrüber jetzt Gedanken machen? Nein, beschließe ich mal.

Der kleine Mann und unsere Nachbarn

Es ist eine kleine Liebesgeschichte oder so was ähnliches. Ich könnte es ganz kurz machen. Beide Seiten mögen einander sehr. Aber so richtig trifft das nicht den Kern der Sache. Es ist mehr als nur mögen. Es ist auch mehr als der “Großfamilienersatz”. Es ist Freundschaft, auch wenn das bei einem Kind von noch nicht mal 1 1/2 Jahren mir wahrscheinlich keiner glaubt.

Unsere Nachbarn sind eine fünfköpfige Familie. Mit Mama, Papa, zwei Söhnen und der Oma. Die Söhne sind so 13 und 10 Jahre alt. Die Beziehung begann schon früh, denn das Interesse der beiden Nachbarsjungs für den kleinen Mann war von Anfang an da. Sie waren immer neugierig über neue Entwicklungsschritte und kamen uns im Garten besuchen, wenn ich mit dem kleinen Mann draußen war. Als dann die ersten Interaktionen möglich waren fingen sie auch zeitig an mit ihm zu spielen. Erst noch etwas unsicher und unbeholfen, mit der Zeit immer sicherer. So war der Vertrauensgrundstein schon einmal gelegt. Seit dieses Jahr die Gartensaison begonnen hat, ist die Beziehung noch deutlich gewachsen. Einen großen Einfluss hat natürlich die größere Selbständigkeit des kleinen Mannes. Seit er anfing mit Laufen und sprechen, merken wir erst sein Interesse und seine Begeisterung für die Nachbarn. Sind wir im Garten muss ich nicht lange warten und er stiefelt zu unseren Nachbarn hinüber. Im Zaun ist ein kleines Gartentürchen, was eigentlich immer offen steht. So ist es ganz leicht da hin zu kommen. Im Nachbargarten ist auch alles viel spannender und besser als bei uns. Zum Einen gibt es viel mehr zum Entdecken. Der Nachbar-Papa ist ein Bastler und Tüftler und im Garten steht so manch spannendes herum. Dann gibt es da ein Trampolin, Bälle im Überfluss und einen Gartenteich mit Wasserlauf. Um mal nur die offensichtlichen Attraktionen zu nennen. Aber auch Dinge wie der Sandkasten und Kreide scheinen bei Nachbars besser zu sein. Zum Anderen sind meist irgendwelche Spielkameraden da. Neben den Jungs auch gerne der Papa, die Mama oder die Oma, die vom kleinen Mann sehr süß “Moma” genannt wird. Wenn das Wetter schön ist sind auch gerne noch ein paar Freunde da und so ist eigentlich immer irgendwas los. Im Gegensatz zu uns. Denn bei uns gibt es eigentlich nur die Mama zum Spielen, am Wochenende auch den Papa, aber die hat man ja sonst auch. Der Garten ist zwar groß, aber es gibt “nur” den Sandkasten, Kreide und einen Ball. Na gut, seit dem Wochenende auch das “Atu”. Wir haben sein BobbyCar aus dem Keller geholt, dass sich zum Glück großer Beliebtheit erfreut. Aber das war es auch schon. Und somit sind wir weit abgeschlagen neben Nachbarsgarten.

Inzwischen haben sich so einige schöne Begebenheiten um und mit den Nachbars zugetragen. Es kommt zum Beispiel vor, dass der kleine Mann relativ bald nach dem Aufstehen oder beim Frühstück “Mimi” und “Ainun” sagt. Das sind seine Variationen der Namen des jüngeren Sohnes und des Papas. Damit will er uns klar machen, dass er doch bitte gleich mal rüber spielen gehen möchte. Das es meistens noch nicht mal acht ist, spielt dabei keine Rolle.
Eine weiteres sehr nettes Bild sah ich dann gestern. Wir waren im Garten und ich hab irgendwas gemacht. Ich wusste der kleine Mann ist bei Nachbars unterwegs die Standardrunde erkunden und schauen ob noch alles da ist. Irgendwann schaute ich, was er da so treibt. Da sah ich ihn vor der Haustür sitzen und mit seiner Schaufel gegen die Tür klopfen. Denn es war keiner im Garten, aber er wollte gerne mit jemandem spielen. Und bis zur Klingel schafft er es ja noch nicht.
Wenn der kleine Mann in den Nachbargarten geht, hat er immer die gleiche erste Standardrunde. Dann wird erstmal geschaut, ob noch alles da ist. Welcher Ball wo rum liegt und ganz wichtig, ob im Gartenschrank noch die Kreide und der ganze andere Kruscht da ist.
Sehr lustig war auch, als wir vor ein paar Wochen Samstagmorgen die obligatorische Kehrwoche machten. Ich kehrte ganz vorbildlich auf dem Fußweg und der kleine Mann lief ihn hoch und runter, immer in meinem Blickfeld. Irgendwann kletterte er die Treppe zu Nachbars hoch und tippelte in den Garten. Als ich fröhliches Lachen hörte, musste ich natürlich schauen, was da so lustig ist. Da saß er vor dem Haus und winkte und lachte. Denn aus den Fenstern schaute die komplette Nachbarsfamilie.

Ich finde es toll, wie beide Seiten gerne miteinander zusammen sind. Wie sie voneinander lernen und Spaß haben. Und deswegen möchte ich an dieser Stelle “Danke” sagen. Danke für eine so tolle Nachbarschaft.

Regenbogensommer

Vor ein paar Tagen las ich bei Frau Kirschkernzeit von der Regenbogenwimpelkette. Eine ganz besondere war und ist es. Angefertigt von fleißigen nicht mehr ganz so kleinen Kinderhänden. Nämlich die ihres einen Sohnes. Und in dem Moment hat es mich gepackt. So schlicht und einfach ist sie die Wimpelkette und doch hat sie den ganz besonderen Regenbogenzauber. Schnell war mir klar, so eine brauchen wir hier auch.

Schon vor einer ganzen Weile wollte ich meine erste Wimpelkette starten. Doch mehr als zwei zurecht geschnittene Wimpel sind bis jetzt noch nicht daraus geworden. Schnell sind sie wieder in die Stoffkiste gewandert. Und mit ihnen die Idee, Lust und Muse. Denn die braucht es dazu. Auch wenn Wimpelketten etwas sehr einfaches und schnelles sind. Manchmal reicht es nicht einmal dafür. Dann sind andere Sachen wichtiger. Drängen sich in den Vordergrund. Lassen keinen Raum für anderes. So ist aus der ersten Wimpelkette nichts geworden und irgendwie war es noch nicht die richtige Zeit für uns und die Wimpel. Denn seit dem habe ich keinen erneuten Versuch gestartet. Zwar habe ich hier und da von tollen Wimpelketten gelesen. Sie auf Fotos bestaunt. So auch ab und zu überlegt. Aber es sollte der Regenbogenzauber sein, der mich in den Bann zieht und mich antreibt.

So stiefelte ich gestern nach der Vorlesung noch eine Runde durch die Stadt. Zum Bastelladen Filz kaufen und in das Kaufhaus, wo es hier die Grundausstattung an Nähutensilien gibt. Unterwegs noch schnell zum Bäcker und dann flott nach Hause. Eigentlich wollte ich ja noch ein bisschen an den Schreibtisch bevor ich den kleinen Mann abholen musste. Doch irgendwie war die Lust zum Basteln, Nähen und Schneiden größer und die Zeit auch nicht mehr ganz so reichlich. So schnitt ich die ersten Filzwimpel zu. Genoss die sommerlichen Temperaturen auf unserer Terrasse. Schnell und einfach ging es von der Hand. Schon waren alle Wimpel zurecht geschnitten. Und als dann der kleine Mann seinen Mittagsschlaf hielt, zog es mich wieder zu den Wimpeln, zu Nadel und Faden. Denn wenn schon einfach, dann auch richtig. So sollte es auch eine von Hand genähte Wimpelkette werden. Dieses kleine bisschen mehr Zeit wollte ich dann doch investieren. Aber auch das ging erstaunlich schnell. Ohne Hast und Eile stichelte ich so vor mich hin, ließ meine Gedanken nebenbei kreisen und schon war ein Wimpel nach dem Anderen an seinem Platz.

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Nun kann der Regenbogensommer kommen. Und wer weiß? Vielleicht mit noch viel mehr Regenbögen auf die eine oder andere Art.

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Ach ja und Puh

… Inhalte, die trotz stunden-, tage-, ach bald wochenlanger Reherhe nicht gefunden werden wollen

… Die Erkältung, die mich nach einer halben Woche Alltag schon wieder nervt

… Wäscheberge die trotz körbeweiser Wäscherei nicht weniger werden wollen

… Der grippale Infekt des Herzensmannes, der ihn k.o. macht und mir auch am Wochenende keine Pause gönnt

… Hochschulkram, der erledigt werden muss und die Zeit fehlt

… Abgabetermine, die näher rücken und mir Stress bereiten

… Ein kleiner Mann, der viel Aufmerksamkeit und meine Nähe braucht, am Liebsten nur auf meinem Arm sein möchte (11kg oder so sind ganz schön schwer mit der Zeit)

Und noch viel mehr, was mich gerade nervt. Mir Kraft entzieht, wo nur noch wenig da ist. Da fragt man sich wieso, weshalb, warum. Und immer wieder wie. Wie wird das im September mit zwei kleinen Würmern.

Doch zwischendrin und unverhofft gibt es schöne Sachen.

:Ein Jungpflanzenmarkt, bei dem man aus dem vollen schöpfen kann und sich zurück halten muss, da der Garten eigentlich schon voll geplant ist.

:Der Besuch der Schwester und ihres Freundes, nach dem im Garten unverhofft doch noch mehr Platz für Gemüse geschaffen ist.

:Sonne, Wind nur ohne Meer aber es fühlt sich an wie am Meer

:Der kleine Mann, der sich freut und lacht, wenn er die Nachbarsjungs sieht, wenn er den Puppenwagen vom Kinderzimmer durch den Flur in die Küche schiebt.

:Pflanzkartoffeln, die extra für uns doch noch geliefert werden.

Viele Dinge über die ich mich freuen kann, dankbar bin. Ich muss sie mir nur bewusst machen. Mich nicht von den nicht so tollen Sachen blenden lassen. Die Augen öffnen und dankbar sein. Dankbar dafür, dass es immer so viel Schönes gibt. Dass es eigentlich nie ein Tag gibt, an dem ich mich nicht über irgendetwas freue, an dem ich nicht lache. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht dankbar dafür bin, dass der kleine Mann bei uns ist. Keinen, an dem ich nicht erneut staune über das Wunder des Lebens.

Nur manchmal fühlt sich alles so unendlich schwer und unglaublich viel an. Manchmal ist die Erschöpfung so groß, das sie am Morgen immer noch da ist, sich nicht weg schlafen lässt. Dann fühlen sich die Tage nicht so leicht und glänzend an, wie die Perlen an einer Perlenkette. Eher wie riesige Felsbrocken, die auf meinem Rücken verteilt wurden. Doch auch Felsbrocken haben schöne Seiten. Man kann auf sie raufklettern und die Aussicht genießen. Nur ist manchmal der Aufstieg echt mühsam. Doch es lohnt sich immer wieder. Und so werden wir auch diese Tage bewältigen. Heute lockt schon ein Aussichtspunkt. Ein Abend in der Sonne auf der Terrasse mit der ersten Salaternte auf dem Teller. Man muss nur die Augen von den Füßen und dem steinigen Weg heben und die Aussicht genießen.

Mein Sommersemestermontag

Seit dem Sommersemester ist Montags immer der Putztag. Vorher haben wir oft am Wochenende sauber gemacht oder ich habe es schon vorher, also Freitags versucht. Aber so richtig gut hat das immer nie geklappt und wir waren immer unzufrieden. Entweder war es noch ein zusätzlicher To-Do-Punkt am Wohenende, wo wir eigentlich noch so viel anderes machen wollen. Dann ließen wir es auch öfter mal ausfallen… Naja insgesamt war das richtige (also mit wischen usw.) Saubermachen immer ein Thema bei uns.

Da passt es im Sommersemester ganz wunderbar, dass ich Montags erst spät (11:30) Vorlesung habe. Der kleine Mann verlässt meistens schon mit dem Herzensmann das Haus. Wenn nicht, bringe ich ihn spätestens um neun zur Tagesmutter. Genug Zeit also einmal ordentlich durch die Wohnung zu fegen und alles wieder schön zu machen. Dann wird gesaugt und geputzt, gewischt und geschrubbt was das Zeug hält. Bis alles wieder gemütlich ist.

Dann düse ich in die Hochschule, lerne fleißig bis 13:00. Und habe noch eine Stunde Mittagspause danach. Na, meistens ist sie kürzer, da ich mich noch mit Kommilitonen verquatsche. Um zwei hole ich den kleinen Mann wieder ab und es beginnt unsere gemeinsame Zeit. Der Nachmittag gehört ihm. Wir machen kleine Ausflüge, gehen auf den Spielplatz oder werkeln im Garten. Die momentane Lieblingsbeschäftigung: Gießen. Am Liebsten mit der großen Gießkanne.

So war mein Tag auch heute. Eigentlich. Neben dem vormittäglichen Putzen stand auch noch Einkaufen und Wäsche waschen auf dem Programm. Also war der Plan alles zügig ab zu arbeiten. Der kleine Mann beschloss heut Morgen erst mal auszuschlafen. So brachte ich ihn zur Tagesmutter und konnte anschließend den Einkauf erledigen. Montagmorgen gegen 9:30 ist das ganz erträglich. So blieb mir zwar nicht mehr so viel Zeit für den Rest, aber eine gute Organisation ist alles. Plan: Wäsche in die Waschmaschine, sauber machen, Wäsche aufhängen und ab in die Hochschule. So ähnlich lief es dann auch. Zu Anfang. Die Wäsche war in der Waschmaschine. Nur diese wollte nicht waschen. Sie zeigte mir nur die ganze Zeit an, dass das Demoprogramm laufen würde. Ich wollte aber kein Demoprogramm, ich wollte gewaschene Wäsche. Ich klickte mich durch das Hilfemenü und suchte und suchte. Ich schaltete die Maschine aus und wieder an. Nichts half. Immer war da dieses blöde Demoprogramm. Kurz vor der völligen Entnervtheit beschloss ich erst ins Internet zu schauen und notfalls dann beim Service anzurufen. Dem Internet sei dank, ich kann wieder waschen. Ich fand ganz schnell was ich suchte. Eine Tastenkombination, auf die ich selber nie gekommen wäre. Der kleine Mann hatte beim Rumspielen die Demogeschichte aktiviert. Nur mit dem Deaktivieren hat es etwas gedauert. Ja, mit Kindern kann man was erleben. So blieb für die eigentliche Montagsaufgabe nur noch wenig Zeit. Aber irgendwie hat es dann doch noch gepasst. Wie meistens.

Barcelona mit Kind

Schon eine ganze Weile ist es her, gefühlt eine Ewigkeit. Doch den Bericht über unser Wochenende in Barcelona möchte ich euch nicht vorenthalten.

Unterwegs waren wir von Mittwoch bis Sonntag. Am frühen Nachmittag ging unser Flieger. So konnten wir entspannt nach meiner letzten Prüfung am Vormittag noch letzte Vorbereitungen treffen. Den kleine Mann holte ich von der Tagesmutter ab und wir trafen uns direkt am Bus mit dem es zum Flughafen Stuttgart ging.

20140421-091548.jpgAn Mittagsschlaf war bei dem kleinen Mann erstmal gar nicht zu denken. Alles war viel zu spannend und interessant. So schlief er dann beim Starten auf meinem Schoß ein und wachte erst beim Landeanflug wieder auf.

In Barcelona angekommen machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Wir hatten über airbnb ein schönes Zimmer im sehr netten Viertel El Born gefunden. Die Vermieter waren selber gerade unterwegs, so dass wir letztendlich die Wohnung für uns hatten. El Born ist ein kleines Viertel mit reichlich Nachtleben. Es gibt viele kleine Bars und Restaurants. Nachts ist da definitiv mehr los als am Tag. Das bekamen wir aber nur mit, wenn der kleine Mann mal wach wurde. Ansonsten konnten wir immer sehr gut schlafen. In der Parallelgasse von unserer gab es ein spanisches Take away und so gab es an zwei Abenden spanische Leckereien am Küchentisch und der kleine Mann konnte zur gewohnten Zeit ins Bett gehen.

Donnerstag
An unserem ersten Tag in Barcelona schlenderten wir durch die Stadt. Wir sahen uns unser Viertel mit der schönen Església de Santa Maria del Mar an. Wanderten weiter bis zum Barri Gótic mit der großen Kathedrale “la Catedral”. Und stießen gegen Mittag auf die Straße in Barcelona la Rambla.

20140421-094325.jpgEsglésia Santa Maria del Mar

Überall ging ich mit offenen und auch staunenden Augen entlang. Den nur zwei Stunden Flug von uns entfernt ist doch alles so anders. Das Wetter war Ende Februar ein Traum. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Die Menschen tummelten sich auf den Straßen. Die Vegetation mit Palmen und Kakteen, Orangenbäumen in Parks und auf Plätzen ist faszinierend. Die Architektur so wie man sie sich in Spanien vorstellt. Und so ist ganz schnell ein Urlaubsgefühl da, obwohl es nur für ein paar Tage ist.

Von den Ramblas aus gingen wir ein bisschen in das Viertel El Raval um von hinten an den Mercat de la Boqueria zu gelangen. Dort gab es für unser Nachmittags Picknick noch etwas Obst und einen frischen Smoothie von dem auch der kleine Mann kosten durfte.

20140421-095606.jpgDenn Nachmittag verbrachten wir am Strand mit ausruhen, frischem Obst und im Sand spielen. Bevor wir uns auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit und den Rückweg machten. Am Abend waren wir alle erschöpft und etwas benommen von den vielen Eindrücken, der frischen Luft und der Sonne.

Freitag
Am Freitag ließen wir es dann etwas ruhiger angehen, nicht von der Aufstehzeit her, die ist fest mit Kind. Aber wir wollten etwas weniger Menschen und Autos. So wollten wir auf den Montjuïc. Ein Berg innerhalb der Stadt mit großem Park, dem Estadi Olimpic, einem Castell und vielem mehr. Ein Highlight ist auch die Seilbahn mit der man vom Hafen auf den Montjuïc fahren kann. Von der hat man einen grandiosen Blick über die Stadt, besonders am Morgen.

20140421-100749.jpgSo schlenderten wir durch den Park, besichtigten das Olympiastadium, genossen das fantastische Wetter, picknickten und ließen es uns gut gehen. Hinab ging es über viele Treppen zum Plaça de Espanya vorbei am Pavillon von Mies van der Rohe. Auf dem Weg zurück machten wir noch Abstecher in den Apple Store am Plaça de Catalunya und in ein Outlet vom Label Skunkfunk. Auf dem Rückweg kamen wir zufällig an einer kleinen Bierbar vorbei “Ale & Hope”. Der große Mann war ganz begeistert und so schickte ich ihn alleine zu einem nächtlichen Umdrunk los.

20140421-101745.jpgAm nächsten Morgen war er zwar noch etwas müde, aber auch seelig so eine tolle Bierbar entdeckt zu haben mit lauter ausgewählten Bieren.

Samstag
An unserem letzten Tag sahen wir noch ein bisschen Architektur an. Am Vormittag machten wir uns auf um die Sagrada Familia zu besichtigen. Allerdings war uns die Schlange dann doch etwas zu lang. So testeten wir das online buchen ohne vorherigem Ausdrucken der Tickets. Eine fantastische Idee. So kamen wir schnell zur gewünschten Zeit in die Kathedrale. Für alle die etwas besser planen als wir, es wird eigentlich gebeten die Tickets aus zu drucken, aber der Strichcode auf dem Smartphone oder Tablet wird auch akzeptiert. Durch das online Buchen kann man sich vor allem mit Kind ewige Warterei in der Sonne ersparen. Wir gönnten uns auch jeweils ein Audioguide. Absolut empfehlenswert. So erfährt man doch so einiges über den Bau, die Architektur und Gaudís Intentionen und man ist unabhängig. Man kann Titel überspringen, Kurzfassungen oder ausführlichere Varianten anhören. Perfekt. Der kleine Mann nutzte die Zeit für ein Schläfchen.

Nach diesem touristischen Hotspot wollten wir uns noch im Park Güell den Nachmittag vertreiben. So fuhren wir ein Stück mit der Metro bis zum Viertel Grácia. Dort fanden wir ein netten kleinen Platz mit Spielplatz, wo wir uns ein paar Tapas zur Stärkung gönnten. Der kleine Mann war seelig über den Spielplatz und die anderen Kinder.

20140421-104910.jpgDann machten wir uns an den Aufstieg zum Park Güell und durften feststellen, das auch dieser inzwischen touristisch total erschlossen ist (wer hätte das gedacht). Der Herzensmann war etwas überrascht. Konnte er noch vor einigen Jahren, als er schonmal in Barcelona war, frei durch den Park gehen und sich das Werk Gaudís ansehen, mussten wir diesmal ein trickst lösen und warten bis wir hinein durften. Jede halbe Stunde darf wieder ein Schwung Menschen hinein, damit es nicht zu viele werden. Aber das Warten lohnte sich auf jeden Fall. Spätestens hier wurde ich von Gaudís Architektur absolut begeistert.

Am Abend trafen wir uns noch mit einer alten Freundin, die in Barcelona wohnt, zum Tapas essen in der Bär in unserem Nachbarhaus. So konnte ich, als es für den kleinen Mann wirklich zu viel und zu spät wurde, einfach mit ihm nach oben gehen und wir vielen beide müde ins Bett. Der große Mann genoss noch einmal ein bisschen Nachtleben, bevor es am nächsten Tag wieder zurück nach Hause ging.

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Freihändig

Die Ostertage sind für den kleinen Mann zu richtigen Trainingstagen geworden. Denn er läuft. Freihändig. Oft möchte er noch die Hand zur Sicherheit, aber es geht auch ohne. So läuft er während des Kochens in der Küche hoch und runter. So kann es passieren, das die Schlafzimmertür aufgeht und der kleine Mann mit Bauklötzern oder ähnlichem beladen zur Tür herein kommt. So läuft er auch den ganzen Flur entlang (vielleicht sieben/ acht Meter) bis in die Küche und freut sich dort den Papa zu sehen. Immer wieder steht er frei auf und wagt so viele Schritte wie möglich. Lässt sich auf den Hintern plumpsen und fängt erneut an. Es ist herrlich zu beobachten.

Das Laufen ist schon eine Weile ein Thema beim kleinen Mann. Am Anfang wollte er unbedingt laufen. Das ging aber nur an zwei Händen. So verlangte er regelmäßig unsere Hilfe, damit er laufen konnte. Er sagte auch immer ganz klar und deutlich wann er nicht laufen wollte. So lief er mit unserer Hilfe in der Wohnung oder auf dem Fußweg kurze Strecken. Irgendwann reichte ihm eine Hand. Die Strecken wurden länger und das Verlangen größer. Oft wollte er laufen und nicht mehr im Kinderwagen sitzen und so wurden die Spaziergänge langsamer. Im Garten und bei Nachbars muss immer erstmal die Standardrunde gemacht werden. Muss ja auch alles seine Ordnung haben. Zwischendurch gab es hier Wutanfälle vom Feinsten. Gründe? Keine Ahnung. Seit er die ersten Schritte frei läuft sind sie wie weg geblasen. Und so haben wir bald kein Krabbelkind mehr sondern nur noch ein Laufkind. Viel Spaß beim Welterkunden auf deinen eigenen zwei Beinen kleiner Mann.