Stück für Stück

Ich habe mich anstecken lassen. Nein, ich bin nicht krank. In meinem Kopf spukt eine neue Idee. So ganz neu ist sie nun auch wieder nicht. Ich habe schon oft davon gehört und fand sie ganz schön krass. Radikal vor allem. Zero Waste heißt diese Idee, drüber gestolpert bin ich beim Durchblättern einer älteren Nido-Ausgabe. Kein Müll – Keine Verschwendung. 

Angefixt. Also heute gleich ausprobieren. Wir mussten auf den Markt. Kein Problem, denn Eierpappen und Stoffbeutel nehmen wir sowieso mit. Und der Fisch? Wir nehmen wie im Artikel eine Dose mit. Mal schauen wie die Fischfrau reagiert. Am Stand erkennt sie uns gleich wieder, denn wir kaufen regelmäßig bei ihr ein. Als ich die Dose auspacke freut sie sich. Natürlich mache sie das. Ihre Kunden in Tübingen hat sie schon so erzogen, erzählt sie uns. Also Filet und einen ganzen Fisch rein Deckel zu. Fast kein Problem. Die Dose ist etwas klein, denn ich hatte vergessen, das der kleine Mann sich einen ganzen Fisch zum Grillen gewünscht hatte. Also das nächste Mal eine Nummer größer.  

 Ja, es ist eine Plastedose. Alles stelle ich nicht gleich auf den Kopf. Stück für Stück. 

Etwas Neues

  
Neue Maschen habe ich bereits am Donnerstagabend angeschlagen. Inzwischen ist das Jäckchen etwas gewachsen. Es tut gut wieder ein kleines Strickstück zu haben. Eines mit Bestimmung. Es wird eine Puerperium für einen kleinen Jungen. Noch ist er keine zwei Wochen alt. Für ihn stricke ich nun in freien Minuten. Gute Gedanken und Wünsche stricke ich mit ein, so wird er gut umhüllt sein. Geschützt und Geborgen in dieser neuen Welt. So kann etwas Neues gut beginnen. 

Großgrundbesitzer

Wir sind unter die Großgrundbesitzer gegangen. Zumindest der kleine Mann. Er bekam zum Geburtstag einen Traktor mit Anhänger geschenkt. Passend zu den Tieren aus Holz. Nun fehlte nur noch der Hof dazu. Seit heute gibt es eine tolle Scheune. Und regelmäßig die Frage: “Kannst du noch mit mir mit dem Bauernhof spielen, Mama?”

   
   
Das ist schon eine tolle Scheune. Die Wiese für die Tiere hat im Laufe des Tages auch noch Gras und einen Muscheltrog bekommen. Ab und zu sind sie ausgerissen oder mussten schlafen. Schlecht geht es ihnen auf keinen Fall und langweilig kann ihnen auch nicht werden, bei der Artenmischung auf einer Weide. 

    
  

 

Kuscheliger Winterschlafsack

Seit einer ganzen Weile liegt hier ein wunderbar weicher Bio-Wollfleece bereit. Schon beim Kauf wusste ich, was daraus werden sollte. Ein Schlafsack für das Septembermädchen. Denn Schlafsäcke besitzen wir nicht wirklich. Von warmen Winterschlafsäcken ganz zu schweigen. Der kleine Mann schläft schon immer unter einer Bettdecke. Ihn hätte ich nur ungern in einen Schlafsack gepackt. Auch das Septembermädchen schläft noch nicht so lange in einem Schlafsack. Erst seit sie ungefähr neun Monate alt ist. Davor schlief sie immer nah bei mir unter meiner Beddecke. Noch ein Schlafsack wäre da viel zu warm gewesen. Doch seid sie Nachts nicht mehr stillt und in ihrem Bett schläft, schläft sie im Schlafsack. Denn eine Decke mag sie gar nicht. Die wird sofort weg gestrampelt. 

So kam sie zu ihrem Sommerschlafsack. Doch der ist nun schon länger zu kühl. Auch mit langem Schlafanzug ist das nicht mehr möglich. Und so habe ich schon lange auf meiner Liste stehen: Schlafsack nähen. Vor ein paar Tagen war es dann so weit. Das Schnittmuster hatte ich mir schon zurecht gebastelt. Die Armausschnitte und den Hals habe ich von einem Kleidchen abgenommen, die Länge und die Form unten vom Sommerschlafsack. Schnell war der Stoff zugeschnitten, die Seitennaht genäht, den Schlitz für den Reißverschluss ein geschnitten. Dann bin ich los um den perfekten Reißverschluss zukaufen. Am nächsten Tag konnte ich ihn in der Mittagspause einnähen. Fertig. Ein einfacher kuschelweicher Winterschlafsack.  

 Er ist kein Meisterwerk an Nähkunst. Auch der Zuschnitt ist nicht perfekt. Aber er ist warm und wurde inzwischen schon benutzt und für gut befunden. Außerdem besitzt er ein kleines Detail, für windelfrei-Kinder perfekt. Ein Reißverschluss der zu beiden Seiten auf geht. So kann der Schlafsack an bleiben, wenn sie Nachts aufs Klo muss. Warum das nicht alle Schlafsäcke haben ist mir schleierhaft. 

 

Advent, Advent, …

Nicht mehr lang und es ist Adventszeit. Heute beim Gang in die Stadt sahen wir die Lichter überall. Die ersten Weihnachtsmarktbuden sind aufgebaut und die Tannenbäume, die Schulen, Kindergärten und Seniorenheime schmücken, stehen auch schon. Der kleine Mann fragte mich die letzten Tage auch schon mehrmals “Ist jetzt Weihnachten, Mama?” 

Auch bei uns ist die Weihnachtsstimmung angekommen. Wir lesen Weihnachtsgeschichten vor, von Astrid Lindgren, Findus und Pettersson oder die Weihnachtsgeschichte. Der kleine Mann hat bereits zwei Mal Plätzchen gebacken. Jedes Mal ohne mich, bei meiner Schwester und der Tagesmutter. Und auch ich habe es mir für die nächsten langen Nachmittage vorgenommen. Der Küchenschrank wurde bereits mit allen wichtigen Zutaten befüllt. Seit vorgestern ist auch schon die erste Weihnachtsdeko in unsere Wohnung gekommen. Gemeinsam mit dem kleinen Mann habe ich unseren Jahreszeitenast im Wohnzimmer geschmückt. Die Hühner von Ostern – ja wirklich, soviel zu Jahreszeitendeko – durften  schlafen gehen. Nun schauen uns unsere Wichtel und Sterne und ein paar schöne Holzanhänger an.  

 
Heute Vormittag ergab sich dann die Möglichkeit für die Adventskalenderfüllung zu sorgen. Ich habe lange hin und her überlegt, was am Besten für beide Kinder geeignet ist. Letztes Jahr gab es Nüsse, Rosinen und getrocknete Bananen. Das hätte ich dieses Jahr gerne wieder so gemacht, aber das Septembermädchen kann diese Sachen noch nicht so gut essen. Nüsse und Rosinen lutscht sie bis jetzt nur. Bananenchips sind auch noch etwas hart. Also hab ich mich auf die Suche nach Alternativen gemacht. Als erstes fielen mir die kleinen Knusperbrezeln ein. Auch klein und lecker sind Mini-Reiswaffeln. So machte ich mich auf die Suche und wurde im Bioladen und im Edeka fündig. Mit ins Beutelchen kommen kleine Kekse und Mini-Früchteriegel. 

 Da werden sich beide jeden Tag über die kleine Überraschung freuen. Am Wochenende werde ich dann die Beutelchen und Klammern von letztem Jahr aus den Kisten holen und befüllen. Ich freu mich schon sehr auf die neugierigen und glücklichen Kinderaugen. 

“Laterne, Laterne…”

Heute ist Martinstag. Bei vielen wird heute ein Martinsumzug oder Laternenumzug sein. Wir sind schon gestern gelaufen. Der kleine Mann ist schon lange ganz wild auf das Laternenlaufen gewesen. Er hat es im Herbst-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner entdeckt und seit dem möchte er auch. Nun war es endlich soweit. 

Doch was braucht man zum Laternenumzug, richtig eine Laterne. Also haben wir noch eine schöne Herbstlaterne gebastelt. Am Anfang gab es eine tolle Kleisterei. Wir haben verschiedenfarbiges Transparentpapier auf ein weißes geklebt. Da konnte auch der kleine Mann fleißig mit helfen.   

   
Nun musste dieser Herbstlaubregen erstmal trocknen. Am nächsten Tag ging es dann weiter. Inzwischen hatten wir uns auch für eine Form entschieden: eine Igel-Laterne sollte es werden. Also die Igelform auf braunes festes Tonpapier gemalt und ausgeschnitten. Der kleine Mann wollte selbstverständlich auch etwas schneiden. So durfte er die Reste noch etwas klein schneiden. Dann wurde der Transparentbogen zugeschnitten und eingeklebt. Zwei kleine mit bunten Blättern bestückte Igelnasen guckten uns an.  

 Dann mussten die Seiten nur noch mit dem Mittelsteg verbunden werden, Draht dran und Teelicht rein. Schon konnte es losgehen. Der kleine Mann trug sie sehr stolz. Seine Igel-Laterne.  

 Leider war der Wind zu stark, so dass wir die Kerze erst gar nicht an machten, da sie eh direkt wieder aus geblasen worden wäre. Da sind dann kleine elektrische Stäbe doch besser und da die meisten Kinder diese hatten, waren einige Laternenlichter unterwegs.   
  

Eisblau für den Winter

Es war schönster Sommer. Ich war fertig mit meinem Studium und wollte mal wieder richtig Stricken. Da begann ich mit einem wunderbaren Projekt für das Septembermädchen. Damals hab ich noch an ein Geburtstagsgeschenk für sie gedacht. Für kühlere Herbsttage auch schon gut geeignet. Das dieser Pulli mich so lange begleiten würde habe ich nicht gedacht. Doch die letzten Wochen und Monate war meine Stricklust dann doch nicht immer so groß. Oder es gab noch so viel anderes zu tun. 

Dieser Pullover ist mit mir schon viel gereist. Bei meinen Eltern habe ich mit viel Anfangseuphorie abends auf dem Balkon gestrickt. In Frankreich war er auch mit. Dort habe ich das Rückenteil vollendet. Und vor zwei Wochen wurde der letzte Ärmel auf den Fahrten nach und von Plauen fertig gestrickt. An vielen Orten hat er mich begleitet. Am längsten musste er auf dem Sofa liegen und warten. Inzwischen kann er das vollendet.  

 Das Strickmuster ist schön und simpel. Das auseinander gezogene Perlmuster liebe ich. So zieht es sich nicht ganz so doll zusammen und wirkt nicht so dick. Die Wolle “Cool Wool” von Lana Crossa habe ich bei einem meiner Wollladenbesuche entdeckt. Perfekt für das Septembermädchen und ihre strahlend blauen Augen. Gefunden hab ich die Anleitung in dem Buch “Bezaubernde Babymaschen”. Eigentlich heißt es da “Pulli im Fantasiemuster”. Am Anfang habe ich mich kurz gewundert, warum mein Muster ganz anders aussieht als auf dem Bild, denn ich habe es genau nach Anleitung gestrickt. Nun, nachdem der Pullover fertig ist, stelle ich fest, dass da ein Fehler in der Strickschrift ist. Die Korrektur habe ich nun im Internet gefunden. Kurz hab ich mich geärgert. Doch ich liebe diesen Pulli so wie er ist. Mit den zwei unterschiedlichen Knöpfen wird er noch mal lebendiger. Da ist es gut, wenn man eine große Knopfsammlung geerbt hat, in der man dann mal stöbern kann. 

 Ja, ich bin ein bisschen Stolz und sehr glücklich über diesen Eisblauen Winterpulli. Jetzt kann er kommen. Der eisige und blaue Winter.  

 Und mit dem korrigierten Muster werde ich wohl einfach noch ein Pulli stricken. Denn das eigentliche Muster gefällt mir immer noch sehr gut. 

Der Herbst ist da

Schon eine Weile ist der Herbst da. Mit kühlen Morgen, Nebelschwaden und dem Geruch nach reifen Äpfeln. Die Mützen werden früh beim raus gehen nicht mehr vergessen. Das Septembermädchen hat nun schon eine Strumpfhose an. Beim Krabbeln auf dem Boden ist es noch mal kälter. Der kleine Mann hat neue Herbstwinter-Schuhe. Auch ich kuschel mich ein, in eine neue Lieblingsjacke aus Schurwolle in den tollsten Herbstfarben. Genieße so eine wunderschöne Jahreszeit. 

Seit heute ist auch ein kleines Stück Herbst ins Kinderzimmer gezogen. Nun leuchten die Herbstfarben vom Fenster herein. Die Blättergirlande freut den kleinen Mann sehr. Er hatte sie sich gewünscht. Nun schmücken die Blätter der Zaubernuss sein Zimmer.  

 
Für alle die auch eine basteln wollen. Man braucht schöne bunte Blätter und einen Bindfaden. Die Blätter einfach an den Faden knoten. Dafür sollten die Blätter einen kräftigen Stiehl haben. 

Sommer konservieren

Auch wenn man es sich dieser Tage kaum vorstellen kann, irgendwann kommt wieder nicht so schönes Wetter. Es wird grau und trüb. Wie schön wäre es dann, einfach ein Glas Sommer öffnen zu können. Um nur kurz den Geruch, Geschmack und das Gefühl wieder zu haben wie es jetzt ist.  

Damit wir wenigstens ein klein bisschen Sommer mit übers Jahr mit nehmen können, war ich die letzten Tage beschäftigt. Sehr. Trotz Hitze habe ich gekocht und nun den Schrank wieder voll. Voll mit dem Geschmack vom Sommer. Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Sauerkirschen. Leckere Marmelade, die uns so manchen Tag versüßen wird.