Hochsensibilität

Seit ein paar Wochen weis ich es. Ich habe den Selbsttest gemacht. Ich bin hochsensibel. Eine hochsensible Person (HSP). Seitdem habe ich häufiger Aha-Erlebnisse. Denke mir “Ja genau so ist es” oder “Deswegen ist das bei mir so”. Verstehe mich mehr.

Jeder Mensch möchte durch seine Umgebung stimuliert werden. Ist die Anregung zu wenig ist man gelangweilt. Ist sie hingegen zu viel, fühlt man sich überfordert. Das Maß an Reizen, bei dem man sich wohl fühlt ist bei jedem Mensch unterschiedlich. Doch es gibt eine Bandbreite, bei der sich die meisten Menschen wohl fühlen, angenehm stimuliert werden. Eine HSP reagiert sensibler auf ihre Umgebung als es ‘normale’ Menschen machen. Sie nimmt mehr wahr. Fühlt sich deswegen eher überfordert. Dies kann auf verschiedenen Ebenen bzw. Bereichen sein. Es werden dadurch drei verschiedene Typen unterschieden. Der sensorisch sensiblen Typ reagiert feiner in seiner Sinneswahrnehmung. Dadurch ist dieser Typ eher lärmempfindlich. Irritiert von zu vielen Eindrücken. Doch er kann auch Vorteile haben. Oft sind diese Menschen musisch oder künstlerisch begabt. Dann gibt es den emotional sensiblen Typ. Dieser reagiert besonders fein auf zwischenmenschliche Beziehungen. Er nimmt Untertöne in Gesagtem, Sympathien und Antipathien besonders war und hat oft eine sehr gute Intuition. Der dritte Typ ist kognitiv sensibel. Dieser Typ hat ein starkes Logikverständnis. Er denkt in sehr komplexen Zusammenhängen und hat oft eine Begabung im wissenschaftlichem oder technischen Bereich.

Zwischen Hochsensiblen gibt es viele Unterschiede. Es gibt kein schwarz-weiß Muster, sondern eine Bandbreite an Grautönen. Jeder Hochsensible mit seinem eigenen Ton. Das heißt, die Ausprägung ist unterschiedlich. Wie stark ist man hochsensibel. In welchem Bereich ist man hochsensibel und vor allem wie geht man damit um. Es gibt Hochsensible, die sind überfordert, können sich nicht akzeptieren und isolieren sich. Andere ignorieren ihre Sensibilität. Versuchen irgendwie damit zu leben. Und dann gibt es solch, die sie nutzen. Daraus ihre individuelle Stärke machen.

Ja,und ich? Was ist bei mir jetzt anders, seit ich weiß, dass ich hochsensibel bin? Nicht viel. Und doch eine ganze Menge. Schon immer bin ich ein bisschen ‘anders’. Ich mochte nie (und werde es wahrscheinlich auch nie mögen) so richtig weg gehen. Disco. Kneipen. Bars. Laute Musik. Viele Menschen. Rauch. Und was sonst noch so dazu gehört. Für mich ein Graus. Gruselfilme. Krimis. Actionfilme. Nicht mit mir! Bloß nicht. Manche Musik. Manche Gerüche. Boah. In neuen Situationen, besonders mit vielen unbekannten Menschen fühle ich mich nicht wohl, nicht sicher. Manchmal habe ich mich dann doch überwunden irgendetwas mit zumachen. Den Film mit zusehen. Mit Abends weggehen. Doch ich habe mich unwohl gefühlt. Überfordert. Und bei manchen Filmen weiß ich noch genau die Stelle, wo ich die Augen zu machen muss. Der Ton reicht schon aus. Am Besten auch noch Ohren zu halten. Andere Situationen kann man üben auszuhalten. Nicht so unsicher zu sein. Das ‘anders’ sein hat mir nicht geschadet. Ich habe mich so akzeptiert. Ich war und bin halt einfach so. Egal ob hochsensibel oder nicht. Doch es gab auch oft genug Situationen, Momente in denen ich an mir gezweifelt habe. Mich nicht akzeptieren konnte. Mich in meiner Hut nicht wohl gefühlt habe. Nur einmal ganz dazu gehören. Auch die Geschichten von dem letzen Filmabend nicht nur aus Erzählungen zu kennen. Die Stories vom Wochenende in dieser und jener Bar mit erlebt zu haben. In diesen Momenten war ich bis jetzt einfach nur ‘anders’. Jetzt bin ich hochsensibel. Nicht für die Anderen. Sondern für mich. Ich habe jetzt eine Erklärung. Brauch nicht mehr an mir zweifeln. Mich fragen “Warum bin ich so und nicht so?” Es tut mir deswegen gut zu wissen, dass ich hochsensibel bin. Zu wissen, dass das nicht nur mir so geht. Zu wissen, dass das gut so ist. Nun kann ich noch mehr meine Stärke daraus ziehen. Mein Gespür für andere Menschen noch mehr verfeinern. Mein logisches Denkvermögen im Studium voll aus nutzen. In den Naturwissenschaften genauso wie in der Technik. Situationen, bei denen ich vorher schon weiß, dass sie mich überfordern werden, versuchen zu meiden. So wie vorher auch.

Es hat sich also nicht viel geändert. Nur das ich jetzt eine Erklärung habe. Für mich.

Die letzten zwei Wochen

Seit dem Wochenende hat der kleine Mann nun drei Zähne. Habe ich mich bei den ersten beiden Zähnen noch gefreut, wie schön einfach und ohne Probleme das ganze ablief, weiß ich nach der letzten Woche wie es so sein kann. Mit dem Zahnen. Am Tag war der kleine Mann ganz aufgeweckt. So wie immer. Etwas anhänglicher, aber sonst nichts auffälliges. Hat fleißig auf allem rum gekaut. Nichts besonderes also. Nur manchmal, da weinte er einfach so ohne ersichtlichen Grund. In der Nacht ging es dann los. Alle zwei Stunden war irgendwas. Manchmal schrie er im Schlaf. Musste aufs Klo. War unruhig oder er wollte Nuckeln. Ganz schön anstrengend. Vor allem da wir sonst sehr entspannte Nächte haben. Wenn alles normal ist muss er nachts nicht mehr aufs Klo. Nur was trinken. Außerdem schläft er soweit durch. So hatten wir letzte Woche das totale Kontrastprogramm. Mit bis zu drei mal nachts aufs Klo gehen und so weiter. Das machte auch dem kleinen Mann ganz schön zu schaffen. Er schlief am Tag wieder mehr. Sah ganz schön fertig aus. Chamomilla musste her. half auch, den Zahnungsschmerz ein bisschen zu lindern. Das Wetter lässt auch zu wünschen übrig. Ich meine wir haben inzwischen Juli. Hallo!? Es regnet, ist kalt und so überhaupt nicht Juli sommerlich. So dass wir nicht so viel draußen sein können und konnten wie wir das sonst so machen. Mir fehlte der Ausgleich, die frische Luft.
Ob es an der fehlenden frischen Luft liegt oder gerade eine Phase ist. So wie alles im Leben. Besonders im Leben eines Kleinstkindes. Ich weis es nicht. Ist auch egal. Denn seit dem Zahnen ist auch das Einschlafen schwerer. Vom bettfertig Machen bis zum Schlafen braucht er im Moment 1 1/2 Stunden. Mindestens. In der Zeit muss Mann dann noch 3-4 mal aufs Klo. Bis er dann endlich eingeschlafen ist kann es schnell um neun, halb zehn werden. Zu spät für einen kleinen Mann, der um sechs wieder wach ist. Und zu spät für mich. Denn ich brauche die ein bis zwei Stunden Pause bis ich selber ins Bett falle.
So sind wir geschafft in die neue, diese Woche gestartet. Mit einer schönen Sonntagswanderung, das Wetter direkt aus genutzt. Die kleinen Zeichen für das Kommende ignoriert. Ein bisschen zumindest. Die Nase lief beim kleinen Mann schon. Aber nichts schlimmes. Bei ihm zumindest. Bei mir hat es ordentlich eingeschlagen. Nase zu, Ohren schmerzen und der Kopf drückt. Schlapp häng ich da. Am Liebsten nur schlafen, schlafen, schlafen. Nur für mich. Ohne ein Baby, was nuckeln möchte, rum wurschtelt oder oder oder. Doch das ist nicht drin. Und so liegen wir im Bett. Ich ganz ruhig, er zappelnd, drehend und was weiß ich noch alles. Nach zwei Tagen krank habe ich schon keine Lust mehr. Hab die Nase voll. Will gesund sein. Sofort! Bitte schön.
Aber wenigstens regnet es draußen. Da ist im Bett sein schon nicht mehr ganz so schlimm.

U5 Update

Heute war wieder ein Kindcheck. Alles ist in bester Ordnung. Wie erwartet. Schnell kamen wir dran. Und schnell waren wir auch wieder draußen. Zum Glück, denn die Schlange an der Anmeldung war ganz schön lang.
Der kleine Mann hat jetzt folgende Ausmaße, sozusagen:

    Länge: 70 cm
    Gewicht: 8070 g
    Kopfumfang: 45,5 cm

Fleißig bist du. Well done kleiner Mann.

Entdeckergeist

Neulich: der kleine Mann war auf seiner Spieldecke bei uns im Wohnzimmer. Er rollte und robbte im Kreis. Erkundete die nähere Umgebung. Kroch seinen Spielzeugen hinter her, die er immer neben sich schmiss. Knapp außerhalb der Reichweite natürlich. Er entdeckte unser Tischchen. Hatte seine erste Bude.

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Dann war ich fünf Minuten nicht im Raum. Am Anfang lag der kleine Mann auf seiner Decke. Dort vermutete ich ihn auch, als ich wieder zurück kam. Doch er war, quer durch den Raum unter einen Sessel geraten. In fünf Minuten, wohlgemerkt. Mit Rollen? Robben? So schnell? Ich hatte keine Ahnung, wie er das gemacht hatte. Er war glücklich. Grinste mich breit an. Was Neues entdeckt. Ganz alleine irgendwohin gekommen. Toll!

Die Frage, wie er das gemacht hat beschäftigte mich noch eine Weile. Ich war stolz auf ihn. Klar, wie sich das für eine Mutter eben gehört. Doch ich bin genauso neugierig. Ich möchte wissen, was er kann.

Seit heute weiß ich es. Eigentlich ganz einfach. Ohne großen Kraftaufwand. Das Vorhandene perfekt nutzen. Rollen und hoch stemmen. Das Besondere liegt im Detail, in der Abfolge der Bewegungen und am Untergrund. Ja genau der ist eigentlich entscheidend. Auf der Decke kann man wunderbar rollen und robben. Wenn man sich hoch stemmt sieht man mehr. Bewegt sich allerdings nicht. Ganz anders sieht das auf Parkett aus. Stemmt man sich da hoch, rutscht man rückwärts. Stück für Stück kann man sich so “durch-den-Raum-schieben”. Ganz einfach also. Keine große Kunst. Eigentlich. Und doch was ganz Großes. Mehr Bewegungsmöglichkeiten und Entdeckungsraum. Der Geist ist in unserem kleinen Entdecker geweckt. Heute hat er sich die Metallkisten angesehen. Zwei große Keksdosen, eher Schatztruhen, haben noch keinen richtigen Platz gefunden. So stehen sie genau da, wo der kleine Mann sich heute hin schob. Mit den Füßen dagegen treten. “Trommeln”. Die unebene Oberfläche befühlen. Das alles war extrem Spannend und aufregend. Aber vor allem hat es wieder ein breites Lächeln auf das Gesicht des kleinen Mannes gezaubert. Toll!

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6 – Monats – Geburtstag

“Heute ist dein halber Geburtstag.” Meinte der große Mann beim Frühstück. Ja, ein halbes Jahr, 6 Monate, oder 26 Wochen ist er nun alt. Eher Jung. Und so auch unsere Familie. Die Zeit verging wie im Flug. Gleichzeitig manchmal auch gar nicht. Zog sich in die Länge und wollte kein Ende nehmen. Viel ist passiert. Jeden Tag etwas neues spannendes erlebt, da zu und kennen gelernt. Nicht nur der kleine Mann. Wir alle drei zusammen. Inzwischen sind wir ein ganz gutes Team. Kennen und lieben uns und das ganz besonders. Der kleine Mann ist weiter hin und bleibt sicher auch unser Sonnenschein. Wir kichern jeden Tag ausgiebig gemeinsam. Machen Quatsch, bis wir nicht mehr Lachen können. Haben viel Spaß miteinander. Genießen die Zeit, die Nähe. Kuscheln und schmusen genauso viel. Lassen es uns gut gehen.

Im letzten Monat hat sich beim kleinen Mann wieder viel getan. Einiges hab ich schon berichtet. Die zwei Zähne zum Beispiel. Werden immer größer. Sind fleißig in Gebrauch. Alles muss auf die Beißfestigkeit getestet werden. Nicht alles ist angenehm. Auch die Mobilität hat sich gesteigert. Rollend und robbend wird die Gegend erkundet, Spielzeuge geangelt und entdeckt, was das Zeug hält. Auf dem Rücken liegen ist inzwischen ziemlich langweilig. Sofort wird sich umgedreht und geguckt. Das kann er ziemlich gut. Gucken. Nichts bleibt dem scharfen Blick verborgen. Jede noch so kleine Bewegung wird verfolgt. Alles ganz genau unter die Lupe genommen. Wahrscheinlich analysiert und was weiß ich. Vor allem Kinder findet er spannend. Sind die Nachbarsjungs im Garten kann er seinen Blick nicht mehr davon abwenden. Muss beobachten was sie machen.
Ausgiebig und mit Freude wird inzwischen immer mehr geplaudert. Zu unserer Freude ebenso. Es ist so herrlich, wenn er erzählt. Er verzieht seinen Mund in alle Richtungen. Schneidet Grimassen und alles mit einer Inbrunst. Toll! Besonders morgens nach dem Aufstehen. Dann wird erzählt was in der Nacht so los war. Meistens eine ganze Menge. Ja, so ist das hier. Ich freu mich auf die Nächsten 6 Monate und alles was da so kommt.

Sommerwochenende

Schön war’s! Viel zu schnell vorbei. Genossen haben wir jeden Moment. Ein Familienwochenende, wie ich sie mir wünsche. Mehr davon haben und sie am Liebsten nicht gehen lassen möchte.

Am Samstag durfte ich ausschlafen. So richtig, bis zehn. Den irgendwann wird der Hunger vom kleinen Mann zu groß. Ein Männervormittag, den sie entspannt genossen haben. Mit Ausflug zum Bäcker und Fleischer. Männer eben. Frühstücken auf der Terrasse, während der kleine Mann im Kinderwagen vor sich hin brabbelt und schließlich wegdöst. Ein Gefühl von Urlaub schleicht sich ein. Mit dem leichten Wind, der um die Beine, durch die Haare streicht, fühlt es sich an wie am Meer. Man bekommt Lust, die Badesachen zu schnappen. Sich aufs Rad zu schwingen. Ans Meer, an den Strand zu fahren. Leider nicht möglich. Ist viel zu weit weg. Aber das Gefühl. Das bleibt. Gemütlich und ruhig. Bis die Nachbarn dem Samstag mit typisch samstäglichen Aktivitäten frönen. Rasen mähen, Hecke schneiden, Holz sägen. Auch wir erledigen den Kleinkram. Ein Besuch steht für Nachmittag noch an. Babybesuch. Ganz frisch geschlüpft. Eine Woche jung. Unglaublich, das der kleine Mann auch mal so klein war. Im Vergleich dazu erscheint er riesig. Den Abend ausklingen lassen. Die Kühle genießen. Den Sommerabend. Einer der Ersten dieses Jahr. Hoffentlich Einer von vielen.

Am Sonntag ging es gemütlich weiter. Der große Mann mit ausschlafen dran. Den Vormittag mit spontanem Nähen verbracht. Schnell eine zweite Sommerhose genäht für den kleinen Mann. Leichte Baumwolle. Weit geschnitten. Luftig leicht. Für Wärme Sommertage genau das Richtige. Am Nachmittag brechen wir auf. Fliegen wir aus. Mit den Rädern durch den kühlen Wald, einen Picknickplatz suchen. Vorbei an den Seen, die mit Menschen gespickt sind. Zu Viele für ein gemütliches Picknick. Es gleicht einer Völkerwanderung. Weiter bis zum Segelflugplatz. Unterm Baum mit Blick auf die Flieger, ein perfektes Plätzchen. Noch sind die Menschen, Radfahrer, Spaziergänger spannender. Aber bald wird der kleine Mann zeigen. Dadadada. Voller Begeisterung, voller Staunen. Hach, das war schön. Im Gras liegen. Mitgebrachtes verspeisen. Die Sonne, den endlich kommenden Sommer genießen. Zeit haben. Am Abend, zum Wochenendabschied, wurde gegrillt. Der Garten genossen und sich gefreut. Auf das nächste, wunderbare Familienwochenende.

… und der Zweite folgt sogleich.

Ja, so wie Max und Moritz, diese beiden Lausbuben, Streiche ausheckten, so kommt hier eins nach dem anderen. Kaum eine Woche ging ins Land, da ging es wieder los. Das wieder-Ankommen in den eigenen vier Wänden, die Aufregung und den Stress von der Reise verdauen, das reichte eigentlich an “Arbeit” für den kleinen Mann. Doch warum soll man sich mit solchen Lappalien abgeben? Kann man doch noch was drauf legen an To-Do’s. Ist doch toll, wenn man alles doppelt hat. Ist ja bei Armen, Beinen, Ohren, Augen und auch bei den Nasenlöchern so. Warum nicht auch bei den Zähnen? Also los. Her mit Nummero zwei. Seit heute Morgen ist er draußen. Unten links. Jetzt sind da zwei kleine Hasenzähnchen. Spitz. Man merkt sie sofort, verirrt sich mal ein Finger in den Mund. Oder sonst ein Körperteil. Denn nichts ist inzwischen sicher. Alles, was nicht Niet und Nagelfest ist wird sich gekrallt und mit dem Mund erkundet. Ob Taschentücherpackung, Backpapier, Möhre und natürlich sämtliches Spielzeug. Aber auch, zu meinem Leidwesen, mein Kinn.

Aber wie schon beim ersten Zahn, lief alles entspannt. Die Nächte sind etwas unruhig. Er wirft sich manchmal richtig hin und her. Das ist für mich sicher anstrengender als für ihn. Den ich wach davon auf. Tagsüber ist er durch die vielen anderen spannenden Sachen abgelenkt. Es gibt ja so viel zu sehen und erkunden. Da ist so ein bisschen zahnen völlige Nebensache. Nur wenn man müde wird. Dann ist es doch gut wenn man auf irgendwas noch zusätzlich rum kauen kann.

Nun ist er draußen. Es ist geschaft. Jetzt erst mal kurz entspannen und ausruhen von der Arbeit. Und dann. Ja und dann? Mal sehen was als nächstes kommt. Vielleicht noch einer? Aber alle zwei Wochen ein Zahn, dass wär doch etwas viel und zu schnell. Vielleicht ein bisschen Kraft in die Mobilitätsentwicklung stecken? Wir werden sehen. Und bis dahin darüber staunen, was er schon alles kann.

Größere Kreise

Das Wetter ist schön. Endlich! Und mich zieht es nach draußen. Unser fünftes Zimmer, die Terrasse, ist wieder stark in Benutzung. Auch der Garten lockt. Die Wiese wird vom kleinen Mann erkundet. Auf den kleinen Beeten sind Tomaten, Paprika, Zucchini und sechs Kartoffeln(!), die jetzt fleißig vor sich hin wachsen dürfen. Lupine und Akelei blühen, machen das Grün ein bisschen bunt. Schön ist es und ich genieße es sehr. Aber manchmal, da muss ich raus. Obwohl ich schon draußen bin. Die Spazierwege kenne ich nun im Schlaf. Locken mich auch nicht mehr. Mehr muss her. Neues. Ohne Auto mit einem kleinen Mensch ist das gar nicht so einfach. Manche Wege zu Fuss einfach zu weit. Bus und Bahn umständlich. Doch nun ist es ganz einfach. Ein Fahrradanhänger ist die Lösung. Schnell bin ich so im Nachbardorf bei Freundin mit Kind, im Baumarkt, in der Gärtnerei oder einfach unterwegs. Neues entdecken, eben. So genieße ich neue alte Freiheiten, mit Kind. Herrlich!
Jetzt bin ich draußen zu finden. Gar nicht mehr viel hier drin. Deswegen auch ein bisschen stiller hier.

Zugfahrten

Entspannt liegt er da, neben mir auf dem Sitz. Nach einer Weile vor-sich-hin-gucken ist er eingeschlafen. Der Zug ruckelt heftig. Neigetechnik eben. Doch das scheint ihn nicht zu stören. Auch ich bin entspannt. Freue mich auf zu Hause. Das eigene Reich. Die gewohnte Umgebung. Alles Erlebte kann verarbeitet werden. Ruhe für den kleinen Mann nach aufregenden Tagen. Meine Gelassenheit heute scheint sich zu übertragen. Ganz anders war unsere letzte Zugfahrt.

Vor zwei Tagen die Probe für heute. “Nur” zwei Stunden hin und wieder zurück. Ein Tagesausflug, um eine liebe Freundin zu besuchen. Wir zwei alleine unterwegs. Regelmäßig im Zug aufs Klo. Der kleine Mann war aufgeregt. Müde auch. Konnte nicht schlafen. Es gab so viel zu sehen. Ständig kam jemand den Gang entlang, gab es draußen neues zu entdecken, wurde er abgelenkt. Auch in der fremden Stadt konnte nur kurz ausgeruht werden. Die Wohnung der Freundin bot soviel zu sehen und erkunden. Spannend alles, aufregend.

Die Aufregung macht sich beim kleinen Mann auch in der Verdauung bemerkbar. Oft meldet er sich. Viele kleine Klogänge folgen. Oft nur für einen Pups. Er ist dann sehr unruhig, da es ihm im Bauch rum geht. Das macht es auch anstrengend. Für mich und für ihn. Es kommt keine Ruhe rein. Auf der Rückfahrt war er dann auch quengelig, ich genervt, beide müde. Irgendwann fielen ihm dann doch die Augen zu.

Heute wird es länger. Denn ganzen Tag unterwegs. Mal sehen wie es weiter geht. Wie lange er schläft. Wie oft wir aufs Klo müssen. Für die Tour heute gibt es Pampers. Als Backup und um die Fahrt etwas entspannter anzugehen. Mit jedem Verreisen, jeder Fahrt mehr werde ich sicherer, gelassener. Was sich auf den kleinen Mann überträgt. Die Reisen gewöhnlicher werden. Nicht zur Gewohnheit. Sollen sie auch nicht. Aber doch so vertraut, dass sie uns nicht mehr so aus dem Alltag raus werfen. Wir uns zurecht finden in diesen besonderen Situationen.