Zugfahrten

Entspannt liegt er da, neben mir auf dem Sitz. Nach einer Weile vor-sich-hin-gucken ist er eingeschlafen. Der Zug ruckelt heftig. Neigetechnik eben. Doch das scheint ihn nicht zu stören. Auch ich bin entspannt. Freue mich auf zu Hause. Das eigene Reich. Die gewohnte Umgebung. Alles Erlebte kann verarbeitet werden. Ruhe für den kleinen Mann nach aufregenden Tagen. Meine Gelassenheit heute scheint sich zu übertragen. Ganz anders war unsere letzte Zugfahrt.

Vor zwei Tagen die Probe für heute. „Nur“ zwei Stunden hin und wieder zurück. Ein Tagesausflug, um eine liebe Freundin zu besuchen. Wir zwei alleine unterwegs. Regelmäßig im Zug aufs Klo. Der kleine Mann war aufgeregt. Müde auch. Konnte nicht schlafen. Es gab so viel zu sehen. Ständig kam jemand den Gang entlang, gab es draußen neues zu entdecken, wurde er abgelenkt. Auch in der fremden Stadt konnte nur kurz ausgeruht werden. Die Wohnung der Freundin bot soviel zu sehen und erkunden. Spannend alles, aufregend.

Die Aufregung macht sich beim kleinen Mann auch in der Verdauung bemerkbar. Oft meldet er sich. Viele kleine Klogänge folgen. Oft nur für einen Pups. Er ist dann sehr unruhig, da es ihm im Bauch rum geht. Das macht es auch anstrengend. Für mich und für ihn. Es kommt keine Ruhe rein. Auf der Rückfahrt war er dann auch quengelig, ich genervt, beide müde. Irgendwann fielen ihm dann doch die Augen zu.

Heute wird es länger. Denn ganzen Tag unterwegs. Mal sehen wie es weiter geht. Wie lange er schläft. Wie oft wir aufs Klo müssen. Für die Tour heute gibt es Pampers. Als Backup und um die Fahrt etwas entspannter anzugehen. Mit jedem Verreisen, jeder Fahrt mehr werde ich sicherer, gelassener. Was sich auf den kleinen Mann überträgt. Die Reisen gewöhnlicher werden. Nicht zur Gewohnheit. Sollen sie auch nicht. Aber doch so vertraut, dass sie uns nicht mehr so aus dem Alltag raus werfen. Wir uns zurecht finden in diesen besonderen Situationen.

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