Schneckenwanderung

Überall sind sie mir heute über den Weg gekrochen. Auf der Terrasse. Am Wegrand. Im Gras. Große schöne Weinbergschnecken. Sie sind raus gekommen aus ihren Löchern und Verstecken. Fühlen sich wohl in der kühlen Feuchte, die sich seit gestern Abend hier ausgebreitet hat.

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Diese konnte ich den ganzen Tag beobachten. Geduldig. Langsam. Ganz in Ruhe kroch sie dahin. Über die Terrasse. Zielstrebig zu ihrem Ziel. Dafür bewundere ich sie. Die Ruhe mit der sie alles angehen. Die Langsamkeit. Schritt für Schritt zum Ziel. Ohne Hast und Eile. Auch mal zwischen drin Pause machen. Abwarten bis alles wieder sicher ist. Weiter geht’s.

Ich möchte das auch. Alles langsam, ganz in Ruhe angehen. Schritt für Schritt. Eins nach dem Anderen. Nichts überhasten. Meine Gedanken auf das aktuelle Geschehen richten. Nicht immer zehn Sachen auf einmal im Kopf haben. Zielstrebig meinem Ziel entgegen gehen. Den Weg dahin genießen. Mich über jeden Schritt freuen, der in die richtige Richtung geht.
Ja das würde ich gerne. Doch hier liegen drei angefangene Projekte. Im Kopf schwirren noch mehr rum. Dann ist da noch ein Bachelorarbeitsthema. Sollte auch etwas dran gemacht werden. Und der Alltag mit seinen Aufgaben ist ja auch noch da. So kann ich nicht eins nach dem Anderen machen. Muss immer an mehrere Dinge gleichzeitig denken. Meine Aufmerksamkeit vielen Dingen widmen. Doch ich möchte mir trotzdem an den Schnecken ein Beispiel nehmen. Geduld und Ruhe. In allen Lebenslagen. Da kann ich noch viel lernen. Auch mal Pause machen. Vor allem wenn der kleine Mann schläft. Nicht immer dem Kopf nachgeben. Der sagt, dieses und jenes muss gemacht werden. Hin setzen, die Ruhe genießen und dann gestärkt weiter machen. Manchmal schaffe ich das schon. Doch ich wäre gerne öfter eine kleine Schnecke.

berührt: Kindergespräch

“Hannes, guck mal!”
“Ja, was?”
“Guck mal, wie ein Rucksack vorne!”
“Ja da ist ein Baby drin. Die müssen das, wenn sie noch nicht laufen können.”

Situation: ich bin mit dem kleinen Mann spazieren. Bei der schönen Frühlingssonne spielen auch überall Kinder. Von allen werde ich mit einer Mischung aus Faszination und freudiger Begeisterung angesehen, wenn sie entdecken, dass ich den kleinen Mann in der Manduca vor mir her trage. Mir geht immer das Herz auf, wenn ich die leuchtenden Kinderaugen sehe.

berührt: tiriliereliere

Singen? Ja, Singen! Musik! Tut so gut. In allen Lebenslagen. Es ist befreiend. Entspannt in angespannten, verfahrenen Situationen. Macht gute Laune. Musik bietet so vieles. Für jeden Moment gibt es die richtigen Lieder. Man kann sich gehen lassen. In melancholischen Liedern, seine Unlust richtig genießen. Freudig durch die Gegend tanzen, mit einem quietschenden Baby auf dem Arm. Sich entspannt zurück lehnen und den Klängen lauschen, den Melodien. Wie sie sich hin ziehen und entspinnen. Die Bilder dazu im Kopf arbeiten Lassen. Träumen. Wütend stampfen. Frust abbauen. Mit harten Rhythmen, lautem Getöse. Auch das ist möglich und noch viel mehr. Befreien durch zuhören das Eine. Befreien durch selber machen das Andere. Für mich viel Schönere. Ob einfache selbst gesponnene Melodien summen, ein Instrument zum Klingen bringen oder höchst Anspruchsvolle Chormusik singen. Egal und doch ganz unterschiedlich in seiner Wirkung auf mich.
Summend und singend gehe ich jeden Tag durchs Leben. Es ist meine Motivation. Wenn ich schlecht drauf bin. Est mal kurz suhlen in traurigen, lustlosen Melodien. Die sich dann aufschwingen, zu fröhlichen, Mut machenden Weisen. Mich so befreien aus meinem Loch. Es hilft mir, wenn ich keine Lust habe. Das Baby quengelig und mal wieder alles Sch***e ist. Nicht nur Hilfe, sondern auch Ausdruck meiner Befindlichkeit. Geht es mir gut, wird geträllert und tiriliert.
Hilft das Summen und allein singen nicht mehr. Braucht es eine größere Ausdrucksform. Her mit dem Instrument. Her mit lauteren, kraftvolleren Tönen. Auch mal quietschen und quatschen. Schief und krumm darf es klingen. Je nach Lust und Laune. Auch hier kann ich mich wunderbar abreagieren. Angestaute Energien raus in die Musik entlassen. Kraftvoll umsetzen, alles geben.
Die beste Wirkung auf mich, meinen Körper und Geist/Seele hat gemeinsames musizieren. In größeren Gruppen. Chor oder Orchester muss es schon sein. Anspruchsvoll auch. Da kann ich mich verlieren. In den Tönen, dem Klang, der Gemeinschaft. Egal was vorher war. Wie anstrengend der Tag. Ob ich müde und kaputt bin. Im Chor singen, bringt mich wieder zum Leben. Ich kann mich fallen lassen. Alles vergessen. Einfach nur Sein. Kraft tanken. Die Musik mich berühren lassen. Tief innen im Herzen.

Fundstück: Erziehungs-ABC

Ein Auszug:

D
dankbar dürfen Eltern sein, Kinder zu haben, Kinder Schulden den Eltern hingegen keinen Dank

E
Ehrgeiz mögen Etern in eigene Leistung umsetzen und nicht an ihrem Nachwuchs abarbeiten

J
Jugend -Jargon muss erduldet werden, aber Kinder finden es peinlich, wenn Eltern sich diesen Jargon selbst zu legen

K
Kinderzimmer aufräumen ist Kindes Pflicht, doch welcher Zustand als “aufgeräumt” gelten darf, bestimmt der Bewohner des Zimmers

Mein Favorit:
Q
Mit einem Kind, das nie Quatsch macht, sollte man schleunigst zum Psychologen gehen.

Und hier gibt es das komplette ABC

Frühlingserwachen

Temperaturen im zweistelligen Bereich, die Sonne hat richtig Kraft und beim Spazieren kommt man ins Schwitzen. Die Menschen kommen raus aus ihren Zimmern, Wohnungen und Häusern. Wie die ersten Frühlingsboten kriechen sie hervor aus allen möglichen Öffnungen SONY DSC

Die Luft ist erfüllt mit fröhlichen Kinderstimmen, deren Besitzer durch die Gärten toben, mit Vogelgezwitscher, welches die Sonne, die Wärme, den Frühling Willkommen heißt. Auch ich spüre die Wärme. Lechze nach der Sonne, halte ihr mein Gesicht entgegen. Freue mich auf weitere wärmere Tage. Hoffe, dass es nicht nur ein kurzer Besuch ist. Sondern der Frühling jetzt einzieht in dieses Jahr. Den Winter ablöst.

Bienenkuss

Die Bienen sind auf jeden Fall auch schon raus gekrochen aus ihren Löchern. Ein gutes Omen?

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