Fundstück: Erziehungs-ABC

Ein Auszug:

D
dankbar dürfen Eltern sein, Kinder zu haben, Kinder Schulden den Eltern hingegen keinen Dank

E
Ehrgeiz mögen Etern in eigene Leistung umsetzen und nicht an ihrem Nachwuchs abarbeiten

J
Jugend -Jargon muss erduldet werden, aber Kinder finden es peinlich, wenn Eltern sich diesen Jargon selbst zu legen

K
Kinderzimmer aufräumen ist Kindes Pflicht, doch welcher Zustand als “aufgeräumt” gelten darf, bestimmt der Bewohner des Zimmers

Mein Favorit:
Q
Mit einem Kind, das nie Quatsch macht, sollte man schleunigst zum Psychologen gehen.

Und hier gibt es das komplette ABC

Rollentausch

So geht’s also auch! Zwei Tage Rollentausch. Ich geh früh aus dem Haus. Der große Mann bleibt daheim. Kümmert sich um den kleinen Mann. Sieht wie so ein Tag mit Kind ist.
Ich hatte zwei Tage Seminar. Das hieß von 9:45 bzw. 8:00 bis 19:00 Uhr in der Hochschule sein und lernen. Im Vorfeld habe ich mir schon meine Gedanken gemacht. Wie wird das? Funktioniert das überhaupt? Wie klappt das mit dem Stillen? Werden die Professoren Probleme machen? Kann ich mich dann gut genug konzentrieren? Lauter solche Fragen gingen mir durch den Kopf. Besonders nachdem der kleine Mann letzte Woche einen Schub hatte und durchweg essen wollte. Ich hatte mich schon ein bisschen drauf eingestellt, dass Seminar doch nicht machen zu können. Es auf das nächste Wintersemester verschieben zu müssen. Oder noch weiter. Doch am Wochenende normalisierte sich der Essrhythmus wieder. Ich war froh. Das Seminar konnte kommen.
Es war schon komisch, als ich aus dem Haus bin. Dem großen Mann hab ich den groben Tagesablauf geschildert. Zum Mittag kam ich nach Hause. Stillzeit! Beide Male musste ich ein bisschen vor der Mittagspause das Seminar verlassen. Kein Problem. Während dem Stillen und dem Mittagessen konnten wir den weiteren Tag besprechen und ich bekam einen kurzen Bericht. Am Nachmittag kamen die Männer zu mir zum Stillen. Der Sani-Raum kann ganz gemütlich sein. Besser als im Flur, Vorraum oder ähnliches ist er allemal. Gut wenn man weiß, wo der ist. Für die Abendmahlzeit war ich dann wieder zu Hause. Das hat grad gepasst. Dann den Kleinen Bett fertig machen. Diesmal meine Aufgabe, um dem Papa etwas freie Zeit zu gönnen. Sonst ist das eben auch anders rum.
Und schwuppdiwupp sind zwei Tage voller Aktivität und mit etwas “altem Leben” vorbei. Schon bin ich wieder zu Hause. Kümmere mich um den kleinen Mann. Das traditionelle Familienbild wieder da. Oder? Nicht ganz. Nächste Woche beginnt die Vorlesungszeit im Sommersemester. Zwei Prüfungen stehen Anfang April noch an. Für mich war es wunderbar das Seminar. Mal wieder was anderes machen. Andere Leute sehen. Gespräche führen. Es hat mich wieder motiviert. Mir gezeigt, dass es funktionieren kann. Studium und Kind.

Familie 2.0 ein offener Brief zum Weltfrauentag

Eine Initiative von Müttern, die ich unterstützen möchte. Denn auch ich habe so meine Verständnisprobleme mit der Familienpolitik.

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Liebe Frau Merkel, liebe Frau von der Leyen, liebe Frau Schröder,

Sie bekleiden drei der einflussreichsten Ämter in diesem Land. Die Gleichstellung der Frau, für die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unerlässlich ist, rückt damit für uns alle in greifbare Nähe.
Aber leider nur fast.
Denn viele der Aktionen, die uns – Mütter, Väter und Kinder – angeblich unterstützen sollen,
stellen uns vor die Frage, ob unser Bedarf und die Situation, in der wir uns befinden, überhaupt
verstanden wird?
Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, unsere Vorstellungen darüber, was wir wirklich benötigen, heute am Weltfrauentag zu veröffentlichen, um uns Gehör zu verschaffen und aktiv in den politischen Prozess von Familien- und Bildungspolitik einzusteigen. Wir zählen auf Ihre Unterstützung!
Deutschland benötigt in den kommenden Jahren dringend eine Familien- und Bildungspolitik, die wirklich einen Unterschied für uns arbeitende Familien macht und nicht zuletzt kurz-, mittel- und
langfristig dem Fachkräftemangel vorbeugt und Deutschland als Wirtschaftsstandort stärkt! Wir sind die Arbeitnehmer und Steuerzahler von heute. In unseren Kinderwagen liegen die Arbeitnehmer und Steuerzahler von Morgen! Jetzt machen wir in Sachen Familienpolitik mobil!
Denn nicht nur bei Punkten wie der Kürzung des Elterngeldes und der Einführung des Betreuungsgeldes können wir nur mit dem Kopf schütteln. Es geht um viel mehr.

Wir brauchen:

1. Ein einheitliches Bildungssystem in allen Bundesländern
2. Qualitativ hochwertigere Betreuungsangebote für unsere Schulkinder innerhalb unserer Arbeitszeiten
3. besser bezahlte Erzieher/ Pädagogen
4. eine bessere Einbindung der Generation 60+
5. flexible Arbeitszeitlösungen für Mütter und Väter
6. kein Ehegattensplitting, sondern eine steuerliche Entlastung der Familien mit Kindern

Wenn ihr auch davon überzeugt seid, dass die Politik mal wirklich was für die Bürger dieses Landes tun soll, dann unterstützt diese Aktion. Wie? Das findet ihr hier.

Frühlingserwachen

Temperaturen im zweistelligen Bereich, die Sonne hat richtig Kraft und beim Spazieren kommt man ins Schwitzen. Die Menschen kommen raus aus ihren Zimmern, Wohnungen und Häusern. Wie die ersten Frühlingsboten kriechen sie hervor aus allen möglichen Öffnungen SONY DSC

Die Luft ist erfüllt mit fröhlichen Kinderstimmen, deren Besitzer durch die Gärten toben, mit Vogelgezwitscher, welches die Sonne, die Wärme, den Frühling Willkommen heißt. Auch ich spüre die Wärme. Lechze nach der Sonne, halte ihr mein Gesicht entgegen. Freue mich auf weitere wärmere Tage. Hoffe, dass es nicht nur ein kurzer Besuch ist. Sondern der Frühling jetzt einzieht in dieses Jahr. Den Winter ablöst.

Bienenkuss

Die Bienen sind auf jeden Fall auch schon raus gekrochen aus ihren Löchern. Ein gutes Omen?

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Spätsommer im Winter

Die letzten Tage schleicht sich ein kleines bisschen Spätsommer in diesen Winter ein. Zumindest das Gefühl. Mit frisch gekochtem Apfelmus. Äpfel gibt es genug. In unregelmäßigen Abständen finde ich sie. Berge von Äpfeln vor unserer Tür. So viele, dass wir es gar nicht schaffen sie zu essen. So gibt es Apfelmus und Apfelkuchen. Und jeden Tag früh ins Müsli geschnitten.

frisch gekochtes Apfelmus

Äpfel, Äpfel, Äpfel. Ohne Ende. Ein Gefühl, dass ich nur aus dem Spätsommer kenne. Wenn die Äpfel an den Bäumen reifen. Sie sonnenwarm auf den Boden fallen. Mit flinken Händen aufgelesen werden. Zum sofort Essen, Aufbewahren und Verarbeiten. Meistens so viele, dass man nicht weiß wohin damit. Irgendwann das Apfelmus nicht mehr sehen kann. Wenn der Geruch der reifen Äpfel schwer in der Küche, im Flur, in der ganzen Wohnung hängt. Dann ist Spätsommer.

So ist es auch jetzt. Der Geruch der Äpfel hängt angenehm warm im Treppenhaus. Sie stapeln sich in der Küche. Wir haben mehr als wir verbrauchen können. Regelmäßig gibt es Nachschub. So haben wir Spätsommer im Winter. Mit Äpfeln ohne Ende. Na ja, bis die Kisten leer sind.

Windelfrei – So ging es weiter

Nach dem wir so überraschend gut gestartet waren. Die Windeln nur noch nassen Inhalt hatten. Verschob ich nichts auf den Frühling, sondern fing doch gleich “richtig” an. Ich achtete sehr genau auf den kleinen Mann. Wenn ich das Gefühl hatte, dass er mal Muss, hab ich ihn abgehalten. Manchmal hat es gestimmt und manchmal nicht. Es passierte relativ oft, dass ich ihn abgehalten habe, er aber nicht musste. Oft verbrachte ich auch eine ganze Weile mit ihm im Bad auf dem Wickeltisch. Dort kann ich ihn unten nackig lassen. Mit dem Heizstrahler ist es warm genug. Ich habe ihn dann gut beobachtet. Konnte feststellen, dass er immer aufgeregt wird wenn er pullern muss. Wenn ich ihn dann abhielt hat er gepullert und war zufrieden. Langsam bekam ich seinen Rhythmus und seine Signale mit. Schaffte es auch, ihn zum richtigen Moment ab zuhalten, ohne das er vorher nackig war. Und so gab es erfolgreiche und weniger erfolgreiche Tage. Der Windelberg wuchs langsamer. Die Abstände zwischen zwei Windelwäschen wurden größer. So auch die Abstände zwischen den “Klogängen” des kleinen Mannes. Eines Nachts war dann die Windel trocken. Das hieß zehn Stunden nicht gepullert und gekackert. Er schlief einfach durch. Ich war erstaunt, begeistert und stolz. Denn es blieb kein Einzelfall. Auch die Nächte drauf waren trocken.

Inzwischen haben wir auch die nächste Etappe erfolgreich gemeistert. Länger mit dem kleinen Mann unterwegs sein. Natürlich bekommt er eine Windel an. Sicher ist sicher. Aber stolz war ich trotzdem, als wir das erste Mal unterwegs waren und keine frische Windel gebraucht hatten. Im Café gab es eine Wickelmöglichkeit. Wenn ich gemerkt habe, dass er muss, bin ich mit ihm dahin und aufs Klo. Die Windel wieder drum und weiter heiße Schokolade schlürfen und plaudern. Nicht immer klappt es so gut. Die Windeln werden ab und zu noch nass. Aber eben nur noch ab und zu. Das ist auch völlig in Ordnung. Noch finde ich es auch zu kalt, ihm unten nur Unterhose, Strumpfhose und Hose an zu ziehen. Da wärmt so eine Wollwindelhose viel besser. Hält Bauch, Nieren und Po schön kuschelig warm. Das ist der eine Grund. Der Zweite: Ich bin unsicher. Traue mich nicht die Windel ganz weg zulassen. Auch Nachts nicht. Obwohl er schon bald zwei Wochen Nachts trocken ist. Vielleicht bald. Ich möchte zumindest Nachts bald in Angriff nehmen. Mich trauen. Für tagsüber ohne Windel warte ich noch auf den Frühling. Bis es wärmer wird.

2 – Monats – Geburtstag

Der kleine Mann ist zwei Monate alt, oder acht Wochen und sechs Tage. Die meiste Zeit ist er immer sehr zufrieden, lacht viel und brabbelt. Außer die Verdauung plagt, ein Bäuerchen klemmt oder er ist müde und kann sich nicht runter fahren. Dann wird rum gequengelt. Aber das hält sich in Grenzen.
Auch sonst ist er pflegeleicht: Er möchte fünf mal am Tag gestillt werden. Nachts schläft er von zehn bis sechs durch und ist die letzten Nächte auch trocken gewesen. Tagsüber schläft er gerne im Kinderwagen auf der Terrasse. In der Manduca schläft er auch meistens sofort ein. Wenn er wach ist schaut er sich alles aufmerksam an. In Bauchlage hebt er den Kopf schon richtig gut weit hoch. Dann kann man besser in der Gegend rum gucken.
Die Hände werden immer spannender: Der Zeigefinder wandert regelmäßig in den Mund zum Nuckeln. Meistens noch die ganze Faust. Der Mund ist schließlich groß genug. Ab und zu fassen die Hände sich auch schon an. Viel lieber wird aber der Finger von Mama oder Papa festgehalten. Vor allem wenn er dran nuckelt.
Die Garderobe wächselt regelmäßig: Zu groß rein, zu klein raus. Nur wenige Sachen sind von Anfang an dabei, dass sind die Strickjacken und -hosen. Die wachsen bisschen mit. Darum wird fleißig weiter gestrickt.