Barcelona mit Kind

Schon eine ganze Weile ist es her, gefühlt eine Ewigkeit. Doch den Bericht über unser Wochenende in Barcelona möchte ich euch nicht vorenthalten.

Unterwegs waren wir von Mittwoch bis Sonntag. Am frühen Nachmittag ging unser Flieger. So konnten wir entspannt nach meiner letzten Prüfung am Vormittag noch letzte Vorbereitungen treffen. Den kleine Mann holte ich von der Tagesmutter ab und wir trafen uns direkt am Bus mit dem es zum Flughafen Stuttgart ging.

20140421-091548.jpgAn Mittagsschlaf war bei dem kleinen Mann erstmal gar nicht zu denken. Alles war viel zu spannend und interessant. So schlief er dann beim Starten auf meinem Schoß ein und wachte erst beim Landeanflug wieder auf.

In Barcelona angekommen machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Wir hatten über airbnb ein schönes Zimmer im sehr netten Viertel El Born gefunden. Die Vermieter waren selber gerade unterwegs, so dass wir letztendlich die Wohnung für uns hatten. El Born ist ein kleines Viertel mit reichlich Nachtleben. Es gibt viele kleine Bars und Restaurants. Nachts ist da definitiv mehr los als am Tag. Das bekamen wir aber nur mit, wenn der kleine Mann mal wach wurde. Ansonsten konnten wir immer sehr gut schlafen. In der Parallelgasse von unserer gab es ein spanisches Take away und so gab es an zwei Abenden spanische Leckereien am Küchentisch und der kleine Mann konnte zur gewohnten Zeit ins Bett gehen.

Donnerstag
An unserem ersten Tag in Barcelona schlenderten wir durch die Stadt. Wir sahen uns unser Viertel mit der schönen Església de Santa Maria del Mar an. Wanderten weiter bis zum Barri Gótic mit der großen Kathedrale “la Catedral”. Und stießen gegen Mittag auf die Straße in Barcelona la Rambla.

20140421-094325.jpgEsglésia Santa Maria del Mar

Überall ging ich mit offenen und auch staunenden Augen entlang. Den nur zwei Stunden Flug von uns entfernt ist doch alles so anders. Das Wetter war Ende Februar ein Traum. Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel. Die Menschen tummelten sich auf den Straßen. Die Vegetation mit Palmen und Kakteen, Orangenbäumen in Parks und auf Plätzen ist faszinierend. Die Architektur so wie man sie sich in Spanien vorstellt. Und so ist ganz schnell ein Urlaubsgefühl da, obwohl es nur für ein paar Tage ist.

Von den Ramblas aus gingen wir ein bisschen in das Viertel El Raval um von hinten an den Mercat de la Boqueria zu gelangen. Dort gab es für unser Nachmittags Picknick noch etwas Obst und einen frischen Smoothie von dem auch der kleine Mann kosten durfte.

20140421-095606.jpgDenn Nachmittag verbrachten wir am Strand mit ausruhen, frischem Obst und im Sand spielen. Bevor wir uns auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit und den Rückweg machten. Am Abend waren wir alle erschöpft und etwas benommen von den vielen Eindrücken, der frischen Luft und der Sonne.

Freitag
Am Freitag ließen wir es dann etwas ruhiger angehen, nicht von der Aufstehzeit her, die ist fest mit Kind. Aber wir wollten etwas weniger Menschen und Autos. So wollten wir auf den Montjuïc. Ein Berg innerhalb der Stadt mit großem Park, dem Estadi Olimpic, einem Castell und vielem mehr. Ein Highlight ist auch die Seilbahn mit der man vom Hafen auf den Montjuïc fahren kann. Von der hat man einen grandiosen Blick über die Stadt, besonders am Morgen.

20140421-100749.jpgSo schlenderten wir durch den Park, besichtigten das Olympiastadium, genossen das fantastische Wetter, picknickten und ließen es uns gut gehen. Hinab ging es über viele Treppen zum Plaça de Espanya vorbei am Pavillon von Mies van der Rohe. Auf dem Weg zurück machten wir noch Abstecher in den Apple Store am Plaça de Catalunya und in ein Outlet vom Label Skunkfunk. Auf dem Rückweg kamen wir zufällig an einer kleinen Bierbar vorbei “Ale & Hope”. Der große Mann war ganz begeistert und so schickte ich ihn alleine zu einem nächtlichen Umdrunk los.

20140421-101745.jpgAm nächsten Morgen war er zwar noch etwas müde, aber auch seelig so eine tolle Bierbar entdeckt zu haben mit lauter ausgewählten Bieren.

Samstag
An unserem letzten Tag sahen wir noch ein bisschen Architektur an. Am Vormittag machten wir uns auf um die Sagrada Familia zu besichtigen. Allerdings war uns die Schlange dann doch etwas zu lang. So testeten wir das online buchen ohne vorherigem Ausdrucken der Tickets. Eine fantastische Idee. So kamen wir schnell zur gewünschten Zeit in die Kathedrale. Für alle die etwas besser planen als wir, es wird eigentlich gebeten die Tickets aus zu drucken, aber der Strichcode auf dem Smartphone oder Tablet wird auch akzeptiert. Durch das online Buchen kann man sich vor allem mit Kind ewige Warterei in der Sonne ersparen. Wir gönnten uns auch jeweils ein Audioguide. Absolut empfehlenswert. So erfährt man doch so einiges über den Bau, die Architektur und Gaudís Intentionen und man ist unabhängig. Man kann Titel überspringen, Kurzfassungen oder ausführlichere Varianten anhören. Perfekt. Der kleine Mann nutzte die Zeit für ein Schläfchen.

Nach diesem touristischen Hotspot wollten wir uns noch im Park Güell den Nachmittag vertreiben. So fuhren wir ein Stück mit der Metro bis zum Viertel Grácia. Dort fanden wir ein netten kleinen Platz mit Spielplatz, wo wir uns ein paar Tapas zur Stärkung gönnten. Der kleine Mann war seelig über den Spielplatz und die anderen Kinder.

20140421-104910.jpgDann machten wir uns an den Aufstieg zum Park Güell und durften feststellen, das auch dieser inzwischen touristisch total erschlossen ist (wer hätte das gedacht). Der Herzensmann war etwas überrascht. Konnte er noch vor einigen Jahren, als er schonmal in Barcelona war, frei durch den Park gehen und sich das Werk Gaudís ansehen, mussten wir diesmal ein trickst lösen und warten bis wir hinein durften. Jede halbe Stunde darf wieder ein Schwung Menschen hinein, damit es nicht zu viele werden. Aber das Warten lohnte sich auf jeden Fall. Spätestens hier wurde ich von Gaudís Architektur absolut begeistert.

Am Abend trafen wir uns noch mit einer alten Freundin, die in Barcelona wohnt, zum Tapas essen in der Bär in unserem Nachbarhaus. So konnte ich, als es für den kleinen Mann wirklich zu viel und zu spät wurde, einfach mit ihm nach oben gehen und wir vielen beide müde ins Bett. Der große Mann genoss noch einmal ein bisschen Nachtleben, bevor es am nächsten Tag wieder zurück nach Hause ging.

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Freihändig

Die Ostertage sind für den kleinen Mann zu richtigen Trainingstagen geworden. Denn er läuft. Freihändig. Oft möchte er noch die Hand zur Sicherheit, aber es geht auch ohne. So läuft er während des Kochens in der Küche hoch und runter. So kann es passieren, das die Schlafzimmertür aufgeht und der kleine Mann mit Bauklötzern oder ähnlichem beladen zur Tür herein kommt. So läuft er auch den ganzen Flur entlang (vielleicht sieben/ acht Meter) bis in die Küche und freut sich dort den Papa zu sehen. Immer wieder steht er frei auf und wagt so viele Schritte wie möglich. Lässt sich auf den Hintern plumpsen und fängt erneut an. Es ist herrlich zu beobachten.

Das Laufen ist schon eine Weile ein Thema beim kleinen Mann. Am Anfang wollte er unbedingt laufen. Das ging aber nur an zwei Händen. So verlangte er regelmäßig unsere Hilfe, damit er laufen konnte. Er sagte auch immer ganz klar und deutlich wann er nicht laufen wollte. So lief er mit unserer Hilfe in der Wohnung oder auf dem Fußweg kurze Strecken. Irgendwann reichte ihm eine Hand. Die Strecken wurden länger und das Verlangen größer. Oft wollte er laufen und nicht mehr im Kinderwagen sitzen und so wurden die Spaziergänge langsamer. Im Garten und bei Nachbars muss immer erstmal die Standardrunde gemacht werden. Muss ja auch alles seine Ordnung haben. Zwischendurch gab es hier Wutanfälle vom Feinsten. Gründe? Keine Ahnung. Seit er die ersten Schritte frei läuft sind sie wie weg geblasen. Und so haben wir bald kein Krabbelkind mehr sondern nur noch ein Laufkind. Viel Spaß beim Welterkunden auf deinen eigenen zwei Beinen kleiner Mann.

Sonntag, oder?

Sonntagmorgen um sieben liege ich wach im Bett, während der kleine Mann im Arbeitszimmer spielt. Naja, eher Schreibtischschubladen ausräumt, aber egal. Hauptsache kein Gemecker sondern Ruhe. Inzwischen sind wir schon gut zwei Stunden wach, nachdem der kleine Mann kurz vor fünf aufwachte und “mehr” sagte. Er hatte Hunger. Kein Wunder. Zum Abendbrot wollte er auch nichts essen und war schon so müde, dass er 18:00 eingeschlafen war. Ich ahnte schon da, dass der Sonntag zeitig beginnen würde. Aber so zeitig? Muss jetzt echt nicht sein. Eine Banane und ein Klogang später ging es wieder ins Bett, in der Hoffnung er würde wieder einschlafen. Pustekuchen. Inzwischen habe ich einiges Gemecker und Gemotze über mich ergehen lassen, weil ich nicht den eindeutigen Aufforderungen, doch endlich aufzustehen, folge leistete. Ebenso ließ ich die “über-meinen-Kopf-Krabbelaktionen” über mich ergehen. Ich wollte noch nicht aufstehen. Es war noch nicht einmal Hell draußen. Der Tag ist auch lang genug, wenn man erst um acht aufsteht. Aber das ist dem kleinen Mann egal. Wach ist wach. Da kann man auch aufstehen.
Inzwischen google ich nach den Öffnungszeiten unseres Sonntagsbäckers. Ergebnis: 8:00. Das ist nicht euer Ernst. Spätestens jetzt stellt man wirklich fest, dass Sonntag ist. Samstag hätte ich schon seit einer halben Stunde Brötchen holen können. Meine Motivation zum Aufstehen sinkt weiter. Der kleine Mann krabbelt mit eiskalten Händen und Füßen wieder zu mir ins Bett. Wie es im Arbeitszimmer aussieht will ich mir gar nicht vorstellen. Aber ich ahne Chaos. Nach kurzer Kuschelphase ein erneuter Versuch. “Da” mit ausgestrecktem Arm Richtung Flur. Könnte er um die Ecke zeigen, würde
er dies tun, denn eigentlich möchte er in die Küche. Es folgt “mehr”. Alles klar. Ich gebe mich geschlagen. Aufstehen, Anziehen, den kleinen Mann anziehen, wobei hier Theater entsteht. So wie die letzten Tage auch. Egal wie sehr er sich vorher gefreut hat, dass ich nun doch endlich aufstehe, wenn es ans Schlafanzug ausziehen geht, wird gemeckert. Meinetwegen. Bei uns wird sich trotzdem erst angezogen und dann gefrühstückt. Da es erst zehn nach sieben ist streiche ich das gemütliche Sonntagsfrühstück mit Brötchen und so weiter. Es gibt Marmeladenbrot. Der kleine Mann kann es kaum erwarten. “MEHR!” Tisch decken muss trotzdem sein. Ein bisschen Esskultur müssen wir schon pflegen. Zwanzig Minuten später ist das Brot alle. Damit hatte ich nicht gerechnet. Auch nicht, dass der Junge immer noch Hunger hat. Müsli kommt nach den Erfahrungen der letzten Tage nicht in Frage. Also muss er mit Zwieback vorlieb nehmen. Mit Freuden, wie ich bemerke, denn nach drei Marmeladenbroten wandern auch noch drei Zwieback in den kleinen Bauch. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel da rein passt.
Um acht. Inzwischen sind wir drei Stunden wach. Ich staubsauge mal schnell die Wohnung. Hab ich gestern nicht geschafft. Der Akku war leer. Während dessen räumt der kleine Mann im Wohnzimmer auf. Oder so ähnlich. Vielleicht telefoniert er auch mit der Fernbedienung. Mir egal. Ich bin die Ruhe selber. Mich kann heute nichts mehr umhauen.
Nachdem ich diverses Chaos beseitigt habe,machen wir es uns im Spielzimmer gemütlich. Bauklötzer ausräumen, Holztiere in der Gegend verteilen, zu schöner Musik ein bisschen Tanzen. Alles nur Ablenkungsmanöver, der kleine Mann möchte lieber raus gehen. Aber mal ehrlich Sonntag zwischen acht und neun? Ich bin da ja sonst nicht so, aber da hab ich jetzt wirklich keine Lust drauf. Zum Bäcker muss ich auch nicht mehr.
Neun Uhr. Der kleine Mann schläft. Welch Wunder. Nach vier Stunden kann man ja auch schon wieder müde sein. Oder noch. Und ich bin munter genug um nicht wieder einschlafen zu können. Außerdem wäre ich danach nur richtig unausgeschlafen. Ganz schlecht. Aber ich habe die ersten vier Stunden des Tages hinter mich gebracht. Fehlen nur noch zehn. Uff.

* Der aufmerksame Leser wundert sich vielleicht, dass der große Mann nicht vorkommt. Der liegt hoffentlich noch in den Federn, während ich das schreibe, und genießt dann ein fulminantes Frühstück zur Stärkung, bevor es wieder auf die Piste geht.

Semesterferien – Genuss

Ja, der Großteil der Semesterferien ist rum. Eine Woche und zwei Wochenenden hab ich noch. Dann geht es wieder los. Auf ein Neues mit Vorlesungen, Übungen, Exkursionen, Projekten, Hausarbeiten und was sonst noch so dazu gehört. Doch bis dahin genieße ich die freie Zeit in vollen Zügen. Ja, frei ist sie wirklich. Teilweise sogar Kindfrei. Denn der kleine Mann geht Vormittags trotzdem zur Tagesmutter. Die Routine ist wichtig und ihm macht es unglaublich Spaß mit den großen Mädchen zu spielen – die großen Jungs der Tagesmutter sind im Kindergarten und neben der eigenen Tochter noch zwei ca. Zweijährige Mädchen da, also Hahn im Korb und heiß begehrt – für mich heißt das frei Vormittage. Die, mal so und mal so verbracht werden. So kann ich auch mal strickend auf dem Sofa hängen bleiben und die Zeit vergessen, ganz in Ruhe einkaufen und Essen vorbereiten oder auch mal Hausarbeit erledigen. Je nach Lust und Laune. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gibt es auch einen gemeinsamen Mittagsschlaf und der Nachmittag wird draußen verbracht. Mal auf dem Spielplatz, mal gehen wir die Enten besuchen, einmal sind wir auf den Bauernhof gefahren oder wir treffen uns mit Freunden. Je nach Wetter und Bedarf. So geht ein Tag um den anderen rum. Ohne große Aufregung oder ähnliches, einfach so ganz gemütlich. Ein bisschen faul bin ich auch. Nur nicht zu viel machen, aber genug, um nicht ganz in kleinkindlichem Wohnchaos zu versinken. Deswegen ist es hier auch etwas ruhiger. Obwohl die ein oder andere Schreiberei im Kopf schon rum geistert und nur darauf wartet geschrieben zu werden. Vielleicht packt mich ja nächste Woche so eine Art “Semester-Vorbereitungs-Aktivismus”. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall werden wir zu erst das Wochenende genießen. Mit Sonne, Wärme und viel Frühling wie es aussieht. Auf jeden Fall mit lieben Besuch und das gleich doppelt. Ich freu mich.

Schöne Tage

Heute und gestern waren besonders schöne Tage. Insgesamt passierte nicht viel aufregendes. Es waren Tage wie ich sie mir wünsche. Mir “Familie – Sein” vorgestellt habe.

Der Sonntag startete wie jeder Tag gegen sieben. Doch irgendwie schien das gestern niemanden zu stören. Es folgte ein gemütliches Sonntagsfrühstück mit Ei, frisch gepresstem Orangensaft und leckeren Brötchen (nicht frisch, dafür waren wir dann doch zu faul). Während des Frühstücks wurden die Vögel im Vogelhaus und drum rum bewundert. Ein großer Spaß, besonders mit dem kleinen Mann. Er macht dann so herrlich “oh” bzw. eher “oa” und “da”. Dann wurde geduscht und gespielt. Bis der kleine Mann meine Hände nahm, zur Haustür lief und versuchte sie auf zu machen. Ganz klarer Fall von “Ich will jetzt raus!” Was verständlich war bei dem schönen Frühlingswetter. So machten die Männer bisschen Hausputz ums Haus und ich kümmerte mich um die mittägliche Versorgung. In aller Ruhe konnte ich so ein wunderbares Risotto zaubern, dass uns auch heute nochmal den Bauch gut gefüllt hat. Satt und zufrieden wurde mal wieder ein zweistündiger Mittagsschlaf gehalten. Am Nachmittag besuchten wir eine befreundete Familie, die einen gleichaltrigen Sohn hat. Gemeinsam gingen wir die Sonne genießen und aßen in großer Runde Abendbrot. Während die Jungs spielten, konnten wir “Großen” quatschen. Ein toller Nachmittag, ach ein rund um perfekter Sonntag.

So perfekt sollte es heute auch noch weiter gehen. Am Vormittag stöberte ich ein bisschen in meinem Gartenbuch. Machte im Kopf den Gartenplan für dieses Jahr zurecht. Dieses Jahr sollen Tomaten, Kartoffeln, Zucchini und Buschbohnen auf unserm kleinen Gemüsebeet wachsen. Auf der Terrasse wird es wieder Salat in der Kiste geben. Das ist er schon der Plan. Mehr wird es nicht. Aber dafür hoffentlich mit reicher Ernte. Wahrscheinlich werde ich die ein oder andere Reihe Radieschen als Erstes mit säen.
Nach einer Weile fing dann der kleine Mann an ungeduldig zu werden. Und so brachen wir auf, um ein paar in der Stadt zu erledigen. Leider waren wir erfolglos. Denn um einen Pass abzuholen, muss man den Alten mit nehmen. Wer lesen kann ist auch hier klar im Vorteil. Steht in der Abholbenachrichtigung alles drin. Wenigstens war der Sohnemann zufrieden, lief an den Händen seine Länger werdenden Strecken und freute sich über den kurzen Spielplatzstop. Nach einem kurzen Mittagsschlaf seitens des kleinen Mannes, kribbelte es mir in den Fingern. So ging es erstmal in den Baumarkt, besser in dessen Gartenabteilung. Nach einer diesmal sehr erfolgreichen Tour, ging es im Garten ans Werk. Verblühtes abschneiden, etwas Hornspäne als Dünger einarbeiten und auch ein bisschen umgraben. Ich genoss diesen Einsatz in vollen Zügen. Auch der kleine Mann liebt das draußen Sein. Besonders bei so schönem Wetter, wenn auch noch Nachbarskinder in den Gärten rumspringen. Dann kann man gar nicht alles auf einmal entdecken. So konnte er großen Jungs beim Fußball zugucken, Grass und Krokusse raus zupfen, in der Erde wühlen, Vögel beobachten, Flugzeuge bestaunen und als großes Highlight kam uns die Nachbarskatze besuchen. Da musste er natürlich so schnell wie möglich hinterher. War der Katze irgendwie nicht so geheuer, aber der kleine Mann hatte riesen Spaß. Zur Krönung des Tages durfte er heute Baden und ist dann ganz schnell selig eingeschlafen. Ich lasse den Tag nun auf dem Sofa mit Lesestoff ausklingen, nachdem ich mich gestern über meine eigene Bequemlichkeit aufgeregt habe, abends immer denn Fernseher an zu machen.

So soll es sein. Glücklich, bis in jede Faser des Körpers. Ich hoffe solche Tage kommen ganz ganz oft.

Heute, fast ein Tag wie jeder andere

Seit gestern habe ich nun Semesterferien. Der große Mann musste heute das erste Mal wieder arbeiten. So ist hier wieder alles wie sonst. Nach dem üblichen Müsli-Frühstück erledigte ich gemeinsam mit dem kleinen Mann so einige anfallende Hausarbeiten. Wie an den meisten Donnerstagen wollte ich mal wieder zum KuK – Kaffee und Kind – gehen. Dort gehe ich sehr gerne hin, denn ich treffe dort auch ganz andere Menschen als sonst. Unter anderem auch Flüchtlingsfrauen. Die Gespräche sind immer sehr interessant. In den letzten Wochen war ich wegen der Prüfungen nicht. So freute ich mich schon drauf.
Doch es sollte dann doch anders kommen. Statt Kaffee gab es Krankenhaus. Zum ersten mal Notfallaufnahme. Der kleine Mann wollte mit seinen nun 14 Monaten eben auch mal ein Krankenhaus von innen sehen. Schlimm war es nicht. Nur eine kleine Platzwunde. Nicht mal ein Zentimeter groß. Doch da ich keine Chance hatte die Wunde alleine ordentlich zu versorgen – der kleine Mann drehte und wendete seinen Kopf und schob meine Hände energisch weg – entschloss ich mich zu den Profis zu gehen. Von uns ist das Krankenhaus auch nicht weit. Nur einmal den kleinen Berg hinterm Haus hoch und schon ist man da.
Wie es dazu kam? Der kleine Mann liebt es in sämtliche Kisten hinein zu klettern bzw. hinein gesetzt zu werden. Da ich mich durch so einige Wäscheberge kämpfte, waren die Wäschekörbe auch nicht weit. Und so saß er in einem Wäschekorb, während ich die Wäsche sortierte. Doch irgendwann wird auch diese Lieblingsbeschäftigung langweilig. Und so wird dann versucht raus zu klettern. Das klappt allerdings noch nicht so gut. Denn nach dem Aufstehen kippt meistens die Kiste um. Damit auch der kleine Mann. Dumm ist, wenn ich dann nicht schnell genug zur Stelle bin. So wie heute. Und so ist unser kleiner Sonnenschein so richtig hin gekracht. Nach einem kleinen Schock war für ihn relativ schnell alles wieder okay. Er lachte, krabbelte und war so wie sonst. Also nichts schlimmes. Nur ein “Kratzer”, wie der Arzt meinte. Ich war mir auch nicht sicher, ob es überhaupt notwendig ist. Aber eine ordentlich Versorgung war mir wichtig und das konnte ich alleine nicht leisten.
Donnerstag Morgen in die Notaufnahme zugehen ist interessant. Es sitzen nur ältere Menschen da. Wir kamen auch ziemlich schnell dran. Die Schwester hat dann die Wunde versorgt, während ich den Kopf ruhig hielt. Der kleine Mann hat alles ganz toll mit gemacht und hat nun ein großes weißes Pflaster auf dem Kopf. Denn auch das Kleinste war noch zu groß für den kleinen Dickschädel.
Auf dem Weg nach Hause ist er dann zu seinem Mittagsschlaf eingeschlafen. Erstmal von dem ganzen Schreck erholen. Am Nachmittag haben wir dann das schöne Wetter genossen und alles war wieder wie sonst.
Irgendwann habe ich mich dann heute gefragt, wie oft wir noch da hoch gehen werden. Ob wir dann irgendwann Stammkunden sind oder wie nennt man das dann? Ich hoffe nicht.

Schön ist’s

Auf Stadt-Land-Mama.de gibt es diese Woche eine schöne Serie. “Wir lieben Elternschaft” ist das Thema. Als Antwort auf die andauernde mediale Debatte über das Elternwerden/-sein und die scheinbaren momentanen Schwierigkeiten. Verschiedene AutorInnen schreiben einen Gastbeitrag zum Thema. Ich finde diese Idee schön. Eine schöne Antwort auf das ständige Gemecker.

Seit einem Jahr bin ich nun Elter. Und was soll ich sagen. Ich liebe es. Klar ist es manchmal anstrengend. Manchmal kann ich nicht mehr. Bin abends erschöpft wie sonst nichts. Aber es ist schön. Zu sehen, wie der kleine Mann sich entwickelt. Herrlich! Wie er sich freut, wenn er in einer Pappkiste durch die Gegend geschoben wird. Wie er versucht zu laufen. Mit Unterstützung. Naja, laufen kann man es auch noch nicht so richtig nennen. Eher wackeln. Aber mutig und forsch wird ein Fuß vor den anderen gesetzt. Wenn er an die Heizung, den Ofen, eigentlich alles fasst und “heis” sagt. Wenn er vom Mittagsschlaf aufwacht und erstmal eine große Runde kuscheln muss. Und, und, und. Beispiele gibt es viele und ich bin glücklich, dass der kleine Mann bei uns ist.

Die Krippe

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Nun ist sie vollständig die Weihnachtskrippe. Heute sind oder besser waren vor zweitausend und paar zerquetschten Jahren die Heiligen drei Könige angekommen. Einiges haben sie auf sich genommen auf ihrer Reise bis nach Bethlehem. Nur um die Geschenke abzugeben. Heute würde man ein Päckchen schicken. Statt Gold, Weihrauch und Myrre wären Babysöckchen, Strampler und Kuscheltiere drin. Wobei, ich weiß ja nicht wie das bei Königen heute ist. Aber sicherlich bekommen auch die kaum noch Gold Weihrauch und Myrre. Auch unsere drei Könige mussten so einiges über sich ergehen lassen. Nicht auf ihrer Reise. Denn um ehrlich zusein stehen sie schon seit dem 24.12. brav an der Krippe. Nein bei uns ist heute ein Sturm über sie hin weg gefegt. Wo der herkam? Auf dem Fensterbrett?

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Der kleine Mann hat erst heute die Figuren so richtig entdeckt. Und da wurde alles unter die Lupe genommen. Das Jesuskind aus der Krippe gezogen. Josef wurde der Stab geklaut, der nun irgendwo in der Wohnung rum liegt. Der Arm von ihm ist auch nicht mehr ganz so fest dran.

20140106-194023.jpgAber so richtig schlimm hat es den einen König erwischt. Nicht nur das Geschenk wurde ihm entrissen. Nein, er ist jetzt auch noch ein einarmiger König.

20140106-194238.jpg Da muss jetzt erstmal das Lazarett auf gebaut werden. Die Heilsarmee ist schon im Anmarsch, Ärzte ohne Grenzen nicht weit weg. Die Arme wieder richten und eventuelle Traumata nach dem Sturm behandeln.

Zum krönenden Abschluss auch ich

Irgendwie ist hier der Wurm drin. Die Männer sind wieder fit. Der kleine Mann hat gestern Morgen zum Abschluss gebrochen und ist jetzt wieder quietsch fidel. Ich hatte mich bis jetzt so gut wie möglich gesund gehalten. Mal etwas schnupfen. Aber insgesamt war ich immer fit. Bis gestern Abend. Da hat es mich voll erwischt. Innerhalb kürzester Zeit. Vor dem Abendbrot nur müde und geschafft. Nach dem Abendbrot waren die Gliederschmerzen da. Heute den ganzen Tag im Bett verbracht. Der große Mann hat home office gemacht. Der kleine Mann durfte außer planmäßig zur Tagesmutter. Nun liegt er eng an mich gekuschelt neben mir. Er musste sich noch eine Runde beschweren. War beim Abendbrot sehr unausgeglichen. Ihm ist es zuviel gewesen. Noch vier Tage, dann sind Ferien. Bis dahin sage ich sämtlichen Viren in diesem Haus den Kampf an. Irgendwann ist auch mal gut.