Lange zarte Füße an einem zarten kleinen Menschlein.
Staunen über dieses Wunder.
Neu und doch vertraut.
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Wochenende: Kontraste
Strahlende Sonne – Grauer Regenhimmel, Unterwegs – zu Hause, Draußen – Drinnen, Menschen treffen – “alleine” zu dritt und noch viele mehr. Dieses Wochenende ist mal wieder genau richtig. Wie so viele, die wir als Familie genießen können. Einfach nur sein und erleben. Wenn keine Verpflichtungen, Vorbereitungen oder andere “Störfaktoren” anstehen und wir frei sind.
So konnten wir gemeinsam bei wunderschönsten Sommerwetter den Ausflug in den Zoo genießen. Einen ganzen Tag Tiere und Menschen gucken. Neue Freunde kennen lernen. Entdecken und staunen. Wir trafen uns mit einer amerikanischen Familie, die seit einer Woche in der Gegend wohnt. Die Mädels sind alle älter als der kleine Mann. Die Begeisterung war auf beiden Seiten schnell entfacht und es wurde gemeinsam gespielt, gegenseitig bewundert und geteilt, was zu teilen war. Es war toll zu sehen, wie egal Sprache ist. Das Kinder ihre ganz eigene Sprache und Verständigung haben.
Der kleine Mann war die ganze Zeit auf den Beinen und hatte keine Ruhe für ein kurzes Päuschen. Es gab zu viele spannende Dinge zu entdecken. So schliefen wir alle zeitig, erschöpft und lange.
Nach diesem aktiven Samstag genossen wir den Regensonntag. Mit gemütlichem Frühstück, spielen, basteln und werkeln. Der kleine Mann übte sich im Handwerken und half Schrauben mit dem Akkuschrauber fest zu drehen. Nach getaner Arbeit strahlte er nur so vor Stolz. Ich bereitete unterdessen noch ein paar Nähsachen vor. Die Gardine im Kinderzimmer soll ja auch endlich mal hängen. Da es regnete und regnete probierten wir gemeinsam ein tolles Spiel aus. Ich hatte es vor kurzem genau für so einen Moment gekauft. Der Kinderklassiker “Fische angeln”. Immer wieder wurden heute die Fische rein und raus geangelt. Der kleine Mann hatte sichtlich Freude an diesem Spiel. Zum wunderbaren Abschluss des Tages schaffte es die Sonne auch noch durch die Wolken. So dass wir uns noch draußen beim Pfützensuchen austoben konnten und zu unserer täglichen Frischluftdosis kamen.
Ich liebe solche entspannten Wochenenden. Sie zeigen mir wie richtig unsere kleine Familie ist. Im Alltag gibt es ja oft genug auch die anderen Momente. Die, wo alles zu viel und unschaffbar scheint.
Ein erstes Mal: “envelope tees”
Vor einer Weile schon packte mich die Nählust. Ich kaufte mir ein wunderbares Nähbuch: “Growing up sew liberated” von Meg McElwee. Ich sah die tollen Projekte bei Frau Kirschkernzeit und war ganz hin gerissen. Ich wollte auch so tolle Kindersachen nähen.
Und dann stand das Buch bei mir. Ich blätterte und träumte. Zu mehr reichte es bis jetzt noch nicht. Ende letzter Woche schaffte ich es endlich den Geheimtipp in Sachen Stoff zu erkunden. Die Auswahl war gigantisch und fiel auf zwei gestreifte Stretchstoffe und einen Stoff mit Eulen drauf. Bei allen dreien hatte ich die Verwendung direkt im Kopf. Die fertigen Projekte sah ich schon vor mir. Und so entstand in den letzten Tagen das Erste dieser drei Projekte. Ein “envelope tees” für den kleinen Mann.
Viele erste Male stecken in diesem kleinen Pulli. Das erste Mal mit Stretch nähen. Das erste Mal ein richtiges Kleidungsstück nähen. Mit Schnittmuster und allem drum und dran. Die erste Nähanleitung in Englisch. Vieles habe ich zum ersten Mal gemacht. Und bin stolz wie Bolle. Denn das Ganze passt auch noch. Wie angegossen, um genau zu sein. Schade, das der kleine Mann schon die größte Größe des Schnittmusters trägt. Vielleicht wächst er nicht so schnell, damit noch ein oder zwei “envelope tees” folgen können.
Kirschtag
Heute war ein irgendwie besonderer Tag. Nicht nur das der Herzensmann heute an einem Montag zu Hause war machten ihn besonders. Bei uns war heute Kirschtag. Na ja, um genau zu sein ging er gestern Abend schon los der Kirschen pflücken und verarbeiten Marathon. Denn es sah nach Gewitter und viel Regen aus. Also haben wir gestern Abend schon einen kleinen (5 Liter) Eimer voll mit Sauerkirschen gepflückt. Das erstaunliche war, dass man dem Baum gar nicht ansah, dass wir etwas geerntet hatten. So ging es heut Vormittag nach einer Lerneinheit mit Kirschen entsteinen weiter. Es wurden gleich zwei große Gläser eingekocht. Die Vermieterin bekam natürlich auch ihre Schüssel voll Kirschen und eh man sich versah war der Eimer wieder leer. Doch der Baum war ja noch voll und so kamen noch weitere Eimer vom Baum in die Küche. Der Nachmittag war gefüllt mit Entkernen und Gläsernachschub besorgen. Denn selbst der Vorrat an Marmeladengläsern war dann auf gebraucht. Von großen Gläsern fürs Einmachen ganz zu Schweigen. Insgesamt wurden heute fünf Kilo entkernte Kirschen verarbeitet. Drei davon wurden eingekocht und können in Winter oder eher als Kompott oder so vernascht werden. Die anderen zwei Kilo gesellten sich in Form von Marmelade zu den anderen frisch gefüllten Marmeladengläsern.
Nun sind die Vorräte wieder etwas mehr aufgefüllt mit leckeren Schätzen. Wir konnten so richtig aus dem Vollen der Natur schöpfen. Darauf hatte ich mich schon seit der Kirschblüte gefreut. Denn auch die war dieses Jahr unglaublich. Doch das wir so reich beschenkt werden, hätte ich nicht gedacht. Der Baum ist auch noch nicht leer. Aber ob der Herzensmann noch einmal hinauf steigen wird, dass weiß ich nicht. Wahrscheinlich schon, denn er möchte gerne KiBa-Marmelade probieren.
Die Geschichte vom kleinen weißen Wollknäuel
Es war ein mal ein kleines weißes Wollknäuel, dass lebte schon seit langer Zeit in einer Kiste gemeinsam mit vielen anderen Wollknäulen. Wie lange es dort schon lebte weiß das kleine Knäuel nicht so genau. Denn die Tage waren alle sehr gleich und das Knäuel konnte nicht zählen. So wusste es nicht ob es Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre in der Kiste lebte. Es wusste, wie es in die Kiste gekommen war gemeinsam mit ein paar Geschwistern. Damals war eine junge Frau in den Laden gekommen, wo es vorher gelebt hatte. Sie suchte sich genau das kleine Wollknäuel und seine Geschwister aus. Einige der Geschwister wurden gleich zu einem besonders schönem kleinen Jäckchen verstrickt. Doch die anderen und mit ihnen eben jenes kleine weiße Wollknäuel von dem diese Geschichte handelt, waren übrig und kamen in die Kiste. Nach und nach kamen andere Wollknäuel dazu, manchmal wurde auch wieder eines heraus genommen. Das kleine weiße Wollknäuel träumte auch davon endlich, endlich aus der Kiste genommen zu werden. Es träumte davon etwas ganz besonderes zu werden. Doch es dachte immer es habe keine Chance. Denn es war kein besonderes Wollnkäuel, wie es selber fand. Es war ein einfaches weißes Wollknäuel aus reiner Schafwolle. Kuschelweich, das ja, aber eben nichts Besonderes. Nicht so wie manch andere Wollknäuel in der Kiste. Da gab es welche aus feiner Alpakawolle gemischt mit feiner Seide. Da gab es tolle bunte Wollstränge in allen Farben. Da konnte doch so ein einfaches weißes Wollknäuel nicht mit halten. So dachte das kleine Wollknäuel immer, dass es nicht so etwas besonderes sei, wie die anderen Wollstränge.
Eines Tages, wurde die Kiste wieder von dem Regal gehoben. Alle Wollstränge waren schon ganz aufgeregt und hofften, dass sie nun an der Reihe waren. Nur das kleine weiße Wollknäuel lag stumm in seiner Ecke, denn es ahnte, dass es wieder nicht an der Reihe sein würde. Doch nur dieses eine kleine Knäuel wurde aus der Kiste gehoben. Kein anderes wurde wie sonst angeschaut und in den Händen gehalten, meist ein wenig gestreichelt. Nein, nur das kleine weiße Wollknäuel sollte es diesmal sein. Es freute sich und war ganz aufgeregt, was nun aus ihm werden würde. Plötzlich wurde es von zwei kleinen Händen angefasst. Die streichelten erst ein wenig über die schönen Fäden. Das kleine Wollknäuel musste etwas kichern, denn das kitzelte ein wenig. Doch dann fingen die kleinen Hände an es aus einander zu nehmen. Es wurde ganz durcheinander, fiel auf den Boden und wurde auch noch durch die Gegend gezogen. Da wurde es dem kleinen Wollknäuel ganz schwer ums Herz. Dann es war sich ganz sicher, dass ein so verfitztes Knäuel zu gar nichts mehr zu gebrauchen war. Es wusste ja selber nicht mehr wo nun sein Ende und Anfang war. Doch das kleine Wollknäuel täuschte sich. Es wurde wieder aufgehoben und ganz vorsichtig wieder entwirrt. Dann wurde es wieder zu einem schönen runden Knäuel gewickelt und kam in einen Korb. Dort in dem Korb lagen schon Nadeln und auf den Nadeln war schon etwas gestrickt. Es staunte nicht schlecht, unser kleines weißes Wollnkäuel, als es seine Geschwister erkannte. Nun wurde sein Traum vielleicht wahr. Vielleicht wurde es ja jetzt zu etwas ganz Besonderem. Es ahnte nicht, dass etwas so besonderes aus ihm werden sollte. Das kleine weiße Wollknäuel sollte zu einem kleinen wunderbar kuschelweichem Babyjäckchen werden. Wie stolz das kleine weiße Wollknäuel sein wird, wenn es dann von dem kleinen Babykind getragen wird und alle Menschen das Baby mit seinem wunderbar kuschelweichen Jäckchen bewundern werden, dass werden wir nicht erfahren. Aber es wird wohl sehr stolz darauf sein. Denn es ist zu etwas ganz Besonderem geworden.
Der Sonntag: entspannt und erfolgreich
Heute…
… durfte ich, nach einem späten ins Bett gehen gestern, ausschlafen
… aßen wir gemütlich draußen auf Nachbars Terrasse Frühstück
… konnte der kleine Mann endlich wieder mit Nachbarskindern spielen
… wurde mein Garten und die darin wachsenden Früchte bewundert
… stellte ich die Projektarbeit endlich fertig
… erntete ich wieder eine große Schüssel roter Johannisbeeren
… gab es einfach nur Brote zum Mittagessen
…. wurden die Füße vom kleinen Mann aufgemalt
… wurde zum Kaffeetrinken leckerer Träubleskuchen verspeißt
… half der kleine Mann mir beim Gießen
… kochten wir gemeinsam leckere Gemüselasagne, während der kleine Mann die Regale nach Essbarem durch suchte
… wurde wieder begeistert gebadet und der Fußboden gleich mit
… entstanden weitere Gläser leckerster Marmelade
Sonntagsausflug
Ein wunderschönes Wochenende liegt hinter uns. Ein toller Abschluss eines kurzen Familienurlaubs. Am Freitagnachmittag sind wir wieder nach Hause gekommen. Konnten so in Ruhe ankommen in unseren vier Wänden. Am Samstag wurde erstmal fleißig ausgepackt, Wäsche gewaschen und die Küchenschränke gefüllt. Am Nachmittag wurde ich dann überrascht. Einige Freunde kamen vorbei zu einem kleinen nachgefeierten Geburtstagskaffee. Die Kinder spielten gemeinsam im Garten. Wir konnten Hängematte und Slackline unsicher machen. Oder einfach nur auf der Wiese sitzen und quatschen. Heute Vormittag musste ich noch etwas arbeiten. Während ich so an meinem Schreibtisch saß, spielten die Männer drinnen und draußen. Außerdem wurde ganz typisch die Kehrwoche noch gemacht.
Für den Nachmittag haben wir einen schon lange gewünschten Ausflug endlich gemacht. Wir sind in den Tierpark gefahren. Nicht in den großen Zoo im schwäbischen Kessel. Das wäre für heute doch noch etwas zu viel gewesen. Aber der kleine Tierpark am Neckar auf halber Strecke war genau richtig. Schon vor dem Eingang konnte der kleine Mann so einiges entdecken. Viele andere Familien hatten die gleiche Idee. So mussten große und kleine Kinder beobachtet werden. Auch die Biber und Schildkröten konnten schon während des Kartenkaufs bestaunt werden. Der Tierpark ist schön angelegt. Der Rundgang geht um einen Teich in der Mitte und meist außen sind die Gehege. Los ging es dann mit Eseln und Ziegen. Doch da war das Eis in meiner Hand noch viel spannender. Nachdem wir uns darauf geeinigt hatten, dass er es halten darf und natürlich auch was essen, solange er auf meinem Arm ist und ich größere Schweinereien durch mitessen verhindern kann, ging es dann auch ohne Gemecker weiter. Das Beste war immer das Gitter am Gehege. Da kann mann so schön die Finger rein stecken und sich ein bisschen dran hoch ziehen oder versuchen hoch zu klettern.
Neben den Hühnern gab es auch noch viele Hasen und Meerschweinchen. Zwei große Uhus konnten wir entdecken, so wie Fasane und Pfauenfrauen. Auf der Hälfte des Rundgangs gab es einige Volieren mit schönen bunten Vögeln, darunter verschiedene Papageien und Sittiche. Bei einer kleinen Obstpause wurde dann die Ente gejagt und ein Keks von anderen Besuchern abgestaubt.
Frisch gestärkt ging es dann weiter am Teich entlang. Vorbei an weiteren Schildkröten und einem kleinen Schwein, was sich lieber versteckt hielt. Zwischen durch wurden immer wieder kleine Kieselsteinchen vom Weg aufgehoben und ein Stückchen mit genommen. Die sind ja auch viel spannender. Aufregend war es auch bei den Rehen. Da standen viele Kinder am Zaun mit Popcorn. Das konnte man am Eingang kaufen um es an die Tiere zu verfüttern. Der kleine Mann schaute sich die ganze Sache eine Weile an, hob dann das runtergefallene Popcorn auf und bot es dem Reh an. Das nahm es gerne und dankend aus seiner Hand. Nur die Fotografen waren, wie immer, nicht schnell genug.
Auf dem Weg Richtung Ausgang konnten wir noch ein paar Mäusearten und Schlangen sehen. Insgesamt war es ein schöner Ausflug. Der kleine Mann war danach so müde, dass er im Auto dann doch noch einschlief kurz bevor wir zu Hause waren. Für ihn war es alles spannend. Die Tiere, die Kinder und die Steinchen. Und der Tierpark hatte genau die richtige Größe. Ein schöner Abschluss unseres Urlaubs.
Der kleine Mann und unsere Nachbarn
Es ist eine kleine Liebesgeschichte oder so was ähnliches. Ich könnte es ganz kurz machen. Beide Seiten mögen einander sehr. Aber so richtig trifft das nicht den Kern der Sache. Es ist mehr als nur mögen. Es ist auch mehr als der “Großfamilienersatz”. Es ist Freundschaft, auch wenn das bei einem Kind von noch nicht mal 1 1/2 Jahren mir wahrscheinlich keiner glaubt.
Unsere Nachbarn sind eine fünfköpfige Familie. Mit Mama, Papa, zwei Söhnen und der Oma. Die Söhne sind so 13 und 10 Jahre alt. Die Beziehung begann schon früh, denn das Interesse der beiden Nachbarsjungs für den kleinen Mann war von Anfang an da. Sie waren immer neugierig über neue Entwicklungsschritte und kamen uns im Garten besuchen, wenn ich mit dem kleinen Mann draußen war. Als dann die ersten Interaktionen möglich waren fingen sie auch zeitig an mit ihm zu spielen. Erst noch etwas unsicher und unbeholfen, mit der Zeit immer sicherer. So war der Vertrauensgrundstein schon einmal gelegt. Seit dieses Jahr die Gartensaison begonnen hat, ist die Beziehung noch deutlich gewachsen. Einen großen Einfluss hat natürlich die größere Selbständigkeit des kleinen Mannes. Seit er anfing mit Laufen und sprechen, merken wir erst sein Interesse und seine Begeisterung für die Nachbarn. Sind wir im Garten muss ich nicht lange warten und er stiefelt zu unseren Nachbarn hinüber. Im Zaun ist ein kleines Gartentürchen, was eigentlich immer offen steht. So ist es ganz leicht da hin zu kommen. Im Nachbargarten ist auch alles viel spannender und besser als bei uns. Zum Einen gibt es viel mehr zum Entdecken. Der Nachbar-Papa ist ein Bastler und Tüftler und im Garten steht so manch spannendes herum. Dann gibt es da ein Trampolin, Bälle im Überfluss und einen Gartenteich mit Wasserlauf. Um mal nur die offensichtlichen Attraktionen zu nennen. Aber auch Dinge wie der Sandkasten und Kreide scheinen bei Nachbars besser zu sein. Zum Anderen sind meist irgendwelche Spielkameraden da. Neben den Jungs auch gerne der Papa, die Mama oder die Oma, die vom kleinen Mann sehr süß “Moma” genannt wird. Wenn das Wetter schön ist sind auch gerne noch ein paar Freunde da und so ist eigentlich immer irgendwas los. Im Gegensatz zu uns. Denn bei uns gibt es eigentlich nur die Mama zum Spielen, am Wochenende auch den Papa, aber die hat man ja sonst auch. Der Garten ist zwar groß, aber es gibt “nur” den Sandkasten, Kreide und einen Ball. Na gut, seit dem Wochenende auch das “Atu”. Wir haben sein BobbyCar aus dem Keller geholt, dass sich zum Glück großer Beliebtheit erfreut. Aber das war es auch schon. Und somit sind wir weit abgeschlagen neben Nachbarsgarten.
Inzwischen haben sich so einige schöne Begebenheiten um und mit den Nachbars zugetragen. Es kommt zum Beispiel vor, dass der kleine Mann relativ bald nach dem Aufstehen oder beim Frühstück “Mimi” und “Ainun” sagt. Das sind seine Variationen der Namen des jüngeren Sohnes und des Papas. Damit will er uns klar machen, dass er doch bitte gleich mal rüber spielen gehen möchte. Das es meistens noch nicht mal acht ist, spielt dabei keine Rolle.
Eine weiteres sehr nettes Bild sah ich dann gestern. Wir waren im Garten und ich hab irgendwas gemacht. Ich wusste der kleine Mann ist bei Nachbars unterwegs die Standardrunde erkunden und schauen ob noch alles da ist. Irgendwann schaute ich, was er da so treibt. Da sah ich ihn vor der Haustür sitzen und mit seiner Schaufel gegen die Tür klopfen. Denn es war keiner im Garten, aber er wollte gerne mit jemandem spielen. Und bis zur Klingel schafft er es ja noch nicht.
Wenn der kleine Mann in den Nachbargarten geht, hat er immer die gleiche erste Standardrunde. Dann wird erstmal geschaut, ob noch alles da ist. Welcher Ball wo rum liegt und ganz wichtig, ob im Gartenschrank noch die Kreide und der ganze andere Kruscht da ist.
Sehr lustig war auch, als wir vor ein paar Wochen Samstagmorgen die obligatorische Kehrwoche machten. Ich kehrte ganz vorbildlich auf dem Fußweg und der kleine Mann lief ihn hoch und runter, immer in meinem Blickfeld. Irgendwann kletterte er die Treppe zu Nachbars hoch und tippelte in den Garten. Als ich fröhliches Lachen hörte, musste ich natürlich schauen, was da so lustig ist. Da saß er vor dem Haus und winkte und lachte. Denn aus den Fenstern schaute die komplette Nachbarsfamilie.
Ich finde es toll, wie beide Seiten gerne miteinander zusammen sind. Wie sie voneinander lernen und Spaß haben. Und deswegen möchte ich an dieser Stelle “Danke” sagen. Danke für eine so tolle Nachbarschaft.
Regenbogensommer
Vor ein paar Tagen las ich bei Frau Kirschkernzeit von der Regenbogenwimpelkette. Eine ganz besondere war und ist es. Angefertigt von fleißigen nicht mehr ganz so kleinen Kinderhänden. Nämlich die ihres einen Sohnes. Und in dem Moment hat es mich gepackt. So schlicht und einfach ist sie die Wimpelkette und doch hat sie den ganz besonderen Regenbogenzauber. Schnell war mir klar, so eine brauchen wir hier auch.
Schon vor einer ganzen Weile wollte ich meine erste Wimpelkette starten. Doch mehr als zwei zurecht geschnittene Wimpel sind bis jetzt noch nicht daraus geworden. Schnell sind sie wieder in die Stoffkiste gewandert. Und mit ihnen die Idee, Lust und Muse. Denn die braucht es dazu. Auch wenn Wimpelketten etwas sehr einfaches und schnelles sind. Manchmal reicht es nicht einmal dafür. Dann sind andere Sachen wichtiger. Drängen sich in den Vordergrund. Lassen keinen Raum für anderes. So ist aus der ersten Wimpelkette nichts geworden und irgendwie war es noch nicht die richtige Zeit für uns und die Wimpel. Denn seit dem habe ich keinen erneuten Versuch gestartet. Zwar habe ich hier und da von tollen Wimpelketten gelesen. Sie auf Fotos bestaunt. So auch ab und zu überlegt. Aber es sollte der Regenbogenzauber sein, der mich in den Bann zieht und mich antreibt.
So stiefelte ich gestern nach der Vorlesung noch eine Runde durch die Stadt. Zum Bastelladen Filz kaufen und in das Kaufhaus, wo es hier die Grundausstattung an Nähutensilien gibt. Unterwegs noch schnell zum Bäcker und dann flott nach Hause. Eigentlich wollte ich ja noch ein bisschen an den Schreibtisch bevor ich den kleinen Mann abholen musste. Doch irgendwie war die Lust zum Basteln, Nähen und Schneiden größer und die Zeit auch nicht mehr ganz so reichlich. So schnitt ich die ersten Filzwimpel zu. Genoss die sommerlichen Temperaturen auf unserer Terrasse. Schnell und einfach ging es von der Hand. Schon waren alle Wimpel zurecht geschnitten. Und als dann der kleine Mann seinen Mittagsschlaf hielt, zog es mich wieder zu den Wimpeln, zu Nadel und Faden. Denn wenn schon einfach, dann auch richtig. So sollte es auch eine von Hand genähte Wimpelkette werden. Dieses kleine bisschen mehr Zeit wollte ich dann doch investieren. Aber auch das ging erstaunlich schnell. Ohne Hast und Eile stichelte ich so vor mich hin, ließ meine Gedanken nebenbei kreisen und schon war ein Wimpel nach dem Anderen an seinem Platz.

Nun kann der Regenbogensommer kommen. Und wer weiß? Vielleicht mit noch viel mehr Regenbögen auf die eine oder andere Art.
Mein Sommersemestermontag
Seit dem Sommersemester ist Montags immer der Putztag. Vorher haben wir oft am Wochenende sauber gemacht oder ich habe es schon vorher, also Freitags versucht. Aber so richtig gut hat das immer nie geklappt und wir waren immer unzufrieden. Entweder war es noch ein zusätzlicher To-Do-Punkt am Wohenende, wo wir eigentlich noch so viel anderes machen wollen. Dann ließen wir es auch öfter mal ausfallen… Naja insgesamt war das richtige (also mit wischen usw.) Saubermachen immer ein Thema bei uns.
Da passt es im Sommersemester ganz wunderbar, dass ich Montags erst spät (11:30) Vorlesung habe. Der kleine Mann verlässt meistens schon mit dem Herzensmann das Haus. Wenn nicht, bringe ich ihn spätestens um neun zur Tagesmutter. Genug Zeit also einmal ordentlich durch die Wohnung zu fegen und alles wieder schön zu machen. Dann wird gesaugt und geputzt, gewischt und geschrubbt was das Zeug hält. Bis alles wieder gemütlich ist.
Dann düse ich in die Hochschule, lerne fleißig bis 13:00. Und habe noch eine Stunde Mittagspause danach. Na, meistens ist sie kürzer, da ich mich noch mit Kommilitonen verquatsche. Um zwei hole ich den kleinen Mann wieder ab und es beginnt unsere gemeinsame Zeit. Der Nachmittag gehört ihm. Wir machen kleine Ausflüge, gehen auf den Spielplatz oder werkeln im Garten. Die momentane Lieblingsbeschäftigung: Gießen. Am Liebsten mit der großen Gießkanne.
So war mein Tag auch heute. Eigentlich. Neben dem vormittäglichen Putzen stand auch noch Einkaufen und Wäsche waschen auf dem Programm. Also war der Plan alles zügig ab zu arbeiten. Der kleine Mann beschloss heut Morgen erst mal auszuschlafen. So brachte ich ihn zur Tagesmutter und konnte anschließend den Einkauf erledigen. Montagmorgen gegen 9:30 ist das ganz erträglich. So blieb mir zwar nicht mehr so viel Zeit für den Rest, aber eine gute Organisation ist alles. Plan: Wäsche in die Waschmaschine, sauber machen, Wäsche aufhängen und ab in die Hochschule. So ähnlich lief es dann auch. Zu Anfang. Die Wäsche war in der Waschmaschine. Nur diese wollte nicht waschen. Sie zeigte mir nur die ganze Zeit an, dass das Demoprogramm laufen würde. Ich wollte aber kein Demoprogramm, ich wollte gewaschene Wäsche. Ich klickte mich durch das Hilfemenü und suchte und suchte. Ich schaltete die Maschine aus und wieder an. Nichts half. Immer war da dieses blöde Demoprogramm. Kurz vor der völligen Entnervtheit beschloss ich erst ins Internet zu schauen und notfalls dann beim Service anzurufen. Dem Internet sei dank, ich kann wieder waschen. Ich fand ganz schnell was ich suchte. Eine Tastenkombination, auf die ich selber nie gekommen wäre. Der kleine Mann hatte beim Rumspielen die Demogeschichte aktiviert. Nur mit dem Deaktivieren hat es etwas gedauert. Ja, mit Kindern kann man was erleben. So blieb für die eigentliche Montagsaufgabe nur noch wenig Zeit. Aber irgendwie hat es dann doch noch gepasst. Wie meistens.

