Kommunikationsblüten: Kindermund tut Wahrheit kund

Eine Mutter mit ihren zwei Kindern sitzen am Abendbrottisch. Der Junge (3 3/4 Jahre) ist so müde, dass er seinen Kopf immer wieder auf den Tisch legen muss. Das jüngere  Mädchen sieht dies und ahmt ihn nach. Sie schließt jedoch nur die Augen und legt den Kopf zur Seite. Dann fängt sie an zu erzählen und es entsteht folgendes Gespräch:

Mädchen: „Leopard auch sehr lange müde. Läft schon Leopard

Junge: „Ja der hat im Gefängnis geschlafen.“

Mutter: „Welches Gefängnis?

Junge: „Na die Wilhelma ist das Gefängnis für den Leopard und die Tiere. Da wo die unten sind ist das Gefängnis. Und da muss man Eintritt bezahlen und dem Schaffner die Karte zeigen und dann darf man erst rein.“

Mutter: „Da hast du Recht, ein Zoo ist wie ein Gefängnis für Tiere.“

Junge: „Und wenn die Sterben ist das nicht gut. Aber wenn die alt sind die Tiere, dann sterben die. Und die zwei Elefanten auch.

  Reichlich einen Monat davor waren eben diese drei Personen im Zoo. Dort entstand auch diese Gespräch zwischen dem Jungen und einem ihm fremden Mann:

Junge: „Die sind ganz schön groß.“

Mann: „Ja und die können auch ganz schnell rennen. Das ist ganz gefährlich. Aber hier kann das nicht passieren.“

Junge: „Ne. Die sind ja eingesperrt.“

Diese beiden Gespräche lassen mich wie so oft staunend zurück. Sie zeigen mir, wie klar Kinder unsere Welt sehen. Wir haben noch nie kritisch über den Zoo gesprochen. Den ich sehe sowohl Vor- und Nachteile. Doch es zeigt mir, dass wir mit unseren Kindern immer offen sein sollen, dürfen und müssen. Wir dürfen nichts schön reden. Wir können es ansprechen und annehmen wie unsere Kinder es benennen. Aber wir können Teile unserer Welt von ihnen gern halten. 

Ein Tag im Zoo

Die erste Woche Kindergartenferien ist vorüber. Eine schöne Woche, in der vor allem der kleine Mann sich erst mal wieder an zu Hause gewöhnen musste. Damit es nicht ganz so langweilig wird und der kleine Mann es sich schon eine ganze Weile wünschte, sind wir in den Zoo gefahren. 

Eigentlich wollten wir mit Freunden gemeinsam fahren, damit es auch für uns Mamas etwas entspannter ist. Doch die waren entweder im Urlaub oder krank. Und so hab ich mich getraut und bin alleine los. 

Zu erst mit der Regionalbahn nach Bad Cannstatt, dann eine Station mit der Straßenbahn, ach nee heißt ja in Stuttgart U-Bahn, und schwupps rein ins Getümmel.  

Zu erst sind die Flamingos dran

 

Im Aquarium auf dem Weg zum Krokodil, am Trompetenfisch vorbei

  

Noch mehr Fische

  

Und endlich das Krokodil

 

Zufällig sind wir bei der Seelöwenfüttetung dabei

  

Mittagspause mit Plan bestaunen

 

„Da Elewant!“

  

Die Giraffen machen auch Siesta

  

Der Eisbär schwitzt und versteckt sich lieber

 
 Wir haben natürlich noch mehr gesehen. Schlafende Braunbären, schwimmende Bieber, erschrockene Gänsegeier und tollende Affenbabys und noch viel mehr gab es zu bestaunen. Auf dem Weg nach draußen sahen wir auch noch die dösenden Kängurus und hungrige Pinguine. Das Septembermädchen schlief der Weil eine Runde in der Trage. Der kleine Mann durfte im Kinderwagen fahren. 

Der Weg zurück klappte auch wieder problemlos. Um weniger Stress beim Umsteigen zu haben, sass der kleine Mann jedesmal im Kinderwagen und das Septembermädchen in der Trage. So wusste ich wo beide waren und war deutlich entspannter. Gegen 16:00 Uhr waren wir wieder zu Hause und wir hatten noch genug Zeit an zukommen, in der Hängematte zu entspannen und durch den Garten zu flitzen. 

Ein schöner Tag, der mir mal wieder gezeigt hat, dass es sich lohnt immer mal die eigene Komfortzone zu verlassen. 

Wochenende: Kontraste

Strahlende Sonne – Grauer Regenhimmel, Unterwegs – zu Hause, Draußen – Drinnen, Menschen treffen – „alleine“ zu dritt und noch viele mehr. Dieses Wochenende ist mal wieder genau richtig. Wie so viele, die wir als Familie genießen können. Einfach nur sein und erleben. Wenn keine Verpflichtungen, Vorbereitungen oder andere „Störfaktoren“ anstehen und wir frei sind.

So konnten wir gemeinsam bei wunderschönsten Sommerwetter den Ausflug in den Zoo genießen. Einen ganzen Tag Tiere und Menschen gucken. Neue Freunde kennen lernen. Entdecken und staunen. Wir trafen uns mit einer amerikanischen Familie, die seit einer Woche in der Gegend wohnt. Die Mädels sind alle älter als der kleine Mann. Die Begeisterung war auf beiden Seiten schnell entfacht und es wurde gemeinsam gespielt, gegenseitig bewundert und geteilt, was zu teilen war. Es war toll zu sehen, wie egal Sprache ist. Das Kinder ihre ganz eigene Sprache und Verständigung haben.
Der kleine Mann war die ganze Zeit auf den Beinen und hatte keine Ruhe für ein kurzes Päuschen. Es gab zu viele spannende Dinge zu entdecken. So schliefen wir alle zeitig, erschöpft und lange.

Nach diesem aktiven Samstag genossen wir den Regensonntag. Mit gemütlichem Frühstück, spielen, basteln und werkeln. Der kleine Mann übte sich im Handwerken und half Schrauben mit dem Akkuschrauber fest zu drehen. Nach getaner Arbeit strahlte er nur so vor Stolz. Ich bereitete unterdessen noch ein paar Nähsachen vor. Die Gardine im Kinderzimmer soll ja auch endlich mal hängen. Da es regnete und regnete probierten wir gemeinsam ein tolles Spiel aus. Ich hatte es vor kurzem genau für so einen Moment gekauft. Der Kinderklassiker „Fische angeln“. Immer wieder wurden heute die Fische rein und raus geangelt. Der kleine Mann hatte sichtlich Freude an diesem Spiel. Zum wunderbaren Abschluss des Tages schaffte es die Sonne auch noch durch die Wolken. So dass wir uns noch draußen beim Pfützensuchen austoben konnten und zu unserer täglichen Frischluftdosis kamen.

Ich liebe solche entspannten Wochenenden. Sie zeigen mir wie richtig unsere kleine Familie ist. Im Alltag gibt es ja oft genug auch die anderen Momente. Die, wo alles zu viel und unschaffbar scheint.