Bilderstrecke

Es ist schon eine Weile her. Doch es passt zum letzten Beitrag in der Frei-Schwimmer Kategorie. Nur ein paar Bilder heute. 

„oh da liegt was, das hol ich mir mal“

 

„so machen das die grossen immer. warum nehmen die das in Mund? „

  

„und los“

  

„egal, den einen schmeiss ich schon mal weg“

  

„was die damit immer wollen, so ist besser“

 

„Mama ich will auch Schwimmflügel“

In den Osterferien war ich zum ersten Mal alleine mit beiden Kindern im Schwimmbad. Nach dem ich mit dem Septembermädchen alleine war, das Schwimmbad und alles kennen gelernt hatte und es so entspannt war, konnte ich mir auch vorstellen mit beiden Kindern schwimmen zu gehen. Hin zu kommt natürlich, dass beide Kinder nun etwas größer sind als während der letzten Freibadsaison. In der habe ich Anfragen auf gemeinsame Freibadbesuche immer abgelehnt. Mir war es einfach zu viel. Viele Menschen, viele Eindrücke für mich und die Kinder und dann auf zwei Kleinkinder aufpassen. Lieber habe ich unser Planschbecken raus geholt und mich gemütlich daneben gesetzt. So konnte ich meine Reserven eher auftanken, als gänzlich leer gesaugt und überlastet aus dem Freibad zu kommen. 

Natürlich war das Hallenbad in den Ferien nicht ganz leer wie bei unserem letzten Besuch. Aber trotzdem so, dass ich entspannt genug war. Und so wurde es auch ein schönes Erlebnis. Als erstes bin ich mit beiden Kindern zum Nichtschwimmerbecken an die Treppe gegangen. So standen wir dann da. Ich im 80 cm tiefen Wasser  und die Kinder auf ihrer ausgewählten Treppenstufe. Vorsichtig tastete sich der Dezemberjunge bis zur untersten Stufe. Dann war es ihm doch eher ungemütlich und er wollte lieber ins Kinderbecken. Als das Septembermädchen das hörte, hatte sie auch keine Lust mehr an der Treppe zu sein. Also gingen wir zum Kinderbecken. Dort trafen wir dann zufällig einen Kindergartenfreund des Dezemberjungen und so spielten beide erstmal Blauwal, später Pirat und allerlei andere Spiele. Sie sprangen durch das Wasser legten sich hin und hatten ihre wahre Freude. Auch das Septembermädchen fühlte sich wieder pudelwohl. Diesmal angelte sie sich verschiedenste Spielzeuge der anderen Kinder und probierte nach Herzenslust aus. Immer wieder „schwammen“ Babys in Schwimmreifen mit Sitzvorichtung vorbei (Kennt Ihr die? Diese Dinger hab ich selber noch nie gesehen und musste innerlich mehrmals meine Hand an den Kopfschlagen, wobei ich das nicht wegen der Eltern, sondern wegen der Industrie/Wirtschaft mache, die mit solchen Produkten Ängste unterstützen und mal ehrlich, wie sieht den so ein Ding mit Kind drin aus. Die Kinder sind darin nur noch Puppen. Na Danke!). Neugierig wie Kinder sind Fragen natürlich beide was das ist. Auch der Kindergartenfreund hat Schwimmflügel an und so kommt irgendwann die Frage nach dem Warum? 

Warum haben die anderen Kinder Schwimmflügel?

Erstmal konnte ich die Frage mit, „weil die Mamas/Papas das möchten“, befriedigend beantworten. Doch das Thema war noch nicht vom Tisch. Kurz bevor wir gehen wollten, kam der Dezemberjunge ganz stolz mit einem Paar Schwimmflügel am Arm vorbei geschwommen (im 30 cm tiefen Wasser). Er hatte sie sich von einem Jungen ausgeliehen, der sie gerade nicht brauchte. So lies ich ihn ein paar Runden damit ziehen. Dann gab er sie wieder ab, denn es war Zeit für uns nach Hause zu gehen. 

Das Thema Schwimmflügel wird uns, trotz unserer elterlichen Klarheit, weiter beschäftigen. Wir müssen klare Antworten für unsere Kinder und Mitmenschen finden. Die unterschiedlichen Charaktere der Kinder (oder das Alter) erfordern, dass wir uns ganz darauf einlassen und schauen, wie es auch dem Kind damit geht. Wir sind immer umgeben von Schwimmhilfen, wenn wir schwimmen gehen. Selbst wenn im Schwimmbad selber keine Spielsachen Angeboten werden. Das wir ganz alleine im Schwimmbad sind wird eher selten vorkommen. Doch wie gehe ich damit um? An diesem Tag war ein Ausprobieren dran. Wie fühlt sich das an? Drückt es am Arm? Kann ich mich damit noch so bewegen wie ich das möchte? Es kommt, wie so oft, immer auf die Situation an. Eine richtige Antwort auf die Frage des Dezemberjungen ‚Warum ich nicht?‘, werde ich nun suchen, so dass es für ihn auch ersichtlich wird. 

Wie erklärt ihr es Euren Kindern? Und wie geht ihr damit um, wenn sie die Schwimmhilfen ausprobieren wollen?

Frei-Schwimmer

Seit dem wunderbaren und inspirierenden Kinder in Bewegung Kongress kommen immer wieder Fragen zum freien Schwimmen lernen auf. Viele Eltern haben für sich beschlossen diesen Weg zu gehen und probieren nun diese Möglichkeit im Rahmen des Familienschwimmens aus. Auch ich werde nun regelmäßig mit beiden oder mit einem Kind schwimmen gehen. Um meine Erlebnisse und Erfahrungen mit anderen Eltern, also Euch, teilen zu können habe ich nun einen neue Kategorie ins Leben gerufen. Frei-Schwimmer. Hier könnt Ihr Berichte von Schwimmbad Besuchen lesen. Wie ging es mir als „unfrei-Schwimmer“, welche Fragen und Bedenken kommen auf. Aber vor allem wie erlebe ich die Kinder, welche Wege gehen sie und was ändert sich bei mir durch diese Erfahrungen. Ich freue mich sehr, wenn Ihr eure Erfahrungen und Erlebnisse in den Kommentaren hinterlasst und teilt. So können wir uns austauschen, Mut machen und den Weg ebnen für weitere Frei-Schwimmer. Hier habe ich bereits von meinem ersten Besuch mit dem Septembermädchen berichtet. 

„Wir sind Fische“

„Wir schwimmen Mama. Wir sind Fische.“, sagte das Septembermädchen heute Vormittag zu mir. Wir liegen auf dem Bauch im flachen Wasser. Die Arme sind aufgestützt. Die Beine und der Körper lassen sich vom Auftrieb tragen. Langsam bewegen wir uns vor und zurück. Oder wir drehen uns um. Spüren wie das Wasser sich auf dem Rücken liegend oder sitzend anfühlt.  

 Es ist unglaublich leicht und entspannend. Nur wir zwei. Das Wasser ist Badewannen warm. Ich beobachte und liege im Wasser. Das Septembermädchen kann ganz entspannt und in Ruhe alles anschauen. Sie läuft mehrmals rein und raus aus dem flachen Becken. Sie spürt, wie das Wasser langsam tiefer wird. Sie geht in die Hocke und lacht. Ihre Badehose ist nass geworden. Sie setzt sich. Dann entdeckt sie die Schlange. Sie hält die kleinen Löcher zu oder ihre Hand in den starken Wasserstrahl. Klettert auf sie drauf und wieder runter. Immer und immer wieder.

    
    
   
Überhaupt geht es die ganze Zeit zwischen den Elementen Luft und Wasser hin und her.  Ob beim aufstehen und wieder hinsetzen. Oder sie klettert aus dem Becken und kommt wieder hinein gelaufen. Sie steigt die Treppe hinauf und wieder hinunter. Sie spritzt und lacht und entdeckt. Ganz bei sich auf ihre Art und Weise. 

Und ich liege da und beobachte. Beobachte sie in ihrem ungezwungenen Spiel. Beobachte sie, wie sie ganz frei und ohne jegliche Angst das Wasser entdeckt, sich treiben lässt und alles aufsaugt. Und ich beobachte mich, denn auch ich spüre und lerne und entdecke neu. Ich nehme den Auftrieb wahr. Lasse meine Beime und Arme tragen. Ich liege auf dem Bauch und spüre wie sich mein Körper hebt und senkt mit jedem Atemzug. Langsam. Auch ich spüre den Unterschied zwischen Luft und Wasser ganz deutlich und gehe die Treppe noch ein Mal. Und frage mich, ob ich mein Verhältnis zu Wasser ändern kann. Vielleicht. Freier werden. Den Weg gemeinsam mit den Kindern gehen und neu entdecken, was eigentlich so einfach von Anfang an erscheint.  

 
Morgen beginnt der Kinder in Bewegung Kongress bei dem es auch um das freie Schwimmen lernen geht. Ich bin schon sehr gespannt auf die Bilder und die Interviews.