Worte

Worte können so viel: Aufbauen, Mut machen, verletzen, beruhigen, entspannen, Aufregung verbreiten und so viel mehr. Am Wochenende berührten mich ein paar wenige Worte sehr tief. Gesprochen von unserer Nachbarin, Mutter von drei „großen“ Kindern, die ich sehr schätze. Wir liefen gemeinsam nach Hause, nach einem schönen Konzert vom Kinderchor gesungen. Wir redeten über dies und das, Schokoladenkonsum und die Langsamkeit mit Kindern, über Klamotten und dann ein Satz. „Ihr macht das so schön mit euren Kindern.“ Ein Satz, aus dem Nichts, der aufbaut, mich berührt und stolz macht. Ein Lob, einfach so mitten ins Herz von Herzen. Manchmal braucht man das. Genau so ein Lob. Das dann gehütet wird wie ein Schatz. Denn ein Lob braucht jeder mal. Besonders Mamas, die bekommen davon meistens nicht so viel. Wenn ihr also mal wieder mit einer Mama sprecht und merkt, dass es ihr gerade gut tut, dann lobt einfach. Von Herzen „du machst das toll!“ rettet nicht nur einen Tag, sondern stärkt, baut auf und gibt ganz viel Kraft. 

Das größte Lob

Mal wieder. Es ist zwölf ich möchte den kleinen Mann von der Tagesmutter abholen. Er sträubt sich. Nein, er möchte nicht nach Hause. Möchte lieber bei der Tagesmutter bleiben. Bei ihr Essen. Na gut. Heute passt es bei ihr. Mir soll es recht sein. Es ist Trubel bei der Tagesmutter. Eine Freundin ist noch da. Die Kinder. Der älteste Sohn kommt von der Schule. Die Tagesmutter backt Eierkuchen. Damit der mittlere Sohn vom Kindergarten abgeholt werden kann, übernehme ich die Küche. Die jüngste Tochter sitzt neben dem Herd auf der Arbeitsfläche. Jetzt möchte auch der kleine Mann oben sitzen. Das Septembermädchen krabbelt über den Boden. Der älteste Sohn steht auf dem Hocker und schaut zu. Das Tagesmädchen möchte auch mit hoch schauen. Doch es ist einfach kein Platz. So wuselt sie auch unten in der Küche rum. Zwischen Eierkuchen wenden und den Erzählungen des ältesten Sohnes, habe ich ein Auge auf das Tagesmädchen und das Septembermädchen. Immer mal muss ich das Septembermädchen vom Ofen weg nehmen in dem die Eierkuchen warm gehalten werden. Das Tagesmädchen wird regelmäßig erinnert, dass da ja noch ein Baby rum krabbelt und sie vorsichtig machen muss. Irgendwann pule ich dem Septembermädchen Taschentuchreste aus dem Mund. Der älteste Sohn sagt überrascht: „Du bist ja so gut wie Mama!“ Ich staune und freue mich über dieses Lob. Denn man sagt ja immer Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit.