Von Trösten und Liebe

Unsere Kinder müssen nicht abgehärtet werden. Sie brauchen keine Sprüche zu hören bekommen á la das tut doch gar nicht weh, hab dich nicht so oder hör jetzt auf mit heulen. Auch ein „jetzt hast du genug geweint“ können wir stecken lassen. Woher sollen wir das wissen? Jeder Mensch hat für sich seine eigene Schmerzgrenze. Jeder Mensch weiß für sich ob es noch weh tut oder nicht. Jeder Mensch weiß nur für sich ob er noch wütend ist. Wir können es also nicht für Andere sagen. Nicht für ältere und nicht für jüngere Menschen. 

Aber wir können zu hören, warum geweint wird. Wir können zu hören, warum jemand wütend ist. Wir können respektieren wie sich jemand fühlt und ihm oder ihr sagen; es ist okay. Ja, es ist okay wütend, traurig oder sauer zu sein. Ja, wir dürfen merken, wenn jemand schlecht drauf ist. Ja, das ist oft anstrengend, aber ab und zu muss auch mal Regen fallen, sonst sehen wir die Sonne nicht. Ab und zu? Oder ganze Tage lang? So oft wie es gerade nötig ist. 

Dabei dürfen wir sie mit Liebe überschütten. Wir müssen uns nicht zurück halten, weil man das ja nicht macht oder so. Nein! Wir geben so viel Liebe in Form von Zuwendung, Hilfe, kuscheln, zuhören und was sonst noch gebraucht wird, wie wir können. Niemand kann zu viel Liebe haben. Ganz sicher bin ich mir darüber, dass unsere Welt viel mehr Liebe verträgt. Bei jungen Menschen fällt es uns leichter. Darum fangen wir dort an. 

An unserem Kühlschrank hängt ein Magnet mit dem Spruch:

Zuviel des Guten kann wundervoll sein.

Ich glaube auch. 
Auch mir rutschen immer wieder solche doofen Sätze raus. Deswegen schreibe ich mir das auch hier wieder auf. Meistens sind es Situationen in denen ich mir auch ein bisschen mehr Liebe von irgendwo her wünsche. Diese unerschöpfliche Quelle an Liebe ist in uns drin. Oft vergraben unter vielen Vorstellungen, Denkmustern und so altem Zeug, was wir so eingesammelt haben. Ausmisten tut gut, ist aber gar nicht so leicht. Denn immer dann, wenn ich denke nun bin ich da, findet sich noch mehr alter Kruscht. 

Ein Gedanke zu „Von Trösten und Liebe

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