Von Görlitz bis nach Usedom – Teil 2

Donnerstag 2.6.

Wir schlafen so lange wir können. Irgendwann liege ich wach und schaue aus dem Fenster in den Wald. Der Herzensmann schläft nicht so gut und schwitzt viel. Am Tag zuvor tat ihm alles weh. Hoffentlich nichts Ernstes, denke ich. Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang zum See.   

 Direkt vor dem Haus treffen wir die erste Blindschleiche. Es werden am Nachmittag noch zwei weitere dazu kommen. 

   
Das Septembermädchen ist dann müde und schläft auf dem Weg zurück auf meinem Arm ein. Leider nur kurz und so gehe ich mit ihr nochmal eine Runde, diesmal mit Trage. Während dessen beginnen die Männer an der Hütte etwas sauber zu machen. 

Nach einem späten Mittag hängen wir viel auf der Hollywoodschaukel rum, der kleine Mann beginnt eine Höhle zu bauen oder er macht gemeinsam mit seiner Schwester viel Quatsch. Als uns das zu viel wird gehen wir noch einmal eine kleine Runde. Diesmal mit Laufrad für den kleinen Mann und Trage für das Septembermädchen.  

    
 Zum Abschluss beschließt der Herzensmann noch ein Bad im See. Da können die Kinder nicht widerstehen und wollen es auch probieren.  

 Frisch gebadet essen wir noch schnell Abemdbrot und dann geht es schnell schlafen. 

Freitag 3.6.

Wir wollen wieder weiter fahren. So stehen wir zeitig auf um alles ein zupacken und die Hütte wieder dicht zu machen. Später als gedacht geht es dann los. Wir wollen direkt nach Eisenhüttenstadt fahren. So lassen wir die Oder-Neiße-Mündung und Neuzelle rechts liegen und fahren über Landstraße und Feld/Wanderwegen nach Eisenhüttenstadt. Dort wollen wir in den Zug nach Frankfurt/Oder steigen. In unserer Fahrradkarte führt die kürzere Route direkt an der Straße und zum Schluss auf einer viel befahrenen Straße lang. Das ist uns mit Kindern und Anhänger zu viel.  

 

Im Bahnhof von Frankfurt/Oder begrüßt uns dann ein seltener Anblick. Nur kurz bei der Einfahrt sehen wir den Zug mit den Panzern. Auf dem Gleis steht ein Doppelstockzug davor. Kaum etwas ist zu sehen. Abgeschirmt?

 Für dieses Foto laufe ich bis zum Ende des Bahnsteigs zurück. Ich entdecke noch einen weiteren Zug mit schwerem Gerät. Mir gibt dieser Anblick sehr zu denken. Wo wollen diese Züge hin? In den Osten? Sie sind so offensichtlich abgeschirmt. Will Deutschland seinen Bürgern eine heile Welt vorspielen? Ich habe dieses Gefühl. Es beschäftigt mich lange. 

In Frankfurt essen wir dann noch Mittag direkt an der Oder. Wir entdecken eine kleine Kaffeerösterei „Gränzkaffee“. Eine Packung davon kommt ins Gepäck. Dann radeln wir noch ein kleines Stück weiter und suchen uns ein Quartier für die Nacht. Fündig werden wir in Lebus in der Kirschallee. Ein wunderschönes offenes Haus mit tollem Garten. Wir haben das Haus diese Nacht für uns und fühlen uns direkt wohl, besser wie zu Hause. Die Kinder spielen im Sandkasten und begutachten die Hühner. Wir Erwachsenen plauschen auf der Veranda bei Bier und anderem Getränk.  

    
 Die Kinder helfen dem Hausherren auch gleich beim Aufräumen. Wir kochen leckeres Abendbrot und die Kinder huschen schnell ins Bett. Der Herzensmann und ich genießen den Abend auf der Veranda. Wir sind uns einig: so wollen wir leben. 

Samstag 4.6.

Der Herzensmann steht als Erster auf. Er darf heute noch in die Luft. Ganz spontan wurde gestern Abend ein Motorgleitschirmflug organisiert. So fliegt er dann über das Haus hinweg.  

 Langsam packen wir unsere Sachen. Heute wollen wir nicht so richtig los fahren. Zu schön ist dieser Fleck Erde. Außerdem verspricht die Sonne einen besonders heißen Tag. Doch irgendwann ist alles gepackt und auf den Rädern. Wir fahren weiter ins Oderbruch hinein. Wir kommen gut voran, Kienitz ist das Tagesziel. Kurz hinter Küstrin-Kietz gibt es an einem Spielplatz die Mittagspause.  
   
Am Nachmittag erreichen wir Kienitz. Dort kehren wir erstmal in das Kirchencafé ein. Die Kinder haben sich ihr Eis verdient.  

   

Danach machen wir uns auf Quartiersuche. Da es Samstag ist ahnen wir, dass es nicht so leicht werden könnte. Viele Berliner sind für das Wochenende raus gefahren. Wir fahren zum Naturcamp „Uferloos“ und haben Glück. Abgewiesen werden wir nicht. Wir können noch in der Jurte schlafen, der letzte freie Platz. Wir sagen zu.  

 Wir bekommen Isomatten, Decken und noch mehr Decken für ein gemütliches Lager. Es wird ein Abenteuer, denn ein Gewitter kündigt sich an. Wir stehen im Zelt es pladdert und kracht. Durch das Loch im Dach regnet es rein. Wir ziehen schnell das aufgebaute Lager noch ein Stück zur Seite. Durch den Wind regnet es schräg. Der Herzensmann kontrolliert und verstärkt die Abflussgräben, ich beruhige das Septembermädchen, der kleine Mann hilft fleißig. Aufregend. Alles.  

 Als es etwas weniger wird huschen wir in die Küche. Nach dem Essen ist es von oben trocken und wir bringen die Kinder ins Bett. Beide schlafen gut und sind auch warm. Wir genießen noch etwas die Natur und gehen auch bald ins Bett. 

Sonntag 5.6.

 Wir schlafen erstaunlich gut. Nur etwas hart war die Nacht. Wir stehen zeitig auf, machen leckeres Frühstück und packen alles ein. Die Kinder flitzen rum, schauen bei den Hasen vorbei und entdecken eine Katze.  

Dann machen wir uns wieder auf den Weg. Die Störche sind unsere täglichen Begleiter. Jeden Tah sehen wir Storchennester und Störche auf der Wiese. An diesem Tag steht später einer direkt auf dem Radweg. Kurz vor und hebt er ab und fliegt in die Lüfte. Imposant.  

Wir radeln schnell und bis zur Mittagspause haben wir bereits 30 km hinter uns gebracht. Das lief nicht immer so schnell. Am Ufer steht eine Trauerweide und ich flechte ein kleines Körbchen in der Pause.   

Die Kinder schauen immer wieder fasziniert zu und sind begeistert als sie das Ergebnis sehen. Ich freue mich, das ich es noch kann und das beide solche Momente erleben dürfen. Am Nachmittag kommen wir nach Criewen. Dort kehren wir im Gasthaus ein und werden auch die Nacht dort verbringen. Wir sind erstaunt, dass wir an diesem Tag so schnell gefahren sind. So können die nächsten Tage ruhiger sein. 

Nach dem Essen schauen wir noch im Museum vom Naturpark Unteres Odertal vorbei. Die Kinder flitzen begeistert herum und schauen sich die Tiere an. Wir spielen selber Flut im Odertal und sehen die verschiedenen Fische im Aquarium. Der Ruf des Kuckucks schallt bald regelmäßig durch die ausgebaute Scheune. Die Kinder haben entdeckt, auf welchen Knopf man drücken muss und sehen dann denn Kuckuck angestrahlt auf einem Ast sitzen. Danach gibt es noch ein Eis und wir schlendern durch den Lenné-Park am Schloss Criewen. An einem Teich bleiben wir stehen und beobachten die Frösche bei ihrem Abendkonzert. 

Teil 1 unserer Reise könnt ihr hier nach lesen.