Von Görlitz bis nach Usedom – Teil 3

Montag 6.6.

Unser Plan für die nächsten Tage ist gemütlich, da wir am Sonntag so schnell gefahren sind und wir einen Teil mit dem Zug überbrücken wollen. Daher schauen wir uns nach dem Frühstück noch die Auenlandschaft im Unteren Odertal an. Der Nationalpark hat einen Auenpfad eingerichtet, so können wir durch die Schutzzone 1 laufen, in der keine menschlichen Eingriffe mehr erlaubt sind.  

    
   
Es ist eine unglaubliche Ruhe. Wir hören die verschiedensten Vögel und Frösche. Wir sehen Schwäne im Landeanflug und einen Vogel beim Fischen. Im Sturzflug schießt er aufs Wasser, um kurz ein zutauchen, schnell ist er wieder in der Luft und das Ganze beginnt von erneut. Der kleine Mann möchte gerne den Kuckuck sehen, den wir die ganze Zeit hören, doch wir können ihn nicht entdecken. Das Septembermädchen schlägt irgendwann auf meinem Rücken ein. Ein kleines Paradies. 

Am späten Vormittag setzen wir uns auf die Räder. Nun ändern wir die Richtung. Unser Tagesziel ist Angermünde. Wir fahren ein Stück bis Stolpe an der Oder zurück. Dann geht es ins Landesinnere und wir fahren auf dem Uckermärkischen Radrundweg bis Angermünde weiter.  

   

Wir kommen am späten Mittag in Angermünde an. Wir drehen eine Runde und finden am Mündelsee etwas zum Essen. Die Kinder spielen auf einem schönen Spielplatz auf der anderen Seite des Weges. Ein älteres Ehepaar wundert sich, wo die Eltern des kleinen Mädchens sind, dass da so allein rumspaziert. Als sie anfängt zu klettern wundern sie sich noch mehr. Sie bemerken wie ruhig und sicher sie klettert. Der Orginalkommentar: „Die zwei haben nicht so eine Hektik wie die anderen Kinder. Schau mal wie schön ruhig und langsam sie das machen.“ Als das Septembermädchen am Ende der Kletterpartie abrutscht und sich gut festhält, flitzt der Herzensmann los. Der kleine Schreck bei ihr ist schnell überwunden und das ältere Ehepaar nickt mit anerkennend zu.  

 Dann heißt es weiter fahren. Wir wollen noch ein paar Kleinigkeiten besorgen, bevor wir in den Zug nach Anklam steigen.  

Kurz vor 19:00 kommen wir in Anklam an und fahren zu unserer kleinen Ferienwohnung, die wir schon in Angermünde reserviert haben. Schnell Nudeln kochen und ankommen. Der kleine Mann ist noch sehr aufgeregt und braucht ein bisschen zum Einschlafen. 

Dienstag 7.6.

In aller Ruhe frühstücken wir und packen alles ein. Die Kinder spielen im Hof vor der Ferienwohnung. Dann fahre wir in die Stadt und schauen uns noch ein bisschen um. Wir entdecken unter anderem das Otto Lilienthal Denkmal.  

Wir wollen noch ein paar Würstchen für das Mittagessen besorgen und stellen fest, dass in dem Haus, in dem jetzt die Fleischerei ist, Otto Lilienthal seine Kindheit verbracht hat. Dann radeln wir weiter. Wieder ein Stück zurück den wir wollen mit der Fähre nach Usedom übersetzen. In Anklamer Fähre fährt uns eine kleine gemütliche Fähre über das Haff.  

Zwanzig Minuten dauert die Fahrt. Die Kinder sind ganz begeistert. Wir sehen einen Graureiher, Möwen und Enten, den anderen Booten wird zugewinkt, dann fahren wir an der Hubbrücke von Kamp vorbei. Ein gigantisches Bauwerk. Wir legen an einem kleinen Steg in Karnin an und betreten die Insel Usedom.  

 Unser Ziel ist erstmal Mellenthin. Wir wollen uns das Wasserschloss ansehen. Besonders der Herzensmann freut sich darauf, denn der Besitzer hat neben der Gastronomie und einem Hotel auch eine Brauerei und Kaffeerösterei etabliert. Wir essen köstliche Waffeln und Eis und haben tolle Begegnungen. Eigentlich wollten wir im Ort eine Übernachtung suchen. Der Hotelbesitzer macht uns ein gutes Angebot und so gönnen wir uns eine Nacht im Schlosshotel. Welch Luxus!  

Mittwoch 8.6.

Sehr zeitig wachen die Kinder auf. Alles ist so aufregend. Um 8:00 Uhr gibt es „endlich“ Frühstück. Wir essen lecker im Wintergarten in der Morgensonne. Dann packen wir alles zum vorerst letzten Mal ein. Gegen Mittag können wir unser Ferienhaus in Zinnowitz beziehen. Auf unserem Weg machen wir in Neppermin hält und essen das erste Fischbrötchen und Algensalat.  

  

Die letzte Etappe geht auf und ab, mit Gegenwind und durch den Wald. Es zieht sich und wird anstrengend. Zwischendurch können wir einen ersten Blick auf die Ostsee werfen. Grandios. Kurz nach 15:00 Uhr haben wir es geschafft. Wir sind am Ziel. 

  

  
Insgesamt sind wir in diesen zehn Tagen 368 km gefahren, haben viel erlebt und gesehen, tolle Erfahrungen gemacht und wir sind uns einig: es ist nicht die letzte Fahrradtour gewesen. Mal sehen wo es uns das nächste Mal hin fährt. 

Hier könnt ihr Teil 1 und Teil 2 unserer Radtour lesen.