Am Ende des Tages

Manche Tage beginnen nicht gut. So auch heute. Die Kinder wachen zeitig auf. Nur ich nicht. Müdigkeit. Halsschmerzen. Eine lange To-Do-Liste in meinem Kopf. Schlechte Kombination. Die Kinder möchten sein. Ich lasse sie. Zumindest ein Stück weit. Doch schnell bin ich genervt. Genervt von kleinen Stänkereien. Genervt von dem üblichen Nicht-Hören-Wollen. Genervt von zu wenig Zeit für uns. Genervt von zu viel Arbeit ( beim Herzensmann). 

Dann reagiere ich extrem. Schnauze die Kinder an, bin harsch und echt ätzend. Ich bekomme einen dicken Hals auf die Arbeit des Herzensmannes. Suche Schuldige, wo es nichts zu suchen und nichts zu schulden gibt. 

Am Ende des Tages sieht es meistens ganz anders aus. Die Aufgaben sind alle erledigt. Ich konnte mit beiden Kindern etwas extra Zeit verbringen. Ich hatte, dank der allerbesten Tagesmutter, die nun keine Tagesmutter mehr bei uns ist, eine Stunde ganz für mich und am Nachmittag nur das Septembermädchen. Entlastung. Kurzes Versinken in die Aufgaben. Flow. Kreativität. Ein kurzes Aufladen des Akkus. Zwischen durch noch an Kleinigkeiten gedacht, die schon ewig rum liegen. Eine nicht mehr benötigte Jacke über eBay verkauft. Befreit von wenigem, aber auch das macht es leichter. 

Am Ende des Tages blicke ich zurück und sage „Okay“. Ich akzeptiere den schlechten Start. Bin zufrieden mit dem was geschafft ist. Und ziehe einen Schlussstrich. Morgen starten wir neu. Ein neuer Tag. Ein neuer Versuch. Damit dieser gut wird, gehe ich jetzt ins Bett. 

Gute Nacht.