Der Benefizlauf als Familienevent – es schreibt der Herzensmann

Jedes Jahr veranstaltet die Alte Seegrasspinnerei Nürtingen einen Benefizlauf „Renn Seegras Renn“ für die Kinder- und Kulturwerkstatt (KiKuWe). Das wichtigste zuerst: Bitte spendet noch weiter! Bis Ende April wird weiter gesammelt. Da wir alle 4 (!!!) gelaufen sind, ist das doch eine Unterstützung wert.

Ist ganz einfach: Unter http://www.renn-seegras-renn.de/?2#unterstuetze im Suchfeld „Gerrit“ eingeben und per Überweisung, Paypal oder Kreditkarte spenden, was Ihr wollt. Die KiKuWe kann damit ihr tolles Angebot für Kinder und Jugendliche in Nürtingen aufrecht erhalten und ausbauen!

Nun aber zum heutigen Tag. Durch die Zeitumstellung waren wir etwas spät dran und die Aufregung schon bei allen während des Frühstücks ziemlich zu spüren. Die Herzensdame war am Überlegen, ob sie mit dem Septembermädchen den 1 km wandern solle. Der Dezemberjunge wollte unbedingt spielen. Kein Wandern, kein Laufen.

Ganz anders sah es dann vor Ort aus. Bei herrlichstem Wetter, Sonne um die 2°C, Gewusel aus vielen Läufern hole ich meine Anmeldeunterlagen ab und ziehe aus dem Couvert die Startnummer und den Transponder. Wollten beide Kinder natürlich auch haben! Die Lösung dafür war einfach: Die 3-km-Runde ist genau für die Familien gedacht, die auch teilnehmen wollen, aber verständlicherweise keine 10 km zurücklegen wollen. Beide Kinder waren begeistert und so haben wir uns drei nachgemeldet mit den Nummern 518, 519 und 520.

Damit war auch der Dezemberjunge umgekrempelt. Beim Start der Gruppe habe ich nur die Herzensdame mit dem Septembermädchen gesehen. Der Dezemberjunge war schon vorneweg gelaufen. Und so ging es wohl über die ganze Strecke! Mit zackigem Familienwandertempo ist er durch den Wald und bis ins Ziel. Wir waren baff erstaunt und freuen uns nun auf unsere nächste Wanderung! Die Herzensdame und das Septembermädchen (hauptsächlich getragen) waren auch superstolz, aktiv dabei gewesen zu sein. Diesmal wurde mir nicht vom Rand aus zugewunken, sondern beim Entgegenlaufen nach 2/3 meiner Strecke! So wurde aus dem familiären Großevent auch für unsere Familie ein gemeinsamer Lauf und ein ganz besonderes Erlebnis.

Für mich persönlich war es auch eine tolle Erfahrung auf der 10-km-Strecke. Eigentlich laufe ich neben meinen sonstigen Sportaktivitäten nicht regelmäßig. Der Benefizlauf ist aber jedes Jahr ein Ansporn, wieder ein wenig zu trainieren. Im letzten Jahr hatte ich mit 53 min meine beiden Ziele „Ankommen, unter 1 Stunde“ geschafft. Dieses Jahr habe ich schon etwas früher mit dem Training angefangen. 7-8 Läufe zwischen 6 und 12 km unterschiedlicher Intensität. Wegen meiner lädierten Ellenbogen (Tennisarm vom Klettern) ist mein tägliches Training auf Beine, Bauch, Rücken fokussiert. Zum Laufen also optimal (die Beine kommen ja sonst immer zu kurz, wenn man nicht bewusst darauf achtet…). Kurzum: Gut vorbereitet für mein Ziel „unter 50:00 min“.

Meine Zeit dieses Jahr war für mich dann erstaunlich: Mit 49:15 um ganze 5 min verbessert. Beim Start im ersten Block mit, zwischen km 1 und 3 etwas ruhiger angehen lassen zum Gewinnen des eigenen Rhythmus. Dann der Aufstieg bis km 5,5 in konstantem Tempo. Alles unter 5 min/km, schneller als in jedem Training. Ab km 7 wurde es dann heftig. Noch einmal Aufstieg, die Kräfte waren nicht mehr so da wie beim Training (weil vorher ja auch schneller!). Gefühlt hatte ich ne super Zeit eingerannt, aber der Blick auf die Uhr bei km 9 verriet: „45:23. Ooops. Wenn ich unter 50:00 bleiben will, muss ich Gas geben.“ Und das war hart. Habe mich an eine jüngere Läuferin gehängt, die sehr ambitioniert war. Bis zum Ziel haben wir uns dann gegenseitig angespornt, das Letzte zu geben.

Entsprechend glücklich war die Runde am Ende: Kinder happy darüber, aktiv dabei gewesen zu sein. Frau auch happy, aber mit etwas angestrengtem Kreuz (das Septembermädchen wäre ja nie 3 km *selber* gelaufen!) und ich geschlaucht und begeistert.

Verblüffend ist für mich vor allem: Vor 4 Wochen habe ich als ehemaliger Fleischgeniesser auf vegetarische Ernährung umgestellt. Von Kraftverlust keine Spur – im Gegenteil! Ich fühle mich frisch, leichter und kraftvoll. Aber das ist eine andere Geschichte…

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